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Quo vadis FCK?

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Wenigstens drei Punkte… So die Meinung nach 90 Minuten FCK – FC Widnau im Hafenareal. Zwar konnte man erneut zahlreiche Schwächen im Team ausmachen, bei einzelnen Spielern, im Kollektiv, im Auftreten insgesamt, doch man führte mit 3:2 und hatte etliche Chancen zum 4:2.

Doch dann kam die verhängnisvolle Nachspielzeit. In der letzten Spielszene kam es zum bereits zweiten Penalty für die Rheintaler – und mit dem Schlusspfiff hiess es 3:3.

Was für eine Enttäuschung für die meisten der 190 Zuschauer. Es bewahrheitet sich halt doch, zu viele Spielerwechsel tun einer Mannschaft selten gut. Noch ist Hoffnung da, denn bis jetzt sieht man keinen wirklichen Favoriten in dieser Saison. Lugano U21 enttäuscht bisher auf ganzer Linie. Doch der Abstand darf in den nächsten Runden nicht zu gross werden.

Am nächsten Samstag folgt das Stadtderby im Hafenareal. Eigentlich zu früh für unsere Mannschaft. Da muss jeder ans Limit gehen, für den FC Kreuzlingen 1905.

Eine gute Nachricht zum Schluss. Unsere neuen Fanschals verkaufen sich sehr gut im Norman-Smith-Stand, es ist immer schön wenn so etwas geschätzt wird, vielen Dank an die Käufer! Wer noch keinen hat, ich habe bei jedem Heimspiel ein paar Exemplare dabei.

Schnappschuss: Ein FCK-Fan nach Spielschluss sinnierend am Hafen.

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6 Comments

  1. Quo vadis FCK?

    Obwohl der Saisonstart mit vier Punkten (1S, 1U, 1N) aus drei Spielen nicht optimal geglückt ist, sehe ich den FC Kreuzlingen auch in dieser Saison ganz weit vorne. Gegen den FC Widnau hätte es eigentlich ein Heimsieg geben müssen. Nimmt man nur die letzten zehn Minuten, wo Kreuzlingen drei Top-Chancen vergab, und somit das 4:2, und die Siegsicherung verpasste, hätte eigentlich der FCK die drei Punkte verdient gehabt. Wer solche Top-Chancen aber vergibt, muss sich am Ende nicht wundern, wenn man ohne Vollerfolg dasteht. Auf das gesamte Spiel gesehen, Ist der Punkt vom FC Widnau sicherlich glücklich, da er durch einen fragwürdigen Penalty zustande gekommen ist, aber aus meiner Sicht nicht unverdient, und daher auch nicht gestohlen. Der FC Lugano U-21 ist ja sogar noch schlechter aus den Startlöchern gekommen.
    Ich wünsche dem FC Kreuzlingen für den weiteren Saisonverlauf alles Gute, und viel Erfolg.

    Das Spiel FC Kreuzlingen – FC Widnau 3:3 (1:1) aus Sicht eines FC Widnau Fan.

    Es hat sich auch heute wieder bewahrheitet, dass der FC Kreuzlingen so etwas wie ein Lieblingsgegner vom FC Widnau ist. Die Reise vom FC Widnau nach Kreuzlingen war in den letzten Jahren jeweils von Erfolg geprägt. Dies sollte auch am heutigen Samstag wieder so sein. Ein 3:3 Unentschieden gegen einen spielstarken FC Kreuzlingen muss man aus Sicht vom FC Widnau als Erfolg ansehen. Erst recht, wenn man den Spielverlauf betrachtet. Heute brauchte es nämlich vor allem in den letzten zehn Minuten, als der FC Kreuzlingen beim Stande von 3:2 zwei, drei 100% Chancen vergab, und somit die Siegsicherung verpasste, aber auch eine gewaltige Portion Wettkampfglück.

    Was war das für ein Spiel. Sechs Tore, davon zwei sehenswerte (1:1 Ausgleich vom FC Widnau, und das 3:2 Führungstor vom FC Kreuzlingen), was will der Fussball Fan noch mehr. Die Kreuzlinger Fans werden sicherlich sagen, ein Sieg ihrer Mannschaft. Sah doch nach dem 3:2 Führungstor (81.) eigentlich alles nach einem Vollerfolg ihrer Mannschaft aus. Da man aber drei 100% Chancen vergab, gelang dem FC Widnau, aus einer mehr als fragwürdigen Elfmeterentscheidung, mit der letzten Aktion des Spiels noch der 3:3 Ausgleich (94.). Aus meiner Sicht sah das eher nach einem Stürmerfaul von Lo Re aus. Also kein Elfmeter. Vielleicht habe ich aber auch etwas übersehen (stossen, ziehen). Einige Minuten zuvor, so ca. 86.Minute, hätte der Unparteiische zwingend auf Elfmeter für den FC Widnau entscheiden müssen. Unbegreiflich wieso der Unparteiische das Halten des Kreuzlinger Spielers an Noah Thönig nicht sah, und somit auch nicht auf Elfmeter entschied. Da der Kreuzlinger Spieler aus meiner Sicht sogar auch noch letzter Mann war, hätte es sogar nicht nur Elfmeter für den FC Widnau, sondern auch Rot für den Kreuzlinger Spieler geben müssen. Also kann man den Elfmeterpfiff in der 94.Minute wohl als Kompensation ansehen. Gestohlen ist dieses Unentschieden sicherlich nicht, haben die Widnauer über weite Strecken des Spiels doch ein ordentliches Spiel gezeigt.
    Die Widnauer starteten eigentlich gut in die Partie, mussten aber nach ca. 9 Minuten trotzdem das 0:1 hinnehmen. Ein unnötiger Ballverlust im Mittelfeld nutzten die spielstarken Kreuzlinger eiskalt zur 1:0 Führung aus. Dieses Führungstor gab dem FC Kreuzlingen Oberhand. Die vorhandenen Chancen konnten die Einheimischen aber nicht zum durchaus möglichen Führungsausbau verwerten. Die Widnauer liessen in dieser Phase dem FC Kreuzlingen viel zu viele Freiräume. Wenn man so spielstarken Spielern zu viele Freiräume gewährt, dann bekommt man Probleme, die der FC Widnau zwischen der 10-35 Minute dann auch hatte. Torchancen konnte sich der FC Widnau in den ersten 35 Minuten praktisch keine erspielen. Den Ton gab der Favorit FC Kreuzlingen an. Da die Widnauer, bis auf die linke Seite, wo die Kreuzlinger einige Male gefährlich durchbrechen konnten, Defensiv auch in dieser Phase nicht allzu viel zulassen mussten, blieb es auch in der Druckphase der Kreuzlinger beim einen Gegentor.
    So ab der 35 Minute bekam dann der FC Widnau wieder vermehrt Zugriff auf das Spiel, und man konnte nun auch einige Offensivaktionen starten. Es waren zwar wenige, aber eine solche brachte kurz vor dem Pausenpfiff den 1:1 Ausgleich. Was war das für ein tolles Tor. Nur schon dieses Tor war das Eintrittsgeld wert. Der von einer Gelb Sperre wieder ins Team zurückgekehrte Stefan Lukic, heute nicht im Defensiven Mittelfeld wie in Bazenheid, sondern in der Innenverteidigung agierend, bediente mit einem Traumpass über die gesamte gegnerische Abwehr den gestarteten Daniel Lässer. Mit seiner ganzen Klasse überlupfte Lässer den herausstürmenden Torhüter Alen Mujkanovic, und konnte somit mit diesem Tor, Prädikat Tor des Monats, den 1:1 Ausgleich erzielen (42.).

    Mit diesem Resultat ging es dann auch in die Pause. Für den FC Widnau war dies sicherlich ein schmeichelhaftes Resultat, waren die Einheimischen zwischen der 10-35 Minute doch klar das spielbestimmende Team. Obwohl die Widnauer in den letzten zehn Minuten der 1.Halbzeit besser ins Spiel fanden, kam der Ausgleich fast wie aus dem Nichts.

    Nun lag es natürlich am FC Kreuzlingen wieder mehr fürs Spiel zu tun. Ab der 35 Minute glitt ihnen das Spiel etwas aus der Hand, und somit konnte der FC Widnau, zwar aus dem Nichts, aber trotzdem nicht unverdient den 1:1 Ausgleich erzielen. Widnau zeigte sich in der 2.Halbzeit verbessert, und erhielt in der 64. Minute völlig zurecht einen Penalty zugesprochen. Daniele Varano liess sich diese Chance nicht nehmen, und brachte die Widnauer vom Elfmeterpunkt aus mit 2:1 in Führung (64.). Diese Führung war vielleicht etwas schmeichelhaft, sicherlich aber nicht gestohlen.
    Nun warf der FC Kreuzlingen natürlich alles nach vorne. Die Druckphase wurde durch ein schön herausgespieltes Tor, Bode musste am hinteren Pfosten nur noch einschieben, dann auch mit dem 2:2 Ausgleich belohnt (67.). Es sollte für die Kreuzlinger sogar noch besser kommen. Der kurz zuvor eingewechselte Giovanni Pentrelli brachte die Einheimischen zum zweiten Mal in diesem Spiel mit 3:2 in Führung (81.). Auch dieses Tor, war wie das von Lässer, ein Heber über den Torwart, und somit sehenswert.
    Nun schienen dem FC Widnau die Punkte davon zu schwimmen. Der FC Widnau musste nun natürlich hinten öffnen, was dem FC Kreuzlingen natürlich entgegenkam. Der Widnauer Torhüter Florin Wetter, der zuerst einen Ball mit einer katzenartigen Flugparade aus dem Lattenkreuz fischte, und danach gegen einen alleine auf ihn zulaufenden Kreuzlinger Spieler, mit einer tollen Fussabwehr das sichere 2:4 verhinderte, hielt die Widnauer weiterhin im Spiel. Da auch ein Kreuzlinger Spieler einen Querpass auf Höhe der 5-Meter Linie aus kurzer Distanz, anstatt ins Tor schob, über die Latte hämmerte, durften die Widnauer weiterhin von einem Punktgewinn träumen.
    In der letzten Minute der Nachspielzeit (94) dann die von mir schon beschriebene Elfmeteraktion. Ein Ball in den Kreuzlinger Strafraum wo der Widnauer Stürmer Lo Re und ein Kreuzlinger gemeinsam auf den Ball gehen. Lo Re wollte wohl schiessen, trifft aber aus meiner Sicht den Gegner am Fuss . Trotzdem entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter. Dies war aus meiner Sicht, wie bereits die Elfmeterentscheidung Minuten zuvor (ca. 86 Minute), wo er einen, aus meiner Sicht, glasklaren Elfmeter für den FC Widnau nicht gab, eine Fehlentscheidung. Dieses Geschenk, ich nenne es jetzt einfach einmal Kompensationsgeschenk, brachte dem FC Widnau einen, aufgrund der letzten zehn Minuten, so wohl nicht mehr erhofften Punktgewinn.

    Das Spiel heute hat wieder einmal gezeigt, dass ein Spiel erst zu Ende ist, wenn es der Schiedsrichter mit dem Schlusspfiff beendet hat.
    Der FC Kreuzlingen muss sich an der eigenen Nase nehmen, dass Sie dieses Spiel nicht gewonnen haben. Aufgrund der Chancen, da hatte der FC Kreuzlingen doch deutlich mehr als der FC Widnau, hätte der Sieger eigentlich FC Kreuzlingen heissen müssen.
    Die Widnauer haben aber auch heute wieder ein ordentliches Spiel gezeigt, und wurden für ihr aufopferndes Spiel am Ende mit etwas, oder soll ich sagen viel Wettkampfglück, doch noch mit dem einen Punkt belohnt. Das Glück des Tüchtigen war in diesem Spiel, betrachtet man nur die letzten zehn Minuten, auf Seiten der Widnauer. Über das gesamte Spiel gesehen, ist das aber kein unverdienter Punkt. Da die Widnauer gegen ein starkes Kreuzlingen, über weite Strecken der Partie, gut mithalten konnten. Das Wettkampfglück, dass der FC Widnau am vergangenen Samstag bei der 0:2 Heimniederlage gegen Chur 97 noch fehlte, hatte man gegen den FC Kreuzlingen auf seiner Seite. Um gegen solch eine spielstarke Mannschaft, wie es der FC Kreuzlingen zweifelsohne ist, bestehen zu können, braucht es aber nicht nur eine gute, sehr gute Leistung, sondern natürlich auch das nötige Wettkampfglück.
    Da auch der andere grosse Aufstiegsaspirant FC Lugano U-21 noch nicht den Tritt gefunden hat, stehen derzeit andere Mannschaften an der Tabellenspitze.

    Ich wünsche dem FC Kreuzlingen für den weiteren Saisonverlauf alles Gute, und viel Erfolg.

  2. Eine ausgeglichene Saison-Anfangsbilanz: 1-1-1 (gewonnen-unentschieden-verloren). Macht also summa summarum gewonnene 4 Punkte und verlorene bis anhin 5. Nur bei den Strafpunkten gehört der FCK derzeit noch der Spitzengruppe an. Wenn rund 60 Punkte – bei total 75 zu vergebenden – zum Titel reichen könnten, wie ich bereits mal ersann, so sind also nur noch rund 10 zu verlieren, um mithalten zu können. Und das bei noch ausstehenden 23 Spielen! Man hätt dem FCK 1905 wahrlich einen stärkeren Saisonstart gewünscht. Und wenn dann noch das kommende Stadtderby verloren gehen sollte, wäre die Meisterschaft (wenn es nur darum in einem Ligasport gehen sollte!), wohl ziemlich abzuschreiben und die Mannschaft könnte légèrer einem noch immer passablen Ziel engegenstreben, das – wie mal offiziell geäussert wurde -, schon “unter den ersten Fünf, gar Drei”, als ein schönes Schlussresultat gelten würde. Da wollten sich Insider vielleicht bereits aufgrund der (wiedermal) neuen Mannschafts-Zusammenstellung nicht auf den äussersten Ast wagen. Als zuschauender oder auch nur medial beobachtender Fan geht man da oft mit einer anderen Prämisse in die neue Saison, auch wenn er – der Ast – schliesslich brechen sollte. Dann eben auf ein Neues! Und man fällt ja nur auf Natur-oder Kunstrasen (allerdings nicht auf allen Kreuzlinger Sportanlagen möglich!).

    Nun kommt jedoch ein starkes sportliches “Aber”: Schon oft haben sich 11 FCK-ler (plus Eingewechselte) aufgetan, just in dem Moment zuzuschlagen, als ein relatives Versinken drohte. Und so könnte nun tatsächlich am Wochende ein Stadtderby, wie es gegen andere Derbygegner auch schon vorgekommen sein soll, den verspäteten Aufbruch signalisieren. Noch immer steht ja in 23 Spielen ordentlich Spielzeit zur Verfügung. Regulär 2070 Minuten. Sogar ohne Schiri-Zusatzzeit, in der dann jeweils auch noch gerne der Siegtreffer fallen darf, um die Zuschauer eines besseren zu belehren und kommende Gegner zu erschrecken. Voraussetzung dürfte allerdings sein, dass vorne das reingemacht wird, was einem guten Amateurspieler eigentlich zustehen sollte, dabei seine Kumpels hinten den Laden gut abdichten. So passt’s bekanntlich.

    Stadtübergeordnet ist zu hoffen, dass viele Zuschauer dem “Derby” entgegenfiebern und zum Hafen pilgern. Man darf es ruhig als ein “sportliches Ereignis” bezeichnen, das neben einer – hoffentlich bezaubernd fussballerischen -, auch eine stadtgesellschaftliche Relevanz aufzuweisen hat. Es sind also auch einige Stadtvertreter/-vertreterinnen zu erwarten (Es darf dabei auch ruhig regnen!).

    In der Summe: Wann begegnen sich in Kreuzlingen schon zwei Stadtclubs auf amateursportlich ordentlicher Ligahöhe? Ich sage mal so: 3-400 Interessierte sollten schon dabei sein. Mit verteiltem Enthusiasmus friedlich vereint (und besonders vielen Fanschals!). Stadtfussball par excellence als spannende Wochenendbeglückung.

    Hopp oder Forza…..! Man hat für einmal die Wahl.

  3. Derby? Wieviele Einheimische spielen bei beiden Kreuzlinger Vereinen? Das nennt ihr Derby?
    Der FCK muss gandenlos zusehen wie sie von Calcio überrennt werden in dieser Saison. Ihr lebt in einer anderen Welt liebe FCler. Hochmut kommt meistens vor dem Fall.
    Wenn ich nach dem Spiel jeweils das Trainerinterview anhöre, muss ich leider sagen, “Hallo in welcher Liga spielen wir eingentlich” Es ist immer noch die 5 Liga der Schweiz und wir liebe FCler wir spielen ohne einheimische Spieler. Wir werden so nie Erfolg haben wenn man jedes halbe Jahr wieder 6-7 Neuverpflichtungen zusammenkauft.

    Leider snd wir nicht mehr lange die Nummer 1 in Kreuzlingen. Calcio wird uns den Rang ablaufen.

    • Danke für den kritischen Kommentar, ich habe ihn gerne veröffentlich weil ich glaube das nicht wenige genau so denken. Die Frage ist wie man Einheimisch definiert. Fakt ist jedenfalls das beim FC Kreuzlingen fast alle Spieler im nächsten Umkreis des Hafenareals wohnen. Beidseits der Grenze, weil die Konstanzer Spieler bei einem starken Verein vor ihrer Haustüre spielen wollen – und das ist nun mal der FC Kreuzlingen. Bei Calcio wird es nicht viel anders sein. Die Zeiten wo man sich teure Spieler von “auswärts” leistet, sind jedenfalls beim FC Kreuzlingen schon mindestens 10 Jahre her.
      Den Trainertalk finde ich eine schöne Sache, etwas mit Ernsthaftigkeit und Hingabe machen ist nicht gleich Hochmut. Bei den letzten beiden Trainertalks war ich allerdings nicht anwesend, weiss also nicht was dort gesagt wurde.
      Zu viele Neuverpflichtungen kann man dem FCK über die Jahre sicherlich ankreiden, erneut vor dieser Saison. Wenn man die Hintergründe kennt, weiss man aber auch wie schwierig das Thema ist. Viele Vereine haben in etwa gleich viele Spielerwechsel, so offensiv wie der FCK kommuniziert es einfach kaum ein Verein (vielleicht ein Fehler, aber würde jeder Verein so viel Pressarbeit betreiben, die Liga wäre für die Zuschauer interessanter). Manche Vereine sind aber in der Lage das mit dem Spielerstamm besser zu machen, keine Frage.
      Was ich mit Sicherheit weiss, zusammengekauft sind die neuen Spieler nicht, dafür würden schlichtweg die finanziellen Mittel fehlen.
      Andere Kritikpunkte am Kreuzlinger Fussball könnte ich besser verstehen. Aber dazu schreibe ich ein andermal vielleicht mehr 🙂
      Freuen wir uns auf das Derby, dieses ist eine echte Premiere im Kreuzlinger Meisterschaftsfussball – und das seit 1905. Auch Kritiker und Skeptiker sind dabei willkommen, dass schöne beim Amateurfussball sind ja die kurzen Wege, bei Kritik stösst man bei den Involvierten auf offene Ohren, so kenne ich jedenfalls die FCK-Verantwortlichen.

    • Geehrter Josef! Es scheint fast, dass Sie bald als “Giuseppe” angesprochen werden möchten – humorig gesagt! Nun, es geht aktuell vielleicht weniger darum, wer in Kreuzlingen die Nr. 1 ist. Die Stadt kann sich vorerst einfach mal glücklich schätzen, einerseits einen Traditionsclub mit seinen Meriten in ihren Mauern zu haben, andererseits auch einen jüngeren, aufstrebenden, etwas anders inspirierten Club, der nun auf gleicher Ligahöhe spielt und sich erst beweisen muss.

      Zum (Ihrem?) FCK 1905 ist zu sagen, dass er in der letzten Saison immerhin fast aufgestiegen wäre (das verd…… Amriswil!!!). Diese Performance muss AS Calcio zuerst mal schaffen. Auch die Döbelianer werden mal eine Krise erleben, sich dann fragen, wo sind denn unsere Künste geblieben. Ist halt Fussball! Der derzeitige Vormarsch ist noch kein Durchmarsch (etwa bis Promotion). Soviel Moneten sind (noch?) nicht im Spiel! Und dann wäre da zudem eine städtische Angelegenheite (Stadionfrage), die hemmen würde. Nicht mal einen anerkannt sinnvollen Kunstrasen-Trainings- und Spielplatz konnten die Calcio-Verantwortlichen leider, trotz euphorischer Voraussagen ihres Präsidenten, durchboxen. Fussball Kreuzlingen erlitt durch Sportmuffel, aber viel Grünnaturgeschwätz (oder war es das viele Geld, oder noch was anderes?), eine deutliche Niederlage. Sie sass. Das ist bis anhin die Realität.

      Daher kommt nun wirklich, geehrter Josef, ein Derby in der richtigen Zeit. Es wird erklären (müssen), wie es denn in Kreuzlingen allgemein um die Fussballbegeisterung steht. Dabei ist dies keine Frage der Ligazugehörigkeit. Es geht um eine Gesellschaft, die sich im Sport als Gemeinschaft wiedererkennen kann (könnte!). War langezeit mal Ehrensache – vom Juristen, Buchhalter, über Sportskollegen aus anderen Sporarten (!), usw., – bis zum einfachen Strassenfeger. Oder umgekehrt erwähnt! Frauen nicht vergessen. Man war begeistert.

      Zeiten ändern sich. Ein besonderes Merkmal: Sie sind heute viel medialer, kommunikativer ausgerichtet. Daher darf auch ein Trainergespräch nach Spielschluss sein. Was ist dagegen einzuwenden? Im Gegenteil: Die Trainer sollen nicht einfach in der Kabine verschwinden, sondern sich tapfer dem Publikum, der Presse erklären, Fragen beantworten, Perspektiven aufzeigen, usw. Gehört zum Gemeinsinn von Clubanhängern und Verantwortlichen.

      Wie gesagt – andere Zeiten. Noch einige Beispiele dazu: Früher hatten wir nicht mal Nummern auf den Leibchen, dieses feste Textil dafür noch in die Hose geklemmt, zuhause gewaschen. Heute sind schon die kleinsten Kicker numeriert, gehen ins Trainingslager – Entschuldigung: Camp! Wir machten 1 bis 2x die Woche lockere Turnübungen auf der heimischen Wiese. Dann wurde etwas geballert. Die Bälle waren noch echt aus dickem Leder. Mit gigantischen Zwienähten. Heute knallen manche aus 20 Meter dem Goali die Hightechkugel zentimetergenau ins Lattenkreuz. Früher geriet sowas zum Jahres-Stadionereignis. Heute wird es wöchentlich erwartet. Und es reichte eine einfache Holzbank als Auswechselbank. Bei Regen schwupp die Windjacke über den Kopf. Und man lief zur Aufstellung nicht grossartig im Gänsemarsch aufs Feld und klatschte ab. Ein “….dem FC So-und-so-ein-dreifach….” (usw.) nach der allgemeinen Einnahme der angetrauten Aufstellungsposition, stimmlich eingeleitet vom Käpten, musste genügen. Schön auf Gegenseitigkeit intoniert. Und erst die internationalen, feinen, farbigen, hübschen Markenschuhe! Mit unseren einheitlich schwarzen Tretern hätten wir trittfest quer durch das Alpsteinmassiv wandern können. Wir wären abends in der Berghütte kaum sonderlich aufgefallen. Beispiele ohne Ende (Noch ein letztes: Physio/Massage? Man rieb sich einfach “Sloan’s Liniment” – oder was Vergleichbares! – auf den Schmerz. Man durfte sich danach nur nicht die Augen reiben! Und schon gings wieder wie die Post ab nach dieser medizinischen Selbstheilung.

      Neuen Bedingungen muss man sich heute auch im Fussball breit stellen. Das alles hat mit “Hochmut” wenig oder gar nichts zu tun, auch wenn einiges vielleicht als übertrieben, als zu hochnäsig für die Liga 5 erscheinen mag. Wie beschieben: Wir leben in einer auf Kommunikation getrimmten Zeit. Dem kann sich ein Club auf Dauer nicht entziehen.

      Noch kurz zu “Neuverpflichtungen” und “Einheimischen”: Da hat sich etwas in den vergangenen zwei Jahrzehnten tatsächlich nicht immer zum Guten entwickelt. Aber, geehrter Josef: Wenn sie entscheidend bessere, machbare Ideen haben, dann können Sie diese dem Club ruhig mal vortragen. Schaut man rundum, ist diese “Problematik” allerdings weit verbreitet. So wie ich mich erinnere, hat z.B. über die enorme Wechselhäufigkeit Hafetschutter schon mal einen kleinen Liga-Einblick gegeben. Der FCK und der (oder die?) AS Calcio machen sich da gegenseitig aber wohl nichts vor. Ich nehme an, dass die Situation “auf dem Lande” schon noch einen Zacken anders ist. Und über die internationalen Massstäbe müssen wir nicht diskutieren.

      Zum Schliss: Wie hiess es jeweils nach einer bekannten Literatursendung? “Den Vorhang zu und alle Fragen offen” (nach Brecht). So ist es auch im Fussball, wenn man sich zu diskutieren anschickt: Es lohnt sich immer, den Vorhang ab und zu weit zu öffnen. Dazu hat sich “Josef” ziemlich kräftig gewagt. Und Hafetschutter hat es publiziert.
      “Schau’n mer mal, dann sehn mer scho” (Beckenbauer).

  4. attenzione attenzione der Josef hat geschrieben 🙂 der Josef ist mit Sicherheit kein Calcionese. Wenn man(n) seine Zeilen nämlich genau liest merkt man den Frust eines FCK-Anhängers… weil… ? : vor lauter Erbostheit ist ihm entgangen das in dieser Saison zwar Calcio dem FCK den Rang ablaufen wird aber zu welchem Preis ?? Der Döbeliverein ist eine zusammengekaufte Truppe, “schlimmer” als etwa der FCK. Das Budget ( meine Schätzung ) dürfte sich so ca.im Rahmen eines Spitzenteams der 1.Liga bewegen. Dort hat man nicht nur lauter “Auswertige” sondern dort wir regelrecht mit den Moneten herumgeworfen.. Ok zu Ehrenrettung von Calcio: Die Ziele des Vereins sind vermutlich in einem anderen Segment anzusiedeln als die vom FCK….oder doch nicht ? Wer zahlt befiehlt hiess es jeweils bei den alten und neuen Eidgenossen die man aber nicht einmal mit einem Nasa-Feldstecher entdecken kann in der Hafenstadt. Ich finde diese Entwicklung eine äusserst Gefährliche. Da konkurrenzieren sich 2 Stadtvereine bis aufs Blut und rennen beide direkt in eine Betonmauer. Nach solchen Kämpfen gibt’s es schlussendlich nur Verlierer.

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