Uwe weg, Mido weg…

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Am Samstag startet die Rückrunde. Was ist neu? Wir spielen ohne Uwe Beran (nach Uzwil) und Mido Arifagic (nach Tuggen). Dafür mit dem Konstanzer Tor-Bomber Sven Bode, zwei Weinfeldern und einem FCSG-U18-Youngster. So erfreulich die wenigen Abgänge sind, so ist der Verlust von Uwe und Mido für die Mannschaft und das Publikum im Hafenareal doch schmerzlich.

Das Heimpublikum, welches in Kreuzlingen traditionell eher die Fussballer mit der feinen Klinge favorisiert (man denke an einen Ingo Backert oder Florian Onken), sah Uwe Beran gerne zu, verzieh ihm auch sein Gastspiel in Sirnach und wählte ihn zum Hafetschutter 2017. Man trennte sich im Guten, vielleicht findet er in irgendeiner Funktion wieder zurück ins Hafenareal.

Nicht weniger schmerzt der Abgang von Mido, ein echtes Kreuzlinger Fussballtalent wie es nur alle paar Jahre in der Grenzstadt nachkommt. Das offene Transferfenster war jeweils eine bange Zeit für die FCK-Verantwortlichen, kann er nochmal ein halbes Jahr gehalten werden? Nun ist es also geschehen, nicht der SC Brühl wie lange gemunkelt, sondern der FC Tuggen schnappte ihn. Ein Stammplatz wäre ihm dort zu wünschen, es dürfte trotz seines Talents nicht einfach werden.

In den Testspielen traf unsere 1. Mannschaft mehrheitlich auf starke deutsche Vereine aus der Ober- und Verbandsliga. Nur ein einziger Sieg schaute heraus, ein 3:2 im letzten Testspiel gegen den FC Radolfzell.

An der Pressekonferenz gab der FC Kreuzlingen das anpeilen einer bescheidenen Top-5-Platzierung heraus. Mit den vorhandenen Mitteln realistisch, solange kein grosser Sponsor einsteigt müssen kleinere Brötchen gebacken werden. Doch für eine Überraschung könnte auch diese Mannschaft durchaus gut sein.

Ansonsten? Kürsat ist zusätzlich Sportchef und für die Entwicklung der 2. Mannschaft zuständig, als Co-Trainer unterstützt ihn neuerdings Mohammed Karaki. Die 2. Mannschaft wird in der Rückrunde von Petar Mitrovic trainiert, welcher bisher die B-Junioren auf Erfolg trimmte.

Beim Thema Infrastruktur muss man eine Enttäuschung wegstecken. Die benötigten zusätzlichen Garderoben lassen weiter auf sich warten. Das vom Departement Gesellschaft geplante Gebäude, das neben dem Clubhaus hätte entstehen sollen, ist an den Vorgaben und Auflagen des Bauamtes und der Baukommission gescheitert.

Eine gute Nachricht zum Schluss? Ab sofort gibt es bei den Heimspielen der 1. Mannschaft Grillwürste vom Schrofen-Hof der Familie Somm mit knusprigen Bürli von Walz-Backkunst, dazu ein Schützengarten – allein dafür müsste man ins Hafenareal.

1 Comment

  1. Reisende, so heisst es, soll man nicht aufhalten. Ein besonderes Ziel im Fussball besteht darin – da ist man sich wohl einig -, Tore zu schiessen. Und so reist denn ein FCK-Goalgetter nach Tuggen (wo ist das überhaupt? Ich habe gegoogelt). Und ein anderer publikumsattraktiver Meistertschutter probiert es als Assistenztrainer und Spieler beim bescheidenen Ligakonkurrenten Uzwil. Was soll man dazu als Beobachter sagen? Vielleicht bleibt einem nur festzuhalten, dass das Gespenst “Transfer” eben längst in mittleren bis gar unteren Amateurligen sein Wesen – oft Unwesen! – treibt. Die Ursachen sind dabei verschieden.

    Nun möchte man ja besonders jüngeren Spielern einen “Aufstieg” in eine höhere Ligaklasse nicht verwehren. Oder einem verdienten älteren Spieler noch ein kurzes höheres Schnuppern. Ob sie dann immer richtig beraten sind, in welchem Club das sinnvoll gelingen könnte, ist dann noch eine ganz andere Sache. Es wimmelt geradezu von Scouts und Beratern. Nicht immer läuft es dort fundiert ab. Und natürlich können auch rein private Gründe einen Wechsel beflügel. Dagegen ist wenig einzuwenden.

    Sportlich kann es ziemlich einerlei sein (eher eine Sache der Ehre), ob in der 2. interregionalen oder in der klassischen 1. Liga gekickt wird. Eine andere Ebene wäre dann schon eine Stufe höher die “Cerutti il Caffè Promotion Liga” (hübscher Name). Eine Berufung dorthin ergäbe deutlich mehr Profil.

    Wie dem auch sein: Nun kommt halt, wie Hafetschutter schreibt, als Kompensation der “Konstanzer Tor-Bomber Sven Bode” eingelaufen. Und über den Ottenberg wagen es zwei andere Spieler. Auch ein U18-er aus Sankt Gallen solls richten. Aha…..!

    Die sportlich integrative Arbeit muss nun wiedermal der Trainer vollbringen. Nun ist das sicher nicht nur ein FCK-Wiederholungsspiel. Betrifft viele Vereine – Saison für Saison. Damit müssen sie leben. Die Clubtreue steht in unserer “ziemlich unüberschaubaren, beweglichen Zeit” eben nicht mehr ultimativ im Vordergrund, obwohl diese früher das Interesse an einer Mannschaft prägte, sich besonders die Zuschauer daran orientieren und erfreuen konnten. Nun müssen sich diese – die Zuschauer – immer wieder neu orientieren, wer denn da von der eigenen Mannschaft auf dem Platz steht, rumläuft, trippelt, flankt, bombert, hochspringt, fault, schimpft, danebenlangt, usw. Oder eben Tore schiesst – oder schiessen sollte!

    Gut, es gibt nun am Hafen einheimische Schrofewürscht und Walzbrötli! Und Clubtreue beweist wiedermal die Getränkebranche. Eine Top-5-Platzierung ist also kulinarisch spielend möglich! Was aber ärgert ist, dass das städtische “Departement Gesellschaft” es nicht schaffte, eine Planung für die dringende Erweiterung von Garderobenverhältnissen im voraus mit dem Bauamt und der Baukommission abzustimmen, was geht, und was nicht. Und dass zu allem Überfluss ein Sturm die Sprecherkabine zerlegte, ist tragisch. Aber dieser “Infratruktur in Holz-Leichtbauweise” habe ich noch nie so richtig getraut. Eher gezittert. Womit ich bei der “Infrastruktur” angekommen bin.
    Man sollte sich schon überlegen, was am Hafen noch an Geld “reingebuttert wird” – vom Club, wie besonders auch von der Stadt. Liegen endlich verlässliche Vorgaben auf dem Tisch wie es platzmässig in 10 Jahren aussieht, wo gekickt wird und wo nicht, gibt man eine Richtung vor, an der sich aktuelle Verbesserungsmassnahmen am Platz als Überbrückung noch lohnen könnten. Wird hingegen in 10 Jahren definitiv eine vorzeigbare “Städtische Arena am Hafen” entstehen, die für die Stadt über den Fussball hinaus Bedeutung haben könnte, die Trainingfelder hingegen im Osten auf den Restflächen bei den dort landverbrauchenden Tennisanlagen, sowie der prognostizierten Reka-Enrichtung angelegt sind, kann bereits heute am Hafen begonnen werden, auf dieses Ziel hin zu arbeiten, langfristig zu investieren. Das wäre der dringend notwendige Aufbruch in eine neue, nicht nur fussballsportliche Zeitrechnung. Auch für Gesamt-Kreuzlingen: Betrifft Klein Venedig und seine Zukunft. Es muss hier doch mal vorwärts gehen!

    Vorerst gilt es weiterhin sportlich zu zeigen, wie gut sich die erste Mannschaft des FCK’s auf der jetzigen Ligaebene bewegt. Das kantonale Derby gibt dazu bereits einigen Aufschluss. Ob der oben avisiert Tor-Bomber reüssiert? Es ist zu hoffen. Aber Fussball ist eben auch ein Spiel mit sieben Siegeln – von hinten bis vorne! Und oft schiessen sogar Verteidiger Tore. Nicht nur Bomber. Es muss nur das gegnerische Tor sein!

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