Traditionsduell gegen Villingen

Spielt der FCK in Testspielen gegen starke Schweizer Teams, so sieht man meist flinke, wendige und schnelle U21-Teams aus der 1. Liga. Grün-Weiss steht dann technisch starken und gut ausgebildeten Jungtalenten gegenüber. Auch das können schwierige Aufgaben sein.

Im gestrigen Testspiel gegen den FC 08 Villingen stand man einem anderen Typus Mannschaft gegenüber. Der Oberligist (prominenteste Gegner sind derzeit die Stuttgarter Kickers und der SSV Reutlingen) präsentierte sich äusserst robust, druckvoll und abgeklärt. Die Schwarzwälder gaben mit diesen Prädikaten eine selten starke Visitenkarte in Kreuzlingen ab – man sah sich gefühlt einem Profiteam gegenüber.

Das würde Villingen wohl selbst nicht ganz abstreiten, die Ambitionen sind nach wie vor hoch, gerade erst wurde das heimische Stadion für 1,2 Millionen Euro aufgewertet (Fassungsvermögen 8’000 Plätze) und mit einem neuen und grosszügigen VIP-Bereich im oberen Teil des Friedengrundstadions (MS-Technologie-Arena) scheint ein wichtiger Grundstein für die finanzielle Zukunft gelegt zu sein.

Der FC 08 Villingen, südbadischer Rekordpokalsieger und ehemaliger Regionalligist mit einem damaligen Zuschauerschnitt von rund 5’000, errang seinen vorletzten Aufstieg in die Oberliga übrigens mit Kristijan Djordjevic und stellt derzeit die Weichen Richtung Regionalliga. Bekanntester Ex-FCK-Spieler bei den Villingern natürlich der ehemalige albanische U-21 Nationaltorwart Andrea Hoxha, welcher ab Sommer wahrscheinlich für einen noch nicht genannten Regionalligisten auflaufen wird.

Beim FCK backt man kleinere Brötchen und doch gibt es Parallelen. Auch hier wird der Platz derzeit aufgewertet und sollte in den nächsten Jahren 1.-Liga-tauglich werden. Dazu fehlt übrigens eine neue LED-Lichtanlage und eine neue Platzanlegung mit genügend Abständen zu den Zuschauerplätzen. Derzeit würde man bezüglich Hafenareal wie zuletzt mit einer Ausnahmebewilligung in der 1. Liga spielen müssen.

Spielbericht zur diesjährigen 3:1-Niederlage von Grün-Weiss gegen Schwarz-Weiss und weitere Fotos vom Spiel.

Testspiele zwischen den Vereinen gab es in den letzten Jahren übrigens regelmässig. Zuletzt im Januar 2020 (in Singen 1:3),  Juli 2018 (in Aasen 3:2), im Februar 2018 (in Villingen 0:3), Januar 2016 (Hafenareal, 1:2).

Das erste dokumentierte Spiel zwischen den beiden Vereinen datiert übrigens vom 17. März 1934. Damals gewann der FC Kreuzlingen an der Konstanzerstrasse vor 800 Zuschauern mit 3:1.

Erstmals seit Oktober besuchte ich wieder ein Fussballspiel. Unser  neuer Norman-Smith-Stand hat seine Regen-Premiere dabei mit Bravour bestanden. Eine kleine Einweihungsparty folgt zu Beginn der Saison 21/22. Den Silberanstrich bekam der Speakercontainer übrigens erst am Freitagabend. Danach grillierten wir im Hafenareal. Ein Old Boy lehnte sich an den Wellenbrecher und stimmte mit Blick aufs Spielfeld David Bowies Major Tom vor der silbernen Raumkapsel an – das Meisterschaftsfinale kann starten. Zuerst auswärts am nächsten Sonntag, 15.00 Uhr in Bassersdorf.

2 Comments

  1. Perfekt vom FCK organisiert, rach einen veritablen Aufbaugegner als Ersatz für den FC Rüti gefunden zu haben. Die 08er aus Villingen sind seit langem eine grosse Nummer im Südbadischen Amateurfussball – und ab und zu auch mal darüber hinaus. Die Schwarzwälder spielen, wie viele Mannschaften der Oberliga-Gruppen, in der Regel einen kräftigeren Fussball, als viele vom spielerischen Niveau her vergleichbare Clubs in der Schweiz. Hafetschutter schreibt dazu treffend: “robust – druckvoll – abgeklärt”. Und mit dem Stadion im Friedengrund hat der FC Villingen eine Anlage zur Verfügung (MS Technologie-Arena), die dann auch mal für neue Regionalligazeiten gerüstet ist. Der FCK dagegen wäre wohl schon glücklich, wenigsten ein Stück Dach der “Paul-Riegger-Tribüne” (privat finanzierte (!) Gegenseite der 08-Haupttribüne) zu besitzen. Immerhin wird derzeit der FCK-Fussballplatz am Hafen – ja wie nennt sich die Anlage denn korrekt? – etwas aufgemöbelt in einer Art “CH-Ästhetik der schönen Genügsamkeit”. Allerdings: Aufgestiegen wird auf dem Rasen! Untadelige Fussballweisheit.

    Übrigens rühmt sich der FC Villingen, in Deutschland auf 760 Meter ü. M. das höchst gelegene Stadion zu bespielen. Und das noch in gesunder Schwarzwaldtannenluft! Da kann höhnenmässig der FCK auf runden 400 Metern ü.M. nicht schritthalten. Aber dann vielleicht mit gesunder Bodenseeluft! Und Meter ü.M. ist im Fussball ja so eine Sache. Da wird sogar zwischen Amateuren und Professionalisten unterschieden. So reklamiert der FC Heidenheim (Schwäbische Alb) für sich, das höchst gelegene Stadion unter den deutschen Berusfkickerclubs zu besitzen (555 über NN). Wie dem auch sei: In den südamerikanischen Anden wird in Stadien sogar bis auf Matterhornhöhe gekickt – habe ich gelesen. Was will man dazu noch sagen. Da braucht es dann wohl 10 einheimische Reinhold Messner ohne Sauerstoffmaske und vorne einen transferierten Lewandowski “mit”. Der schiesst auch so Tore. Und ohne Lehnstange geht dort dann übrigens gar nichts.

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