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Warten auf den erlösenden Sieg

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Bei schönstem Fussballwetter fanden sich nur 180 Zuschauer im Hafenareal ein. Saisonminusrekord, nach sieben sieglosen Pflichtspielen in Folge wenig verwunderlich.

Gegen die recht harmlosen Schaffhauser reichte es zwar zum ersten Punktgewinn seit dem 21. Oktober 2017, zufrieden war danach aber kaum jemand. Ob die kleine Gruppe Schaffhauser Ultras zufrieden war? Zumindest hatten sie es nicht eilig heimzufahren.

Die derzeit schwache Phase ist hinreichend erklärt worden, ein Vollerfolg gegen Wil oder Rüti würde beruhigen. Beide Teams sind recht unberechenbar.

Die 2. Mannschaft holte beim 3:1-Sieg gegen den SC Berg übrigens drei wichtige Punkte zum Klassenerhalt in der 3. Liga.

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Nächster Halt: Samstag, 21. April 2018 um 15.30 Uhr: IGP-Arena Bergholz, FC Wil 2 – FCK

2 Comments

  1. Die schöne Abbildung zeigt ein junges FCK-Fussballtalent in väterlicher Obhut, das dereinst den spielentscheidenden Steilpass hinter die Verteidigung in den Lauf seines (seiner?) quer heranrauschenden Stürmerkollegen (-kollegin?) schicken wird, der (die?) dann mühelos den Ball in die linke (oder rechte) untere Ecke schiebt. So einfach kann Fussball sein. Oder könnte er sein!

    Die erste Manschaft des FCK’s macht es sich derzeit schwer. Der samstägliche Gegner wird hier als”recht harmlos” beschrieben. Auch wenn das eine subjektive Meinung sein sollte, so waren die Munotler sicher nicht übermächtig. Entspräche zumindest dem Tabellenstand. Ein Pünkchen für die Hafenlelf war also eindeutig zu wenig.

    Woran lag es? Nun, aus Distanz angemerkt (621 km Luftlinie) kann selbstverständlich eine Meinung als ziemlich abwegig be- oder verurteilt werden. O.K. ! Nur sollte eine Meinung per se nicht gleich als abwertend aufgenommen werden. Und sie bleibt stets ja auch nur eine subjektiv Aussage. In einer Arena mit (bescheidenen) 180 Zuschauern gibt es dann auch ebenso viele Meinungen. Wobei man schon davon ausgehen könnte, dass im vorliegenden Fall mindestens 90 der Meinung waren, objektiv endlich einer “Erlösung” beiwohnen zu können (klingt fast biblisch). Dass man als Zuschauer “positiv” in ein Spiel hinein geht – auch bei anderweitigen Signalen! -, ist wichtig für die Atmosphäre. Sie soll sich auf die Spieler übertragen.

    Nun ist “positiv” für mich geradezu ein Schlüsselwort. Ich stelle einfach fest, dass seit Wochen geklagt wird über die Misere beim aufzubietenden Spielermaterial – verletzt, krank, unabkömmlich, usw. Und zwar mitgeteilt schon im Vorfeld einer Begegnung. Und auch noch nachher (Über die wichtigen Abgänge ist nun nicht mehr zu diskutieren – es ist leider so!). Die Frage kann sich somit stellen, ob sich dieses geschilderte Zustandsbild nicht auf die letztlich zur Verfügung stehende Mannschaft negativ auswirkt. Es könnte ja durchaus sein, dass sich dieser oder jener Spieler ziemlich unwohl fühl, dieser “Misere” anzugehören, einfach noch so in die Mannschaft hinein gerutscht zu sein, ohne unbedingt die verlangten Superqualitäten vermitteln zu können, sei es fitness-, talent- oder altersbedingt, usw. Absolut negativster Endzustand einer solchen Vermutung wäre zum Beispiel eine “psychische Ladehemmung” in einer Spielszene, wie ich sie anfangs schilderte!

    Nun vermute ich mal, dass der FCK auch unter erschwerten Bedingungen immer eine Mannschaft aufbieten kann, die so ziemlich allen Mannschaften der Liga zu trotzen vermag. Ist dem so, müsste intensiv nach Ursachen geforscht werden, warum diese Vermutung resultatsmässig nicht stimmt. Denn beispielgebend sind doch landauf-landab etwa diejenigen Cupspiele, bei denen unterklassiges Spiermaterial (wenn es denn im FCK-Fall derzeit so wäre) sogar professionell organisierten Mannschaft trotzen können. Natürlich ist es vielleicht einfacher, besonders für Amateure, sich auf ein einzelnes, entscheidendes Spiel zu konzentrieren. Es fällt bei solchen Ereignissen jeweils deutlich auf, dass sich die “prinzipiell Unterlegenen” besonders physisch auf Teufel-komm-raus abrackern, was ganz selbstverständlich irgendwann zu Möglichkeiten führen wird, den stolzen Gegner eins auzuwischen. Dass dann diese läuferisch fast professionelle Performanz im wöchentlichen Liga-Alltag nicht immer bestätigt werden kann, versteht sich.

    Und so plädiere ich denn, dass der FCK in den restlichen Begegnungen schon aus Tradition trotz aller angedeuteten Schwierigkeiten kraftvoll mit erhobenem Haupt aufläuft im Bewusstsein jedes einzelnen Spielers, dass die gegenwärtige Krise auch unter den derzeit geschilderten Zwängen zu überwinden ist. Somit sei positives Denken angesagt! Mehr ist über die Distanz nicht zu vermitteln. Ausprobieren – und nach 90 Minuten plus Nachspielzeit tüchtig feiern!

  2. Auch zum nächsten Spiel bei FC Wil verkündet der FCK in der Vorschau zahlreiche Absenzen. Möge sich die Rumpfmannschaft (wieder so ein negatives Wort) im Wiler Betonpalast zu ungeahnten Höhen strecken!

    Amateurfussballer treffen samstäglich nicht nur auf Amateurschiedsrichter sondern auch auf Amateurberichterstatter. Alles zusammen kann zu charmanten und weniger charmanten Situationen führen – vor vielen Jahren wurde einem allzu kritischen (Amateur-)Journalisten lautstark mit dem eigenhändigen Versenken im Kreuzlinger Hafenbecken gedroht. Anekdoten über die später im Clubhaus gemeinsam gelacht wird. Wie man sieht unterscheidet sich der Amateurfussball vom Profi-Fussball manchmal in einer Sache nicht, in der Ernsthaftigkeit seiner Protagonisten, im Gewinnen wollen. Diese manchmal fast schon irrationale Liebe zum Spiel findet sich auch auf den Dorfplätzen, vielleicht in einer besonders schönen Weise. Ob bei Spielern die von der Profi-Karriere träumen, Vereinsvorständen die bis in die Nacht ehrenamtlich arbeiten oder Zuschauern die nach Hintertupfingen zum Auswärtsspiel pilgern. Vielleicht gibt es in Wil ja eine neue Geschichte und ein B-Junior schiesst den FCK zum Sieg.

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