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September 2019

Überlebenskünstler United

in Vor- und Nachbetrachtungen by

“Nach FCZ und GC kam gleich United”, meinte ein Zürcher Vater neben mir über die Vereinswünsche des fussballspielenden Nachwuchses. Alles aus und vorbei, heute kämpft man bei United ums überleben.

Am Ende hiess es 4:1 im Hafenareal, viele Zuschauer wollten die “Wundertüte” United nicht sehen (160, Minusrekord). Für die Zuschauer wars unterhaltsam, nur die letzten 20 Minuten etwas mühsam. Als hätten sich die Spieler die unentwegten Handzeichen des “Maestros” aus der Nordostecke zu Herzen genommen. Dieser drückte nach dem 4:0 auf die Bremse “abefahre, abefahre”. Gesagt, getan, statt eines Kantersiegs stotterte es. Kürsat im Trainertalk: “das war dann noch 5.-Liga-Niveau”. Für Erheiterung sorgte ein Spruch aus dem Kickers-Lager “do spieled jetzt die Blinde gäge die Lahme”.

Nach dem Spiel betrat der sympathische United-Trainer Kustrim Dzaferi in verschwitzter Spielerkleidung das Clubhaus – er ist angetreten zum Himmelfahrts- kommando der Zürcher. “Wir sind alles Altstetter und wollten den Verein nicht sterben lassen”. Applaus und Anerkennung beim Trainertalk – die Leistung war so fair wie couragiert. Am Ende des Trainertalks die Fragen aus dem Publikum, eine jeweils heikle Angelegenheit “i ha do selber gspielt!!”. Am Ende erlöste Gesichter, am Hafen hat man einen weiteren Spieltag überstanden, 1. Liga wir kommen.

Nun geht es am kommenden Samstag zum Spitzenreiter nach Chur. Mission Tabellenführung. Es fährt ein FCK-Car ins Bündnerland. Abfahrt 12.30. Für manch einen eine ganz persönliche Mission, die “Mission Einlass”. Spannung auf und neben dem Platz. Wir sehen uns in Chur.

Gefreut haben wir uns über die Besucher im Norman-Smith-Stand. Torsten aus Hannover (“Blick über den Lahmannhügel”) und Pascal (Football Disco) Claude. Die Kreuzlinger Kränze zirkulierten.

Fanschals der Smith-Bande

in Portenos by

Gleich zwei neue Fanschals der Norman-Smith-Bande sind erhältlich.

Ein warmer Jacquard-Schal in Premium-Qualität (ohne Seitennaht, weicher, dichter und bessere Farbklarheit als gewöhnliche Jacquard-Schals) und ein etwas kleinerer Seidenschal (Polyester, für den Sommer). Beide mit jeweils unterschiedlicher Vorder- und Rückseite.

Die Schals sind auf jeweils 20 Stück limitiert und wir verkaufen sie für jeweils 20 Franken pro Stück, was bei dieser kleinen Auflage etwa dem Selbstkostenpreis entspricht.

Erhältlich sind die Schals bei den Heimspielen im Norman-Smith-Stand.

Kauft auch die offiziellen Fanartikel, diese findet ihr bei den Heimspielen im Fanshop an der Kasse. Dort sind schöne Balken-Schals mit gesticktem FCK-Logo und der offizielle Jacquard-Schal erhältlich (Ganzes Sortiment des offiziellen Fanshops).

Der schlechteste Fussballkanton?

in Gedanken zum Amateurfussball by

“Ist nicht der Thurgau der schlechteste Fussballkanton der Schweiz?” Diese etwas ketzerische Frage stellte mir Mämä vom ZWÖLF-Magazin bei einem Gespräch im Hafenareal.

Da musste ich gleich mal nachschauen. Nur 6 Kantone haben keinen Verein zwischen der Super League und der 1. Liga. Das wären neben dem Thurgau: Graubünden, Uri, Obwalden und die beiden Appenzell. Einwohnermässig sind Uri (36’000), Obwalden (37’000) und die beiden Appenzell (AI 16’000, AR 55’000) entschuldigt. Bleiben der Thurgau (274’000 Einwohner) und Graubünden (198’000 Einwohner).

Der Thurgau stellt immerhin drei Vereine in der 2. Liga IR (FCK, Calcio, Amriswil), Graubünden mit Chur 97 nur einen. Im Thurgau sind es also 91’000 Einwohner auf einen Verein der fünfthöchsten Liga, womit man die Rote Laterne gerade noch nach Graubünden weiterreichen kann. Andererseits, wir sind der grösste Kanton ohne 1.-Ligisten.

Gut, es gab zwei Phasen wo man es hätte schaffen können. In den 1930ern der FC Kreuzlingen (sportlicher Aufstieg in die Nationalliga, damals höchste Liga) und in den 1980ern der FC Frauenfeld (mehrere Jahre in der Nationalliga B). Etwas substantielles ist dabei weder hier noch dort entstanden. In Frauenfeld profitiert man wenigstens noch von einer Tribüne aus dieser Zeit (Foto), immerhin.

Auf der deutschen Seite des Bodensees siehts nicht besser aus. Warum findet man (auch geschichtlich), in unserer Region kaum überregional erfolgreiche Fussballvereine?

Mit der Grenzlage ist es nicht zu erklären. Im Tessin stehen sich traditionell erfolgreiche Fussballvereine auf den Füssen.

Mir sagte mal einer, der Bodensee’ler würde sich nur schwer begeistern lassen. Man ist hier eher gemütlich als visionär.

Horror-Trip für den Rössli-Club

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Was für eine Woche für den FC Seuzach. Der Tabellenführer verliert 4:2 gegen den FC Bazenheid, dann wird der 4:0-Sieg in Weesen annulliert und neu angesetzt (wegen eines falschen Schiedsrichter-Handzeichens bei einem Freistoss!) und danach verlieren die Seuzemer gleich noch 4:1 gegen den FC Kreuzlingen. Ein kleiner Horror-Trip für den Rössli-Club.

Ich musste das Spiel schwänzen und verbrachte den Samstag bei meiner ebenfalls am Regionalfussball interessierten Verwandtschaft in Stockach (“jetzt händ ehr au no de Manuel Stark gholt, mir glaubeds ned, die beschte sind immer bi eu!” “und sogar de Löffler isch etzt i de Schwiiz, sag mal verdient de Marius was in Kreuzlinge?”

Während meine Oma ihr 83. Jubeljahr feierte, starrte ich immer mal wieder unauffällig auf den Live-Ticker aus Seuzach. Als man dort “einen Schnupf mit dem Präsidenten” ankündigte, war die Sache bereits fast gelaufen. Zufrieden lehnte ich mich zurück. Andere Gäste wurden nun unruhig am Tisch. Der Grund, natürlich, Fussball (“weisch scho es Resultat?”).

Foto: fcseuzach.ch

Nachtrag vom Landboten: «Kreuzlingen war technisch, läuferisch und physisch unser bisher bester Gegner», fasste Seuzachs Trainer Stéphane Lüthi zusammen. // Balsam für die FCK-Seele –  Überheblichkeit wäre aber ganz fehl am Platze.

Das Stadtderby-Plakat

in Stadtduell FCK vs Calcio by

Das Spielplakat zum historischen 1. Stadtderby ist nun auch für FCK-Fans und Sammler erhältlich. Hol Dir dein Erinnerungsposter für 5 Franken (Format A3). Nur an Direktabholer, Interessenten melden sich im Norman-Smith-Stand.

Gewürfelte Resultate

in Vor- und Nachbetrachtungen by

FCK-Calcio 3:0, FCK-Rüti 1:4, Calcio-Rüti 2:0. Auch ansonsten reiht sich in der Liga Überraschung an Überraschung und entsprechend liegen nach sechs gespielten Runden zwischen dem Leader und dem Vorletzten nur sieben Punkte Differenz.

Gesagt ist in dieser Saison noch überhaupt nichts. Selbst Uzwil, Lugano und Rüti auf den Plätzen 10, 11 und 12 könnte man sich noch im Aufstiegskampf vorstellen – und auch Schlusslicht United Zürich (0 Punkte, 5:41 Tore) sollte man nicht abschreiben. Die Zürcher haben kurz vor Transferschluss noch ein paar Neuzugänge gemeldet und könnten spätestens zur Rückrunde mit einer konkurrenzfähigen Mannschaft überraschen.

Beim FC Kreuzlingen steht nach dem 4:0-Sieg über den FC Wil U20 ein richtungsweisendes Spiel beim FC Seuzach an. Hat der FCK bereits jetzt das Potential um den Tabellenführer zu stürzen? Ich meine ja.

Beim Vorspiel zeigten die FCK Bodensee Kickers gegen den FC Grosser Rat Thurgau beim 1:1 einen gepflegten Spielaufbau, welchem man gerne zusah!

Spielerfiguren

in Gedanken zum Amateurfussball by

In letzter Zeit ist hier ja geradezu Aufruhr. Mein letzter Beitrag “Ringer in Rüti” liess diesen erzürnen und mir mit dem Rechtsweg drohen. Gleich zwei allseits bekannte Fussballkolumnen-Schreiber meldeten sich bei mir – mit allerlei Erfahrung zum Thema.

Ich möchte anhand eines Beispiels erklären, wir wir Fans im Norman-Smith-Stand ticken. Bei uns spielte vor Jahren mal ein ebenfalls alles andere als athletischer Spieler. Dessen Freistösse waren aber göttlich. Ich habe davor und danach nie wieder einen Spieler gesehen, welcher solche Freistösse schoss. Würde Fussball nur aus Freistössen bestehen, er wäre für jede Nationalmannschaft aufgeboten worden. Aus einer Distanz von 16 bis 25 Metern zimmerte er praktisch jeden Ball unhaltbar ins obere Eck. Es war der Wahnsinn. Der FCK verlegte seine Spielweise hauptsächlich auf das vorbereiten von Freistössen in besagter Distanz. Er war unser Held, der mit Abstand beliebteste Spieler seiner Zeit. Gerade wegen dieser Kombination von anscheinender Gemütlichkeit und absolutem Können.

Lieber D.F. aus Rüti, ich habe deinetwegen den Eintrag angepasst. Gerne hätten wir allerdings mit Dir über unseren FCK gelacht, zum Beispiel mit einem entsprechenden Kommentar von Dir in diesem Blog, sowas macht den Amateurfussball doch so wahnsinnig sympathisch! Da muss man doch nicht gleich (mit einem chancenlosen) Rechtsweg drohen.

Ein gewisses Verständnis habe ich aber für D.F. – was in einem intimen Fanzine funktioniert, wird in einem Blog mitunter problematisch. D.F. wünsche ich eine weiterhin gute Saison, mit dem ein oder anderen Freistosstor.

Kampflos in Rüti

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Es ist schon wieder passiert. Der FCK wurde in Rüti zum wiederholten mal überrollt, diesmal mit 4:1. Gleich vier mal schlugen die Syla-Brüder zu.

Es sind schon viele starke Vereine auf der Schützenwiese untergegangen. Rüti in Spiellaune bringen, dann gehen die Lichter aus.

Ich überlasse die Taktik den Trainern, aber ohne unbedingten Kampf und Einsatzwille geht es dort ganz bestimmt nicht.

Ich konnte nicht am Spiel sein, aber anscheinend hats daran gefehlt. Am positiven anstacheln von Spielern untereinander und von Staff und Fans von ausserhalb fehlts während den Spielen ebenfalls! Ihr müsst euch gegenseitig zu Höchstleistungen antreiben, sonst wird das nichts mit den gemeinsamen Zielen!

Noch ist nichts verloren. Aber wie hiess es am ersten Spiel von den Fans: “26 Endspiele”, diese Mentalität muss her.

Die Vorteile einer Fusion

in Gedanken zum Amateurfussball by

Anschliessend ein paar gute Gründe für eine Fusion im Kreuzlinger Fussball – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Der Betrieb einer Mannschaft in der 2. Liga Interregional kostet über 100’000 Franken – ohne Spieler- und Trainerspesen. Dieser Betrag wird derzeit von den Kreuzlinger Fussballvereinen doppelt aufgebracht. Wie gesagt, die Spieler- und Trainerspesen kommen zu diesem Betrag noch oben drauf, genauso wie die Kosten einer U-Mannschaft in der 3. Liga. Eine Fusion würde erheblich Ausgaben einsparen.

In einer ungeteilten Juniorenabteilung könnte man qualitativ bessere Teams zusammenstellen.

Die rufschädigende Stimmungsmache gegen den anderen Verein hätte ein Ende. Solange zwei Vereine existieren, wird keiner der beiden eine positive Stimmung in der Stadt erzeugen können, die Arbeit des einen wird immer vom anderen schlecht geredet. Schade, aber nur ganz schwer zu ändern. Als lachender Dritter können sich alle anderen Kreuzlinger Sportvereine fühlen, insbesondere die Handballer.

Man könnte bei Behörden und Sponsoren mit einer Stimme für den Kreuzlinger Fussball sprechen, unter anderem in der Platzfrage (wurden im Seezelg von Seiten Calcios die Interessen des Kreuzlinger Fussballs vertreten?).

Synergien bei der Administration, in der Vorstandsarbeit, beim Ehrenamt und auf vielen weiteren Ebenen.

Das jeder Partner viel in eine solche “Ehe” einbringen würde, sollte eigentlich unbestritten sein. Beim FCK eine 114-jährige Tradition, ein riesiger Sponsoren-Pool, engagierte Mitglieder (da gibt es sehr viele lieber AS Calcio!), ein florierendes Handicap-Team mit grosser Medienpräsenz, eine seit 20 Jahren erfolgreiche 1. Mannschaft welche über die Landesgrenzen hinaus einen guten Ruf bei Spielern geniesst (man muss nur mal unsere deutschen Spieler fragen), eine Reihe von Kreuzlinger Persönlichkeiten welche sich seit Jahrzehnten mit dem FCK verbunden fühlen, ein etwa 200 Zuschauer zählendes Stammpublikum inklusive eines seit 20 Jahren aktiven Fanclubs. Beim FCK wird zudem seit über 10 Jahren seriös und wirtschaftlich einwandfrei gearbeitet.

Was bei Calcio alles super läuft ist mir auch bewusst – hier kämen nicht zwei serbelnde Vereine zusammen die sich gegenseitig nichts bringen, es kämen zwei in jeweils anderen Gebieten starke Vereine zusammen, also die optimale Voraussetzung für Erfolg!

Kurz gesagt: Geld – Nachwuchs – Ruf – Ehrenamt. Diese 4 Pfeiler eines Vereins würden allesamt sehr stark profitieren!

Warum eine Fusion in Kreuzlingen nicht klappt, ist mir zum grossen Teil schon bewusst. Ich mache diesbezüglich auch niemandem einen Vorwurf.

Aber sehr schade ist es. Was wären das langfristig für Vorteile die eine solche Fusion brächte. Wir könnten hier Promotion League spielen auf lange Sicht, zumal die geografische Lage optimal für einen solchen Verein wäre, kein 1. Ligist weit und breit, Konstanz als Fussball-Brachland, was für ein Einzugsgebiet für Junioren, Sponsoren, Zuschauer und vor allem für talentierte Spieler! So eine geografisch optimale Lage für einen Spitzen-Amateurclub würde man in der Schweiz kein zweites Mal finden.

Derzeit ist man von einer Fusion weiter weg denn je.

In einem ersten Schritt sollte man die Leistungen des anderen respektieren. Wenn man dem anderen die Leistungen jedoch abspricht und nur die eigenen sieht, dann zeugt das von Überheblichkeit – und vor allem von Unkenntnis.

3:0-Sieg im Stadtderby

in Stadtduell FCK vs Calcio by

Stadtderby. Ein klangvolles Wort für Fussballfans. Am 31. August 2019 war es soweit, dass erste (Meisterschafts-)Stadtderby in der 114-jährigen Fussballgeschichte der Grenzstadt am Bodensee. Und das erste Spiel überhaupt zwischen dem FC Kreuzlingen und dem AS Calcio.

Bereits eine Stunde (!) vor Spielbeginn besetzten die FC-Veteranen die besten Sitzplätze auf der Tribüne, man konnte die Anspannung spüren. Am Ende sollten 680 Zuschauer der Partie beiwohnen. Diese Saison durchaus ein Kandidat für das am besten besuchte 2.-Liga-IR-Spiel der Schweiz.

Das Spiel begann mit einem Paukenschlag. Nach 45 Sekunden die FCK-Führung durch Manuel Stark! Nach 16 Minuten das 2:0 durch Abbas Karaki! Wo war Calcio? Es spielte nur der FCK. Zu Beginn der 2. Halbzeit wurde der Traditionsverein passiver. Die Zuschauermeinungen waren geteilt – darf man sich nach dem 2:0 zurückziehen oder muss man das Glück weiterhin im Offensivfussball suchen? Jedenfalls wurde auch diese passivere Spielzeit schadlos überstanden. Dann drehte der FCK wieder auf. Während Alajdin Pajaziti von Calcio mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde (77.), erzielte kurz darauf sein Verwandter Elmedin Pajaziti das 3:0 für den FCK (83.). Das erste Derby war Geschichte. Der Herausforderer holte sich beim Platzhirsch eine blutige Nase, man muss es so deutlich sagen.

Leider blieb der Tag nicht rundweg positiv. Defensivmotor Süleyman Celikyurt zog sich beim Spiel einen Mittelfussbruch zu, wir wünschen ihm gute Genesung!

Was war das für ein Rummel vor dem Spiel. Drei Tage vor dem Stadtderby wechselte FCK-Stürmer Giovanni Pentrelli in einer Nacht- und Nebelaktion die Seiten und heuerte beim Stadtkonkurrenten an. Gegen Widnau noch zusammen gejubelt und schon beim ärgsten Konkurrenten. Vereinstreue und unterschriebene Verträge zählen auch im Amateurfussball bei vielen anscheinend nichts mehr, dafür legt man umso mehr Wert auf kleine persönliche Vorteile die man sich durch einen Wechsel herauszuschlagen erhofft. Das man damit die ehrenamtlichen Helfer und treuen Zuschauer vor den Kopf stösst – egal.

Dann noch ein paar Sätze zu Calcio, welcher sich in der Öffentlichkeit ja gerne als der sympathische, familiäre Kreuzlinger Fussballverein zu verkaufen versucht. Calcio ist kein Stadtkonkurrent, Calcio versucht derzeit den FCK zu vernichten. Hört sich dramatisch an, ist aber so. Was passiert wenn bei Calcio jedem Junior der Jahresbeitrag durch eine Stiftung übernommen wird? Genau, auf Dauer geht kein Nachwuchsspieler mehr zum Stadtrivalen. Da kann man noch so gute Trainer stellen. Da wechselt man sogar in viel schlechtere Juniorenteams, einfach weil es dort kostenlos ist. Was passiert dann? Man wirbt dem Nachbarn auch noch die Trainer ab. Dann sterben Mannschaften, der Verein der sich korrekt verhält muss Bussen zahlen. Eine kostspielige aber schlaue Taktik um den Gegner kaputt zu machen. Am Ende erhält man auch noch den Platz, welchen man an der Volksabstimmung (trotz FCK-Unterstützung) nicht durchbrachte – den Kunstrasenplatz. Ist dann halt derjenige des FCK. Das läuft auf Juniorenebene derzeit, aber Calcio geht in allen Bereichen mit gleicher Strategie vor.

Grundsätzlich mag ich die Leute hinter Calcio – es sind Kreuzlinger die sich für den hiesigen Fussball einsetzen. Mit Engagement und Kontinuität. Doch dies wird im ambitionierten Bereich, welcher Calcio nun anstrebt, nur zusammen mit dem FC Kreuzlingen gehen, in einem gemeinsamen Verein. Ansonsten wird das eine einsame Geschichte. Calcio könnte auch zwei Ligen über dem FCK spielen, sie hätten selbst dann weniger Zuschauer als die Grün-Weissen. Wir alle wissen, die Liga alleine zieht nicht. Natürlich sind die Zuschauer finanziell praktisch unwichtig (so ehrlich muss man es leider sagen), aber Erfolg misst sich eben nicht nur im sportlichen Bereich. Es ist eine Sache der gemeinsamen Leidenschaft.

Schliessen wir mit etwas weniger Ernstem. Trotz zahlreicher Absenzen konnten wir auch auf Fanseite das Spiel positiv gestalten. Knapp 20 FCK-Fans fanden sich im Norman-Smith-Stand ein. Fast sämtliche alte und neue home&away-Zaunfahnen kamen zum Einsatz, dazu fünf neue Schwenkfahnen, zwei Spruchbänder zu aktuellen Themen und zu Beginn der 2. Halbzeit zeigten wir eine kleine Choreo mit allen Fahnen und etwas Rauch gegen die Bodenseemücken. Die Vecchi-Ultras des FCK haben nochmals zugeschlagen.

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