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Die Schande von Bazenheid

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Da sich der Hafetschutter bei der Hausrenovation die Hand bzw. einige Finger verletzt hat, nehme ich sein Angebot gerne an und verfasse über das Auswärtsspiel des FC Kreuzlingen in Bazenheid vom vergangenen Samstag, 15.09.2018, einen Gastbeitrag. Dieser wurde aus aktuellem Anlass leider etwas länger als geplant.

Überall wo ich momentan fussballerisch hinschaue liegen Stolpersteine und herrschen Anflüge von Verzweiflung, immerhin mit leichter Aufwärtstendenz und zumindest, wenn man Fan der jeweiligen Vereine ist: Der FC Winterthur im Cup gegen Bellinzona mit Ach und Krach weiter, West Ham United am 5. Spieltag endlich mit dem ersten Sieg (gegen Everton) sowie dem Abschied vom Tabellenende und auch der SC Freiburg holte, wiedervereint mit Trainer Christian Streich, nach einem offenen Schlagabtausch im Derby gegen den VfB Stuttgart endlich und immerhin den ersehnten ersten Punkt.

Man könnte sich also, zumindest partiell, mit Grausen abwenden. Aber als Fan macht man das natürlich nicht und die Saison ist auch noch relativ jung. Zudem ist Fussball komplex und unberechenbar und es kann noch viel passieren. Ihr wisst ja: der Ball ist rund, es ist erst vorbei, wenn’s vorbei ist, abgerechnet wird am Schluss etc. Deshalb dachte ich, dass ich ein bisschen meine durch den Fussball, das Schönreden der bisherigen Resultate meiner Lieblingsvereine (abgesehen natürlich vom FC Kreuzlingen) und die viele Arbeit doch arg strapazierten Nerven massiere und machte am vergangenen Samstag einen kleinen Ausflug ins schöne Toggenburg zum Auswärtsspiel in Bazenheid. Nachdem der FC Kreuzlingen insbesondere gegen Frauenfeld und Wil zu meines Erachtens tollen und insbesondere bezüglich der Willensstärke beeindruckenden und verdienten Kampf- und Krampfsiegen gekommen ist und in der letzten Runde Widnau regelrecht abgeschossen hat, war ich gespannt, wie sich die Mannschaft in Bazenheid präsentieren wird. Für Tipps und Prognosen erachte ich mich allerdings als schlicht zu wenig kompetent. Deshalb lasse ich die Spiele jeweils gerne einfach auf mich zukommen. Gesagt, getan. Nach Wil in Richtung Toggenburg abgezweigt. Malerische Landschaften und Häuser wechseln sich mit viel Ödnis und urinierenden Kühen auf lauschigen Weiden ab. Ein wunderbares und irgendwie surreales Vorspiel dessen, was folgen wird.

Ich parke früh genug auf dem doch recht kleinen Parkplatz beim Sportplatz „Ifang“ und steige die wenigen Stufen zum Clubhaus empor. Ich bin bei Auswärtsspielen jeweils gerne etwas früher da, damit ich die entsprechende Örtlichkeit inkl. Beizli vorab noch gemütlich inspizieren und in der Regel auch das Bier testen kann. Zum Leidwesen des Hafetschutters kann ich als Vegetarier auch diesmal absolut gar nichts zum Bratwurst-Ranking beisteuern (vgl. FCK-Matchprogramme).  Wie so oft in den Amateurligen (aber auch z.B. der FC Winterthur hat auf seiner Homepage keinen „Shop“, was ich schade und unverständlich finde) ist das Merchandising-Angebot eher mager, wenn auch keine totale Wüste, wie bei manch anderem Verein. Der momentan einzig erhältliche Fanartikel der Toggenburger ist ein kleiner Wimpel. Als Musterbeispiel möchte ich diesbezüglich doch noch kurz einen anderen Gruppengegner des FC Kreuzlingen, nämlich den FC Seuzach, erwähnen. Dort gestaltet sich die Merchandising-Situation geradezu grossartig, um nicht zu sagen ausufernd. U.a. gibt’s, präsentiert in einer (etwas überladenen) Vitrine, Shirts, Hoodies, Tassen, Wipmel etc. Sogar einen Fanschal haben sie. Obwohl auf diesem Schal „You’ll never walk alone“ draufsteht und ich immer noch rätsle, welchen Bezug dieser Song zum „Seuzach FC“ haben könnte, finde ich Auswahl und Präsentation sehr gelungen und eine Super-Sache bzw. sympathisch gelebte Fan- und Fussballkultur.

Eine Unkultur hingegen ist die auch hier in Bazenheid wie leider fast überall übliche Dauerbeschallung vor dem Spiel, in der Pause und bei Heimtoren. Waren es früher mehrheitlich Ländler in beinahe unerträglicher Lautstärke (der FC Kreuzlingen ist hiervon ausdrücklich nicht ausgenommen) , so ist die Musik immer noch sehr laut, besteht jedoch heutzutage mehrheitlich aus unsäglichen und beinahe ausnahmslos fremdschämtauglichen Schlager- und Bierzelt-Blödheiten, abwechselnd mit Dumpfbacken-Techno und Eurodance-Dilettantismen, direkt aus den Tiefen der Ballermann-Hölle. Wer bitte findet sowas gut und, das irritiert mich am meisten, was hat diese akustische Folter mit Fussball zu tun?

Aber nun zum Spiel. Vorab und kein bisschen zynisch: Highlights waren die, mangels Ballboys und –girls den Hügel des schön gelegenen Platzes, hinunterrollende Bälle, die grosse Auswahl an Grilladen (zumindest für Nicht-Vegetarier), das schöne, milde und sonnige Spätsommerwetter, die, verursacht durch in der Nähe der Eckfahnen platzierten kleinen Rasenmähroboter, sich in sämtliche Richtungen verzweigenden abstrakten, das Spielfeld durchziehenden, Mähspuren sowie 2 weitere FC Kreuzlingen-Fans, welche den Weg ins Toggenburg gefunden hatten. Der Rest der ca. 100 Zuschauer drückte dem FC Bazenheid die Daumen. Dann begann der Trip im Kanon mit dem lauten Geläut der gegenüberliegenden Kirche. In der 4. Minute ein schlecht bzw. gar nicht verteidigtes und somit unnötiges 1:0 für Bazenheid, wobei auch der Kreuzlinger Torhüter keine gute Figur machte. In der 8. Minute nochmals das Gleiche. Kaum angekommen und schon steht’s 2:0. Déjà-vu? Alptraum? Falscher Film? Nein, es fühlt sich leider ziemlich real an, aber nicht besonders gut. Anschliessend plätschert das Spiel eine ganze Weile vor sich hin. Der FC Bazenheid sucht immer wieder die Offensive bzw. spielt konstant mit viel Zug nach vorne, wobei der FC Kreuzlingen ein wenig gehemmt und unsicher wirkt. Kann’s ja mal geben. Aber als wäre das Leiden nicht schon gross genug, kassieren die Hafenstädter kurz vor der Pause und innerhalb von nicht einmal 5 Minuten 2 gelbe Karten. Diese jeweils begleitet von anschliessendem, unnötigem und unsportlichem Reklamieren. Aber vermutlich machen das heutzutage alle so und irgendwie passt diese Ruppigkeit zum verkorksten Start und der rustikalen Umgebung. Fast hätte ich es vergessen: in der 44. Minute fällt das 3:0 für das Heimteam. Unaufmerksame Verteidigung, wenig Elan und Biss, und insbesondere nach vorne unzählige Ballverluste des FC Kreuzlingen. Ein Trauerspiel.

Zu Beginn der 2. Halbzeit geht es in ähnlichem Stil weiter. Der FC Kreuzlingen wirkt ratlos, fast nichts passt zusammen, versucht aber endlich mit Kampf und Willen, ein wenig Terrain gutzumachen und Giovanni Pentrelli schiesst in der 55. Minute beherzt den ersehnten Anschlusstreffer. 3:1 in der 55. Minute. Der luzide Moment des FC Kreuzlingen dauert allerdings nur kurz. In der 61. Minute dringt der Ball einmal mehr viel zu schnell und viel zu einfach zum 4:1 durch die löchrige Kreuzlinger „Abwehr“. Was hingegen am FC Bazenheid gefällt, ist dessen frisches, druckvolles Spiel, der Ehrgeiz bzw. das Wollen und das nicht nachlassen, auch nach einer vermeintlich sicheren Führung, und letztlich die nicht nur gefühlte Überlegenheit in sämtlichen Belangen. So oder ähnlich hätte ich es mir vom FC Kreuzlingen gewünscht. Nach abermals viel Leerlauf auf beiden Seiten kommt der FC Bazenheid in der 87. Minute nochmals zu einer Grosschance; wie könnte es auch anders sein, begünstigt durch die wiederum unaufmerksame Kreuzlinger Verteidigung. Dann der erlösende Abpfiff.

Dieser Auftritt des FC Kreuzlingen hinterlässt bei mir keinen gespaltenen, sondern einen schlechten Eindruck. Meine, wie ich denke zu Recht, hohen Erwartungen wurden auf ganzer Linie enttäuscht. Wie bereits angetönt, offenbarten sich Abstimmungsprobleme, was sich in unzähligen Ballverlusten äusserte, die Defensive wackelte zu oft, es gab zu wenig taugliche Anspielstationen, die nötige Kompaktheit fehlte und die wenigen Abschlüsse bzw. Abschlussversuche waren zahnlos. Nach dem starken Auftritt in Widnau präsentierte sich der FC Kreuzligen in Bazenheid in erschreckend fragilem Zustand. Es muss nun raschmöglichst gelingen, zu alter Geschlossenheit, Kampfstärke und Konstanz zurückzufinden. Auch wenn zur aktuellen Saison viele neue Spieler zum Kader hinzugestossen sind bzw. fast die ganze Mannschaft ausgewechselt wurde und wieder als Einheit zusammenwachsen muss; damit muss man umgehen können. Andere Clubs stehen vor ähnlichen Herausforderungen und müssen und können solche Hürden ebenfalls meistern. Trotz dieser mehr als zwiespältigen und eigentlich indiskutablen Vorstellung bin ich immer noch davon überzeugt, dass es dem FC Kreuzlingen gelingen wird, den richtigen Weg zurück zu alter Stärke zu finden; nur sollte er diesen Weg aber möglichst bald finden.

Herzlichen Dank dem Hafetschutter für diesen mir gewährten Gastbeitrag. Ich wünsche ihm eine möglichst rasche Genesung und hoffe, dass wir inskünftig solche Spiele wieder zusammen besuchen und den FC Kreuzlingen, wie schon einige Male zuvor, zum Sieg brüllen können. Und nicht vergessen: wie in einem anderen Blogbeitrag erwähnt, sind die neuen FCK-Buttons wirklich toll. Bekennt Farbe und deckt Euch an den Heimspielen mit Merchandising bzw. Fanartikeln inkl. Buttons ein. Wir wollen den Seuzachern das diesbezügliche Feld doch nicht kampflos überlassen.

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6 Comments

  1. Ein interessanter Kommentar von Matthias Pfau! Und da er als “Gastbeitrag” umschrieben ist, gleist er die periodisch eintretenden Irrungen und Wirrungen des FCK frei auf, wie auch besonders die tatsächlich schier unerträglichen primitiven musikalischen Zustände auf vielen Tschuttiplätzen. Wohl wahr! Mindestens könnte man bei einem Treffer der eigenen Mannschaft beim unverfänglichen hellen Antonio Vivaldi anheuern. Und bei einem Gegentreffer wäre vielleicht ein dunkler Richard Wagner angesagt……

    Kurz noch zu einer anderen als der abgebildeten Gourmet-Tafel: Bockwurst mit Brötchen 1.50, Kafi 1 Euro. Der Verein SG (Sportgemeinschaft) Blankenburg-Berlin firmiert dabei unter: “Da wo Fussball noch Spass macht”. Mindestens im Blick auf die Bewirtung goldrichtig! Und da die F-Jugend meines Enkels gegen Arminia Tegel dann noch mit 6 zu 3 gewann, war der vergangene Samstagmorgen rundum gelungen. Ich berichte also erkennbar sehr enfernt von meinem ehemaligen FCK und versuche mich dabei besonders auf Matchberichte zu verlassen – Achtung: selbst auf gegnerische!

    Früher wanderten wir ab und zu im mittleren Toggenburg. Dannzumal fuhr man noch mitten durch die Dörfer. Eben auch durch Bazenheid. Die Dorfumfahreritis war noch nicht ausgebrochen. Hätte ich damals meinem Wanderkollegen gesagt, warte nur, eines Tages fährt der stolze FCK nach einer 4 zu 1-Klatsche vom toggenburgischen Dorfverein zurück zur Grenzstadt am See, hätte er mich als “Nicht von dieser Welt” bezeichnet. Herbert wurde samstags krass widerlegt.

    Die Ur-Schwächen einer Mannschaft lassen sich oft durch die Spielweise eines Gegners gut ausmachen. Werden z.B. Angriffe weiträumig und schnell vorgetragen, kommt nicht selten auch Grün-Weiss ins Schwimmen (was grundsätzlich nicht nur zu einem Club am Wasser passen könnte – auch Inlandclubs sind ab und zu schwimmfähig).

    Man kann tatsächlich mindesten zwei unterschiedliche Mannschaftstypen in dieser 2. Interregionalen finden: Die Fussballästheten und die klassischen Kampfmannschaften mit künstlerisch eher bescheidenen Ansprüchen. Nicht selten sind die letztgenannten Teams auf der besseren Seite. Es zeigt sich dann wiedermal, dass Fussball eigentlich ein einfaches Spiel ist. Selbst mit Kick and Rush, plus “ein-zwei nicht zu packenden Sturmindividualisten mit zappeligen und hinlangenden Beinen” kommt man noch heute gelegentlich ans Ziel. Fussballkunstbegabte scheintern nicht selten an diesem oft erfolgreichen Direktgekicke und kämpferischen Gewusel. Über Schönheit lässt sich natürlich auch fussballernd streiten. Schön ist auf jeden Fall das Gewinnen. Besonders schön das Aufsteigen. Auf welcher Spielkultur dies letztlich fusste, ist nicht relevant. Zur neuen Liga sind dann aber noch andere Voraussetzungen massgebend, um wenigstens die Klasse zu erhalten. Das merken gerade 2. ir-Ligamannschaften oft spät und finden sich dann rasch wieder fünftklassig. Also ist “Kunst” gepaart mit “Kampfkraft” das letzte Geheimnis? Womöglich.

    Ich weiss nicht, ob der FCK in absehbarer Zeit ein noch viel besseres Mannschaftsgefüge aufbieten kann, als derzeit. Ich tendiere mal auf: “Kaum”. Der Kader erscheint mir trotz Leistungsschwankungen ligabezogen eher gehoben, ja sogar der Spitze nahe. Liege ich da richtig? Nur wurde, wie Matthias Pfau beschreibt, wiedermal viel an der Besetzung herum geschraubt. Die ständigen Mutationen sind für einen Trainer daher nicht immer mit seiner Grundvorstellung kompatibel. Vielleicht spielt auch das Glück mit, plötzlich eine auf allen Posten optimal besetzte Mannschaftseinheit vorzufinden. An die Club-Treue als gute Erfolgsbasis und Erfahrung ist bekanntlich heute eher weniger Verlass. (Be-) Trifft viele Clubs.

    Zur Strafe der “Schande von Bazenheid”(Matthias Pfau) – oder besser zum Plaisir! – schlage ich abschliessend vor: Von Krinau (803 m) hoch zur “Chrüzegg” 1265 m, hier Chässpätzli, dann Abstieg über den Hof Dreischlatt, wo im 18. Jahrhundert ein Ulrich Bräker seine Jugendjahre als Hirte bei seinem Vater verbrachte, später als Soldat Friedrich des Grossen in Berlin auftauchte, desertierte als es heiss wurde, zurücklief, als Salpetersieder, Weber und Stoffhändler seine Familie zu ernähren versuchte, um schliesslich als “Literarischer Nobody” mit “Lebensgeschichte und Natürliche Ebenteuer des Armen Mannes im Tockenburg” einen Treffer zu landen und in die Literatur einzugehen. In den 1770er Hungerjahren war Bräkers Leitwort: “Es wird schon besser werden!”. Im Blick auf den FCK hat das sogar einen fussballerischen Mehrwert. Und so haben sich dann die Wandermühen mindestens spirituell sogar gelohnt. Aber auch die Muskeln sollten sich gestärkt haben. Auf der Rückfahrt Bazenheid einfach umfahren!

    Abschliessend noch eine kurze Vorausschau in eigener Sache: Das nächste Punktespiel wird Grün-Weiss gewinnen. Man ist vorne wieder voll dabei. Geht doch!

  2. Also eine Niederlage in Bazenheid würde ich jetzt nicht gerade als Schande bezeichnen. Etwas Spitz formuliert vom Schreiberling. Sicher auch wegen der Enttäuschung über die hohe Niederlage so geschrieben. Auch wenn der FC Kreuzlingen als einer der grössten Aufstiegsaspiranten gehandelt wird, kann man gegen den Heimstarken FC Bazenheid durchaus verlieren. Es kommt aber immer auf das „wie“ drauf an. Und da liegt aus meiner Sicht, aus der weiten Ferne Betrachtet (Widnau), das derzeitige Problem des FC Kreuzlingen.
    Im Auswärtsspiel beim FC Widnau, dieses Spiel habe ich als FC Widnau Fan natürlich live vor Ort mitverfolg, hat der FC Kreuzlingen eine überzeugende Leistung abgeliefert, und daher auch zurecht gewonnen. Daher kam für mich die deutliche 1:4 Niederlage in Bazenheid auch überraschend. Es gibt aber Tage, in denen einfach nichts geht. Solch einer hat wohl der FC Kreuzlingen am vergangenen Samstag erlebt. Wenn dann die Mannschaft auch noch den Kampf, und den Willen zum Sieg, vermissen lässt, dann ist man als Fan natürlich doppelt bedient. Zum Glück waren ja nur drei anwesend, daher mussten sich die anderen nicht ärgern. Keine Frage, die Mannschaft vom FC Kreuzlingen verfügt über genügend Qualität in ihren Reihen, damit man solche Spiele eigentlich auch gewinnen könnte. Vor allem die Tugenden Kampf, und Wille muss auf den Platz gebracht werden, dann setzt sich voraussichtlich auch die bessere Qualität durch. Bazenheid ist vor allem Zuhause eine Mannschaft, die genau diese Tugenden auf den Platz bringt. Daher kann eine Niederlage zustande kommen. 1:4 ist dann aber doch etwas gar hoch. Obwohl, lieber einmal 1:4 verlieren, als viermal 0:1.
    Noch etwas zur Stadionmusik. Es gibt super Lieder die man je nach Ausgang des Spiels spielen könnte. Z.B. Von den Toten Hosen „Tage wie diese“ nach einem Sieg, oder nach einer Niederlage „Steh auf, wenn Du am Boden bist“. Dieses Lied könnte man ja bei der aktuellen Situation in der der FC Kreuzlingen derzeit steckt, ja bereits vor dem nächsten Heimspiel, gegen den FC Blue Stars ZH über die Lautsprecher dröhnen lassen.
    Ich bin überzeugt, dass der FC Kreuzlingen wieder in die Spur finden wird. Für das ist die Qualität in dieser Mannschaft einfach zu gross, um nicht um den Aufstieg mitspielen zu können. Wenn die Spieler begreifen, dass es nicht nur mit spielerischen Mitteln geht, sondern es auch Kampf und Einsatz braucht, um Spiele gewinnen zu können, werden sie schnell wieder auf die Siegerstrasse zurückfinden.
    Der derzeitige Leader FC Rüti ist nicht so stark, wie ich befürchtet habe. Der FC Widnau hat am gestrigem Sonntag durch eine sackstarke Leistung, kämpferisch, wie spielerisch war das eine Galavorstellung, den FC Rüti verdientermassen mit 2:1 geschlagen. Somit kommt es am nächsten Samstag in Seuzach zum Spitzenspiel zwischen dem noch Zuhause ungeschlagenem FC Seuzach und dem FC Widnau, der Auswärts ebenfalls noch unbesiegt ist. Vielleicht kann ja der FC Widnau dafür sorgen, dass der FC Seuzach Punkte liegen lässt, und Kreuzlingen daher wieder etwas näher aufschliessen kann.
    Ich sehe das Rennen um den Aufstieg weiterhin völlig offen. Rüti, Seuzach, Balzers, Kreuzlingen, vielleicht muss man nach dieser Runde auch noch den FC Bazenheid dazu nehmen, werden den Aufstieg wohl unter sich ausmachen. Daher wird das Nachholspiel, das der FC Kreuzlingen Zuhause gegen den FC Balzers bestreitet, eine wichtige, wenn nicht sogar wegweisende Partie werden, die eigentlich gewonnen werden sollte. Dafür muss die Mannschaft aber das Gesicht, dass sie in Widnau gezeigt hat, auf den Platz bringen. Wenn sie immer so spielen, wie in Widnau, dann werden sie auch die Mehrheit der Spiele gewinnen.
    Die Qualität alleine reicht aber nicht aus, um ganz oben mitspielen zu können. Dafür braucht es auch eine mannschaftliche Geschlossenheit, Kampf, Einsatz und Siegeswille. Nur dann hat man die Chance um Spiele zu gewinnen.
    In diesem Sinne wünsche ich dem FC Kreuzlingen alles Gute, und nur das Beste für den weiteren Saisonverlauf. Natürlich wünsche ich auch dem Hafetschutter gute Besserung, und eine möglichst schnelle Genesung. Natürlich auch, dass die Renovation schnell abgeschlossen ist, und er somit die Kreuzlinger Spiele wieder live vor Ort mitverfolgen kann.
    Ps. Drei mitgereiste Kreuzlingen Anhänger, das ist für einen Traditionsverein ,wie es der FC Kreuzlingen ist, doch eine magere Anzahl. In Widnau waren ja auch nicht allzu viele FCK Fans angereist, aber es waren trotzdem mehr als drei FCK Anhänger auf der Widnauer Sportanlage Aegeten auszumachen.

  3. Eigentlich kommentiere ich ja keine Kommentare, aber wenn mein Beitrag gemischte Gefühle auslöst, so freut mich das natürlich sehr; denn dies war, ich geb’s zu, auch ein wenig Kalkül. Der Arbeitstitel des Beitrags lautete “Spätsommerblues im Toggenburg”. In Absprache mit dem Hafetschutter haben wir uns dann aber doch für ebendiese, sicher ein wenig zugespitzte, Schande entschieden, weil es wirklich ein kaum zu ertragender Horrortrip war (was auch die andern beiden mitgereisten Fans bezeugen können). Kann ja mal passieren. Aber wenn man Aufstiegskandidat sein möchte, oder zumindest überall als solcher gehandelt wird, muss man einfach besser spielen. Punkt. Von “meinem” FC Winterthur bin ich allerdings, wie Bruno Neidhart zutreffend formuliert, auch diverse Irrungen und Wirrungen, oft irrationaler Natur, gewohnt. Trotzdem halte ich dem Verein die Treue und man wird ja auch ab und zu dafür belohnt. Das Thema Musik scheint ein Schwieriges zu sein. Es scheint, als polarisiere Musik ähnlich wie Fussball: Jeder weiss es besser und man kann’s sowieso nie allen recht machen. Die Spannbreite von Klassik bis zu den Toten Hosen freut mich aber sehr und spiegelt für mich einen Pluralismus, welchen ich auch beim Fussball mag. Auch wenn ich, vielleicht wiederum etwas spitz, anmerken muss, dass die Toten Hosen mit ihren Bierzelt-Refrains (ausgenommen die ersten 4 Alben bis und mit der “Horrorschau”) ebenfalls valable Kandidaten für ebendieses Ballermann-Geballere abgeben.

  4. Vielen Dank für die Genesungswünsche. Schande fand ich auch etwas hart, aber hier heiligt der Zweck die sprachlichen Mittel. Ich empfände die Hosen als allgemein verträglichen Kompromiss in der Halbzeit. Aber beim Thema Musik hat Matthias mehr Ahnung als ich. Gute Musik im Amateurfussball? Ganz selten, der FC Gossau SG hatte richtig gute, ein leidenschaftlicher DJ mit Geschmack war dort am Werk (immer noch?). Bazenheid kann man fraglos verlieren, aus der Ferne hörten sich die Spielberichte allerdings schon etwas bedenklich an. Gegen die Blue Stars bin ich trotzdem zuversichtlich.

  5. Im Rahmen des verwendeten Begriffs “Schande”, den ich bei Fussballgeschehnissen eher in anderen Zusammenhängen verwenden würde (hätte somit “Spätsommerblues” treffender empfunden!), konsultierte ich zum Abschluss des Meisterschaftswochenendes selbstverständlich auch die Tabelle. Da gibt es immer etwas zum Staunen. So stelle ich als Momentaufnahme fest, dass die drei Thurgauer IR-Mannschaften zusammen bis jetzt gerademal soviele Punkte einfahren konnten (15), wie der derzeitige Tabellenerste Rüti.
    Anders sieht es bei den (mitunter ominösen!) Strafpunktvergaben aus, in dem hier die drei Thurgauer gegen die Zürcher Oberländer mit 46 zu 13 schier uneinholbar führen. Nur ist diese Rechnung natürlich schändlicher Humbug….!
    Doch interessant beim Bestrafen ist schon, dass etwas die Spitzenclubs Seuzach und Balzers derzeit erst mit 6, respektive 4 Punkten belastet sind, die Uzwiler dagegen bereits mit 23 Punkten zu Buche stehen. Diese “Tabelle innerhalb der Tabelle” kann ja am Saisonende bekanntlich einen ganz schönen Schaden anrichten und selbst gestandene Sportler ins fussballerische Elend stürzen.

  6. Strafpunkte sammeln Vereine am eifrigsten welche sich mehr erhofften. Je frustrierter und auf Biegen und Brechen wollen desto mehr Strafpunkte.. Vermehrt in unteren Regionen anzutreffen und dort bei Vereinen die man weiter oben erwartete, Uzwil ist da ein gutes Beispiel. Stimmt nicht immer, aber auffallend oft.

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