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Frauen an der Konstanzerstrasse

in Kreuzlinger Kiste by

Fotos des alten Grenzland-Stadions an der Konstanzer-strasse (1932 bis 1959) finden nur noch ganz selten den Weg zu mir. Die Fotografen standen zudem bei fast allen erhaltenen Aufnahmen auf der südlichen Tribünenseite.

Umso spannender ist diese Aufnahme von der südöstlichen Platzseite. Zuschauer fand man auf den bisher entdeckten Fotos nur äusserst selten. Hier ist erstmals gut zu erkennen wie auch eine grössere Anzahl Frauen einem Spiel an der Konstanzerstrasse beiwohnt. Über Zuschauerinnen an der Konstanzerstrasse entdeckte ich in alten Zeitungen nur einen einzigen Satz. 1934 gastierte die Mexikanische Nationalelf beim FC Kreuzlingen und unter den knapp 3’000 Zuschauern hätte sich „eine grosse Anzahl weibliches Publikum eingefunden“. Keep Reading

Millionäre im Gründenmoos

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Gefühlt 75% Spielanteil und die besseren Torchancen, am Ende wieder nur ein Unentschieden beim sehr limitiert spielenden FC Winkeln. Immerhin patzten auch Linth und Uzwil.

Der St. Galler Quartierverein durchläuft die erwartet schwere Saison und steht am Tabellenende, mit Eigengewächs und Ex-Profi Sven Lehmann verliess der einzig grosse Name den Verein. Nun steht man hinten dicht am Gegner und versucht vorne an einen Lucky Punch zukommen. Genau das gelang – und das 1:1 wurde von einigen Spielern wie ein Sieg bejubelt. Keep Reading

Im Goldregen jubelte mir der DFB-Präsident zu

in Fussballgeschichten by

Aus Aussenseiter gestartet, gewann ich den Erinnerungspreis der Deutschen Akademie für Fussballkultur. Bei der Preisverleihung in Nürnberg stand ich im Goldregen neben KICKER-Koryphäe Rainer Holzschuh während uns der im Publikum sitzende DFB-Präsident Reinhard Grindel zujubelte. Vicente del Bosque schüttelte feierlich meine Hand und sagte „felicitar“.

Ich unterhielt mich mit einem Fussball-Linguistiker (ich komme aus der Schmuddel-Ecke meines Fachbereichs) und einem Grammatik-Professor (ich musste an einem Preisausschreiben teilnehmen um an eine Eintrittskarte zu kommen). Ich sprach im Jugend-TV, lehnte Radio-Interviews ab und lief mit einem 5’000-Euro-Check durch die Gegend. Ich erzählte Geschichten von Walther Bensemann, Heiner Stuhlfauth und einem im Koks untergegangenen Aufstieg, die fränkische Weinkönigin prostete mir zu. Spätnachts riefen wir ein Taxi, mein Laudator empfahl mir als Preisträger den standesgemässen Beifahrersitz, ich nahm mit meiner fast 4 Kilogramm schweren Siegerfigur platz und zahlte die Fahrt. Hinter mir erzählte man sich kichernd Günter-Netzer-Anekdoten. Selig schlief der Fussballkultur-Betrieb im Hotel Victoria ein.

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Matchprogramm FC Dübendorf

in Kreuzlinger Kiste by

Da fehlt man an einem Auswärtsspiel und prompt bekommt man das Match-programm samt Eintrittskarte zugeschickt. Vielen Dank an FCZ-Fan Dani, welcher die Länderspielpause nutzte und sich ein Amateurspiel ansah, sehr schöne Einstellung – und ich habe mich sehr gefreut!

Das Matchprogramm umfasst acht A5-Seiten in schwarz-weiss-orange. Sehr schön der „Trend-Barometer“ und der „Statistik-Corner“. Da verzeiht man auch, dass der Heftmacher des Aufsteigers orthografisch noch nicht ganz in unserer Liga angekommen ist und mit Ortsnamen wie FC Winkel und FC Utzwil um sich wirft.

Freudentänze und Jagdszenen

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Bei den Spiele Kreuzlingen vs. Freienbach redet man auf beiden Seiten von einem Klassiker der letzten Jahre. Die Zutaten: sportliche Augenhöhe, dramatische Spiele, eine spürbare Rivalität auf Platz und Rängen. Das Spitzenspiel am Samstag hielt zwar nicht das sportliche Versprechen, zu fehlerhaft war besonders der Spielaufbau der Kreuzlinger, aber wie schon so oft endete dieses Partie denkwürdig. Freienbach, über weite Strecken das bessere Team, kassierte tief in der Nachspielzeit und in buchstäblich letzter Spielsekunde den K.O.-Schlag zum 2:1.  Keep Reading

Das Grenzland-Stadion und Vicente del Bosque an einem Abend!

in Es war einmal... by

Zuerst mal setzen. Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Die Deutsche Akademie für Fussball-Kultur zeichnet meine Bemühungen um die Erinnerung an die Kreuzlinger Fussballgeschichte in Fanzines, Zeitungsartikeln, Re-Prints, Matchprogrammen, der Norman-Smith-Bande, der Festschrift etc. mit dem Preis „Fussball-Erinnerung des Jahres“ aus – im Besonderen für meine „Erinnerungen ans Grenzlandstadion von 1931 bis 1959“. Für mich eine grossartige Anerkennung an meine jahrelange, zeitintensive und manchmal wohl auch etwas verrückte Leidenschaft für diesen verhältnismässig kleinen Verein und seine Geschichte. Keep Reading

Der FC Kreuzlingen verliert Boden

in Stadtduell FCK vs Calcio by

Der FC Kreuzlingen tat sich gegen Aufsteiger Buchs schwer und büsste beim 1:1 vor 210 Zuschauern weiteren Boden zur Tabellenspitze ein. Spannend war die letzte Viertelstunde, als der Regen einsetzte, es alle Zuschauer unter die Zelte auf der Haupttribüne zog und man dem FCK gemeinsam beim vergeblichen Sturmlauf aufs Buchser Tor zuschaute. Aber selbst hier wollte die Stimmung auf den Rängen nicht so recht werden, für ein gemeinsames „Chrüzlinge“ dürfte sich keiner zu Schade sein. Keep Reading

Der Unterbau – die Fakten bei den Thurgauer Vereinen

in Gedanken zum Amateurfussball by

Im Fussball ist immer die Rede vom Unterbau, wie sieht es bei den Thurgauer Vereinen aus? Bei den Aktiv-Teams ist der FC Kreuzlingen am besten aufgestellt, bei den Spitzen-Junioren sind der FC Frauenfeld, der FC Romanshorn und der FC Weinfelden-Bürglen führend, knapp vor dem FC Amriswil. Kommentare erwünscht.

Hier die Fakten aller Thurgauer Vereine ab der 3. Liga: Keep Reading

Wurst im Papier

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Mit 5:0 wurde die Wiler Talentauswahl vom FC Kreuzlingen demontiert, 90 Minuten gings fast nur in eine Richtung. Zumindest bis Mittwoch ist damit die Tabellenspitze zurück erobert. Strategisch nicht unbedingt förderlich, wie wir bereits von Leser B.N. wissen.

Widmen wir uns Nebensächlichem. Eine junge deutsche Zuschauerin bemerkt in der Pause des Wil-Spiels am Wurststand staunend: „eine Wurst in Plastik eingepackt?“ worauf ihr Konstanzer Begleiter unaufgeregt „ist hier ganz normal“ antwortet – Die Stadionwurst im (meist rosa) Wurstpapier, eine Schweizer Eigenart, der vor ein paar Jahren sogar ein Buch gewidmet wurde (welches in original Wurstpapier-Umschlag daher kommt).  Keep Reading

Was kümmert einen der Millionenzirkus

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Tabellenführer und neu erbautes Schaffhauser Stadion – das wären eigentlich die Zutaten für ein Pflicht-Auswärtsspiel des FC Kreuzlingen beim FC Schaffhausen 2 gewesen. Mit zwei Kleinkindern sehen die Prioritäten manchmal anders aus, da kann auch eine Anstosszeit um 18.00 Uhr zu spät sein. Da die 2. Mannschaft zur selben Zeit in St. Gallen beim FC St. Otmar spielte, musste eine andere Spielpaarung her. Die war mit dem Konstanzer Stadtderby BC Konstanz-Egg gegen DJK Konstanz schnell gefunden.

Zum BC Konstanz-Egg gibt es eine persönliche Komponente, mein Grossvater sah sich dort in den 1950er-Jahren Spiele an, kurz nach der Gründung des Vereins. Die DJK Konstanz wiederum, Gründungsmitglied der Oberliga Baden-Württemberg, spielte in seinen besten Jahren gegen Eintracht Frankfurt und den 1. FC Nürnberg, war Teilnehmer der legendären Schwarzwald-Bodensee-Liga und der 1. Amateurliga Südbaden. Mäzen der DJK war ein Schweizer Unternehmer, der sich auch gerne mal selbst im Tor aufstellte.

Im Vereinsheim der Egger entdeckte ich tatsächlich den damaligen Freund meines Grossvaters auf einem Mannschaftsfoto von 1952 (Hans Sulger). Schnell kam man mit einem 80-jährigen Vereinsveteran ins Gespräch. Seit 50 Jahren gehe er zum BC Konstanz-Egg, bis 65 spielte er bei den Alten Herren. Die Erste hätte letztes Jahr noch A-Klasse gespielt – die typische Antwort eines Fans. Ich hänge bei der Frage nach der Liga-Zugehörigkeit des FC Kreuzlingen immer ein „vor ein paar Jahren noch in der 1. Liga“ an. Nun also B-Klasse beim BC Konstanz-Egg (und bei der DJK), die zweitunterste Spielklasse Deutschlands.

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