FCK-Rarität Knopflochnadel

Die “Kreuzlinger Kiste” kann sich über ein neues Schmuckstück freuen. Es handelt sich hierbei um eine Knopflochnadel mit Vereinswappen. Erstanden wurde es auf einer “Vorkriegsauktion” in Wien. Über Zwischenwege fand es für gut 60 Franken den Weg ins Hafetschutter-FCK-Archiv. Im Gegensatz zu Deutschland, wo es Unmengen an Vereinsnadeln gab, war die “Nadelkultur” in der Schweiz nicht so stark ausgeprägt.

Dennoch oder gerade deswegen, werden rare Nadeln von Schweizer Vereinen bei Sammlern hoch gehandelt. Vergleichbare, also alte und sehr seltene Stücke von bekannteren Schweizer Vereinen werden im unteren dreistelligen Bereich gehandelt.

Das Wappen auf der Kreuzlinger Knopflochnadel war in den 1960er-Jahren gebräuchlich, wie das Foto im Hintergrund beweist. Allerdings könnte die Knopflochnadel auch deutlich älter sein. In der Saison 1938/39 liess der FCK “Vereinsabzeichen” bei der Firma Huguenin in Le Locle anfertigen. Und siehe da, auf der Rückseite der Knopflochnadel findet man den Schriftzug “Huguenin, Le Locle”.

In den 1920er und Anfang der 1930er-Jahre wurde ein anderes FCK-Logo benutzt, ein grünes Wappen mit einem diagonalen “FCK” auf weissen Grund. Von Mitte der 1930er-Jahre bis in die 1960er-Jahre fand ich bisher aber kein einziges Zeugnis eines Vereinswappens. Es wäre schön, wenn sich diese Wissenslücke schliesst und ich diese Knopflochnadel eines Tages zeitlich genauer einordnen könnte.

Es gibt übrigens ein “Schwesterstück” dazu in meiner Sammlung. Das gleiche FCK-Wappen, allerdings mit spiegelverkehrten Streifenfarben, aufgesetzt auf eine “normale” Nadel, diese gab es versilbert und vergoldet, ich habe bisher nur die vergoldete Variante. Ich bin kein Nadelspezialist, aber die Knopflochnadeln waren nach Auskunft eines Sammlers besonders in Italien gebräuchlich, in England waren es übrigens oft Broschen.

In den 1930er-Jahren spielte der FC Kreuzlingen mehrfach gegen Wiener Vereine. Kam die Nadel so nach Wien? Diese schönste Erklärung ist wohl etwas weit hergeholt, doch wer weiss?

Anstecknadeln waren bereits in der Anfangszeit des Fussballs im Umlauf, allerdings hatten viele Vereine erst ab den 1910er-Jahren ein Wappen. Beim FC Kreuzlingen sind mir 7 oder 8 verschiedene Nadeln und Pins bekannt. Wer mal sehen möchte welche Unmengen an Nadeln es jenseits der Grenze gab, dem empfehle ich die Facebook-Präsenz “Südbadische Fussball Anstecknadeln“.

Wenn man sich etwas länger damit beschäftigt, erkennt man den Wert dieser handgefertigten, filigranen kleinen Schmuckstücke. Letztes Jahr war ich an der Herstellung der neuen FCK-Ehrenpins beteiligt, fertigen liessen wir diese, natürlich, bei Huguenin, Le Locle.

1 Comment

  1. Archiviert Huguenin Le Locle genau so vortrefflich wie “Hafetschutter”, müsste mindestens eine ungefähre Jahreszahl eruierbar sein. Letztlich durch eine Materialanalyse? Wie wäre es mit einem analysierenden Vergleich hoch oben im Jura zwischen dem ebenfalls in der 2. Interliga kickenden FC Le Locle und dem FCK? Nach 90 Minuten hätte dann auch Huguenin einen Treffer erzielt und die FCK-Knopflochnadelgeschichte wäre gelöst.

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