Sammlerglück im didi:offensiv

in Allgemein by

Zu einem typischen Kehrausspiel trat der FCK in der letzten Meisterschaftsrunde beim FC Einsiedeln an. Im Spielbericht der Einsiedler findet man folgendes: “Gespenstisch ruhig war es jeweils nach den Kreuzlinger Toren. Gegnerische Fans? Fehlanzeige! So viel zur Wichtigkeit der Partie.” Ja, wo waren die Kreuzlinger Fans? Zum Beispiel hier, bei der 2. Fussballsammlerbörse im didi:offensiv mit einem Hafetschutter-Stand.

Rund 150 Fanzines, teils vergriffene Bücher und kleine Eigenproduktionen bot ich mit Standchefin Finja, Marko und Beat in Basel feil. Es hat grossen Spass gemacht! 15 Standbetreiber aus der ganzen Schweiz hatten sich eingefunden, es war auch eine Art Familientreffen, wobei es manchmal süffisant zu und her ging:

Regula, hesch wieder dini vier Ordner debi?

oder “mit dim Wägeli gsehsch us wie en Lumpesammler!”.

Gregory vom Sportantiquariat war da, oder Christoph vom “London Football Guide”, es war eine Freude euch zu sehen!

Es wurde verkauft und getauscht und dann machte ich direkt beim Stand neben mir einen Zufallsfund. Anfang der 1930er-Jahre brachte die Zigarettenmarke Ed. Laurens Sammelbildchen von Nationalliga-Spielern heraus, die ersten kommerziellen “Fanartikel” im Schweizer Fussball. Drei, vier der rund 300 Spielerkarten haben eine Kreuzlinger Geschichte, darunter der mir noch fehlende Alwin Riemke (Grenzstadtkurier Nr. 8 / 2014). Stefan hatte genau ein Ed. Laurens – Sammelbildchen an seinem Stand, überhaupt das einzige an der ganzen Sammelbörse – es war Alwin Riemke! Für einen Fünfliber wechselte er den Besitzer. Sammelfreuden.

Übrigens, der FCK gewann im Rappenmöösli vor 300 Zuschauern mit 4:3 und beendet die Saison auf dem 4. Platz. Der Besuch in Einsiedeln wird nächste Saison nachgeholt, versprochen!

2 Comments

  1. Passendes Sammlerglück gehört zu einer Sammlerbörse! Dass die Zigarettenfabrik Ed. Laurens anfangs der 3oer-Jahre mit Spielerbildchen fussballsportlich werben konnte, war wohl dem Umstand geschuldet, dass zu jener Zeit das Zigarettenrauchen noch nicht mit “zu hinterfragenden medizinischen Botschaften” verknüpft war. Besonders in den 5oer, 60er-Jahren warben grosse Fussballsportler für jene “Entspannungseigenschaften”, welche diesem Medium eigen sein sollen. Der Argentinier Alfredo Di Stefano zum Beispiel, der Fussball bei Real Madrid kongenial mit Puskás, Gento, Santamaria, Koppa und anderen nahezu schwerelos in Vollendung vorführte, warb abgebildet auf “Zigi-Päckli” einer noch heute bekannten Marke. 1967 kamen 130’000 Zuschauer zu seinem Abschiedsspiel ins Bernabéu. Wieviele davon seine Marke rauchten, ist jedoch nicht überliefert.

    Selbst Trainer pafften – und paffen noch immer. Man stelle sich beispielsweise Jogi Löw vor, wie er entspannt rauchend vor der Kamera zu entschlüsseln versucht, warum er den aussergewöhnlichen Spieler Sané bei der WM nicht braucht…..!

    Zur fussballsportlichen Raucherentlastung sei gesagt, dass unser Vater, damals leidenschaftlicher Leichtathlet, Diskus-Thurgauermeister, besonders auf den Ovalen von Ed. Laurens stand. Ich interessierte mich dagegen für die eleganten flachen Metalldösli, in denen sich allerhand verstecken liess.

    Nun muss ich aber rasch noch in den Supermarkt! Enkel L. verlangt dringend nach neuen WM-Spielerbildchen für sein Sammelalbum. Diesmal vermutlich nicht in Form einer Zigi-Werbeaktion!

    In Form zeigte sich abschliessend nochmals der FCK oben im Klosterdorf Einsiedeln. Und so können sich seine Fans zum Saisonende doch noch einigermassen entspannt zurücklehnen. Mit, oder ohne…..!

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

*