Wilde Fussballplanung in Kreuzlingen

Die Stadtverwaltung erstellt ein neues Garderobengebäude im Hafenareal. Vorgestern war Spatenstich.

Zuerst mal eine schöne Sache, weil das Garderobengebäude unbedingt benötigt wird.

Ein neues Gebäude entsteht also im provisorischen Hafenareal. Daneben stehen alte zusammengestellte Container als Clubhaus. Ein etwas seltsamer Charme geht davon aus, keine Frage. Doch nicht nur Greta Thunberg hätte am Containergebilde keine Freude. Zukunft hat es nicht. Es werden weitere Bedürfnisse kommen. Ein neues Clubhaus, eine Überdachung für die Tribüne.

Wäre es nicht sinnvoll gewesen, dass Garderobengebäude als erste Etappe zu planen, mit optionalen Anbaumöglichkeiten?

“Baue chasch immer” tönts vielleicht von der Stadt. Doch wirklich sinnvoll, als ein ästhetisches und praktisches Ganzes? Hat man sich da nicht künftige Möglichkeiten “verbaut”? Immerhin wurden 800’000 Franken ausgegeben.

Kann man vielleicht gar nicht vorausschauend planen?  Vielleicht weil noch nichts sicher ist, keine Planungssicherheit besteht?

1 Comment

  1. Das Wort “Planungssicherheit” wird dereinst breit in den Analen des FC Kreuzlingen 1905 zu lesen sein – oder es ist schon so. Letztlich als Resultat einer grandiosen “Planungs-Unsicherheit” vonseiten der Stadt und ihrer Behörde. Seit Jahren.

    Nun verbuttert die Stadt auf Klein Venedig nochmals 800’000 Franken für ein Gebäude, das aus zweierlei Gründen keine Zukunft haben kann: Entweder wird auf Klein Venedig in “un-absehbarer Zeit!” gar nicht mehr geschuttet und das Gebäude dann liquidiert oder ist bereits zerfallen. Oder es wird hier endgültig weiter geschuttet und das Gebäude passt dann nicht mehr in eine neu zu gestaltende Sportanlage.

    Die “Planung-Unsicherheit” der Stadt bleibt somit das eigentliche Übel. Warum der Stadtrat keine Kraft aufzubringen vermag, “JETZT MAL” zu entscheiden, wie es für den FCK weitergehen soll, bleibt weitgehend unverständlich.

    Ich beschäftige mich seit Langem mit der Frage, wie die erklärte Sportstadt zu eine adäquaten, vorzeigbaren Sportstätte kommen könnte, die gelegentlich auch mal über den Sport hinaus als zentralen Veranstaltungsort der Stadt dienen könnte.

    Die Fakten sind für mich klar: Auf Seezelg wäre eine solche Anlage räumlich nicht mehr darstellbar, da dort verschiedene andere Ansprüche auf ein Stück Gelände die für den Fussball übrig bleibende Fläche arg reduzierten. Ja, es könnte auch auf Seezelg dereinst durchaus geschuttet werden! Aber für einen stadtprägenden Platz 1, einem Städtischen Stadion, fehlt einfach der Raum. Das weist die derzeitige Planung der Stadt aus. Es müsste also wiedermal umgeplant werden. Zu erweitern ist hier der Raum jedoch kaum mehr.

    Mit einem Provisorium, das nun neben andere Provisorien gestellt wird, ist zwar der Sportausführung auf Klein Venedig gedient, doch ist null erkennbar, was das mit der “Fussball-Zukunft an sich” in der Sportstadt zu tun haben könnte. Diese Zukunft bleibt nach wie vor verschwommen, auch wenn sich der FCK-Präsident (einigermassen verständlicherweise) über die Investition vorerst mal freut.

    Mit einem positiven Entscheid für “Fussball auf Klein Venedig”, mindestens was Platz 1 als zentrales Städtisches Stadion betrifft (das auch anderen Vereinen offen stünde), wären die Fakten gelegt und es könnten erste Vorstellungen kreiert werden, was das bedeuten könnte.

    So gesehen hätte durchaus die Möglichkeit bestanden, wie auch Hafetschutter reflektiert, bereits die 800’000 Franken so zu planen, dass sie als erstes Modul in ein Gesamtkonzept einzubetten gewesen wären. Das hätte allerdings einer kreativen, zügigen Vorausplanung bedurft, einem kleinen Masterplan. Und dieser wäre selbstverständlich von einem vorgängigen Entscheid “Pro Klein Venedig” abhängig gewesen. Und genau das will – oder kann? – die Stadt nicht leisten. Würde man im Fussball derart mutlos sein, ginge jedes Spiel verloren!

    Noch eine Anmerkung zu einer Tribünen-Überdachung: So was scheint sich für die Stadt als ein “Unwort” etabliert zu haben. O.K! Dann sollte wenigstens versucht werden, eine private Lösung zu finden. Es begänne zum Beispiel mit der Anfrage bei der benachbarten Neuweiler AG, die sich mal der Sache grob annehmen könnte, was denn hier über die gesamte Breite der vorhandenen Sitz- und Stehrampen (und ev. dem Verpflegungsplatz) als Überdachung möglich wäre. Als Beispiel stünde u.a. schon mal die Konstruktion der offenen Kunsteisbahn-Überdachung zur Verfügung. Ein Crowdfunding-Modell müsste entwickelt werden, an dem sich sogar die Stadt beteiligen könnte…..!

    Dass das Ganze wiederum ein “Provisorium” würde, könnte nichts mehr verteufeln. Die Dinge scheinen eben so zu laufen. Oder kommt von der Stadt doch noch eine entscheidende Antwort zur Sache, “wo denn zukünftig…..”? Eine Grundsatzentscheidung brächte auch auf politischer Ebene eine Erleichterung. Für den Fussball ganz bestimmt.

    Es wär tatsächlich Zeit!

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