Eine Regenschlacht im 2. Stadtderby

Trotz schlechtem Wetter eine prächtige Zuschauerkulisse beim 2. Kreuzlinger Stadtderby. 810 Zuschauer fanden sich im Hafenareal ein. Eine realistische Zahl, wenn man die Bilder mit denjenigen anderer Spitzen-begegnungen vergleicht (Frauenfeld 2011, 850 Zuschauer oder Rapperswil 2017, 780 Zuschauer) oder sich die Faustregel “1’000 Zuschauer passen in 1er-Reihe rund um ein Fussballfeld” vor Augen hält.

Man sah sehr viele unbekannte Gesichter. Aktive FCZ-Fans waren vor Ort, FCSG-Fans, zahlreiche Groundhopper, eine Presse-Anfrage für ein Spiel-Ticket kam gar aus Krefeld (!). Noch nie wurde ich soviel von unbekannten Personen auf meinen Grenzstadtkurier angesprochen, am Ende des Spiels waren alle meine Rest-Exemplare der 100er-Auflage verkauft (über den NOFB-Shop gibt es eine Extra-Auflage).

Begonnen hatte alles sehr hektisch, spielt man auf dem Hauptplatz oder dem Kunstrasen? Die Entscheidung der Schiedsrichter fiel auf den Hauptplatz. Vom spielerischen war das zuerst etwas grenzwertig, vom Zuschaueraufkommen aber ein weiser Entscheid. Wie überhaupt die Schiedsrichter an diesem Tag eine sehr gute Leistung zeigten.

Zum Spiel. Die 1. Hz hatte Calcio etwas mehr vom Spiel, ein gepflegter Spielaufbau gestaltete sich auf dem mit Pfützen übersäten Spielfeld als schwierig. Kämpfen war angesagt und diesen Kampf führten die Mannschaften speziell in der (besseren) 2. Hz mit grossem Einsatz. Wie sagte es ein ehemaliger FCK-Trainer passend: “Für diese Platzverhältnisse war es ein sehr ordentliches Derby”. Die 2. Hz gehörte dem FCK, welcher den unglücklichen Führungstreffer von Calcio schnell durch einen herrlichen Treffer ausgleichen konnte und dann zu den besseren Chancen kam, ohne das man Calcio jedoch abschreiben konnte. Der FCK war dem Sieg etwas näher, das Unentschieden war jedoch auch kein ganz verkehrtes Resultat.

Stojan Miljic erzielt das 1:1 in einer aufreibenden Regenschlacht:

Erstmals (wieder) standen die Old Boys an ihrem neuen (alten) Platz beim Speakerhaus. Beim Plan der Tribüne war ich in der Projektgruppe und wir entschieden uns damals, diesen für die Fans von Sitzplätzen frei zu halten, so schliesst sich auch hier der Kreis.

Calcio sei ihre derzeitige Euphorie gegönnt. Doch nie vergessen: Nationalliga-A-Aufsteiger, Schweizer Amateurmeister, Challenge-League-Aufstiegsspiele, Schweizer-Cup-Achtelfinale, 50’000 Zuschauer pro Saison, Legenden über Legenden. Kreuzlingen ist, war und bleibt Grün-Weiss und eines Tages spielen wir in der Challenge League.

 

4 Comments

  1. Kreuzlingen hat bekanntlich weit bessere Wasserballer, als ausgerechnet Fussballer! Doch für einmal lag Schiedsrichter Stefano Stellato mindestens zuschauerfreundlich wohl richtig, dass er den Entscheid zurück nahm, das Derby auf dem (kürzeren, zuschauerengen) Kunstrasenplatz austragen zu lassen (war auch virusbedingt angebrachter).

    Das Unentschieden ist übrigens durchaus ein klassisches Derbyresultat. Weltweit. Und wenn vor schöner Publikumskulisse Kampfkraft, Fairness noch eine sehr gute Spielleitung dazu kam, wie berichtet wird, war die Kreuzlinger Fussballwelt sicher in Ordnung.

    Zum Stadtkönig erhob sport-fan (Bruno Brütsch) schon mal die AS Calcio, obwohl die Döbelianer ausgerechnet im Derby kein Tor zustande brachten. Dafür war allein der FCK verantwortlich. Über das eine herrscht Schweigen. Für das wichtigere war Stojan Miljic wohl mit einem echten Tor des Monats verantwortlich.

    Wer dann letztlich zum eigentlichen Fussball-Stadtkönig erkoren wird: Dazu legt Hafetschutter die Latte längerfristig schon mal hoch und listet auf, was sich seit 1905 so alles zugetragen hat rund um Fussball Kreuzlingen. Nun spielen Legenden nicht selbst (“haben ausgespielt”), sondern neue müssen immer wieder das Licht der Fussballwelt erblicken. Und das betrifft selbstverständlich beide gegenwärtig ziemlich erfolgreichen Clubs der Stadt. Wie sich “Fussball in Kreuzlingen” weiter entwickeln könnte, wäre frühestens eine Frage nach Saisonschluss. Es wäre mal eine Messlatte festzulegen, die dann eine berechenbare Linie aufzeigen müsste, wie diese Zukunft aussehen könnte. Sie hiesse wohl: “höherklassig”. Und dies wiederum wäre vergesellschaftet mit der Frage einer dazu adäquaten städtischen Sportstätte. Sonst taugte eine solche Unternehmung nicht. Dazu aber ein Nachsatz: “Fussball an sich” kann sich auch an einem schlichten grünen Rechteck erfüllen. Ist Ansichtssache. Nur gibt es eben auch weitere Gründe, Fussball in einer Stadt auf einem “gewissen Niveau” ansiedeln zu wollen. Über das wäre mal offen zu diskutieren.

    Aktuell sind nun beide Clubs in guter Angriffsposition. Die Tabellenspitze ist auch nach dem 1:1 – Pünktchen noch nicht zu sehr enteilt. Sollte es – und dazu ist es ja noch sehr weit – am Saisonende zu einer Tabellenkonstellation kommen, die für den einen oder den anderen Kreuzlinger Club einiges zu versprechen scheint, würde es die Fairness verlangen, dass sich ganz Fussball Kreuzlingen gemeinsam einsetzt, ein nahes Ziel zu erreichen. Sehr spannend selbstverständlich, wenn gleich für beide Mannschaften Lorbeern greifbar werden. Diese Spannung wäre endgültig nicht zu überbieten. Ist etwas viel Kartenlesen – o.k.! Die Realität holt einem manchmal erstaunlich rasch ein. Ist Fussball. Na und? – träumen erlaubt!

  2. Widnau ist bereit für das Spitzenspiel gegen den FC Kreuzlingen.

    Zuerst möchte ich dem FC Kreuzlingen zur Zuschauerzahl im Derby gratulieren. Man kann wohl jetzt schon sagen, dass diese Zahl in dieser Saison nicht mehr erreicht wird. Oder wird das Derby Rückspiel im Döbeli noch mehr Zuschauer anlocken?
    Vielleicht steht der FC Kreuzlingen ja bereits am Sonntag wieder vor der der AS Calcio Kreuzlingen. Dafür müsste der FC Kreuzlingen aber das schwere Auswärtsspiel gegen den FC Widnau gewinnen, und der AS Calcio Kreuzlingen müsste das Spitzenspiel gegen den FC Amriswil verlieren.

    In Widnau ist die Vorfreude auf das Spitzenspiel gegen den FC Kreuzlingen riesig. Hier ein Vorbericht von Rheintal24. https://www.rheintal24.ch/articles/30831-spitzenspiel-auf-der-aegeten
    Sollte der FC Widnau auch gegen den FC Kreuzlingen, die ich immer noch, obwohl der FC Uzwil sich bisher keine Blösen gibt, als Aufstiegsfavorit Nr.1 ansehe, ein Positives Resultat holen können, steht eine Woche später Auswärts gegen den FC Amriswil bereits das nächste Spitzenspiel für den FCW auf dem Programm.

    Mit dem FC Kreuzlingen (H), FC Amriswil (A), FC Uzwil (H), FC Weesen (A) und FC Bazenheid (H) wartet auf den FC Widnau bis zur Winterpause noch happige Aufgaben. Die wohl schwerste wird aus meiner Sicht aber das Heimspiel gegen den FC Kreuzlingen sein. Nach der Punkteteilung im Derby darf sich der FC Kreuzlingen wahrscheinlich nicht mehr allzu viele Punktverluste erlauben, will man den Aufstiegstraum nicht aus den Augen verlieren. Daher erwarte ich am Sonntag einen FC Kreuzlingen der den Sieg mit aller Macht anstrebt. Leider muss der FC Widnau am Sonntag auf Diego Liechti verzichten, der vor der Abwehr als defensiver Mittelfeldspieler grossen Anteil daran hat, das der FC Widnau in dieser Saison Defensiv an Stabilität gewonnen hat. Ich bin aber überzeugt davon, dass auch dieser Ausfall, wie schon derjenige vom Abwehrspieler Noah Massari, kompensiert werden kann.

    Das Wetter sollte für den Sonntag ja passen, und somit steht allen Kreuzlinger Fans eine Reise ins schöne St. Galler Rheintal, bzw. nach Widnau, nichts mehr im Weg.
    In diesem Sinne wünsche ich bereits jetzt allen FC Widnau und FC Kreuzlingen Fans ein spannendes Spitzenspiel. Möge die bessere Mannschaft gewinnen. Ihr dürft es mir nicht übel nehmen, wenn ich hoffe, das am Sonntag der FC Widnau das Spitzenspiel gewinnt.

    • Warum nehme ich ihnen das nicht übel – lieber Markus Seiz? Die richtige Antwort hören sie sonntags nach der Begegnung kurz nach 15.45 Uhr vom Widnauer Platzsprecher! Oder jederzeit topaktuell bleiben und laufend selber mitzählen. Und ganz wichtig: Bis zum Spielschluss aus Clubtreue bleiben, auch wenn es sich nicht mehr lohnen sollte. Zum Trösten ist sicher noch ein FCK-Fan in der Nähe.

      Ich wünsche ihnen im Rheintal auf jeden Fall ein spannendes und schönes Spiel. So geht Fussball!

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