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Oktober 2019

Lichterbox im Bassi-Zelt

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Gleich neben dem Platz rasen die Schnellzüge nach Zürich, über unseren Köpfen donnern die Flugzeuge in die Welt hinaus, wir sind erstmals beim Fussball in Bassersdorf.

Nach acht Minuten steht es 2:0 für den FCK, traumhafte Spielzüge! Die Kreuzlinger Zuschauer prosten sich bereits zu, schreiben entzückte Nachrichten an die Daheimgebliebenen.

Zwei Minuten später: 2:2, Fassungslosigkeit. In der Folgezeit zeigt Bassersdorf sein furchtloses Kämpferherz. In der 35. Minute steht es 3:3, Bassersdorf drückt den FCK in die eigene Hälfte. Die Grün-Weissen kassierten in 35 Minuten bereits soviele Treffer wie in 450 Spielminuten zuvor. Mit einem eher schmeichelhaften 4:3 für Kreuzlingen geht es in die Kabine.

In der zweiten Halbzeit schwinden die Kräfte der Zürcher Unterländer. Doch auch beim krank spielenden Sven Bode neigt sich die Kraft dem Ende zu, der Schiedrichter erkundigt sich bei Kürsat: “was macht der Spieler Nummer 11 hinter der Eckfahne?” Kürsats knappe Antwort “der kotzt gerade”. Sven spielte natürlich weiter und hatte noch manchen Kampf auszustehen (Foto oben).

Auch die anderen Kreuzlinger hatten den Bassi-Kampf längst angenommen. Trotzdem bange Schlussminuten für die Thurgauer Zuschauer, in der Nachspielzeit das entscheidende 5:3, grosse Erleichterung und entspannte Gesichter bei allen Beteiligten.

Nun gings zurück ins Clubhaus-Provisorium, dem Bassi-Zelt. Hier wird einem das Bier von motivierten Junioren in Dessert-Plastikschalen ausgeschenkt. Appenzeller Kristallbier, wie Marko anerkennend bemerkte. Der Junior strahlte uns an und wünschte einen schönen Tag. Der sympathische Grillmeister erkundigt sich sogleich mehrfach ob die Würste wirklich munden, Matchprogramme werden einem gleich mehrere gereicht (“hätt eh zviel”).

Während wir das Bier aus den Dessertschalen zu uns nehmen, lauschen wir der Doppel-Musikbeschallung im Bassi-Zelt. Lambada kommt von links, von rechts wummert die Disko-Lichterbox des Grillmeisters hinüber. Die Leute sind alle unwahrscheinlich freundlich. Marko und ich trinken ein letztes Bier im Bassi-Zelt, an uns balancieren Jugendliche mit ihren weissen Markenturnschuhen staksend durch die dreckige Wiese. Soweit weg vom Glitzerfussball. Soviel Improvisation. Man braucht wenig für einen guten Abend, in Bassersdorf hat man die Zutaten.

FCK Uzwil 2 zu 0

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0, 1, 1, 1, 0. Das sind die Anzahl Gegentore in den letzten Runden. Defensiv hat sich der FCK gefunden. Das ambitionierte Uzwil mit Stillhart (St. Gallen, Wil), Knöpfel (St. Gallen, Schaffhausen), Farkas (Tuggen), Koller (St. Gallen, Wil, Brühl) und ohne den krankheitshalber fehlenden Nushi (St. Gallen, Aarau, Wil) wurde mit 2:0 in die Schranken gewiesen. Der zweite Treffer in typisch kraftvoller Bode-Manier: “Mido Arifagic flankte aus vollem Lauf in den Strafraum wo Bode den Ball mit der Brust annahm und anschliessend volley ins tiefe Eck versenkte. Ein Treffer der viele Zuschauer von den Sitzen riss und für ihr Kommen entschädigte” (sport-fan.ch).

190 zufriedene Zuschauer im Hafenareal (Rundenrekord übrigens bei Widnau-Weesen mit 440 Zuschauern), nächster Halt am kommenden Samstag um 18.00 Uhr in Bassersdorf.

Im zweiten Spiel des Tages führte der FCK U23 im 3.-Liga-Lokalderby gegen den FC Tägerwilen lange mit 2:1 und musste erst in der Nachspielzeit durch einen Treffer vom Ex-FCK’ler Fantov das immer noch beachtliche 2:2 hinnehmen.

Die 1. Mannschaft des FC Kreuzlingen war seit der Gründung des FC Tägerwilen im Jahre 1946 fast permanent besser klassiert als der Nachbarverein im Westen. Lediglich drei Spielzeiten agierten die Vereine auf Augenhöhe, zwischen 1992 und 1995 in der 2. Liga. Die damaligen Begegnungen waren vergleichbar mit den Premieren gegen den AS Calcio in dieser Saison. Die Resultate weiss ich nicht mehr, aber bei den ersten Partien strömten 700 Zuschauer ins Hafenareal und wenn ich mich recht erinnere 1’100 ins Tägermoos. Es waren damals verbitterte Kämpfe – und das Publikum deutlich emotionaler als bei der diesjährigen Partie gegen Calcio. Ich war damals als Primarschüler und FCK-Junior im Tägermoos und kann mich an einigen Spott der “Dörfler” über die “Städter” erinnern. Heute ist also unsere U23 (fast) auf Augenhöhe – bei den Junioren haben die Rot-Weissen den FCK mittlerweile allerdings deutlich übertrumpft – und dies schon seit vielen Jahren.

Nachtrag: Unterhaltung der Runde, mal wieder der lesenswerte Seuzi-Liveticker vom Spiel bei Wil 2.

Churer Abwehrberge

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Die in schwarz-rot spielenden Kreuzlinger bissen sich an der Churer Abwehrkette die Zähne aus, die Mission Tabellenführung scheiterte. Eine fast 30-minütige Druckphase ohne Tor, sowas geht selten gut. Das Churer 1:0 in der 80. Minute war mehr als ein Tor, es war (fast) jedem Zuschauer klar, mit diesem Treffer war es vorbei. Bei diesem Gegner und diesem Spielverlauf – nicht mehr zu korrigieren. Die Churer konnten sich nun noch mehr zurückziehen – und sie taten das sehr abgeklärt und gekonnt. Die Kreuzlinger Angriffe waren nun nur noch verzweifelt.

Vieles hatte der FCK richtig gemacht an diesem verregneten Samstag und in den Spielen davor. Die Abwehr scheint in der jetzigen Besetzung am stabilsten zu sein, die Notsituation mit Mesinovic im Tor (von der 2. Mannschaft) scheint kein Handicap zu sein, im Mittelfeld empfand ich uns stärker und ideenreicher besetzt als es die Churer derzeit sind.

Kreuzlingen hätte das Spiel gewinnen können, mit dieser Mannschaft kann man um den Aufstieg spielen. Chur war unsäglich clever und mit einer gesegneten Abwehr ausgestattet, dazu vorne Deplazes (und es fehlten noch drei Schlüsselspieler) –  man sah den Aufstiegs-Top-Favorit am Werk.

Chur mit seinen Ressourcen als Sportstadt (neues Fussballgelände Obere Au!) und als Fussballzentrum für ganz Graubünden (Nachwuchsteams!) müsste, wenn die Wirtschaft auch noch etwas mitspielt, mindestens die Promotion League ins Auge fassen. Zudem strömt auch Publikum, bisher 300 im Schnitt, 360 beim verregneten Spitzenspiel gegen Kreuzlingen. Hier hat es noch ein traditionelles Fussballpublikum.

Auch Kreuzlinger waren vor Ort, rund 30 waren es, vielleicht auch mehr. Grün-Weisse Schals und Fahnen sah man und manch einer sass zulange in der Stadionbeiz. Zurück ging es im strömenden Regen Richtung Bodensee – Amateurfussball, Du bist  an solchen Tagen trotz Niederlage reizvoll.

Übrigens, für die Bratwurst gibt es eine 2+ im “kleinen Platzguide” des FCK-Matchprogramms. Vor Jahren hatte ich diese in Chur mit einer schlechten 1 bewertet, was prompt Chur 97 zu einer Reklamation veranlasste. Spieler, Publikum und Grillmeister, am letzten Samstag feierte halb Chur.

Mission Tabelleneroberung

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FCK’s Fabulous Non League Tour biegt in die nächste Runde. Am Samstag geht’s zur Mission “Tabelleneroberung” zum ehemaligen NLB-Verein nach Chur! Wir liegen auf Platz 2 mit einem Punkt Rückstand auf die Bündner. Mitfahrgelegenheiten ab Kreuzlingen (12.30 mit Spielercar, 15 Franken), ab Amriswil (PW) und evt. ab Winterthur (PW).

Treffpunkt in Chur für Kreuzlinger ist wie immer unser “FCK-Fans on Tour” – Banner.

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