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Luka, Boxer und eine Jubelorgie

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Mit geballter Offensivpower (Bode, Qerfozi, Pentrelli) wurde das Bollwerk der Wiler geknackt. 2:1 gegen den FC Wil U20.

Im Tor der Äbtestädter: Luka Djordjevic, Sohn von unserem Ex-Trainer Kristijan Djordjevic. Der ehemalige Profi von Schalke sah das Spiel zufrieden von der Terrasse der Bodensee-Arena aus,  Luka trieb die heraneilenden FCK-Stürmer immer wieder zur Verzweiflung. Erst Pentrellis 2:1 sorgte in der 78. Minute für frenetische Jubelgesänge unter den FCK-Fans. Was für eine Befreiung für die Seelen der Fans!

Kurioses am Rande: Ein Helikopter scheint fast auf dem Fussballplatz landen zu wollen. Unruhe unter den Zuschauern, mein Nachbar flüstert mir zu: “mach mol es Foti!”, man weiss ja nie… Plötzlich ein anderer Zuschauer erregt:

Da isch de Boxer, de Boxer chunt!

Der Helikopter landet und der Boxer Tsiko Mulovhedzi steigt aus. Nicht auf dem Feld, das hätte wohl Foto-Serie-Feuer sämtlicher Zuschauer bedeutet, mindestens. Währenddessen wartet in einem Boxring neben dem Fussballplatz Zino Meuli auf den Südafrikaner.

Nach dem Kampf war der Helikopter etwas leichter, der Thurgauer nahm ihm den (unbedeutenden) WBF-Weltmeistergürtel ab.

Weitere Bonmots der menschlichen Kommunikation. Ich zu einem FCK-Fan: “schaust Du noch den Boxkampf?” Antwort: “Nein, ich geh an ein Jazz-Konzert.” “Wo denn?” “In so einer Eckkneipe, einer Lotto-Annahmestelle.”

Trainertalk gab es auch noch.

Fabinho, Trainer des FC Wil:

Die Meisterschaft interessiert mich nicht!

2., 10., alles egal! wir müssen Spieler für die 1. Mannschaft liefern!

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1 Comment

  1. Irgendwie scheint sport-fan.ch mit seiner Matchsicht ziemlich richtig zu liegen: Der FCK hat hinten wie vorne wohl noch einige Baustellen – übrigens für den FCK nicht untypisch am Saisonbeginn. Wobei der brillant besetzte Angriff eher Fragezeichen aufzuwerfen scheint, selbst wenn es Torhütertage gibt, die Stürmer zur Verzweiflung bringen können. Es gibt jedoch nichts zum Verzweifeln! Das wäre die törrichste Alternative eines jeden Stürmers. Wartet nur – eines Tages……..!

    Dass es hinten nicht so klappen will, eine Überrumpelung immer nahe ist, mag auch dem Umstand geschuldet sein, dass es in dieser Liga Mannschaften gibt, die weniger schöngeistig agieren, sondern ihr Heil mehr in einer einfachen zügigen Spielvariante suchen, die überraschende weite Pässe liefert. Dieser Angriffsweise ist oft schwer beizukommen, verlangt Verteidigern eine quicklebendige Raumbeherrschung ab. Von den U20-ern der Wiler erwartet man allerdings auch ein gutes technisches Können. Insofern wäre natürlich die Variante mit weiträumigem Spiel bei gleichzeitig attraktiver Ballbeherrschung geradezu das Nonplusultra des Fussballs. Soweit sind junge Spieler in der Regel noch nicht – oder nur wenige. Das entspräche bereits einem professionellen Standard. Damit hätten sie die FCK-Hinteren wohl öfters überfordert. Es lief also noch milde ab.

    Ist natürlich müssig, Verbesserungen nur im Sturm- und Verteidigerbereich zu suchen. Zu finden ist oftmals eine nicht optimale Hilfe aus dem Mittelfeld. Hier sind Spieler gefordert, die permanent auf zwei Schienen zu agieren haben – als Unterstützung ihrer Hinter- und Vorderleute, und die im besten Fall durch eigene Initiativen den Raum analysierend dem Spiel wesentliche Impulse sowohl als “Passgeber”, “Zerstörer”,”Schütze”, “Ausputzer” usw. zu geben imstande sind. Dies verlangt nicht zuletzt eine ernorme Laufarbeit. Solche Spielertypen sind hoch begabt und begehrt und können ein Spiel prägen. Man weiss es. Trainer lechzen.

    Vielleicht sucht der Trainer des FC Wil gerade solche Spieler mit seiner Bemerkung: Die Meisterschaft interessiert mich nicht, wir müssen Spieler liefern für die 1. Mannschaft. Mindestens die erste Satzhälfte ist ziemlich fragwürdig. Die jungen Spieler müssten auch begeistert dafür werden, auch mal eine Liga zu beherrschen. Meisterschaft ist mehr als Training und Spielersichtung. Gerade junge Spieler sollten doch viel Engagement für ihren Sport aufbringen. Besonders auf ein kollegiales Ziel hin. Und nicht zuletzt für ihren Verein. Das müssen einzelne von Ihnen auch später als Profi. Sonst läuft wenig im höheren Fussball. Auch beim FCK nicht, bei den Hafenarena-Amateuren. Ein Ziel zu haben, ein gemeinsames, kann doch erstaunliche Kräfte freimachen, von der ersten bis zur neunzigsten Minute – und die noch fehlenden bekanntlich je nach Schiris Empfinden dazu. Mal die blöde Frage: Warum sind eigentlich die letzten Spielminuten jeweils so lang wenn man in Führung liegt, und so kurz wenn man rückständig ist? Wäre mal eine Fragestellung an Fussballpsychologen/-psychologinnen. Auch: wie schiesst man vorne mehr Tore und lässt hinten weniger zu, sollte mal definitiv geklärt werden….. Spielerpsychologen/-psychologinnen an die Arbeit! Über Fussball sinnieren kennt irgendwie keine Grenzen. Die Wahrheit liege letztlich aber auf dem Platz, heisst es so treffend. Es gibt viele geflügelte Wörter im Fussball. Doch leider ist die Wahrheit bekanntlich nicht immer positiv besetzt, verlangt daher eine gehörige Portion sportlicher Demut. Aber das nächste Spiel kommt bestimmt. Einziges Motto daher: “Wartet nur, dänn chlinglets aber ghörig”! Die Frage sei abschliessend noch erlaubt: Auf welcher Seite? Klare Antwort: Auf der richtigen! Und Schlusspfiff.

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