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Die Vorteile einer Fusion

in Gedanken zum Amateurfussball by

Anschliessend ein paar gute Gründe für eine Fusion im Kreuzlinger Fussball – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Der Betrieb einer Mannschaft in der 2. Liga Interregional kostet über 100’000 Franken – ohne Spieler- und Trainerspesen. Dieser Betrag wird derzeit von den Kreuzlinger Fussballvereinen doppelt aufgebracht. Wie gesagt, die Spieler- und Trainerspesen kommen zu diesem Betrag noch oben drauf, genauso wie die Kosten einer U-Mannschaft in der 3. Liga. Eine Fusion würde erheblich Ausgaben einsparen.

In einer ungeteilten Juniorenabteilung könnte man qualitativ bessere Teams zusammenstellen.

Die rufschädigende Stimmungsmache gegen den anderen Verein hätte ein Ende. Solange zwei Vereine existieren, wird keiner der beiden eine positive Stimmung in der Stadt erzeugen können, die Arbeit des einen wird immer vom anderen schlecht geredet. Schade, aber nur ganz schwer zu ändern. Als lachender Dritter können sich alle anderen Kreuzlinger Sportvereine fühlen, insbesondere die Handballer.

Man könnte bei Behörden und Sponsoren mit einer Stimme für den Kreuzlinger Fussball sprechen, unter anderem in der Platzfrage (wurden im Seezelg von Seiten Calcios die Interessen des Kreuzlinger Fussballs vertreten?).

Synergien bei der Administration, in der Vorstandsarbeit, beim Ehrenamt und auf vielen weiteren Ebenen.

Das jeder Partner viel in eine solche “Ehe” einbringen würde, sollte eigentlich unbestritten sein. Beim FCK eine 114-jährige Tradition, ein riesiger Sponsoren-Pool, engagierte Mitglieder (da gibt es sehr viele lieber AS Calcio!), ein florierendes Handicap-Team mit grosser Medienpräsenz, eine seit 20 Jahren erfolgreiche 1. Mannschaft welche über die Landesgrenzen hinaus einen guten Ruf bei Spielern geniesst (man muss nur mal unsere deutschen Spieler fragen), eine Reihe von Kreuzlinger Persönlichkeiten welche sich seit Jahrzehnten mit dem FCK verbunden fühlen, ein etwa 200 Zuschauer zählendes Stammpublikum inklusive eines seit 20 Jahren aktiven Fanclubs. Beim FCK wird zudem seit über 10 Jahren seriös und wirtschaftlich einwandfrei gearbeitet.

Was bei Calcio alles super läuft ist mir auch bewusst – hier kämen nicht zwei serbelnde Vereine zusammen die sich gegenseitig nichts bringen, es kämen zwei in jeweils anderen Gebieten starke Vereine zusammen, also die optimale Voraussetzung für Erfolg!

Kurz gesagt: Geld – Nachwuchs – Ruf – Ehrenamt. Diese 4 Pfeiler eines Vereins würden allesamt sehr stark profitieren!

Warum eine Fusion in Kreuzlingen nicht klappt, ist mir zum grossen Teil schon bewusst. Ich mache diesbezüglich auch niemandem einen Vorwurf.

Aber sehr schade ist es. Was wären das langfristig für Vorteile die eine solche Fusion brächte. Wir könnten hier Promotion League spielen auf lange Sicht, zumal die geografische Lage optimal für einen solchen Verein wäre, kein 1. Ligist weit und breit, Konstanz als Fussball-Brachland, was für ein Einzugsgebiet für Junioren, Sponsoren, Zuschauer und vor allem für talentierte Spieler! So eine geografisch optimale Lage für einen Spitzen-Amateurclub würde man in der Schweiz kein zweites Mal finden.

Derzeit ist man von einer Fusion weiter weg denn je.

In einem ersten Schritt sollte man die Leistungen des anderen respektieren. Wenn man dem anderen die Leistungen jedoch abspricht und nur die eigenen sieht, dann zeugt das von Überheblichkeit – und vor allem von Unkenntnis.

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2 Comments

  1. Fusion? Ein schwieriges Feld! Wenn Daniel Kessler darstellt, dass sich eine Fusion bereits wegen der hohen (Geld-) Summen lohnen würde, die heute ein Club der 2. Liga Interregional benötigt, um bestehen zu können, so mag das fürs Erste richtig sein. Andererseits denke ich, dass sich, sollte das durch eine Fusion angepeilte sportlich hohe Ziel tatsächlich erreicht sein, dann noch zu konsolidieren wäre (sagen wir mal “Promotion”), letztlich die Kosten höher wären (um nicht gleich wieder abzusteigen!), als 2 x 2. Liga Interregional zu bewirtschaften. Wie es ab und zu ein Club mit weit geringeren Ressourcen schafft, sich dennoch auf diesem Niveau (Promotion) halten zu können, dürfte von vielen Komponenten abhängen, die hier auf die Kürze nicht darzustellen sind. Für Kreuzlinger Verhälnisse würde ich einen (relativen) Minimalstatus ausschliessen, der dann über eine längere Zeit auch Massstab sein könnte.

    Zu einer Fusion mit gehobenerer Zielsetzung – mindestens für das Fanionteam! – ( sagen wir ihm mal provisorisch: KFC – Kreuzlinger Fussballclub, VFF – Vereinigte Fussballfreunde, VFC – Vereinigter Fussballclub…….und-so-fort!), komme ich wiedermal auf eines meiner Lieblichsthemen zu sprechen/zu schreiben: Eine solide Platz-Infrastruktur! Ohne eine solche sind viele Überlegungen, zwei-drei Klassen höher spielen zu wollen, fragwürdig. Zur “Zielsetzung einer Fusion mit ambitionierter Strategie” bräuchte es nähmlich die optmale Unterstützung der Stadt (und deren Stimmbürger!!!). Wenn beobachtet werden kann, wie langsam derzeit auch nur die kleinsten Bewegungen aus fussballerischer Perspektive vonstatten gehen, ist grosser Zweifel angebacht, dass in überschaubarer Zeit (3-5 Jahre) “irgendwo in Kreuzlingen” eine vorzeigbare – neue oder auch nur erweierte – Anlage enteht, die den Anspruch erheben könnte, zu einer wachsenden Stadt (derzeit über 22’000) gerecht werden zu können (lasse mich gerne überraschen!). Ohne die Voraussetzung , dass die Stadt die Ziele – somit eben auch die damit vebundenen infrastrukturellen Massnahmen (und Kosten) – von Anfang an unterstützt, erscheint mir die Fusion derzeit ein wenig realistisches Ziel zu sein.

    Dies kann wiedermal am neuesten Beispiel im Osten der Stadt dargestellt werden: Unlängst wurde von der Stadt “Seezelg II” veröffentlich. Was da noch für den Fussball “in sagenhaften 15 Jahren” übrig bleiben soll, mag ja auf den ersten Blick hübsch aussehen, bei “Insidern” jedoch grosse Bedenken aufwerfen, ob dort überhaupt Besseres entstehen könnte, als derzeit auf Klein Venedig vorhanden ist. Diese Frage kann zumindest im Blick auf ein Hauptspielfeld schon mal verneint werden. Im Plan einen Balken zu ziehen, ihn mit “Tribüne” bezeichnen, ist zwar “amächelig” – mehr aber nicht. Geht man einmal hin, und setzt diesen Balken mit dem Umfeld in Beziehung, wird es eindeutig: Der Raum zwischen Bahnschienen,abgekröpftem Schwimmbad, Tennosgelände und Reka reicht nicht aus, um allen Voraussetzungen gerecht werden zu können, die man heute von einer neu zu erstellenden Anlage erwarten kann, wenn alle Bedingungen erfüllt sein sollen, die zum Teil verpflichtend (etwa Verband) vorgegeben sind (Zu-/Abfahrt, Umgebung, Abstände, Zäune, Sicherheit, usw.) Ich schreibe hier von einer Anlage (kleines Stadion), die fähig sein müsste, dass auf ihr “höherer Fussball” stattfinden könnte. Und letzteres sollte ja eine Fusion mit anstreben, wie ich sie verstehe, nebst u.a. die von Hafetschutter angesprochene Möglichkeit einer Optimierung im Juniorenbereich. Und es gibt selbstvertsändlich noch andere Beweggründe, zum Beispiel stadtgesellschaftlicher Gemeinsinn, um eine Fusion nicht grundsätzlich als ad acta zu erklären.

    Vorest bleiben Kreuzlinger Fussballaugen noch auf die Saison 2019/20 fokussiert. Ist Spannung genug! Selbst für Spieler neben den beiden Fanion-Teams, die grosse fussballsportbegeisterte Jugend für einmal besonders hervorgehoben, ihr grosse Freude am Spiel, am sich messen ! Alles fiebert. Hoffentlich auch viele Zuschauer!

    (“Schribfehlel” seien verziehen. Muss zum Enkel – 13 Uhr auswärts gegen SV Karow!)

    • Ein fusionierter Verein würde wohl FC Kreuzlingen heissen (so sahen es jedenfalls auch die Calcio-Verantwortlichen) und in den Farben Grün-Weiss spielen. Ein paar 1.-Liga-Jahre lösen in Kreuzlingen natürlich keinerlei Euphorie aus, zuschauermässig ist in der 1. Liga eher mit weniger Publikum zu rechnen, selbst Promotion alleine würde nicht wirklich eine Euphorie auslösen. Promotion mit einem vereinigten FCK und entsprechender (Tribünen-)Infrastruktur, dann könnte es klappen mit längerfristig 500-600 Zuschauern pro Spiel. Quasi ein SC Brühl am Bodensee. Aus genannten Gründen sehe ich einen Alleingang von Calcio von vornherein als, sagen wir mal suboptimal an. Meiner Meinung nach wären nur gemeinsam grössere Ziele zu erreichen. Aber genug in die Zukunft orakelt, “my two cents” zum Thema sind gesprochen.

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