Ein bombastischer Saisonstart

Kein Team wurde in den Meisterschaftsprognosen so sehr unterschätzt wie der FC Bazenheid. Hafetschutter.ch und FuPa.net sowie die Amateurfussballfreunde in Widnau und Altstätten setzten die Toggenburger allesamt auf die Abstiegsplätze 13. und 14. Aus einer starken Defensive aus agierend (1 Gegentor in 4 Spielen) und mit Giovanni Pentrelli als Stossstürmer kamen die Rot-Schwarzen unbesiegt zum Spitzenspiel ins Hafenareal.

Am System musste Bazenheid nichts umstellen, schien doch genau diese Aufstellung gegen eine Spitzenmannschaft vielversprechend. Ein frühes Tor des FCK (3.) konnte der FC Bazenheid mit seinem Kreuzlinger Stürmer Pentrelli noch ausgleichen (16.), danach sahen die knapp 350 Zuschauer aber nicht mehr viel von der Überraschungsmannschaft.

Für die Kreuzlinger Tore sorgten Simon Affentranger (48.) und Stojan Miljic mit einem englischen Hattrick (3., 45., 69.). Letzterer wurde in der FCK-Tickerer-Gruppe bereits als heisser Hafetschutter-Kandidat der laufenden Saison ausgerufen – aber da gibt es derzeit auch ein paar andere Kandidaten. Stark auch wie der FCK die verletzungsbedingten Fehlzeiten von Darko Anic wegsteckt – überhaupt die Bank, die ist, wie auch einige Zuschauer bemerkten, sehr stark besetzt.

Ein 4:1 gegen Bazenheid, davor ein 4:1, 2:0, 5:0 und 5:1. Das sind die Früchte der Arbeit aus den vergangenen Jahren. Seit 4,5 Jahren trainiert Kürsat Ortancioglu den FCK, dass vorangegangene Spiel bei den Blue Stars war sein 100. Pflichtspiel an der Seitenlinie der Grenzstädter (64 Siege – 13 Unentschieden – 23 Niederlagen). Dabei baute Kürsat einen kontinuierlichen Spielerstamm auf, lohnmässige Ausreisser gibt es keine mehr. Die Spieler kennen sich – und die Zuschauer kennen die Spieler.

In der letzten Saison gab es in der verkürzten “Rückrunde” fast nur noch eine theoretische Aufstiegschance. Die 1. Mannschaft zeigte schon da Charakter, präsentierte sich nach langer Zwangspause top eingestellt und ballerte jeden Gegner weg. Zu Kopf gestiegen ist ihnen das offensichtlich nicht. Längst nicht jede Mannschaft überbrückte die Corona-Pausen so wie es Kürsat und seine Mannschaft tat. 5 Spiele, 5 Siege, 20:3 Tore und die geringste Anzahl Strafpunkte. So ein Saisonstart muss beim FC Kreuzlingen lange, sehr lange, zurück liegen.

Aber auch nach dem Bazenheid-Spiel muss man auf die Euphorie-Bremse treten. Auf ein Spitzenteam traf der FCK noch immer nicht. Vieles spricht dafür, dass am kommenden Samstag auf dem Tellenfeld mit dem FC Amriswil eine sehr viel schwierigere Aufgabe warten wird – und gegen die Oberthurgauer hat der FCK in den letzten Jahren reihenweise ganz alt ausgesehen.

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7 Comments

  1. Wer stoppt den FC Kreuzlingen? Nun: diese Frage kann sich, muss sich aber nicht stellen, sind doch erst ein fünftel der Meisterschaftsrunden 21/22 gespielt. Immerhin ist es schon so, wie Hafetschutter feststellt, dass sich der FCK jeweils in die neue Saison eher hinein verstolpert, als markant auftritt. Jetzt also mal ein neues Gefühl am Hafen. Die potentiellen Fussballfreunde in Kreuzlingen und Umgebung müssen es nur noch in grösserer Zahl registrieren. Hingehen stehen im Westen der Stadt, im Döbeli, die Fahnen derzeit noch immer auf Halbmast. Hatte die AS Calcio bis anhin womöglich die stärkeren Gegner, als sein Stadtrivale? Die clubeigenen Spielberichte geben das eher nicht her. Ein relatives Verzweifeln – liest man, liegt derzeit mehr im eigenen Können. Es herrscht Aufklärungsbedarf.

    Erstaunlich jagt auch der SV Schaffhausen derzeit tabellarisch den FCK (siegte 2:1 zuhause gegen Chur 97). Dabei war die Spielvi in den verschiedenen Medien prognostisch gar nicht so gut gelistet. Mehr abwartend. Persönlich (SH-Bürgerort…) habe ich den Kunststoffrasenclub aus reiner Affinität zum Rheinfallkanton als Favoriten ins Meisterschaftsrennen geschickt. Und siehe da? Immerhin gehörte die SV in den 90ern einige Jahre der 1. Liga an und schoss sich sogar mal ganz kurz in die damalige Nationalliga B! Und seine breite Jugendarbeit ist – als Referenz – bekannt.

    Der FC Seuzach, der Medienmeister (man liest vorbildlich bereits früh am andern Tag einen kompletten Spielbericht!), hat sich nun von der Abstiegszone verabschiedet, wo ihr gestriger Gegner, die Blue Stars, derzeit noch immer bei 0-Punkten verharren. Und im Thurgauer Derby gab es für den FC Amriswil ein glattes 3:0 gegen den Club aus der Hauptstadt. Der FC Frauenfeld sucht also noch seinen Rhytmus nach dem Aufstieg. Die Oberthurgauer dagegen scheinen die Stärke der vergangenen Aufstiegssaison beibehalten zu haben. Entsprechend wird das kommende Rencontre mit der Elf vom Kreuzlinger Hafen richtungsweisend für beide Mannschaften sein. Im Hürdenaufstellen hat man im Amriswil so seine Erfahrung. Nicht nur im Reitsport!

    Gefährlich zur Spitze könnte noch der FC Widnau auflaufen, der zuhause auf die Red Stars aus Zürich trifft. Und der FC Rorschach-Goldach versucht den FC Basel im Cup zu ärgern. Geht wohl eher nicht. (Zuschauer-) ärgerlich ist hingegen, dass das Spiel einigermassen zeitgleich mit dem im nahen Widnau angepfiffen wird. Gings nicht anders?

    • Ja, das mag ein berechtigter Ausruf sein, den “Forza FCK” hier rausposaunt. Und dieses Ziel scheint überraschend sogar auch mal mit der Clubleitung überein zu stimmen. Noch unbekannt ist, ob bereits “Konzepte” bestehen, wie es nach einem allfälligen Aufstieg weiter zu gehen hätte, sollte dieser 2022 tatsächlich wiedermal realisiert werden. Gewiss steht ein Aufstieg noch lange 21 Spiele in den Sternen. Dennoch wäre es bereits sinnvoll, eine eventuell eintretende neue Situation bereits mal zu hinterfragen, erste Spuren zu legen, um sich dann nicht gleich wieder von der Ersten Liga zurück melden zu müssen.

      Solche Spuren hätten sich auf vielen Ebenen abzuzeichnen und würden sportverständlich mit der Bewertung des Kaders und seiner Umgebung (Staff, usw.) beginnen, sich etwa bei zu erweiternden Sponsorenmöglichkeiten fortsetzen – bis hin zu einer ligakonformen Platzgestaltung (die auch die Bedingungen für alle Zuschauer, inklusive Gäste, Behinderte, Fangruppen, Offizielle, VIP’s und so weiter zu verbessern hätte (wo dann auch die Stadt gefordert wäre).

      Letzteres Thema ist insofern explosiv, als einer umfassenderen Platzgestaltung (und Platz-Umfeldgestaltung, Parkplätze, usw.) durch provisorische Bestandsfristen der gesamten Fussballsportanlage auf Klein Venedig stadtseits Grenzen gesetzt sind. So ist auch die Installation des kürzlich eröffneten (provisorischen) Umkleidepavillon zu bewerten, der ohne Bezug zu einem möglichen Endausbau des Platzes Nr. 1 als stadtgerechtes (Klein-) Stadion hingestellt wurde – bei aller momentanen Sinnfälligkeit weiterer Garderoben!

      Es bleibt viel zu überlegen und zu tun, wenn tatsächlich “ein Ruck am Hafen” Fussball Kreuzlingen ermöglichen würde, ein-zwei (!) Ligahürden zu überspringen. Eine Hürde ist allerdings zuerst auch mal in Amriswil gestellt. Und somit landen wir vorerst wieder im fussballerischen Tagesgeschäft, um das es ja derzeit zielgerichtet zu gehen hat. Aber auch da sind “Konzepte” verlangt, um tatsächlich bestehen zu können. Sie wirken derzeit vorzüglich!

  2. Wir sind leider in dieser Saison nicht Ligatauglich. Ich denke wir werden keine Punkte mehr machen. Bitte schenkt uns 1 Punkt im Derby nächstes Jahr. Wir haben wirklich Angst gegen euch zu spielen. Habt ein bisschen Mitleid mit unserem kleinen Verein. Wir sind dankbar.

    Grüsse von den Salsiccia Ultras vom Döbeli

    • Ja wo liegt denn die derzeitge Calcio-Misere? Sicher nicht bei den “Grobkörnigen Rohwurst-Ultras”. Die Clubverantwortlichen sind es, die es wissen sollten. Die Ligakonkurrenten scheinen in der Praxis da schon einen Schritt weiter zu sein und gehen derzeit wohl davon aus, dass vom Döbeli auch mal alle Punkte mitzunehmen seinen. Der Karren scheint dort tatsächlich ziemlich festzusitzen.

      Ich meine nicht, dass der AS Calcio, welche die letzte Saison tabellarisch sogar gut über der Mittellinie abschloss, die ligatauglichkeit bereits abgesprochen werden kann. Auch nicht, dass, wie ab und zu zu beobachten ist, nach dem (euphorischen) Bau einer “Neuen Arena” gleich der Abstieg erfolgt. Und der Verein ist ja nicht “klein”, wie die Salsiccia Ultras kolportieren. Der Clubs wurde besonders durch die Jugendarbeit gross (gemacht), so dass ein weiterer Platz notwendig war.

      Ziemlich sicher werden eines Tages wieder angenehmere Lüfte vom milden Mittelmeer her übers Döbeli wehen. Punkte schenken? Höchstens nach Saisonende dem Stadtgegner nach seinem Aufstieg einige Salsiccia’s….! Doch Achtung: Was könnte dann der Verband hinter dieser kulinarischen Geste vermuten? Wenn es um die Wurst geht, so könnte selbst Fussball zu einem Rätsel werden….

      • Das Problem könnte sein, dass wir zu viel Salsiccia gegessen haben und daher kein Bein mehr vors andere bringen. Aufjedenfall kann die FALL Elf noch 2-3 Punkte holen, wir stehen hinter der Bande und schreien unsere Salsiccias zum Sieg.

        Grüsse vom anderen Ende von Kreuzlingen.

        Salsiccia Ultras AS CALCIO

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