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Aus, aus, aus, das Spiel ist aus!

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Aus, aus, aus, das Spiel ist aus! Mit 3:2 gewinnt der FC Kreuzlingen in Bazenheid. Das war eine erste erhoffte Steigerung zum Amriswil-Spiel. Doch es bleibt noch viel zu tun, fünf Tore von zwei mittelprächtigen Gegnern zu kassieren ist zu viel.

Doch auch die anderen Favoriten strauchelten in den ersten zwei Runden Reihenweise (Rüti, Uzwil und vor allem Lugano U21), und was United Zürich bietet ist auch bemerkenswert. Da gab man 3:0 Forfait weil B-Junioren keine Lust hatten um in Uzwil anzutreten. Uzwil-Trainer Sokol Maliqi sah sich um einen 20:0-Sieg gebracht.

Kleiner Tipp für den Verband, 3:0-Forfait passt nicht mit der tollen (Ironie) Strafpunkte-Regel überein. Es müsste 1:0 Forfait plus z.B. 10 Strafpunkte sein, dass Tore schiessen spielt in der 2. Liga Interregional leider nur noch bedingt eine Rolle. Kantersiege macht man nicht mehr für die Meisterschaft sondern nur noch aus Jux und Dollerei.

Notizen neben der Bande. In Bazenheid weiss das Grillangebot zu überzeugen und das Clubhaus ist klein aber gemütlich. Was fehlt, wie bei so vielen Schweizer Amateurvereinen, ist eine überdachte Tribüne. Das müsste kein architektonischer Schnickschnack sein, eine einfache Überdachung bei den bereits vorhandenen Betonstufen würde die ganze Anlage um längen stimmungsvoller machen, nebst dem praktischen Nutzen. Mit dem lokalen Handwerk müsste sowas doch zu machen sein.

Dann war an diesem Wochenende noch ein weiteres Spiel mit Kreuzlinger Beteiligung. Gratulation an Calcio zum Auftritt gegen Luzern im Schweizer Cup. Da wurde auch noch in der 2. Halbzeit der Sieg gesucht und nicht auf Schadensbegrenzung gespielt. Ich glaube ich spreche da für viele Kreuzlinger Fussballfans: es tut weh, dass wir solche Erlebnisse nicht gemeinsam feiern. Diese Entwicklung habe ich schon vor vielen Jahren vorausgesagt. Dieses Jahr mag die Konkurrenz noch befruchten, auf Dauer wird es das nicht.

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2 Comments

  1. Der FC Kreuzlingen hat nach meiner Einschätzung in den letzten Jahren eher “hinten” Probleme aufgezeigt. Tatsächlich sind bereits jetzt wieder “5 so Dinger” nach zwei Spieltagen eingeschlagen, zumal, wie Hafetschutter schreibt, von “mittelprächtigen Gegnern” abgesendet. Vielleicht ist – im Amateurbereich – das Einwerben von über-excellenten Verteidigern auch schwieriger, als das Präsentierenkönnen von Stürmern, die da oder dort mit vielen Toren aufgefallen sein mögen (was nicht immer so weitergehen muss!). Sportchefs wissen dazu mehr.

    Bazenheid: Immerhin muss ich meine stille Blitzrechnung korrigieren. Mir schwante, dass, wenn der FCK im Untertoggenburg auch noch gleich das zweite Spiel verlieren sollte, verbliebe im Saisonverlauf nur ca. noch “dreimal verlieren und zweimal unentschieden” im Programm. Alle anderen Partien müssten gewonnen werden. Denn: So um 60 Punkte herum sollten schon vorliegen, um z.B. an einen Aufstieg zu denken (wenn ein solcher überhaupt anvisiert werden sollte!). Nun kann nach meiner aktuellsten Blitzrechnung immerhin noch “viermal verloren und zweimal unentschieden” gespielt werden. Oder”einmal verlieren und sechsmal unentschieden”. Ginge auch! Wobei ich mich mit diesen Rechenkünsten, wenn sie überhaupt stimmen sollten, wohl endgültig in den interstellaren Raum verabschiede. Und dort wird kaum Fussball gespielt. Oder geht es letztlich im Fussball eben nicht auch – und vielleicht zu oft – um ein Stück Mathematik – vom Spielereinkaufen zur Mannschaftsaufstellung bis zum Ligaerhalt oder Aufstieg? Die schönste Nebensache der Welt ist deutlich komplexer, als es den Normalzuschauer bewegt. Aber selbst ein echter Fussball-Ultra rechnet wohl heimlich!

    Nun ist das Kreuzlinger Fussballfest AS Calcio gegen den FC Luzern bereits Vergangenheit. Das Resultat dürfte den derzeitigen Ansprüchen beider Clubs gerecht werden. Man muss bei solchen Spielen nicht immer gewinnen, um trotzdem gewonnen zu haben. Mindestens so interpretiere ich die Hafetschutter-Bemerkung zum Spiel.

    Die “sportliche Gemeinsamkeit”, die Hafetschutter anspricht, dürfte es übrigens solange nicht geben, wie – man kann es in Schweizer Gazetten lesen – hinterm Döbeli-Fussball ein potenter Macher steht. Erst wenn es in beiden Clubs nicht so richtig voran gehen sollte, würde womöglich die Einsicht stärker, ob nicht Gemeinsamkeit die Zukunft “Fussball in Kreuzlingen” bestimmen müsste, auch wenn eine solche Perspektive von vielen Faktoren abhängig wäre, damit das Ganze gelingt.

    Da ist an erster Stelle die Infrastruktur gemeint. Kreuzlingen, die Sportstadt, besitzt bis heute keine Freiluft-Sportanlage für Fussball in einem vorzeigbaren (Stadt-) Standard. Und es ist auch keine auf absehbare Zeit konkret geplant. Zu viel wurde bereits verschoben. Das für einmal im Zentrum gestandene, mit viel Brimborium aufgemotzte Burgerfeld ist eine Schulsache, die sich als als Leichtathletik- und allgemeiner Rasensportplatz ordentlich bewährt. Fussball geht heute anders. Und Calcio hatte Glück, dass es nicht regnete. Sonst wären Zuschauer, Gäste, Ehrengäste, Sponsoren, (ev. sogar Würste!) usw. elendiglich nass geworden. Denn z.B. die dortige Überdachung, die einst als Schnellschuss für ein Turnfest angelegt wurde, damit die Sportler ihre Utensilien im Trockenen halten konnten, ist in ihrer Funktion banal. Somit läge es an der Zeit, dass sich mal beide fussballenden Clubs bemühen, bei der Stadt ein “Städtisches Stadion” (das ja auch anderen Freiluftveranstaltungen diesen könnte) vehement ins Gespräch zu bringen. Es wäre ein erster Schritt zu Gemeinsamkeit, wie auch immer sich der Fussball in Kreuzlingen in den kommenden Jahren entwickel sollte. Dass alles nicht einfach sein wird, zeigte zuletzt die Club-Erwartungen im Döbeli, als es um ein modernes, ganzjähriges Trainingfeld ging. Aber Widerstand ist auch ein geflügeltes Wort im Fussballsport. Ran also mit neuem Elan!

    Zu bemerken wäre noch, dass sich in der Gruppe 6 der 2. Liga IR Chur bereits als potenter Spitzenanwärter meldet (das neue Stadion wird gerade gebaut!). Und dass die U21 der Luganesi gegen ihre gleichaltrigen von Wil auf eigener Anlage untergegangen sind, verwundert nicht. Bei zweiten Mannschaften oberer Clubs kommt es oft darauf an, wer da gerade auflaufen darf und wie sie sich gemeinsam verstehen. Und das United-Drama ist aussergewöhnlich. Dazu müssten Verantwortliche mal Stellung nehmen.

  2. Auch wenn der FC Bazenheid in dieser Saison nicht mehr so stark zu sein scheint wie noch in der Vergangenheit, muss man zuerst einmal in Bazenheid gewinnen. Daher ist das sicherlich ein erster Schritt in die richtige Richtung, die der FC Kreuzlingen am Samstag gemacht hat. Obwohl der FC Kreuzlingen, wie auch FC Lugano U-21 nicht optimal aus den Startlöchern gekommen sind, führt der Aufstieg, aus meiner Sicht, immer noch über diese beiden Mannschaften. Das sind weiterhin die Top-Favoriten.

    Mit Chur 97 und FC Wil 1900 2 haben sich aber erste Herausforderer angemeldet.
    Obwohl Chur 97 und auch FC Wil 1900 2 mit dem Punktemaximum (6 Pkt.) sensationell in die Meisterschaft gestartet sind, werden diese beiden Mannschaften den oben genannten zwei Teams, aus meiner Sicht, nicht gefährlich werden können.

    Rüti ist zwar Heimstark, aber auf fremden Boden zu unbeständig. Das hat die Niederlage beim Aufsteiger FC Weesen wieder einmal gezeigt. Uzwil traue ich den ganz grossen Wurf nicht zu.
    Chur hat sicherlich das Potential um ganz vorne mitspielen zu können. Chur 97 verfügt über eine starke, wie auch routinierte Mannschaft. Die mit etlichen 1.Liga Spielern gespickte Churer Mannschaft hat zwar in Widnau das Spiel mit 2:0 für sich entscheiden können, Widnau war aber in diesem Spiel sicherlich nicht die schlechtere Mannschaft, und hätte sich daher einen Punkt mehr als verdient gehabt. Die Widnauer haben super gespielt, sich aber für ihren engagierten Auftritt leider nicht belohnen können. Wenn man aber diese Leistungen weiterhin abrufen kann, dann sollte der Klassenerhalt eigentlich realisiert werden können. Die nächsten Spiele FC Kreuzlingen (A), FC Uzwil (H) und AS Calcio Kreuzlingen (A) haben es aber In sich.

    FC United Zürich hat das 3 Rundenspiel gegen den Aufsteiger FC Bassersdorf nun terminiert. Man darf also davon ausgehen, dass der FC United Zürich das Heimspiel gegen den FC Bassersdorf nicht forfait geben wird. Zu hoffen ist, dass endlich eine konkurrenzfähige Mannschaft auf dem Feld stehen wird. Ansonsten ist es dann wirklich Wettbewerbs Verfälschung, wenn der FC United Zürich erst Mitte der Vorrunde Konkurrenzfähig ist.

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