Das erste Mal gegen Slovan

Letzte Woche habe ich in der Brockenstube meines kleinen Wohnortes Oberaach eine Nadel von Slovan Bratislava gefunden. Was für eine Erinnerung! Mein erstes FC-Kreuzlingen-Spiel war gegen Slovan Bratislava. Kann man besser starten? Es war ein Sommertestspiel um 1987.

Ich war D-Junior beim FCK und erwartete mindestens tausende Zuschauer. Es kamen vielleicht 80, es war leer im Hafenareal. Ich staunte und verliebte mich dennoch. Etwa zwei Saisons begleitete ich als Junior zusätzlich zu den eigenen Spielen die 1. Mannschaft. Auswärts auch mal mit dem Velo, etwa nach Berg oder natürlich ins Tägermoos. Meine Oma nähte mir eine kleine grün-weisse Fahne.

Die Spieltelegramme kamen in ein Notizbuch des TV-Magazins Hörzu. Zusammen mit den Spielen “meiner” D-Junioren. Unsere Niveauklasse hiess Standard und unser Team war schlecht und selbst bei den schlechten sass ich oft auf der Bank und wenn ich reinkam spielte ich Vorstopper. Ich stoppte vor dem Libero. Es hiess ich solle besser Leichtathletik machen. Immerhin war ich  “Schnellster Chrüzlinger”. 9,9 Sekunden auf 80 Meter. Ich war schneller als der Ball. Auswärts fuhren wir mit Opel Kadett türkischer Väter und wurden von diesen eindringlich auf das Spiel gebrieft. Unser Trainer war dem Alkohol nicht abgeneigt und schepperte seinem Sohn dem Libero auch mal eine vor versammelter Mannschaft. Unser Torwart stahl uns Panini-Bilder, zu wehren trauten wir uns nicht. Im Thurgauer Volksfreund gab es selbst von unseren Spielen immer eine kleine Vorschau in Form von zwei, drei Sätzen. Meist hiess es darin “die Trauben hängen hoch”.

Dann kam Slovan. Ländler schepperten aus Musikboxen, Männer rauchten und assen Stumpen, es roch nach Bier, frischgemähtem Gras und Spannung.

Später erkundete ich die grosse Fussballwelt, jedes zweite Wochenende auf Tour mit dem Wochenendticket der Deutschen Bahn. Doch nach einigen Jahren kam ich wieder zum FC Kreuzlingen und bereue es bis heute nicht.

Kann sich jemand an das Slovan-Spiel erinnern? Der Trainer hiess damals vermutlich Laszlo Harsanyi.

Passend zum Thema, Vorhang auf für Karol Duchoň- Slovan je lepší

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