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Oktober 2019

Mit Volldampf ins Verderben

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Am Ende hat die Mannschaft alles gewollt und alles auf Sieg gesetzt. Zurecht! Nachdem man so lange nach vorne spielte, sich Chance um Chance erarbeitete und ein 0:2 aufholte, was will man sich da mit einem mageren Punkt zufrieden geben. Im dichten Nebel hörte ich einen anderen Fan zu mir: “Dani, jetzt passierts, jetzt gwünne mer!” Dann mitten in der Sturmphase ein Gegenzug. Das 2:3 in der Nachspielzeit. Bitter. Lugano jubelte und rundherum wurde es totenstill im Hafenareal.

Sieben Punkte Rückstand auf Chur. Das ist noch nicht das Ende der Aufstiegsträume, ein Sieg in Weesen ist nun aber Pflicht. Sieben Punkte aufzuholen sind im Bereich des machbaren bei einer halben Saison, ein guter Lauf, eine gewonnene Direktbegegnung.

In der ersten Halbzeit schaute Philipp Kasseckert bei uns vorbei. Mittlerweile ist er Spielertrainer beim Türkischen SV Konstanz in der Bezirksliga. Man plauderte über die vielen Talente im Konstanzer Fussball, die Zukunftsaussichten im Kreuzlinger Fussball und natürlich über seine Zeit beim FCK mit dem 1.-Liga-Aufstieg 2012. Philipp absolvierte zwischen 2010 und 2013 sowie 2016 übrigens 76 Spiele im Grün-Weissen Trikot und erzielte dabei 10 Tore. Ein sympathischer Spieler und Mensch, vielleicht schaffen wir es mal an die Max-Stromeyer-Strasse zum TSV.

Nach dem Spiel gings zum mit Spannung erwarteten Trainertalk. Kürsat erklärte sein letztmaliges Nichterscheinen und seine Emotionalität beim Fussball.

Kürsat abschliessend: “Ich lebe für den FC Kreuzlingen”, tosender Applaus im Clubhaus, Kürsat schob noch ein “nebst Beruf und Familie” nach.

Ein paar individuelle Fehler zuviel entschieden das heutige Spiel, aber – und da kann ich Kürsat nur beipflichten – die Mannschaft hat keinen Vorwurf verdient. Es war über sehr weite Strecken Volldampf-Fussball mit einem erneut überragenden Abbas Karaki (muss auch mal erwähnt werden).

Nächster Halt unserer Tour: Samstag, 17.30 Uhr beim FC Weesen.

Wir haben übrigens weitere Mitfahrgelegenheiten für unseren Hafetschutter-Ausflug zum Spiel Borussia Neunkirchen – SV Saar 05 (9. und 10. November, mit Übernachtung im Hotel Ellenfeld, daniel.kessler@mail.ch).

Bilder rund ums Spielgeschehen: Nebel, Hundejagd auf dem Spielfeld, “Bitte bedienen Sie sich” – kreativer Programmhalter.

Avanti FCK in Arminia-Zeitung

in Portenos by

Da muss man aber zweimal schauen. Der Traditionsverein Arminia Hannover (ehemals 2. Bundesliga) bringt in einer Ausgabe seines Stadionprogrammes “bischofshol” doch tatsächlich ein Foto von uns FCK-Fans auf der Titelseite!

Der Text im Stadionprogramm “bischofshol” dazu:

“Wer zunächst dachte, auf dem Titelbild sei ein Bild von einer Partie der Blauen zu sehen, der sei eines Besseren belehrt. Vielmehr handelt es sich um das erste Stadtderby zwischen dem Schweizer Traditionsverein FC Kreuzlingen und seinem Herausforderer AS Calcio. Über 680 Zuschauer kamen Ende August ins “Hafenareal” der Schweizer Grenzstadt. Sie sahen einen souveränen 3:0-Sieg des grün-weißen Platzhirschen, was von dessen Anhängern euphorisch gefeiert wurde. Damit ist der Angriff der AS Calcio, die drei Tage vor dem Derby noch einen italienischen Stürmer vom FCK losgeeist hatte, zunächst abgewehrt. Beide Klubs streben in die vierte Liga. Und warum erscheint das Bild auf dem Titel unserer Stadionzeitung? Zum einen, weil es eine Fanfreundschaft zwischen dem FC Kreuzlingen und dem SVA gibt. Und zum anderen – und daraus resultierend: In Kreuzlingen ist regelmäßig ein Arminenschal bei den Spielen dabei. So
auch auf dem Titelbild, welches Erich Seeger geknipst hat.”

Danke an Torsten für die Zusendung – er war selbst überrascht. Foto und Informationen gelangten wohl über das Zeitspiel-Magazin nach Hannover, in dessen aktueller Ausgabe wird das Stadtderby ebenfalls Erwähnung finden, inklusive Foto.

Lichterbox im Bassi-Zelt

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Gleich neben dem Platz rasen die Schnellzüge nach Zürich, über unseren Köpfen donnern die Flugzeuge in die Welt hinaus, wir sind erstmals beim Fussball in Bassersdorf.

Nach acht Minuten steht es 2:0 für den FCK, traumhafte Spielzüge! Die Kreuzlinger Zuschauer prosten sich bereits zu, schreiben entzückte Nachrichten an die Daheimgebliebenen.

Zwei Minuten später: 2:2, Fassungslosigkeit. In der Folgezeit zeigt Bassersdorf sein furchtloses Kämpferherz. In der 35. Minute steht es 3:3, Bassersdorf drückt den FCK in die eigene Hälfte. Die Grün-Weissen kassierten in 35 Minuten bereits soviele Treffer wie in 450 Spielminuten zuvor. Mit einem eher schmeichelhaften 4:3 für Kreuzlingen geht es in die Kabine.

In der zweiten Halbzeit schwinden die Kräfte der Zürcher Unterländer. Doch auch beim krank spielenden Sven Bode neigt sich die Kraft dem Ende zu, der Schiedrichter erkundigt sich bei Kürsat: “was macht der Spieler Nummer 11 hinter der Eckfahne?” Kürsats knappe Antwort “der kotzt gerade”. Sven spielte natürlich weiter und hatte noch manchen Kampf auszustehen (Foto oben).

Auch die anderen Kreuzlinger hatten den Bassi-Kampf längst angenommen. Trotzdem bange Schlussminuten für die Thurgauer Zuschauer, in der Nachspielzeit das entscheidende 5:3, grosse Erleichterung und entspannte Gesichter bei allen Beteiligten.

Nun gings zurück ins Clubhaus-Provisorium, dem Bassi-Zelt. Hier wird einem das Bier von motivierten Junioren in Dessert-Plastikschalen ausgeschenkt. Appenzeller Kristallbier, wie Marko anerkennend bemerkte. Der Junior strahlte uns an und wünschte einen schönen Tag. Der sympathische Grillmeister erkundigt sich sogleich mehrfach ob die Würste wirklich munden, Matchprogramme werden einem gleich mehrere gereicht (“hätt eh zviel”).

Während wir das Bier aus den Dessertschalen zu uns nehmen, lauschen wir der Doppel-Musikbeschallung im Bassi-Zelt. Lambada kommt von links, von rechts wummert die Disko-Lichterbox des Grillmeisters hinüber. Die Leute sind alle unwahrscheinlich freundlich. Marko und ich trinken ein letztes Bier im Bassi-Zelt, an uns balancieren Jugendliche mit ihren weissen Markenturnschuhen staksend durch die dreckige Wiese. Soweit weg vom Glitzerfussball. Soviel Improvisation. Man braucht wenig für einen guten Abend, in Bassersdorf hat man die Zutaten.

FCK Uzwil 2 zu 0

in Vor- und Nachbetrachtungen by

0, 1, 1, 1, 0. Das sind die Anzahl Gegentore in den letzten Runden. Defensiv hat sich der FCK gefunden. Das ambitionierte Uzwil mit Stillhart (St. Gallen, Wil), Knöpfel (St. Gallen, Schaffhausen), Farkas (Tuggen), Koller (St. Gallen, Wil, Brühl) und ohne den krankheitshalber fehlenden Nushi (St. Gallen, Aarau, Wil) wurde mit 2:0 in die Schranken gewiesen. Der zweite Treffer in typisch kraftvoller Bode-Manier: “Mido Arifagic flankte aus vollem Lauf in den Strafraum wo Bode den Ball mit der Brust annahm und anschliessend volley ins tiefe Eck versenkte. Ein Treffer der viele Zuschauer von den Sitzen riss und für ihr Kommen entschädigte” (sport-fan.ch).

190 zufriedene Zuschauer im Hafenareal (Rundenrekord übrigens bei Widnau-Weesen mit 440 Zuschauern), nächster Halt am kommenden Samstag um 18.00 Uhr in Bassersdorf.

Im zweiten Spiel des Tages führte der FCK U23 im 3.-Liga-Lokalderby gegen den FC Tägerwilen lange mit 2:1 und musste erst in der Nachspielzeit durch einen Treffer vom Ex-FCK’ler Fantov das immer noch beachtliche 2:2 hinnehmen.

Die 1. Mannschaft des FC Kreuzlingen war seit der Gründung des FC Tägerwilen im Jahre 1946 fast permanent besser klassiert als der Nachbarverein im Westen. Lediglich drei Spielzeiten agierten die Vereine auf Augenhöhe, zwischen 1992 und 1995 in der 2. Liga. Die damaligen Begegnungen waren vergleichbar mit den Premieren gegen den AS Calcio in dieser Saison. Die Resultate weiss ich nicht mehr, aber bei den ersten Partien strömten 700 Zuschauer ins Hafenareal und wenn ich mich recht erinnere 1’100 ins Tägermoos. Es waren damals verbitterte Kämpfe – und das Publikum deutlich emotionaler als bei der diesjährigen Partie gegen Calcio. Ich war damals als Primarschüler und FCK-Junior im Tägermoos und kann mich an einigen Spott der “Dörfler” über die “Städter” erinnern. Heute ist also unsere U23 (fast) auf Augenhöhe – bei den Junioren haben die Rot-Weissen den FCK mittlerweile allerdings deutlich übertrumpft – und dies schon seit vielen Jahren.

Nachtrag: Unterhaltung der Runde, mal wieder der lesenswerte Seuzi-Liveticker vom Spiel bei Wil 2.

Churer Abwehrberge

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Die in schwarz-rot spielenden Kreuzlinger bissen sich an der Churer Abwehrkette die Zähne aus, die Mission Tabellenführung scheiterte. Eine fast 30-minütige Druckphase ohne Tor, sowas geht selten gut. Das Churer 1:0 in der 80. Minute war mehr als ein Tor, es war (fast) jedem Zuschauer klar, mit diesem Treffer war es vorbei. Bei diesem Gegner und diesem Spielverlauf – nicht mehr zu korrigieren. Die Churer konnten sich nun noch mehr zurückziehen – und sie taten das sehr abgeklärt und gekonnt. Die Kreuzlinger Angriffe waren nun nur noch verzweifelt.

Vieles hatte der FCK richtig gemacht an diesem verregneten Samstag und in den Spielen davor. Die Abwehr scheint in der jetzigen Besetzung am stabilsten zu sein, die Notsituation mit Mesinovic im Tor (von der 2. Mannschaft) scheint kein Handicap zu sein, im Mittelfeld empfand ich uns stärker und ideenreicher besetzt als es die Churer derzeit sind.

Kreuzlingen hätte das Spiel gewinnen können, mit dieser Mannschaft kann man um den Aufstieg spielen. Chur war unsäglich clever und mit einer gesegneten Abwehr ausgestattet, dazu vorne Deplazes (und es fehlten noch drei Schlüsselspieler) –  man sah den Aufstiegs-Top-Favorit am Werk.

Chur mit seinen Ressourcen als Sportstadt (neues Fussballgelände Obere Au!) und als Fussballzentrum für ganz Graubünden (Nachwuchsteams!) müsste, wenn die Wirtschaft auch noch etwas mitspielt, mindestens die Promotion League ins Auge fassen. Zudem strömt auch Publikum, bisher 300 im Schnitt, 360 beim verregneten Spitzenspiel gegen Kreuzlingen. Hier hat es noch ein traditionelles Fussballpublikum.

Auch Kreuzlinger waren vor Ort, rund 30 waren es, vielleicht auch mehr. Grün-Weisse Schals und Fahnen sah man und manch einer sass zulange in der Stadionbeiz. Zurück ging es im strömenden Regen Richtung Bodensee – Amateurfussball, Du bist  an solchen Tagen trotz Niederlage reizvoll.

Übrigens, für die Bratwurst gibt es eine 2+ im “kleinen Platzguide” des FCK-Matchprogramms. Vor Jahren hatte ich diese in Chur mit einer schlechten 1 bewertet, was prompt Chur 97 zu einer Reklamation veranlasste. Spieler, Publikum und Grillmeister, am letzten Samstag feierte halb Chur.

Mission Tabelleneroberung

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FCK’s Fabulous Non League Tour biegt in die nächste Runde. Am Samstag geht’s zur Mission “Tabelleneroberung” zum ehemaligen NLB-Verein nach Chur! Wir liegen auf Platz 2 mit einem Punkt Rückstand auf die Bündner. Mitfahrgelegenheiten ab Kreuzlingen (12.30 mit Spielercar, 15 Franken), ab Amriswil (PW) und evt. ab Winterthur (PW).

Treffpunkt in Chur für Kreuzlinger ist wie immer unser “FCK-Fans on Tour” – Banner.

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