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Fussballhoffnungen am Hafen

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Der völlig hilflose FC Dübendorf wird mit 5:1 vom Platz gefegt und damit, dies die noch grössere Überraschung des Spieltags, die Tabellenführung zurück erobert! Denn endlich stolperte Balzers, mit 1:3 in Seuzach.

Es regnete mal wieder aus Kübeln und so kamen offiziell 100 Zuschauer zum Spiel, eine solche Minuskulisse hatten wir schon Jahre nicht mehr. Beim letzten Regenspiel vor 14 Tagen waren es noch rund 200, aber viele wollten nicht wieder mit Schirmen unter Schirmen hantieren.

Erstmals hatte der FCK-Fanshop an der Eingangskasse geöffnet, ich finds toll! Regenschirme fehlen noch im Programm.

Manchmal frage ich mich wie lange es noch bediente Clubhäuser beim Amateurfussball geben wird. Wird man sich noch in 20 Jahren nach dem Spiel in eines setzen können? Die beste Zeit hatten diese Orte wahrscheinlich von den 1950er bis 1990er-Jahren. Heute scheinen sie leider etwas aus der Zeit gefallen, jedenfalls sehe ich nur noch wenige junge Zuschauer die sich dort vor oder nach dem Spiel aufhalten. Schade, damit scheint ein grosses Stück Alltagskultur beim Fussball langsam aber stetig verloren zu gehen. Clubhäuser haben ihre ganz eigenen Poesie, oft improvisiert, manchmal schief, aber selbst dann noch mit einem seltsamen Charme.

Clubhauskultur Trainertalk – sowas gibt’s leider nur an sehr wenigen Orten:

Nun folgen zwei schwere Auswärtsspiele in Chur und Amriswil. Chur ist im Aufwärtstrend, nicht mehr zu vergleichen mit dem Vorrundenteam. Für Sportplatzromantiker ist es zudem die wahrscheinlich letzte Gelegenheit ein FCK-Spiel im altehrwürdigen Stadion an der Ringstrasse zu sehen, bevor es die Churer Fussballer ins neue Vereinszentrum Obere Au zieht.

Amriswil verfügt wiederum über eine sehr starke Offensivabteilung, welche jeden Gegner auseinander nehmen kann, dazu werden sich die Oberthurgauer gegen den FCK zerreissen. Kann Kapitän Kürsat Ortancioglu diese Klippen umschiffen? Auf jeden Fall benötigt die Mannschaft jede Unterstützung, noch immer kann der Traum von der 1. Liga wahr werden!

Am Samstag war wieder ein Heim-Doppler im Hafenareal. Im Anschluss gewann unsere 2. Mannschaft mit 4:2 gegen den FC Neukirch-Egnach und verliess endlich die Abstiegszone der 3. Liga. 180 Minuten Fussball-Hoffnungen im Hafenareal.

15 Comments

  1. Von zwei Annahmen durfte man ausgehen – von einer sportlichen und einer sport-gesellschaftlichen: 1. Dass der FCK als Co-Tabellenführer gegen den Tabellenende-Verein aus der Zürcher Fliegervorstadt gewinnt. 2. Dass sich endlich viele Zuschauer einfinden werden, um die erste Mannschaft des FC Kreuzlingen auf dem angestrebten Weg in eine höhere Klasse zu unterstützen.

    Nun, die erstere Annahme wurde erfüllt, die zweite ging grausam daneben, auch wenn man wiedermal mit dem Regen haderte. Aber letztere Bemerkung kann in einer Situation, wo es um eine sportlich höhere Qualifikation eines Stadtvereins geht, nur bedingt herangezogen werden, auch wenn die bei Regen prekären Platzumfeld-Verhältnisse auf Klein Venedig bekannt sind.

    Es sei wiedermal daran erinnert, wie es zum Beispiel 1933 (jawohl!) im kleinen Grenzlandstadion an der Konstanzerstrasse aussah – genauer: am 15. April bei einem Freundschaftsspiel gegen den Racing Club de Strasbourg (3:1). Man wagt es kaum zu notieren: 1200 Zuschauer – gelesen auf einer schönen Hafetschutter Postkarte (Edition Motiv 04)!

    Nun, ich weiss, Vergleiche hinken. Manches hat sich gesellschaftlich verändert in der heute viel grösseren Stadt (1933 war sie “echt” noch nicht mal Stadt!). Sie gehorcht heute einem ganz anderen Duktus. Und auch besonders sportlich lebt es sich diversifizierter, usw. Zudem kam damals manch “Konschtanzer” (übrigens Frau und Mann!) über die Grenze zum erfolgreichen FCK. Ist ein weites Feld!

    Es wäre somit (fast) zu hoffen, dass es in der Stadt mit dereinst vielleicht zwei Clubs auf der Ebene der 2. Interregionalen Liga wieder einen “fussballerischen Aufbruch” geben würde, ist doch den Döbelianern von der AS Calcio die Meisterschaft (der Aufstieg) wohl nicht mehr zu nehmen. Die zwei Derbys pro Saison sollte nun wirklich viele Zuschauer auf die Beine bringen – selbst bei typischem Bodenseeregen!

    Nur geht es allerdings aktuell noch um ein höheres Ziel für den Fussballsport in der Stadt und der Region: Um den Aufstieg des FCK 1905 in die 1. Liga Classic. Diese Liga ist zwar nicht mehr die stolze von anno dazumal, als sie noch die “echte 3. Liga” der Schweiz repräsentierte (Nationalliga A – Nationalliga B – 1.Liga), wurde sie doch zweigeteilt in “Classic” und “Promotion” (man muss sich ganz schön durch verschwurbelte Verbandsbegriffe wursteln. Es fehlt an Klarheit und Einfachheit in der Liga-Reihenfolge. Ist das denn so schwierig?)

    Chur nun als nächste Herausforderung für den FCK: Die Bündner haben zwar Frauenfeld brutal abserviert (“leider” – aus Thurgauer Sicht), doch vorgängige Spiele künden nun nicht unbedingt von einem verlässlichen Trend der Calanda-Kicker. Zudem sind sie nun auf einem ziemlich gesicherten Tabellenplatz. Somit hat der FCK alle Chancen, auch diese Hürde zu nehmen. Oder etwas abgeschwächt: Mindestens “1” Punkt müsste an die Seegestade entführt werden! Und wenn wirklich ganz widererwarten beide Prognosen nicht zutreffen sollten, so könnten sich die FCK-Clubverantwortlichen wenigstens die Pläne ergatter, die aufzeigen, was Chur in den kommenden Jahren für den Fussball zu gestalten gedenkt. Die Stadt Kreuzlingen würde sich sicher dafür interessieren. Ist auch nur eine ungesicherte Prognose……

  2. Die 1. Liga war zwischen 1931 und 1944 gar die zweithöchste Liga der Schweiz. Sie war zu dieser Zeit der zweigleisige Unterbau der Nationalliga, genau also zu der Zeit als der FC Kreuzlingen dort jahrelang erfolgreich mitspielte und es 1934 sogar zum Schweizer 1. Liga – Meistertitel reichte (wo dieser Pokal heute wohl sein mag?). Ein 1.-Liga-Verein wurde sogar mal Schweizer Meister! In der Saison 1931/1932 wurde eine Finalrunde um den Schweizer Meistertitel ausgespielt und man kam auf die sehr spezielle Idee, dazu auch den Schweizer 1.-Liga-Meister Lausanne Sport einzuladen. Dieser gewann prompt die Finalrunde um die Schweizer Meisterschaft! Ein Kuriosum welches man im Weltfussball wohl nicht so schnell wieder findet. Auch dem FC Kreuzlingen hätte man nach dem Aufstieg in die Nationalliga viel zugetraut, leider kapitulierte man ja bekanntlich vor den Kosten eines Aufstiegs. Hier bezüglich Lausanne: https://de.wikipedia.org/wiki/Schweizer_Fussballmeisterschaft_1931/32
    Bezüglich Zuschauereuphorie. Der Stellenwert des lokalen Fussballs ist mittlerweile einfach viel geringer, es berührt die Leute nicht mehr, ist nicht Stadtgespräch. Es gibt jedes Wochenende so unendlich viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Dazu wird man permanent mit Spitzen-Fussball im TV berieselt. Die unter sportlichen Aspekten verständliche Einschiebung von immer mehr Ligen (Promotion, Interregional) macht es auch nicht einfacher, wir spielen in der 5. Schweizer Liga! Am vergangenen Wochenende lagen die Zuschauerzahlen selbst bei vielen 1.-Liga-Partien im zweistelligen (!) Bereich.
    Nur bei guten Bedingungen (u.a. Infrastruktur) und grossem sportlichen Erfolg (mindestens um den Aufstieg in die Promotion spielen) könnte man eine gewisse Euphorie entfachen, Beispiele gibt es durchaus, etwa Rapperswil.

  3. Zumindest die 1. Liga Classic, Gruppe 3, ist nicht unbedingt attraktiv besetzt. Es fehlen die 2-3-“Reissermannschaften”. Das muss man schon wissen. So steht es um die 2. IR-Liga, Gruppe 6, vielleicht sogar besser! Aber um ev. einmal in die “Promotion” zu gelangen, geht es eben über die “Classic”. SC Brühl (Promotion) spielte soeben noch um den Klassenerhalt (geschafft!). Vor knapp 700 Zuschauern im Paul-Grüninger-Stadion. Ob es auf Dauer ausreicht, in dieser Liga zu bestehen, ist wohl eher eine Frage an die Sponsoren und Gönner! Ihnen kommt in der gegenwärtigen Zuschauerflaute auf vielen Plätzen eine grosse Bedeutung zu (herzlichen Dank!). Ist vielleicht letztlich sogar eine gesamtgesellschaftliche Frage des Engagement im Dreigestirn: Stadt (als Investor)-Sponsoren/Gönner-breiteres Zuschauerinteresse, plus…………. Mannschaftsattraktivität und Erfolg, gute Platzinfrastruktur und solide Clubleitung (Letzteres stimmt übrigens beim FCK!).

    Zum “Stellenwert des lokalen Fussballs” (Daniel Kessler): Er ist tatsächlich derzeit kaum Stadtgespräch. Zur Frage des “Warum” könnte vielleicht mal eine kleine Erhebung etwas Licht ins Dunkel bringen. In diesem Zusammenhang würde ich allerdings den Internetauftritt des Clubs in Text und Bild deutlich attraktiver und aktueller gestalten.

    • Bezüglich Internetauftritt könnte man tatsächlich mal eine Änderung ins Auge fassen, wobei ich unsere Internetpräsenz nach wie vor zu den besten der Liga zählen würde. Das ist allerdings eine heikle Sache. Derzeit sind meines Wissens solche Internetseiten in Mode: tebe.de, fcbazenheid.ch. Gefallen mir persönlich überhaupt nicht. Seiten die klassisch wie unsere Aufgebaut sind finde ich viel übersichtlicher (zumal unsere Seite auch auf dem Handy übersichtlich ist, kann also ebenfalls kein Argument für die “neuen” Seiten sein), aber man könnte das sicher grafisch interessanter aufbereiten (und nebenbei die Anzahl Infos verkleinern, dafür aktuell halten).

    • Zuschauermässig darf man sich von der 1. Liga (leider) im Grunde gar nichts erwarten. Wenn der FCK in der 1. Liga im hinteren Mittelfeld mitspielt, und was anderes wäre kaum zu erwarten, so wäre der Zuschauerschnitt wohl nicht höher als ganz vorne in der 2. Liga IR (wenn nicht sogar tiefer!). Es bleibt leider in erster Linie etwas für Stammpublikum, Fussball-Kenner und sportlich wirklich Interessierte, die breitere Bevölkerung wird auch in der 1. Liga kaum zu einem Besuch animiert. Das trifft leider selbst noch für die Promotion League zu (!).
      Finanzierbar wäre die teurere 1. Liga nur durch vermehrte Sponsoring-Einnahmen, etwa durch freiwillige Mehrzahlungen der bestehenden Bandensponsoren.

  4. Im Amateurfussball ist es wichtiger den je das Kader mit möglichst vielen “Einheimischen” zu besetzen. Nur so kommen die Zuschauer wieder ins “Stadion”. Erfolg = mehr Zuschauer ist hier nur bedingt richtig. Eine zusammengekaufte Truppe, so wie der Fc Kreuzlingen weckt erst ab einer gewissen Ligazugehörigkeit Interesse / also so ca. ab Promotion. Alles andere ist Wunschdenken.

    • Zusammengekauft finde ich etwas hart beurteilt, es sind immerhin praktisch alle Spieler aus der engeren Region (dies und traditionell auch jenseits der Grenze), die Zeiten wo der FCK teure Spieler von weiter her holt sind längst vorbei. Was Einheimische anbelangt müsste man nach pete also die Grenze regional noch enger ziehen. Nur FC’ler? Nur Kreuzlinger? dazu vielleicht 2, 3 echte Verstärkungen? Wäre es wirklich realistisch mit so einem Team in die 1. Liga aufzusteigen? Ich bezweifle stark ob es genügend Kreuzlinger Fussballer auf diesem Niveau gibt. Zumal sich auch die Mentalität der Spieler bzgl. Vereinswechsel sehr geändert hat. Macht man in Kreuzlingen bezüglich Juniorenförderung zu wenig? Wahrscheinlich. Gegenbeispiel, Amriswil hat meines Wissens viele “eigene” Spieler. Haben Sie mehr Zuschauer? Nein, sogar weniger. Grundsätzlich stimmt das aber natürlich schon mit den Einheimischen, nur dies alleine reicht nicht. Es muss Erfolg hinzu kommen, plus alles “drumherum” passen, eine grosse Herausforderung für einen ehrenamtlich geführten Verein… Interessieren würde mich mal wer das besser macht. Welcher Verein spielt mit fast nur Eigengewächsen (bzw. Einheimischen, aber den Begriff müsste man enger definieren) und hat den Anspruch höher (1. Liga) zu spielen? Ganz ehrlich, ich möchte den FCK lieber mit mehrheitlich Auswärtigen (also einer Art Thurgauer/Konstanzer Auswahl) in der 1. Liga sehen als mit Ur-Kreuzlingern die sich maximal durch die 2. Liga IR wursteln. Vielleicht passt das zum typischen Bild vom FCK, aber der FCK möchte prioritär ambitionierten Amateurfussball bieten (macht sonst ja niemand im Kanton). Ganz falsch liegen sie damit zuschauertechnisch nicht, immerhin haben wir einen Schnitt von gut 220, nur Widnau steht wirklich besser da. Ein paar eigene Spieler mehr, das wäre natürlich schon wünschenswert, mehr als 2 oder 3 sehe ich da aber derzeit beim besten Willen nicht.

  5. Nun habe ich mir die Mühe gemacht und unsere Adressliste der 1. Mannschaft durchgesehen. 23 Spieler stehen im aktuellen Kader der 1. Mannschaft. 14 unserer Spieler wohnen im Umkreis von maximal 8 Km vom Hafenareal (!). 6 weitere im Thurgau. 1 in Schaffhausen. 1 in Singen und 1 in Überlingen. 2 von den Entfernteren arbeiten zudem in Kreuzlingen bzw. Ermatingen. Wenn das keine lokale Mannschaft ist!

  6. Ein wohl etwas wenig durchdachter und substanzloser, aber durchaus interessanter Aspekt, welchen „pete“ in die Runde wirft; insbesondere vielleicht aus Marktforschungs-Perspektive. Denn obwohl „pete“ keine Belege für seine gewagte These anführt, wäre eine entsprechende Untersuchung interessant. Verkürzt gesagt: Welche Faktoren haben welchen Einfluss auf die Zuschauerzahl? Bezüglich Parkplätze etc. wurden solche Diskussionen hier auch schon geführt. Vorliegend müssten aber unbestimmte Begriffe wie „Einheimische“ oder „Zusammengekaufte“ im Studiendesign klar definiert werden. Also: fussballaffine Forscher mit Budget und Zeit sollen sich doch bitte melden.

    Was mir weniger gut gefällt und auch etwas sauer aufstösst, ist die gar nicht so sehr zwischen den Zeilen versteckte Botschaft. Ich unterstelle jetzt mal ganz böse: Warum spielen keine Meiers und Müllers, sondern vor allem solche mit komplizierten Nachnamen und vielen Umlauten beim FC Kreuzlingen? Eine solche Sicht ist rückständig und absolut nicht nachvollziehbar. Was den „Einheimischen“-Faktor anbelangt (vgl. die Argumente von Dani), ist diese Vermutung sogar nachgewiesenermassen schlicht falsch. Anmassende, wurzeldetektivische Herkunftskontrollen passen meines Erachtens nicht zu einer weltoffenen Grenzstadt wie Kreuzlingen und schon gar nicht zum Fussball an sich. Ich kann mich noch gut an den kaltkriegerisch-gruseligen Grenzzaun erinnern, welcher Kreuzlingen und Konstanz einst trennte. Einfach schrecklich! Auch passen solche Ab- und Ausgrenzungen wie erwähnt generell nicht zum Fussballsport, welcher für Freude, Leidenschaft und Verständigung über die Grenzen hinaus steht. Dabei ist es egal, ob es sich um Vereins-, Länder- oder Gesellschaftsgrenzen handelt.

    Noch ein kurzer Nachtrag zum Auswärtsspiel gegen Balzers (welcher hier thematisch gut reinpasst): Die Zeitung „Liechtensteiner Vaterland“ berichtete nach erwähntem Spiel, der FC Kreuzlingen sei mit einer Multikulti-Truppe aufgelaufen, in deren Startreihe nur ein Schweizer stand (https://fcbalzers.li/pressebericht-fcb-kreuzlingen/). Abgesehen davon, dass es realsatirisch interessant ist, wenn dies ausgerechnet Liechtensteiner schreiben, ist es auch ziemlich irritierend und unklar, was der Autor damit zum Ausdruck bringen möchte. Deshalb in aller Kürze meine Replik: Lieber multikulti als fürstlich reaktionär, lieber multikulti als royal parasitär. Soll heissen: gute Freunde, egal welcher Nationalität oder Vereinszugehörigkeit, sind mir tausendmal lieber, als irgendein homophober „Fürst“.

  7. “petes” Sicht ist zwar nicht grundsätzlich falsch, aber auch nicht in allen Teilen richtig. Und so kann man den Ball “Wunschdenken” als (freundlichen) Pass zurück geben.

    Grundsätzlich sind die Ansprüche an eine Mannschaft mit Amateurcharakter heute um einiges höher einzuschätzen, als vor 20-30-40 Jahren. Bereits auf Stufe 2.IR wird ordentlich gekickt, was Technik, Kondition und Spielverständnis (Spielsystem) betriff. Das wird den Spielern heute durch gut geschulte Trainer beigebracht. Aus einer ganz normalen Jugendmannschaft U21 kann jedoch kaum ein Club viel geeignetes “Spielermaterial” hervorbringen, wenn er nicht eine Art Fussballschule betreibt. Und eine solche ist zwar wünschenswert, aber sehr teuer, da sie nur professionell zu führen ist. Somit fällt das mit den”vielen Einheimischen” mindestens ab einem bestimmten Niveau der Spielkultur und Liga in der Regel weg. Ein “spielerischer Erfolg” ist durch eine stark “indigen” aufgestellte Mannschaft somit kaum zu erwarten. Und entsprechend auch keine “Zuschauermassen”.

    Das mit “mehr Zuschauer ab Promotion” ist auch so eine Sache. Derzeit liegt der Schnitt aller Mannschaften bei nicht berauschenden 340. Einzelne Clubs haben dabei nicht mal 200! Nur gerade der AC Bellinzona mit rund 1000 und der SC Brühl mit 700 sind einigermassen erträglich. Es handelt sich dabei um Traditionsvereine mit einer anerkannten Infrastruktur.

    Die breite Zuschauermisere muss heute allgemein eine Ursache haben, die sich aus sehr vielen gesellschaftlichen Faktoren zusammensetzt. Zu entschlüsseln ist dieses Zustandsbild im Moment kaum. Man müsste fast wissenschaftlich an die Arbeit gehen!

    Und so bleibt nur übrig, sich mit “Erfolg” zu bemühen, dennoch an Attraktivität zu gewinnen. Als Club an der Grenze hatte der FCK schon immer eine andere Sicht auf sein “Spielermaterial”. So gab es stets freundnachbarschaftlich einen Austausch mit Deutschen Spielern. Und italienische Spielkultur bereicherten lange den FCK, usw. Die Zuschauer goutierten diese Mannschaften, da sie mit einigem Erfolg für die Stadt spielten.

    Was zu wünschen wäre, sind länger laufende Verträge, um ein gesetztes Ziel in – sagen wir mal – 3-4 Jahren zu erreichen. Damit werden die Spieler auch (Stadt-) bekannter. Der grosse Wechsel bei den Amateuren schafft bekanntlich Probleme, die viele Trainer in einer Saison kaum lösen können. Wie es beim FCK mit Verträgen tatsächlich aussieht, kann ich nicht beurteilen.

  8. wie dem auch sei 🙂 zu wünschen wäre es dem “Hafetschutter” Macher allemal wenn die Resonanz in der Hafenstadt gegenüber dem FC mindestes gleich gross ist wie der Enthusiasmus desselben. Das ist mit ABSTAND die beste HP die ich kenne im CH-Amateurfussball. Wir haben bei uns im Rheintal zwar mehr Zuschauer aber hinken in solchen Dingen meilenweit hinterher! Grüsse aus Altstätten und weiter so

    • Vielen Dank Pete. Mir kam zu Ohren das der FC Altstätten nicht aufsteigen möchte, ist dem so? Schade, der FCA wäre auch mit seiner Geschichte eine Bereicherung für die 2. Liga Interregional.

  9. Hello Dani
    Momentan ist die Sache folgende. Der FCA hat unlängst einen Umbruch eingeläutet. Die Mannschaft wird ziemlich verjüngt / inkl. Trainer /neuer Sportchef / neuer Juniorenchef / neue Strukturen. So wie es aussieht wird ein stabiles Fundament gebaut das durchaus für Höheres bestimmt sein könnte…das braucht aber eine gewisse Zeit gepaart mit einer schönen Portion Geduld . Laut den Verantwortlichen ist aber ein «geplanter NICHT-Aufstieg» kein Thema. Die Truppe spielt momentan Vollgas und gewinnt die Spiele vor allem dank dem super Teamgeist und der momentan (für diese Liga) überragenden Offensive. Sie «mischlen» ja völlig ungeplant bereits wieder um den Aufstieg mit 
    Übrigens : am Sonntag spielt Altstätten in Frauenfeld gegen euren Erz(feind) Calcio um den Einzug in die 1. CH-Cup Runde. Apropos Calcio : Wollt ihr lieber ein Derby gegen Calcio oder den ersehnten Aufstieg ?  Schwierige Frage ?? 

    • Lieber “pete”: Der traditionelle Stadtclub FCK von 1905 hat keinen “Erz (feind)” im Westend (Döbelistadion), sondern “nur” einen sportlichen Rivalen. Die AS Calcio kann also ruhig gegen den FC Altstätten den OFV-Cup gewinnen und damit gleichzeitig die 1. CH-Cup Hauptrunde erreichen. Oder dann macht es eben der FC Altstätten. Auch o.k.! So geht Fussball. Gewinnt jedoch tatsächlich die italienisch inspirierte Kreuzlinger Mannschaft so hoffe ich schon, dass auch eine grössere Schar FCK-Enthusiasten zum Cupspiel ins Döbeli pilgern würden (bei zu erhoffendem Heimrecht!). Es ginge dabei um Werbung für den Fussball in der gesamten Stadt. Sollte aber YB am Bodensee antreten müssen, stellte sich rasch die Stadionfrage. Da wäre für einmal vielleicht das – etwas ungeliebte – Burgerfeld mit immerhin einer geschätzten Kapazität von 3-4000 Zuschauern eine Variante. Den Segen erhält man in solchen Dingen allerdings nur vom Verband……

  10. Vielen Dank für die Infos, schön das da was im Aufbau ist! Viel Glück gegen Calcio, wünsche ich Euch in dem Fall besonders 🙂
    Der Aufstieg in die 1. Liga wäre klar wichtiger (wenn auch kein muss). Die Derbys gegen Calcio wären aber ein absolutes Highlight in der 2. Liga IR. Immerhin wären es die ersten Meistschaftsderbys in der 114-jährigen Kreuzlinger Fussballgeschichte und auch aufgrund der Rivalität zwischen den Vereinen etwas besonderes. Innerhalb der Stadt gab es bisher nur einmal einen Ernstkampf zwischen zwei 1. Mannschaften, im Cup gegen Rot-Weiss Emmishofen, war glaub ich in den 1980ern und ziemlich legendär aufgrund diverser Umstände rund um das Spiel. Fazit für mich – es wäre ein unbestrittenes Highlight, aber ein ganzes Jahr 1. Liga würde ich klar vorziehen.

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