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Neuer Kunstrasenplatz im Döbeli

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Die AS Calcio will einen neuen Kunstrasenplatz. Die Investitionskosten belaufen sich auf 2,985 Millionen Franken. Der Gemeinderat hat das Vorhaben bereits durchgewunken, im Februar 2019 kommt es zu einer Volksabstimmung.

Geplant ist der neue Platz im Döbeli mit Flutlicht und zwei Zuschauerstufen, mit einer Spielfreigabe für die 2. Liga Interregional. Sozusagen ein Hafenareal 2, also ein Abbild der Vereinssituation.

Der FC Kreuzlingen würde von dem neuen Platz in Form von mehr Spielzeiten auf dem eigenen (Kunstrasen-)Platz im Hafenareal profitieren.

Die Pläne für das Seezelg würde das wohl nicht direkt tangieren, da diese lediglich die Infrastruktur des Hafenareals aufnehmen würden.

Für mich gibt es zwei Knackpunkte. Die  2,985 Millionen sind etwa doppelt so hoch angesetzt wie bei vergleichbaren Plätzen, die Erklärung liegt vor allem in höheren Erschliessungskosten. Der zweite Knackpunkt ist die noch immer in den Kinderschuhen steckende gesamtheitliche Fussballplatzplanung in Kreuzlingen. Wie geht es mit dem Seezelg weiter? Vielleicht kommt man hier bis zur Abstimmung weiter, oder lässt man das aus taktischen Gründen aussen vor? Müsste für die sehr viel teurere Verlegung der Hafenareal-Plätze ins Seezelg ebenfalls das Volk befragt werden?

Beide Vereine müssten sich bereits jetzt gemeinsam Gedanken zu einem späteren Hauptplatz mit Tribüne machen und dies mit der Stadt planen. Vielleicht bin ich ja naiv und alles ist bereits in die Wege geleitet. Zwei bescheidene Hauptplätze im Döbeli und Hafenareal (bzw. Seezelg) und das viel zu weitläufige Burgerfeld können jedenfalls nicht im Sinne einer Kreuzlinger Fussballheimat sein. Zudem wird das Gebiet Hafenareal fussballerisch langfristig wohl kaum zu halten sein.

Die Zukunft wird einem fusionierten FC Kreuzlingen in der 1. Liga gehören, mit Drang in die Promotion League. Die ambitionierten Leute beim FCK und die AS Calcio werden das erreichen, es ist nur eine Frage der Zeit. Es gibt wenige Orte in der Schweiz die so prädestiniert sind für erfolgreichen Elite-Amateurfussball wie Kreuzlingen. Der ganze Thurgau inklusive Konstanz und Umgebung stellen eine einzige Fussballwüste in diesem Bereich dar. Ein weisser Fleck auf der Fussballandkarte welcher der FCK und die AS Calcio eines Tages gemeinsam besetzen werden – plant man jetzt für diese Zeit oder schaut jeder nur für sich?

Immerhin: das Döbeli mit dem neuen Kunstrasenplatz wird sowieso für die Juniorenbewegung benötigt, jetzt und in Zukunft sowieso.

3 Comments

  1. “Hafetschutter” greift hier heisse Eisen an: Es geht darin u.a. um die Frage, ob in Kreuzlingen zukünftig Fussball auf einer höheren Leistungssstufe als heute gespielt werden könnte – oder sollte (Begriff: Ligazugehörigkeit).

    Wenn ja, was wären die Konsequenzen?

    Zu dieser Frage rückten verschiedene Akteure ins Zentrum: Erstens die beiden fussballspielenden Vereine – der traditionsreiche FCK, sowie die AS Calcio. Zweitens die Stadt. Dazu käme als vielleicht wichtigster Player in dieser Angelegenheit die Stadtbevölkerung, aber auch jene der Region – selbst der “grenzenlosen”! Gesucht wird somit ein in die Zukunft gerichtetes, fussballsportliches Gesamtinteresse.

    Zur sportlichen Lage heute: Der FCK ist mit seiner ersten Mannschaft ein Spitzenclub der 2. Interregionalen Liga, Gruppe 6. Die AS Calcio spielt noch in der “normalen” 2. Liga, strebt den Aufstieg in die 2. IR an (Zur regionalen Vollständigkeit: “Konstanz und Fussball”, diesbezüglich noch um 1980 eine stolze Adresse, ist zu einer überschaubaren Marke geworden – selbst nach einer Club-Fusion. Dies ohne Wertung).

    Nun könnten 2019 mit grosser Wahrscheinlichkeit folgende Möglichkeiten eintreffen: 1. : Sowohl der FCK, wie auch die AS Calcio, steigen auf. 2. : Die AS Calcio steigt auf, der FCK nicht (Absteigen wird 2019 keiner der beiden Vereine!).

    Diese Situation brächte nun folgende sportliche Situation: Spielen ab Herbst 2019 beide Vereine in der gleichen Klasse, also 2. iR, würden sich ohne Zweifel schöne, publikumswirksame Stadt-Derbys ergeben (sofern in der gleichen Liga-Gruppe eingeteilt!). Steigt der FCK hingegen in die 1. Klassische Liga auf, dürfte sich das Publikumsinteresse einigermassen auf beide Clubs verteilen – je nach sportlicher Performance sich erfahrungsgemäss auch etwas wandelnd.

    Finanziell und organisatorisch würden beide Vereine der Stadt in der gleichen Liga mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Dauer nicht auf dem gleichen Niveau bestehen können, soweit es die ersten Mannschaften betrifft. Andererseits werden bei jedem weiteren Aufstieg die Bedingungen finanziell und organisatorisch deutlich ansteigen, möchte man doch nicht gleich wieder absteigen. Auf-, bzw. Absteigen sind zwar sportlich normale Ereignisse. Für Vereine jedoch stets mit Unwägbarkeiten verbunden, die sich nicht zuletzt – je nach getätigtem Engagement – auch auf finanzieller Ebene auswirken können – nicht unbedingt müssen. Der Beispiele sind viele – besonders der negativen.

    Wenn also die “Hafetschutter”-Idee einer “Fusion” beider Clubs zu einem Grossverein seine Richtigkeit haben sollte, um vielleicht auf Dauer eine grössere Rolle in der fussballsportlich ziemlich verwaisten “nördlichen Ostschweiz” zu spielen, so begründet sich dies wohl in vorderster Linie auch auf die enormen finanziellen Anforderungen einer solchen Zielsetzung. Wieweit nur schon der Gedanke an eine Vereinigung zweier Kräfte zu einem gemeinsamen Ziel auf Hürden stossen könnte, ist in Vereinsangelegenheit allerdings nie voraus zu bestimmen. Da könnten viele Animositäten mitspielen. Auch verständliche.

    Nehmen wir mal an, es könnte eines Tages gelingen, so stellte sich sofort die Frage, ob für das Ziel, also einen sportlich höherwertigen Fussball in der Region zu etablieren, dazu bereits eine geeigneten Spielstätte vorhanden wäre. Eindeutig: Nein! Bis heute hat Kreuzlingen keine respektable Fussball-Spielstätte aufzuweisem – bei aller Anerkennung von Bemühungen der Stadt und der beiden Clubs (An das “Grenzlandstadion” der 30er denken nur Wehmütige……!)

    Man machte sich in den vergangenen Jahrzehnten stadtseits also kaum Gedanken, Fussball besser präsentieren zu können, als wie er sich heute in Kreuzlingen zeigen kann. Selbstverständlich sind die Bedingungen, welche beide Clubs vorfinden, rein sportlich (besonders auch für die Jugend) nicht schlecht. Dazu hat auch die Stadt gelegentlich beigetragen. Auch ligamässig taugen die Hauptplätze bis jetzt einigermassen. Was aber der (Sport-) Stadt fehlt, ist nach heutigem, auch gesellschaftlichem Maßstab, tatsächlich eine “Städtische (Freiluft-) Arena”, die dazu auch für andere Veranstaltungen zu nutzen wäre, als nur für Fussballspiele. Eine solche Anlage könnte nebenbei ungeahnte gesellschaftsverbindende Impulse auslösen. Nicht nur sportbezogene.

    Und was hat dies alles mit dem “Neuen Kunstrasenplatz im Döbeli” zu tun? Im ersten Moment vielleicht nicht viel. Doch im Zusammenhang mit dieser grösseren Investition liesse sich womöglich der Stadt einigermassen solide Gedanken entlocken, wie es denn in der wachsenden Agglomeration um Fussball in den kommenden 10-20 Jahren bestellt sein soll, wo zu spielem ist, unter welchen Bedingungen, bei welchem infrastrukturellen Möglichkeiten, usw. Solche Überlegungen berührten auch das, was “Hafetschutter” sich unter “Fusion” vorstellt. Zu diesem Begriff wäre die Stadt frühzeitig einzubeziehen, weil sie letztlich später einmal direkt involviert sein dürfte, da der Sport allein nicht alle Aufgaben schaffen könnte und nur unter Mithilfe auf der infrastrukturellen/finanziellen Ebene ein sportlich-gesellschaftlicher Mehrwert für die Stadt zu schaffen wäre.

    Der Kunstrasen im “Döbeli” ist natürlich der rührigen AS Calcio durchaus zu gönnen. Die Kosten sind zwar vergleichsweise hoch, was in der Botschaft der Stadt (Internet) unterschiedlich begründet wird. Die vorgesehene Anlage an sich ist jedoch eher bescheiden (So gibt es z.B. keine umlaufende befestigte Fläche um den Platz, wie es üblich ist). Neu zu regeln ist zudem auch die wichtige Parkplatzfrage. Mit diesem Fussballfeld möchte die Stadt mittel bis langfristig das Thema “Fussballplätze” als ziemlich bearbeitet betrachten, ist zudem zu lesen. Doch fehlt aus heutiger Sicht nach wie vor eine verlässliche Gesamtschau “Klein Venedig/Seezelg”, aber neu nun auch eine Aussage zu möglichen Entwicklungen, wie sie “Hafetschutter” in den Raum stellt. Alles gehört in diesen Kontext. Kreuzlinge hat viel Potential. Es ist auszuschöpfen. Sport – auch Fussball! – als eminent gesellschaftswirksames Instrument. Nicht immer stimmt das “Image”. Wohl wahr. Aber es gibt daneben eben auch viele verbindende Elemente für eine Stadt, eine Region – selbst darüber hinaus.

    • Eine Fusion ist kein Garant für Erfolg wie das Beispiel Wollmatingen/Konstanz zeigt. Doch bei den Konstanzer Vereinen fanden sich zwei “arme Kirchenmäuse” zusammen, mit dem Resultat eines nun aufgeblähten Vereins welcher bessere Spieler nicht halten kann. Der FCK und Calcio könnten mit einem zusammenlegen der Budgets und Beziehungen (Arbeitsplätze für Spieler) auf Anhieb die Voraussetzungen für einen Spitzenclub in der 1. Liga schaffen, natürlich mit dem nötigen Know-How und dem richtigen Trainer, aber da haben ja beide Vereine in den letzten Jahren bewiesen, dass sie an Erfahrung gewonnen haben. Auch bei den Junioren wären bei einer Zusammenlegung sicher bessere Teambildungen möglich damit auch durchs Band auf Coca-Cola-Ebene gespielt werden könnte und nicht nur punktuell. Nur zwei von vielen weiteren Synergien (Stichwort Sekretariat/Geschäftsstelle etc). Dagegen sprechen Animositäten, auch verständliche wie BN es richtig ausdrückt. Trotzdem versuche ich den Kreuzlinger Fussball von einer einigermassen neutralen Warte aus zu betrachten. Auf die Derbys würde ich mich allerdings sehr freuen.

      • Konstanz hat übrigens bezüglich einer modernen Fussballanlage, die durch ihre Infrastruktur etwas höheren Ansprüchen genügen könnte, ähnlich zu kämpfen, wie Kreuzlingen. Das (ehrwürdige, schöne) multifunktionelle Bodenseestadion ist nicht nur zu alt und zu gross, sondern für den höchstmöglichen Fussball am See nach heutigem Maßstab eher ungeeignet. Bei vielen tausend Zuschauern sähe es wieder etwas erträglicher aus. Aber das dürfte noch lange eine andere Geschichte sein! Ob in Konstanz durch eine moderne, zweckmässige Stadionanlage der SC Konstanz-Wollmatingen erfolgreicher spielen würde, kann ich nicht (mehr) beurteilen. Als ich noch näher am Geschehen war, hatte ich das Gefühl, dass zulange die (verdienten) Alteigesessenen das Schicksal der Vereine bestimmten. Dadurch konnte es auch nach einer Fusion nicht frischer weitergehen. Die “Bastelei Fürstenbergstadion” ist trotzdem bemerkenswert. Man strengt sich durchaus an. Doch “Charme” – und da schliesst sich der Kreis zum Hafenareal – ist wohl auf Dauer eher nur suboptimal (bei aller Anerkennung des Selbst-Geleisteten)!

        Was Kreuzlingen betrifft, so müsste hinter einer Clubfusion mutig eine höhere Ambition als die 1. Liga Classic zum Ziel gesetzt werden. Da gehe ich mit D.K. konform. Die “Promotion” sollte es schon sein. Leider wird sie nicht als 3. (nationale) Liga geführt. Die 1. Liga Classic wäre dann “Regionalliga”. Ich bin ein Freund von Spielklassen 1-2-3, plus regional, usw. Das gäbe besonders den Dritten ein gehobeneres Profil. Und danach kämen die drei starken, noch ordentlich im amateurhaften operierenden Regional-Ligen.

        Über die wirtschaftlichen Verhältnisse beider Kreuzlinger Clubs bin ich nicht orientiert. Zusammen mit den unterschiedlich wirksamen Beziehungen, was Arbeitsplätze, Sponsoren, usw. betrifft, scheinen nach D.K. die Möglichkeiten einer Fusion durchaus zu existieren. Dass auch die Juniorenebene aufgewertet werden sollte, ist ebenso verständlich, kann sie doch die Unterlage bilden, “Eigengewächse” letztlich in die Fanionmannschaft zu führen. Und die “Geschäftsstelle” des dann grossen Vereins? Natürlich in der Stadtmitte – hervorragend sichtbar in einem der leeren Geschäftslokale. Schöne Aussichten also! Fehlt noch Clubname und Clubfarbe. Auch das wäre zu schaffen. Sagen wir ………., und die Farben……….!

        Schön, dass “Hafetschutter” diesen überrschenden publizistischen Schritt in Sachen “Fussball Kreuzlingen” wagt. Darüber sollte mal offen diskutiert werden. Wenn dann letztlich doch alles beim Alten bleiben sollte, so hat man sich wenigstens (freundschaftlich!) ausgetauscht. Und die Realität bestimmt dann den weiteren Weg beider Clubs. Doch die Verbindung sollte nicht abbrechen. Man weiss ja nie, ob später……..!

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