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Auch Wil überstanden

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Als D-Junior sah ich den aufstrebenden FC Wil im Hafenareal. Eine Handvoll Fans begleitete damals die Äbtestädter inklusive einer schwarz-weissen Fahne mit dem Wiler Bären. In der 2. Liga war das, in den späten 1980er-Jahren. Ich stand hinter der Glatze von Christian Gross, der Weg der Wiler sollte sie bis in die Nationalliga A führen.

Heute spielen wir gegen die U20 der Wiler. Immerhin kommen wir so in den Genuss eines Stadions, wenn auch eines etwas unterkühlten. Ebenfalls praktisch: Frau und Kinder kann man im Hallenbad nebenan abgeben.

Die Wiler haben sich bekanntlich einen ganzen Sportkomplex zugelegt. In den 1980ern machten sich die Wiler Fans über unsere fehlende Anzeigetafel lustig, heute liegen die Unterschiede in der Infrastruktur bei etwas mehr als einer Anzeigentafel. Wil zählt übrigens weniger Einwohner als Kreuzlingen.

Das Spiel wurde das erwartet schwere, immerhin verlor man die letzten drei Begegnungen im Bergholz (wieviel schöner ist der alte Name im Vergleich zur IGP-Arena). Im Sturm war der FCK aber so effizient wie es nur ein kommender Aufsteiger sein kann. Am Schluss resultierte ein 4:2, aufatmen bei den zahlreich mitgereisten FCK-Fans. Total dürften es gut 40 gewesen sein und die Fankurve war (dank den Kickers) auch in genügender Anzahl vertreten um die Mannschaft lautstark zu unterstützen.

Nach dem Spiel traf man Mido Arifagic, einen talentierten Kreuzlinger Stürmer welcher mittlerweile beim FC Tuggen spielt. Er meinte noch wie schade es sei, dass man im Thurgau nicht 1. Liga spielen könne. Vielleicht ändert sich das schon bald.

An dieser Stelle einen Dank an unsere Fotografen Bruno und Erich. Dank Ihnen kann dieser Blog immer mit passenden Bildern ausgestattet werden, super!

Hier noch ein Instagram-Fund:

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1 Comment

  1. Ligaspitze zu werden, oder zu sein, wie derzeit der FCK, ist damit verbunden, dass besonders gegen Gegner der hinteren Region keine Punkte abgegeben werden. Wurde mit Frauenfeld und Wil erfüllt. Somit bleibt ein Polster für Spiele gegen Mannschaften aus der Spitze, da bei solchen Begegnungen immer wieder das eine oder andere “Pünktli” abhanden kommen könnte. An dieser kleinen Weisheit geht kein Weg in eine höhere Liga vorbei.

    Und dann kommt noch eine Bemerkung dazu, die ich neulich von Adi Hütter las (in: DIE ZEIT), der die Frankfurter Eintracht erfolgreich trainiert und bekanntlich am Auftrieb von YB Bern höchstmassgeblich beteiligt war. Damals standen die Basler Bebbis fast unschlagbar sackstark auf den Helvetischen Fussballfeldern herum. Hütter impfte seinen YB-Mannen u.a. ein, ein ebenso sackstarkes Bewusstsein zu entwickeln, auch mal Meister werden zu wollen. Klappte – sogar nachhaltig.

    Mit Bewusstsein allein kann allerdings ein Trainer und sein Stab keine Mannschaft nach vorne bringen. Selbstverständlich gehören da u.a. auch andauernde körperliche Fitness, eine höchstmögliche Vervollkommnung balltechnischer Fähigkeiten, sowie besonders ein sicheres Erlernen spieltaktischer Massnahmen dazu. Bei Hütter war das Letztere u.a. die Vorwärtsverteidigung: Warum den Gegner kommen lassen, und dann 70 Meter für einen Konter zu gebrauchen? Weit vorne attaktieren, den Ball erobern, um nur 30 Meter bis zum Torschuss zu haben, ist doch viel bestechender (oder eben sackstark)!

    Nun sind solche Konzepte nur durchführbar, wenn die entsprechenden Spielertypen zur Verfügung stehen, oder Spieler, die das zuerst begreifen müssen, trainierend umgepolt werden (können). Da bekanntlich nicht alle Spielerwünsche – zumal bei Amateurclubs – in Erfüllung gehen können, hat es jeder Trainer schwer, seine gewählte Taktik in voller Harmonie und Effizienz zur Entfaltung zu bringen. Und das eine ganze Saison lang. Mit allen Unwägbarkeiten – wie Verletzungen, Sperren, usw.

    Der Stadtclub FCK hat derzeit ein Spielermaterial, das für höhere Aufgaben ausgelegt ist. Darf man ruhig mal feststellen. Nun wird sich zeigen, ob sich ab jetzt – und erhofft bis zum Saisonende – jene hohe spielerische Konsequenz durchzusetzen vermag die es letztlich ermöglichen soll, final zu bestehen. Gleichzeitig braucht es – auch das eine kleine Weisheit – ein Publikum, das sich durch Anzahl und Begeisterung entscheidend am Saisonziel zu beteiligen versteht. Im Detail machen das bereits organisierte Fans auf sichtbare Weise, wie das Foto zeigt. Tatsächlich ein schönes Stück Fussballkultur aus Kreuzlingen!

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