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Geplatzter Aufstiegstraum?

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Der FCK verliert sang- und klanglos mit 3:1 in Amriswil und gibt damit drei Runden vor Saisonende die Tabellenführung an den FC Balzers ab. Da die Liechtensteiner nun zwei Punkte, bzw. durch die Strafpunkte effektiv 2,5 Punkte vor dem FCK liegen, werden wohl nur noch drei Siege bei einer gleichzeitigen Niederlage von Balzers zum Aufstieg helfen. Doch daran glaubt nach dem gestrigen Spiel kaum noch einer. Wie auch, nachdem gegen die Oberthurgauer einfach nichts zusammenpasste.

Im Amriswiler Clubhaus hörte man ungläubige Stimmen, “diä wönd id 1. Liga?, wie söll denn da gho?” und ein anderer: “als zuäfällige Zuschauer hätt ich nie denkt, das do e Mannschaft um de Ufstieg spielt”, oder der Amriswiler Trainer Christof Schenk: “allzu bös simmer de Chrüzlinger hüt nöd, offensiv sind sie scho harmlos gsi”.  Noch schlimmer der Matchbericht von Amriswil: “Kreuzlingen zeigte eine diskrete Vorstellung für einen Aufstiegskandidaten”. Ja, ein bisschen schämte man sich sogar mit dem Kreuzlingen-Schal im Clubhaus. Wie sagte es jedoch einer von den Boys Bernrain nach dem Spiel: “mir Fans händ üsen Job hüt gmacht!”, recht hatte er!

Ehrlich gesagt, ich hatte in dieser Saison nie das Gefühl einer Aufstiegsmannschaft zuzusehn. Mut machte mir mit zunehmender Dauer der Meisterschaft vielmehr die Schwäche der anderen Vereine. Aber vielleicht straft mich das Team in den letzten Runden ja noch lügen! Ich würds mir wünschen. Vor allem sollte ein solches Team zusammenbleiben, denn mit der Dauer könnte es definitiv zu einer Aufstiegsmannschaft zusammenwachsen – wenn der Teamgeist stimmt.

Ein paar Worte zur Fussballkultur in Amriswil. Die Festwirtschaft überzeugte, der Stadion-DJ brachte Charme aufs Tellenfeld, die Vorschau im Matchprogramm war aber schwach – diese Bestand aus einem Bericht vom letzten Spiel. Unsere Fankultur mit Zaunfahnen brachte die FCA-Verantwortlichen ziemlich ins schwitzen – “spinneder, d’Bandewerber händ doch zahlt!!”, aber mit Klebeband (siehe Foto unten links) bringt man jedes Problem gelöst 🙂 Man kann ja mit uns reden.

Erstmals seit vielen Jahren hatten wir mal wieder eine Schwenkfahne dabei, vielen Dank für deinen Einsatz Philipp!

Nachteilig ist natürlich die Tartanbahn ums Spielfeld, aber da kann man nichts machen. Was ich aber nie verstehe (nicht nur in Amriswil), da baut man ein neues Garderobengebäude am Spielfeld und keiner denkt daran eine Tribüne zu integrieren? Hätten die Verantwortlichen den Willen gehabt wärs gegangen, hätte man halt die Glasfassade eingespart. Da sieht man den Stellenwert des Fussballs. Für Junioren (Plätze, Garderoben) werden Ausgaben gerade noch akzeptiert. Als gesellschaftlicher Ort hat der Amateurfussball hierzulande aber überhaupt keinen Stellenwert, was wirklich erstaunlich ist, ganz anders etwa als im Vorarlberg. In der Rückrunde hat es mir aufgrund einer fehlenden Tribüne zum etwa fünften Mal ins Bi.. äh Rivella geregnet – und den Sponsoren zum fünften Mal ins Cüpli. Dabei finanzieren diese zu einem schönen Teil den Juniorenfussball.

Aber Fussballkultur in Ehren, auf dem Platz lief am Samstag das Entscheidende – und das war bitter.

 

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1 Comment

  1. Je nach Les- und Zählart starrten 200 bis 320 Zuschauer auf das, was im Oberthurgauer Reiterdorf – äh Stadt – an Zauber von der Hafenelf übrig blieb. Es muss samstags eine miese Vorstellung der 11 bis 14 FCK-Kicker gewesen sein, denen die Leaderposition 2018/19 irgendwie nicht behagt. Wie stellt sich denn der Trainer dazu? Man wähnte sich doch bereits dem Ziel nahe, spurte schon mit einigen Punkten deutlich vorneweg. Vielleicht stimmt es eben doch, was “Hafetschutter” schreibt, in dem er feststellt, dass in ihm das “Gefühl”, auf dem Feld eine “Aufstiegsmannschaft” zu sehen, noch nie so richtig erweckt werden konnte. Dabei hatte, es sei gesagt, der FCK doch einige propere Spiele hinlegen müssen, um überhaupt erst an die Spitze zu gelangen. Dass viele Mannschaften dieser Gruppe 6 schwachbrüstig die laufende Meisterschaft bestreiten, mag ja sein. Ich selbst beobachte allerdings eher ein ständiges Auf-und Ab vieler Mannschaften: Einmal Hop und einmal Flop! Nur gerade Balzers als jetziger Leader, sowie Frauenfeld als vermutlicher Absteiger – die beiden Clubs treffen demnächts noch aufeinander! -, zeigen eine ziemlich konstante Leistung. Wobei diese bei den Thurgauern, im Gegensatz zu den Liechtensteinern, krass negativ besetzt ist. Ein Desaster!

    Da sieht es beim FCK schon deutlich besser aus, ja die Meisterschaft ist noch nicht vergeben. Allerdings – und da liegt Hafetschutter wohl nicht ganz falsch – sollten abschliessend die drei letzten Spiele gewonnen werden, um wirklich noch eine reale Chance zum Aufstieg zu besitzen. Auflösungserscheinung wie derzeit beim Erz-Kantonsrivalen Frauenfeld sind ehrenhalber dringend zu vermeiden. Die bereits eingeheimsten 48 FCK-Punkte lassen sich im Vergleich mit den anderen fünf 2. IR-Gruppen doch stolz ansehen. Mit – durchnittlich – mindesten zwei Punkten in jedem Spiel ist man ja stets in der Spitze anzutreffen.

    Wie steht es überhaupt in den einzelnen Gruppen der 2. IR? Einzig in der Gruppe 1 marschiert Olympique de Genève mit einen enormen Punktvorsprung und einem gigantischen Torverhältnis (das ja leider wertlos ist!) geradewegs in die 1. Classic. Und diese Romandiegruppe ist, im Gegensatz zur nord-östlichen Gruppe 3 (mit ev. …….Kreuzlingen!) bereits grandios besetzt (zumindest auf dem Papier: Étoile Carouge, Martigny Sports, Lausanne Sports II, Vevey Sports, Bulle, Chênois, Fribourg, usw.). In der Gruppe 4 machen zudem Paradiso Lugano und Lugano II, beide weit voraus und noch eng zusammen, die Meisteschaft unter sich aus. In allen anderen Gruppe wird noch heftig an der Spitze gekämpft. Und so ist auch der FCK aufgefordert, die Saison mit einem tollen Endspurt abzuschliessen. Mehr kann nicht verlangt werden. Der Zieleinlauf ist noch immer ungewiss – wie im Springreiten. Beim Gegner kann noch diese oder jene Stange kurz vorm Ziel fallen. Also ran!

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