Mit Volldampf ins Verderben

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Am Ende hat die Mannschaft alles gewollt und alles auf Sieg gesetzt. Zurecht! Nachdem man so lange nach vorne spielte, sich Chance um Chance erarbeitete und ein 0:2 aufholte, was will man sich da mit einem mageren Punkt zufrieden geben. Im dichten Nebel hörte ich einen anderen Fan zu mir: “Dani, jetzt passierts, jetzt gwünne mer!” Dann mitten in der Sturmphase ein Gegenzug. Das 2:3 in der Nachspielzeit. Bitter. Lugano jubelte und rundherum wurde es totenstill im Hafenareal.

Sieben Punkte Rückstand auf Chur. Das ist noch nicht das Ende der Aufstiegsträume, ein Sieg in Weesen ist nun aber Pflicht. Sieben Punkte aufzuholen sind im Bereich des machbaren bei einer halben Saison, ein guter Lauf, eine gewonnene Direktbegegnung.

In der ersten Halbzeit schaute Philipp Kasseckert bei uns vorbei. Mittlerweile ist er Spielertrainer beim Türkischen SV Konstanz in der Bezirksliga. Man plauderte über die vielen Talente im Konstanzer Fussball, die Zukunftsaussichten im Kreuzlinger Fussball und natürlich über seine Zeit beim FCK mit dem 1.-Liga-Aufstieg 2012. Philipp absolvierte zwischen 2010 und 2013 sowie 2016 übrigens 76 Spiele im Grün-Weissen Trikot und erzielte dabei 10 Tore. Ein sympathischer Spieler und Mensch, vielleicht schaffen wir es mal an die Max-Stromeyer-Strasse zum TSV.

Nach dem Spiel gings zum mit Spannung erwarteten Trainertalk. Kürsat erklärte sein letztmaliges Nichterscheinen und seine Emotionalität beim Fussball.

Kürsat abschliessend: “Ich lebe für den FC Kreuzlingen”, tosender Applaus im Clubhaus, Kürsat schob noch ein “nebst Beruf und Familie” nach.

Ein paar individuelle Fehler zuviel entschieden das heutige Spiel, aber – und da kann ich Kürsat nur beipflichten – die Mannschaft hat keinen Vorwurf verdient. Es war über sehr weite Strecken Volldampf-Fussball mit einem erneut überragenden Abbas Karaki (muss auch mal erwähnt werden).

Nächster Halt unserer Tour: Samstag, 17.30 Uhr beim FC Weesen.

Wir haben übrigens weitere Mitfahrgelegenheiten für unseren Hafetschutter-Ausflug zum Spiel Borussia Neunkirchen – SV Saar 05 (9. und 10. November, mit Übernachtung im Hotel Ellenfeld, daniel.kessler@mail.ch).

Bilder rund ums Spielgeschehen: Nebel, Hundejagd auf dem Spielfeld, “Bitte bedienen Sie sich” – kreativer Programmhalter.

4 Comments

  1. Ein Blick auf die Tabelle zeigt in der Gruppe 6 ein erstaunlich breites Mittelfeld mit Ambitionen zu klettern. Selbst unterm Strich – ausgenommen wohl für United Zürich – “…..ist noch lange nicht Schluss”. Und ganz vorne zeigt sich ein souverainer Leader, der zwar stets im Minimalmodus gewinnt, aber dennoch verdient den Herbstmeister markiert. Alles wartet auf einen Einbruch der 97er aus Chur, damit sie nicht zu weit enteilen mögen. Doch er kommt und kommt nicht – verflixt! Und 2020? G-a-a-a-n-z n-e-u-e S-p-i-e-l-s-i-t-u-a-t-i-o-n: Bestimmt!

    Derzeit zeigen sich die Hoffnungen beim FCK auf einen Durchbruch allerdings noch vernebelt. Wenn “sport-fan.ch” wiedermal bemerken musste, “Ein Pass hinter die FCK-Abwehr …..”, ist das beileibe nicht neu für die Tschutter am Hafen. In einem fussballpraktischen Leitfaden gehören solche Pässe allerdings an die vorderste Stelle gerückt. Sie verderben auf allen Plätzen den Verteidigern den Spieltag – Amateuren und Profis. Bei den letzteren kann der Trainer dann bis zur Weissglut glühen, was da seine hochbezahlten Angestellten wiedermal veranstaltet haben. Bei Amateuren gehts vielleicht noch ein Stück gemütlicher zu. Allerdings bei gleichem Ärger wie bei Berufskickern. Auch das bekannte Trainer-Ritual, nach Ärger zur Wasserflasche zu greifen, ist liga-unabhängig zu beobachten. Überraschende Erkenntnis: Sowas muss Durst machen! – oder es rät ein Psychologe.

    Ärgerlich samstags wohl, dass wenigsten das nahe Pünktchen auch noch über Gotthard oder San Bernardino (oder untendurch) den Weg ins Tessin gefunden hat. Die FCK-Spieler hatten im Nebel wohl eher Mühe, zum Schluss die munter anrauschenden Cornaredo-Jünglinge zu identifizieren, als diese den entscheidenden Spielball zu entdecken. Südliches Temperament braucht eben nicht immer Sonne! Die Freude im Nebel dürfte grenzenlos gewesen sein. An Grenzenlosigkeit hat man sich allerdings auf Klein Venedig schon lange gewöhnt. Bringt aber fussballerisch nichts – oder doch: Philipp Kasseckert, der als ehemaliger FCK-ler erfreulich wiedermal vorbeischaute.

    Nahe Zukunftsmusik: Da am Walensee öfter mal Herbstföhn herrscht, könnte der kommende Ritt des FCK zum Aufsteiger Weesen dann bei optimaler Sicht erfreulicher enden. Aber auch mit Nebelschwaden sind Punkte zu empfehlen, um tatsächlich “am Ball” zu bleiben. Doch Pässe hinter die….., – aber davon habe ich bereits berichtet! Muss auch mal ein Ende haben.

    Interessant sind die Bilder zum Spiel – bei Hafetschutter wie auf der cluboffiziellen Seite. Sie bieten einen hübschen Querschnitt zum munteren Ambiente rund ums – und auf dem Feld.

  2. Nachzutragen zu “Philipp Kasseckert” wäre noch, dass gestern sein Türk. SV Konstanz in der Bezirksliga das Derby gegen den Türk. SV Singen mit 2: 1 gewann und sich seine Mannschaft an die Ligaspitze spielte. Bemerkenswert, dass bereits am folgenden Tag ein Spielbericht mit kurzen Videos im Internet vorliegt. Gespielt wurde vor 250 Zuschauern auf dem Kunstrasengeläuf der “Oberlohn-Arena”.

  3. Das Spiel FC Kreuzlingen gegen den FC Lugano U-21 war eigentlich als das Top-Spiel der Vorrunde angesehen worden. Daher kann man gegen den FC Lugano U-21 schon verlieren. In der derzeitigen Lage hätte der FC Kreuzlingen aber Punkte benötigt. Umso ärgerlicher, dass man scheinbar zu viel wollte, und man daher den einen Punkt verspielte. Was hat der Bayern Trainer Kovac diese Woche gesagt, wenn man das Spiel nicht gewinnen kann, dann muss man wenigstens ein Unentschieden holen. Jetzt zählen für den FC Kreuzlingen aber wohl nur noch Siege. Viele Punktverluste darf man sich definitiv nicht mehr erlauben, sonst ist der Aufstiegstraum früher ausgeträumt als einem lieb ist. Wenn er nicht bereits jetzt ausgeträumt ist.

    Die Tabelle trügt. Zwar hat Chur 97 derzeit sieben Punkte Vorsprung auf den Zweiten FC Seuzach. Am Ende der Vorrunde könnte dieser aber bis auf einen Punkt dahingeschmolzen sein. Sofern der FC Seuzach den Spitzenkampf vom nächsten Samstag in Chur für sich entscheiden kann, und dann auch noch das Nachholspiel Auswärts beim FC Weesen gewinnen sollte, dann hätte der FC Seuzach 28 Punkte auf dem Konto, und würde lediglich noch einen Punkt hinter Chur 97 liegen.

    Obwohl der FC Seuzach vor 1 ½ Wochen den FC Widnau mit 3:0 besiegen konnte, kann ich mir nicht vorstellen, dass Seuzach in Chur gewinnen kann. Zu konstant zeigt sich Chur 97 bisher in dieser Vorrunde. Die Bündner haben mit 37 erzielten Toren nicht nur den besten Sturm der Liga, sondern mit lediglich 12 kassierten Toren auch die beste Abwehr der Liga. Der Herbstmeistertitel ist daher der verdiente Lohn für diese konstante, und sehr gute Leistung. Herzliche Gratulation dazu.
    Es gibt aber noch eine Rückrunde, und diese müssen die Bündner zuerst absolvieren. Derzeit deutet aber nichts darauf hin, das Chur nicht auch in der Rückrunde diese Leistungen abrufen kann.

    Die beiden Top-Favoriten auf den Aufstieg, der FC Kreuzlingen und der FC Lugano U-21, haben in der Vorrunde bei weitem nicht ihr Leistungspotential abrufen können, und sind daher auch nicht ganz vorne in der Tabelle angesiedelt. Wenn ich das aus der Ferne beurteilen kann, scheint es so, dass der FC Kreuzlingen einfach nicht das vorhandene Leistungspotential abrufen kann, und daher Spieltag für Spieltag auf den Platz bringen kann. Es nützt nichts, wenn man ein sehr gutes Spiel zeigt, eine Woche später aber fast kein Bein mehr vor das andere bringt. Wenn der FC Kreuzlingen in dieser Saison nochmals ins Aufstiegsrennen eingreifen will, dass muss in der Rückrunde in jedem Spiel das vorhandene Potential abgerufen werden können. Auch muss die Defensive, 21 Gegentore in 12 Spielen sind für ein „vermeintliches“ Spitzenteam doch zu viel, in der Rückrunde deutlich besser funktionieren, ansonsten kann man den 7-Punkte Rückstand auf Chur 97 sicherlich nicht mehr wettmachen. Vielleicht werden es ja lediglich vier Punkte Rückstand sein, die es in der Rückrunde wettzumachen gilt. Warten wir noch den letzten Spieltag der Vorrunde ab.

    Von Platz 4 an sind derzeit eigentlich noch alle Mannschaften in den Abstiegskampf involviert. AS Calcio Kreuzlingen (5.Platz), FC Uzwil (6.Platz), FC Lugano (7.Platz) und FC Rüti (12.Platz) hätte man in dieser Region wohl nicht erwartet. Ich gehe daher auch davon aus, dass sich diese Mannschaften in der Rückrunde von der Abstiegszone deutlicher entfernen können. Da ich eigentlich auch Amriswil nicht als Absteiger auf dem Radar habe, wären es mit dem FC Widnau (8.Platz), FC Will 1900 2 (9.Platz), FC Weesen (10.Platz), FC Bassersdorf (11.Platz) und FC Bazenheid (13.Platz) noch fünf Mannschaften, die, die beiden restlichen zwei Abstiegsplätze unter sich ausmachen müssten.
    Auch wenn sich der FC United Zürich in den letzten Wochen gefangen hat, kann ich mir beim besten Willen nicht mehr vorstellen, dass die Zürcher am Ende der Saison nicht auf einem Abstiegsplatz stehen werden. Auch wenn am Samstag der FC Widnau besiegt werden sollte, hätte man erst 6 Punkte auf dem Konto, und man müsste daher in der Rückrunde Punkten wie ein Spitzenteam.

    Das Abstiegsrennen wird wohl spannender Verlaufen als das Aufstiegsrennen, wo Chur 97 scheinbar Leichtfüssig Richtung Aufstieg marschiert. Wie gesagt, kann das in etwas mehr als einer Woche bereits wieder anders aussehen. Für die Spannung im Aufstiegsrennen wäre es natürlich von Vorteil, wenn Seuzach in Chur gewinnen könnte. Das wäre sicherlich auch im Sinne des FC Kreuzlingen. Wenn Chur am Samstag wirklich verlieren sollte, und der FC Kreuzlingen in Weesen sein Spiel gewinnen sollte, wäre der Rückstand auf vier Punkte zusammen geschmolzen. Das wäre sicherlich in der Rückrunde noch wettzumachen. Ein Sieg gegen Chur ist aber dann wohl trotzdem Pflicht. Bei einem Sieg im Direktduell, sofern die Rückrundenspiele zuvor von beiden Mannschaften gewonnen werden, hätte man nur noch zwei Punkte Rückstand auf die Bündner.

    Die Überraschung der Vorrunde ist sicherlich der FC Seuzach. Seuzach hat in der letzten Saison doch Probleme bekundet. Von dem ist in dieser Saison bisher nichts mehr zu sehen. Mit derzeit 22 Punkten ist man zwar noch nicht ganz von allen Abstiegssorgen befreit, mit dieser Punkteausbeute, und vor allem dem 2.Tabellenplatz, darf man aber beim FC Seuzach sehr zufrieden sein.

    Die Vorrunde, ich Beurteile das von den 12 bisherigen Widnauer Spielen, hat guten, und vor allem spannenden Fussball gebracht. Da macht Amateur Fussball Spass.
    Die Rückrunde wird sicherlich ebenfalls Spannung pur bringen. Auch wenn derzeit alles nach einem Aufsteiger Chur 97 aussieht, sind noch 14 Spiele zu absolvieren. Da kann noch sehr vieles passieren. Daher ist das nicht mehr als eine Bestandsaufnahme. Der Abstiegskampf wird wohl eh bis zum Meisterschaftsende spannend verlaufen.
    Leider kann nur eine Mannschaft aufsteigen, und was aus meiner Sicht aber noch viel Schlimmer ist, auch in dieser Saison müssen am Ende drei Mannschaften nach dem 26.Spieltag absteigen.

    In diese Sinne wünsche ich Allen einen erfolgreichen Vorrundenabschluss, und bereits jetzt viel Erfolg für die Rückrunde.

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