Harmlos in Henau

Auch im zweiten Meisterschaftsspiel gegen den FC Uzwil blieb der FCK punktelos. Wieder bestimmten unglückliche Szenen den Spielverlauf. Ein verschossener Elfmeter. Ein Gegentor in der einzigen Druckphase der Kreuzlinger gegen Ende des Spiels. Verdient war die Niederlage nicht. Aber… 70 Minuten lief viel zuwenig! Kein Druck, offensiv ganz und gar harmlos, ein schlechtes Spiel, übrigens auch von den Uzwilern. Erst im letzten Viertel der Partie drehte der FCK endlich auf und kam prompt zu Chancen. So eine Phase hatte man in der 1. Halbzeit schmerzlich vermisst. Warum lief es nach vorne so lange so lasch? Angst vor eigenen Fehlern und Gegentoren? oder ist das Gegenteil der Fall – und es schlich sich in der Vorbereitung eine Überheblichkeit ein?

Bei der sportlichen Lage rückt alles andere in den Hintergrund. Trotzdem ein paar Worte zum Auswärtsspiel in Uzwil. Die Old Boys machten ihrem Namen mit einem Alterdurchschnitt von rund 45-50 Jahren alle Ehren. 7 Supporter plus Anhang fanden sich mit ein paar Zaunfahnen und ein paar Schlachtrufen ein. Dazu wurden T-Shirts verkauft, Aufkleber verteilt, ein paar Bier getrunken, alte Bekannte begrüsst und der eigene Nachwuchs spielte nebenan. Für junge Ultras wäre das eine lasche Leistung, aber da kann ich nur sagen, macht den Schweizer Amateurfussball erstmal über 20 Jahre euphorisch mit! 🙂 Mir ist noch etwas aufgefallen. In den 1990ern hörte man auch vom “normalen” Publikum an Amateurspielen allerlei Zwischenrufe. So etwas gibt es heute fast gar nicht mehr zu hören. Die Zeiten ändern sich auch beim Publikum auf Amateurplätzen.

Hopper-Infos: Super Bratwurst, schwaches Matchprogramm, langweilige Sportanlage. Die Lage bei Henau zu weit vom Zentrum. Die störende Laufbahn. Die fehlende Tribüne.

Die Gute Laune wäre aber auch auf einer idyllisch gelegenen Tribüne im Jugendstil nicht zu retten gewesen… Einer der Old Boys sagte es passend: “fangen wir die Saison halt erst nächsten Samstag an!”

2 Comments

  1. Katastrophe? Wie man es nimmt. Es gibt dazu viele Wenn und Aber. Geht halt um Fussball. Da kann – mindestens im Amateurbereich – auch ein Topgesetzter dann und wann als Verlierer von Platz segeln – so einfach ist das! Die Frage ist eher nur, unter welchen Voraussetzung und Ambitionen sich solche Negativereignisse abspielen.

    Und so meine ich denn, dass der FCK für 20/21 eine vergleichbar starke Mannschaft auf dem Feld hat, wie in den vergangegen Jahren – zudem mit gleichem Trainer. Und die Absicht, eine gute bis sehr gute Saison “abzuliefern” (etablierter Ausdruck unserem “Lieferzeitalter” entnommen ?), reimt sich mit den vorherigen Meisterschaften. Die Leistungen waren ja gut bis sehr gut! Nur eben nie ganz top, was zu höheren Weihen hätte führen können. Ich nehme mal an, dass diese Zielrichtung noch immer besteht – wenn auch nie deutlich ausgesprochen. Warum es aus dieser Sicht ausgerechnet am Meisterschaftsbeginn beim FCK nicht selten harzt, liegt dabei im Dunkeln. Die gut beschriebenen Trainigsresultate entwickelten bis heute noch nicht die erhoffte Kraft.

    Immerhin: Berichtet wird aus dem Fürstenland von “unglücklichen Szenen”. Noch stärker: “Verdient war die Niederlage nicht” (beides Hafetschutter). Dagegen las ich (erstaunlich rasch nach dem Spiel) auf Uzwil24, dass der FCU ein schlechtes Spiel hingelegt hätte. Und sport-fan.ch titelt trocken: “FCK stark verbessert”. So könnte man sich u.a. auch die Frage stellen, wie es denn ausgesehen hätte, wenn Uzwil “normal” gespielt hätte! Eine eher müssige Frage – o.k. Spiele lassen sich von verschiedenen Seiten her beschreiben. Auch etwas Lokalpatriotismus kann immer dabei sein. Gehört zum Geschäft. Macht menschlich.

    Nun mal zu zwei objektivierbareren Dingen: Im Kreuzlinger Sturm spielen “im Prinzip gut zielende, bewährte Schützen”, sogar mindestens zwei aus der Riege “Hafetschutter der Saison”. Warum derzeit das “Ins-Tor-tschutten” nicht klappen will, weiss der T……! Immerhin wurden schon einige “Halbtore” gesehen (Elfer gehört dazu). Und so steht eben, weil Halbtore bis heute nicht zählen, nach wie vor eine Null auf der Tabelle. Gleichzeitig ist ebenso objektivierbar, dass sich das einfache Überlaufen oder Überspielen der FCK-Hinterreihen zu einem saisonal sich wiederholenden Markenzeichen der Hafenelf zu entwickeln droht (hoffentlich nicht!). Tribüne: “Passed doch emol uf!”-“Hönder dä ned gsäh” – oder so ähnlich. Die Fussballaugen von Fans geben immer verlässlich Auskunft.

    Und so hat sich dann eben in Uzwil auch noch ein bereits sichtbares erstes Pünktchen verabschiedet und nicht das rettende Bodenseeufer erreicht. Also rennt der FCK real nun bereits 4 Punkte zu Beispiel hinter seinem Stadtrivalen vom Döbeli her. Und die Tabellenspitze, noch einiges weiter oben als die ASC, schickt sich bei ordentlicher Windstärke bereits an, davon zu segeln.. Ob sie durch einen fulminanten FCK-Herbststurm noch gestoppt weden könnte? Schwierige Frage. Die Meteorologie ist auch nicht immer zuverlässig.

    Katastrophe also? Noch nicht nach erst zwei Spielen gegen gut gesetzte Mannschaften! Doch dass spätestens ab Partie 3 oder 4 eine Linie gefunden werden müsste, um das Saisonziel nicht arg zu verpassen, erscheint wichtig angesicht von einigen Teams, die ihren Lauf bereits gefunden zu haben scheinen. Wann auch der FCK ins Laufen kommt, ist nicht zuletzt auch eine ersehnte Zuschauerfrage. Die Antwort müsste deutlich mehr als nur “Glück im Spiel” beinhalten. Sie muss letztlich von der FCK-Mannschaft und dem Trainerteam bentwortet werden. Und von den Fans positiv unterstützt! Das steht spätestensd ab jetzt an.

  2. Nun bodigte, lese ich gerade, der beschriebene “Abstiegskandidat” Bassersdorf zuhause den erklärten Mitfavoriten Bazenheid. Widnau schickte Rüti gleich mit 5:0 zurück ins Zürcher Oberland. Eine tolle Liga! Und der FCK? Er sinkt wieder unter den ominösen Strich, wo United noch immer den letzten Platz “verteidigt”. Die Zeit ist reif……

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