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Mutlos im Wiler Bergholz

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Kaum ein Kreuzlinger Zuschauer fand den Weg ins Wiler Bergholz, immerhin konnte man sich so für einmal 90 Minuten auf das Spiel konzentrieren.

Der FC Kreuzlingen spielte solide, die Abwehr stand sicher, im Spielaufbau fehlte ein kreativer Könner und im Sturm wusste Sven Bode zu gefallen – zumindest eine Halbzeit lang. Wirklich zwingend war auf beiden Seiten nicht viel, man sah zwei sich neutralisierende Mannschaften auf Augenhöhe. In der ersten Halbzeit verschaffte den Zuschauern lediglich die 29. Minute mit einem schönen Kreuzlinger Angriff inklusive Pfostentreffer etwas Aufregung.

Die zweite Halbzeit begann ähnlich, bis sich schleichend eine unerklärliche Passivität im Kreuzlinger Spiel breit machte. Natürlich kann man nicht 90 Minuten nach vorne spielen, aber war der bisherige Aufwand tatsächlich so gross, musste der FC Kreuzlingen jetzt wirklich einen Gang zurück schalten?

Höhepunkt dieser Entwicklung war der unglückliche Platzverweis von Macedo (gelb/rot, 82.). Es ist auffallend wie viele Platzverweise der FC Kreuzlingen in der Rückrunde kassiert, ohne das man die Spielweise als aggressiv einstufen könnte.

Nach dem sich abzeichnenden 1:0 in der 88. Minute wachte der FC Kreuzlingen endlich auf, nun rückte auch Mathys (kam in der 74. für Pentrelli) nach vorne. Zu spät.

So sah ein Fan das Spiel. Was macht man am nächsten Samstag gegen einen viel mutiger agierenden FC Rüti? Der Trainer wird bessere Antworten wissen…

Die OLMA-Bratwurst (CHF 7,50) verteidigte übrigens knapp die 3 Hafetschutter-Brodwürscht.

1 Comment

  1. Was soll man als eifriger Beobachter der FCK-Szene dazu noch viel schreiben? Der stolze Club dümpelt derzeit trostlos im Niemandsland des Klassements dahin. Und so ist man denn zu einer Feststellung bereit, die einst Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) formulierte – der grosse Aphoristiker: “Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird, aber ich weiß, es muss anders werden, damit es besser wird”. Er stellte dies allerdings in einem politischen Zusammenhang in den Raum. Für einmal kann man die Bemerkung jedoch auch auf Fussball beziehen, um so auf die schwächelnde Performance des FCK’s in der Rückrunde hinzuweisen. Etwas anderes fällt mir wirklich nicht ein, wenn ich etwa über die beschriebenen Geschehnisse (oder Nicht-Geschehnisse!) auf dem heissen Plastikrasen im architekturkalten Wiler Betonareneli sinniere, wo bereits bei Spielbeginn zusammen mit dem Häufchen Zuschauer das Emotionale auf Null gesunken sein musste. Da konnte wohl selbst eine ordentliche Olma-Bratwurst nicht mehr sonderlich beglücken.

    Nur ist eben die Frage, “was denn besser werden muss” und “was anders werden sollte” das Entscheidende. Dabei ist zu vermuten, dass daran schon längere Zeit club- und mannschaftsintern herumgetüftelt wurde und wird, ohne jedoch eine Lösung gefunden zu haben, wie es die trostlosen Resultate aufzuzeigen scheinen.

    Das ist umso tragischer, als der Abstand zum unteren Strich nun wahrlich nicht zum Ausruhen als geeignet erscheint, ohne nun gleich den Teufel an die Wand malen zu wollen. Diese Apokalypse lassen ich mal weg! Sie passt einfach nicht zum FCK. Basta – sage ich mal!

    Somit käme die Lösung ins Spiel, die Saison einfach anständig zu Ende zu bringen, zwei-drei-vier Pünktchen noch zu ergattern, um wenigsten dem oben geschilderten Albtraum zu entgehen, wenn sich schon die saisonalen Träume in Luft auflösen.

    Und dann ist bereits die neue Saison 2018/19 da! Was ist, oder wäre zu tun? Ambitionen anmelden? Und wenn ja, welche?

    Wenn man für einmal das Zuschauerinteresse als ein nicht unbedeutender Faktor beschreibt, um auch mal eine kräftig spielunterstützende Szenerie am Hafen zu erzeugen, so ist wohl davon auszugehen, dass im heutigen Kreuzlingen nur eine “gehobenere, erfolgreichere Ballkunst” dafür sorgen könnte, Fussball wieder als ein emotionaleres Stadtereignis zu implantieren. Die Voraussetzungen für “gehoben” und “erfolgreich” sind allerdings Bedingungen unterworfen, welche nicht einfach vom Baum fallen. Im ambitionierten oberen Amateurbereich, der ja irgendwie bereits in der 2. interregioalen Liga beginnt, schon gar nicht. Das wissen besonders Vereinspräsidenten! Man muss es ihnen nicht sagen.

    Noch ist es FCK-bezogen allerdings ziemlich weit zum Nervenzusammenbruch. Wär ja noch schöner! Aber spannend wird es schon sein, wie es weiter geht mit der ersten Mannschaft in einem Traditionsclub, der vielleicht manchmal zu sehr aus besseren Tagen lebt, diese auch in der laufenden Saison jedoch nur angedeutet bestätigen konnte. Viel Luft nach oben also. Was bleibt den treuen Fans in der Zwischenzeit übrig? Im Spiel ein mehrfaches “Hopp Chrüzlinge” solange zu intoniern, bis es im gegnerischen Tor wiedermal so tüchtig schätteret! Trägt mindestens ein Stück zur Luft nach oben bei. Ausprobieren. Und nicht vergessen: Freunde zum Spiel mitbringen! Mindestens frische Luft am See garantiert.

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