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Eine Regel aus Absurdistan

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Spiele gegen Rüti sind meist ein unterhaltsamer Schlagabtausch. So auch diesmal beim 6:2-Sieg vor 160 Zuschauern (darunter ein Groundhopper aus Zwickau). Die Mannschaft präsentierte sich ganz anders als in Amriswil – leider zeigt sich der dortige Fehltritt als kaum noch wettzumachen. Während der FCK in den verbleibenden zwei Spielen (Seuzach, Uzwil) zwei Siege für den 1.-Liga-Aufstieg benötigt, reicht dem FC Balzers ein Unentschieden im Heimspiel gegen den FC Widnau (den Rheintalern geht es dabei um nichts mehr). Unter der Woche haben die Liechtensteiner das Vorholspiel beim FC Wil U 20 mit 4:3 gewonnen und am Samstag dem in Auflösung befindlichen FC Frauenfeld ein 8:3 eingeschenkt – und sich so die Türe zur 1. Liga sperrangelweit geöffnet.

Sollte der FC Balzers übrigens tatsächlich Unentschieden spielen, würde der FCK-Aufstieg erneut (!) an der Strafpunkte-Regel scheitern. Nun ist diese Regel allen bekannt, doch das man damit dem Tore schiessen jegliche Bedeutung nimmt, widerspricht unserem Sport auf ziemlich eklatante Weise. Ein 10:0 mit einer Gelben Karte sollte weniger Wert sein als ein 1:0 ohne Gelbe Karte? Absurdistan lässt grüssen. Das mit dieser Regel gegen Ende der Saison unsportliche Konstellationen inklusive Spielmanipulationen zumindest vereinfacht werden sei auch mal erwähnt (Karten sind nun mal leichter zu “wollen” oder zu “verteilen” als Tore!). Der Fairplay-Gedanken in Ehren – aber hier schiesst man übers Ziel hinaus, die Strafpunkte gehören ins dritte Glied nach Punkten und Tordifferenz. Der FCK hat vor Jahren mit seinem diesbezüglichen Vorstoss bei der Delegiertenversammlung seine Arbeit getan. Der Mehrheit der Vereine scheinen Karten wichtiger zu sein als Tore. Aber an dieser Stelle auch eine Kritik an unsere Mannschaft, gerade anfangs Saison gab es viel zu viele “unnötige” Gelbe Karten – dabei haben wir uns doch schon mal einen Aufstieg nur wegen den Strafpunkten verbaut!

Notiz am Rande 1: Unser Youngster Levin Nay hat bisher 3 Tore für unsere 1. Mannschaft erzielt, alle 3 gegen den FC Rüti.

Notiz am Rande 2: “NIEMALS AUFGEBEN” hiess es auf einem 8-Meter-Spruchband im Hafenareal, bei den Fans entwickelt sich immer mehr Teamarbeit, so macht es Spass!

Am kommenden Samstag folgt in Seuzach die letzte Station unserer aus Fan-Sicht gelungenen “Back with a Bang – Tour”. Gemeinsam zum Erfolg!

 

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3 Comments

  1. Hatte sport-fan.ch – und andere! – die FCK-Mannen bereits nach der “Katastrophe Amriswil” faktisch aufgegeben, so ist dieser Punkt effektiv erst dann erreicht, sollte der FCK sein 25-stes Spiel der laufenden Meisterschaft nicht gewinnen können (auswärts gegen Seuzach). Kommen hingegen weitere drei Punkte an den See, so gibt es tatsächlich zwei Endspiele, die den Ligakönig ergeben.

    Wie Hafetschutter erwähnt, spielt Balzers (Endspiel A) zuhause gegen den FC Widnau, und Kreuzlingen (Endspiel B) empfängt die Uzwiler-Elf zum Schlussspurt. Die Spiele begännen nach einem FCK-Dreier bei Seuzach also mit einem Zweipunktevorsprung von Balzers. Balzers müsste also verlieren, und Kreuzlingen gewinnen, um doch noch Meister zu werden. Bei einem Balzemer Unentschieden (und der FCK gewänne) träfe das ein, was Hafetschutter moniert: die Regel mit den Strafpunkten bei Spielpunkte-Gleichstand (was dann für Balzers spräche). Diese Ärgerlichkeit ist solange umstritten, wie der Verband nicht eindeutig darstellen kann, dass eine solche Abrechnung Sinn macht, respektive erklärt, dass es in allen Teilen eine gerechtere Löung sei, als etwa das Torverhältnis. Doch: Auch das Torverhältnis kann nicht unbedingt lupenrein eine Entscheidung sein. Zuviele Unwegsamkeiten können Torfluten erzeugen, eine Mannschaft – z.B. je nach Tabellenstand eines Gegners – bevorzugen (Gegner bereits “gesichert” oder “bereits abgestiegen”). Da böllert es dann gewaltig, wie aktuell das Drama Frauenfeld zeigt (rund 20 Minustore in zwei Spielen!).

    Zur Meisterschaftsentscheidung kann es also nur eine sportlich sinnvolle Lösung geben: Die beiden Erstplatzierten spielen bei Punktegleichheit in einem Heim- und einem Auswärtsspiel den Meister und Aufsteiger untereinander aus. Dies hätte zudem den Charme, dass (Amateur-) Fussball wiedermal als “Ereignis” wahrzunehmen wäre und Emotionen schaffen könnte, wie sie nur Endspiele aufweisen und bekanntlich publikumswirksam die Szene beleben.

    Noch gibt es also keinen Aufsteiger. Die Favoritenrolle ist vielleicht tatsächlich Balzers zuzuschreiben, doch – wie erwähnt – nach einem FCK-Dreier in Seuzach würde die Geschichte ganz neu geschrieben. Dass dann ausgerechnet Widnau in einem grenzüberschreitenden Rheintal-Derby zu einer Überraschung fähig wäre, könnte auf der jüngsten Erfahrung beruhen, dass die Liechtensteiner in zwei Spielen gegen Abstiegsgefährdete (Wil II, und den nun inzwischen leider abgestiegenen FC Frauenfeld) immerhin einige Gegentore zuliessen. Der FC Widnau als Favoritenschreck? Wäre doch eine schöne Aufgabenstellung – zumindest aus Kreuzlinger Sicht!

    Kurz allgemein zu “Liechtenstein” und “Fussball”: Wie kommt es, dass dieses kleine Land (38’000 Einw.) im CH-Fussball eine Mannschaft in der zweiten Liga (Challenge) stellen kann (Vaduz), und – steigt Balzers auf – zwei Mannschaften in der 1. Liga Classic (zusammen mit Eschen-Mauren) aufweist, der Thurgau (275’000 Einw.) fussballerisch nur unter “ferner liefen” rangiert? Wobei ich keineswegs z.B. die 2. ir, Gruppe 6, als sportlich uninteressant bezeichen möchte, sind doch darin eine Menge bekannter Clubs vertreten, die ein Nachbarschafts-Feeling erzeugen (könnten!), was z.B. die 1. Liga Classic weit weniger ausströmt. Wie dem auch sei: Liechtenstein liegt nun mal eindeutig vorn – so gerechnet. Kann das der FCK im Schlussspurt der Meisterschaft mit Unterstützung aus Widnau noch relativieren? Möglich ist im Fussball alles!

    • Solche Entscheidungsspiele würde ich ebenfalls begrüssen, sind sie doch echte Höhepunkte der Saison. Der FC Balzers ist zuhause übrigens ungeschlagen in dieser Saison. Der USV-Eschen-Mauren wiederum steht in den Aufstiegsspielen zur Promotion League (wenn auch gegen die Black Stars Basel in 0:3-Rücklage). Das Verhältnis Liechtenstein / Thurgau ist wirklich hochinteressant. Woran liegt dieser enorme Leistungsunterschied? Was läuft schief im Fussball-Thurgau?

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