Wappenzwilling: SC Retz

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Unter der Rubrik “Verblüffend ähnliche Vereinslogos” habe ich auf dem alten Seagulls Roar – Blog und im Grenzstadtkurier bereits die  Wappen der Vereine FC Wettingen, AS St. Etienne und Racing Club de Montevideo vorgestellt – allesamt führen ein Wappen welches demjenigen des FCK verblüffend ähnelt.

Nun folgt Folge 4 mit dem SC Retz aus Niederösterreich. Die Stadt beherbergt rund 4’300 Einwohner und der Verein ist Tabellenführer in der viertklassigen Landesliga. Derzeit bekanntester Spieler ist ein früherer Stürmer von Sigma Olmütz welcher seine Karriere als Torbomber in der Provinz ausklingen lässt. Der Verein strebt zum 100-jährigen Jubiläum 2021 in die Regionalliga. Besonders macht ihn aber etwas anderes, er bezeichnet sich nicht nur als die “Macht aus dem Weinviertel”, der Wein lässt ihn auch abheben.

Finanziell ist der Verein gut aufgestellt: “Wir haben nicht einen Grosssponsor, wir haben 120 Gewerbebetriebe und 80 Winzer als Partner”. Jeder Weinbauer spendiert dem Verein 48 Flaschen pro Saison, diese werden vor, während und nach den Spielen ausgeschenkt. Der Wein trägt seinen Teil dazu bei, dass pro Match regelmässig rund 700 Zuschauer ins Stadion kommen, selbst in der Regionalliga würde das unter die Top 3 reichen. Der Marketing-Leiter des SC Retz bringt es auf den Punkt: “Manche Vereine wären froh, wenn sie beim Spiel so viele Zuschauer hätten, wir wir nach dem Match noch haben”. An jedem Spieltag werden über 1’000 Achterl ausgeschenkt. Nach Retz reisen manche Zuschauer sogar aus Hollabrunn und Wien an.

Für unsere Stadler’s Kanonenputzer Weine ist also noch gehörig Luft nach oben!

Zurück zum Thema. Das Retzer Wappen zeigt drei grüne Längsstreifen in einem Schild auf weissem Grund, im oberen Teil ist der Clubname zu lesen. Damit kommt es dem FCK-Logo aus den 1960ern am nächsten.

Titelfoto: igel91.blogspot.com / Infos aus: ballesterer #148

1 Comment

  1. Die beiden Logos ähneln sich tatsächlich. Wobei ich meine, dass sowohl “Streifen”, als auch “Grün”, einigermassen oft gewählt werden, wenn es weltweit um Fussball geht. Besonders Grün steht ja in einer inneren Logik zu diesem Sport. Oder man orientiert sich als Einfachvariante farblich am Ortswappen – usw. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt – bis hin zu einer “ziemlich unmöglichen Farbigkeit auf St. Pauli”. Aber auch das ist möglich. Und auf – oder absteigen – kann man sowieso in allen Farben.

    Inwieweit der tüchtige SC Retz von seinen Winzern profitiert, in dem er jedesmal eine ordentliche Zuschauerschar begrüssen darf, weiss ich nicht. Angenommen, es sei ein probates Mittel zur Steigerung der Fussballenthusiatenmenge, so scheint beim “Kanonenputzer” (Garanoir) aus Triboltingen tatsächlich noch “Luft nach oben” zu bestehen. Umgemünzt auf die Mannschaft erinnert es vielleicht an “ausputzen” – einer mehr defensiven Spielvariante. Somit käme vielleicht ein “Apassionato” (Cuvée) aus der ähnlichen Reblage ins Spiel – also: “Leidenschaft”. Mindestens wünscht man sich das der Mannschaft. Und wenn es in der 94. Minute noch immer 0:1 für den Gegner stehen sollte, wäre kurz als letzter Versuch noch auf “Furioso” (Pinot Noir aus dem Barrique, ebenso Triboltingen) umzustellen, was etwa mit “Wilder Leidenschaft” als Steigerung herhalten kann.

    Da hat es der Kreuzlinger Nachbarverein FC Tägerwilen viel einfacher, ist doch der spätere Biologe und Rebenzüchter Hermann Müller gleich in der Gemeinde geboren (1850). Also kann hier nichts über “Müller-Thurgaus” gehen!

    Und wie weit die erfolgreichen 30er-Jahre des FCK mit Rebensaft verbunden waren, weiss ich nicht. Ich meine: eher nein, endete doch die grosse Kreuzlinger Rebengeschichte bekanntlich noch vor Beginn des 20. Jahrhunderts. Heute stehen nur noch Restbetände bei der Seeburg, beziehungsweise oben bei der Sternwarte als schöne Erinnerung an eine andere Zeit.

    Fussball und Wein – und nicht Bier? Gibt es also! In CH wohl besonders tüchtig im Wallis zelebriert. Mindesten nach einem gewonnen Spiel. Freude herrscht hier dann klassisch mit “Fendant”.

    Muss zum Schluss noch gesagt sein, damit keine falschen Vortellungen aufkommen: “Me cha uf em Platz natürli au mit süffigem Thurgauer Suessmoscht glücklich wörre”, bsunders wänn d’Mannschaft gwune hät…….! Klar oder Naturtrüb ist dann egal.

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