Feuerwerk, Hammondorgel, Eisschrank und ein 2:1

Der FCK zeigte beim 7. Sieg im 8. Spiel seine vielleicht schwächste Leistung. Das daraus trotzdem ein nicht unverdienter 2:1-Sieg gegen “biedere Seuzacher” (O-Ton Zuschauer) resultierte, ist ein gutes Zeichen für den weiteren Saisonverlauf. Der längere verletzungsbedingte Ausfall von Yves Seeger (rund 4 Wochen) schwächt die Abwehr sichtlich. Der FCK spielt derzeit nicht auf dem Zenit seiner Möglichkeiten, was auch an weiteren Ausfällen (Mido Arifagic, nur Teileinsätze von Darko Anic) liegt. Das ist schade, aber geht anderen Teams nicht anders. Was diesmal anders war, endlich liess die direkte Konkurrenz Punkte liegen!

Die genaue Spielanalyse überlasse ich anderen. Was lief vor, während und nach dem Spiel?

Wir suchen einen Einlaufsong für die 1. Mannschaft. Den Anfang der Probe-Phase machten die Harry J Allstars mit “Liquidator“. Fun-Fact: Der Instrumental-Reggae-Song wurde in mehreren englischen Stadien (Wolverhampton, West Bromwich) wegen “Förderung des Hooliganismus” (!) verboten. Ohne den dortigen (sub-)kulturellen Background wäre es zwar immer noch eine stilvolle Einlaufmusik, aber die Meinungen gingen auseinander: “do schlofed de Spieler d’Füess i!”. Lasst Euch überraschen was als nächster Vorschlag kommt, am Ende werden wir darüber abstimmen. Nur die “Tormelodie live gespielt auf einer Hammondorgel im Hafenareal” können wir wohl nicht erfüllen.

Per Lautsprecher wurde die Halbzeitpause für die 330 Zuschauer eingeläutet: “lönd eu im Clubhuus verwöhne, mir hend alles für eu!”. Schmunzelnde Gesichter machten sich auf zu Toni’s Beizli. An dieser Stelle ein Lob an das neue Speakerteam, die Nachbarschaft an den Spielen macht Spass mit euch!

Zum Ende des Spiels folgte auf der Haupttribüne ein ausser Kontrolle geratenes Tischfeuerwerk – Kreuzlingen ausser Rand und Band. Währenddessen wurde mir ein Schnupftabakt gereicht: “hemer über d’nacht im Issschrank gha, da fahrt i!”.

Und zum Ende ein Diaolog zwischen Bodensee Kicker (FCK-Handicapteam) und Seuzemer Fan. Kicker: “ich han nie am Sieg zwiflet!” Seuzemer: “Au am Schluss nöd?” Kicker: “Nei, nie!” Seuzemer: “Das isch schön”.

Das Schlusswort hat aber ein älterer Kreuzlinger, welcher immer mal wieder von Bülach an die Spiele fährt und mir mit Gewissheit sagte: “weisch, ich chum immer wieder gern – und irgendwenn spielemer i de Challenge League, s Trikot vom FCK han ich mir scho kauft!”

2 Comments

  1. Nun liegt der FCK mit nun bereits einigermassen komfortablen 4 Punkten weiter in Front. Das liegt weniger an meinem persönlichen Totospielen (hatte einen 2:1 oder 3:2-Sieg favorisiert), sondern am Verfolger FC Widnau, der auswärts gegen den FC Rorschach-Goldach 17 nur ein 1:1 über die Bühne brachte, nachdem er eine Woche zuvor Chur 97 mit einem 6:1 überfuhr. Und im Alttoggenburg wurde das Überraschungsteam aus Schaffhausen, die Spielvereinigung, durch ein 3:1 etwas zurückgebunden. Der FC Amriswil, wie auch der FC Weesen, hielten sich dagegen schadlos. Sie gewannen ihre Spiele und bleiben in der Spitzengruppe, zu der immer noch die Spielvi, wie auch nun die Bazenheider gehören. Ein dichter Haufen lauert hinter dem FCK.

    Warum ich beim FCK in der Prognose vorsichtig war? Nun, der Ausfall eines tüchtigen hinteren Mannes (mit gelegentlichen Vorstössen bis ins Ziel!) scheint tatsächlich eine gewisse Schwächung der Mannschaft zu bedeuten, an der der Trainer zu arbeiten hat, um die Sache in erträglichen Grenzen zu halten. Der Kader sollte dazu ausreichen, obwohl es vergleichbare Mannschaften mit einem noch höheren (bis zu 31) gibt – zumindest auf dem Papier!

    Und vorne bei der Hafenelf? Dass es – für einmal! – mit der enormen Torböllerei nicht automatisch so weitergehen konnte, darf als fussballtypisch registriert werden. Dass man dann trotzdem gewinnt, macht jedoch zuversichtlich für die kommenden schwereren Aufgaben, als es wohl der FC Seuzach sein konnte.

    Und wie gehts im Döbeli weiter? Nach wie vor kommt der Stadtrivale nicht so richtig voran, obwohl er auswärts gegen den FC Frauenfeld mit einem achtbaren Unentschieden an den See zurück kam (3:3). Spannend: Derzeit liegen die hinteren 6 Mannschaften mit maximal nur 7 Punkten im Rennen – von Frauenfel (7) bis zu den Blue Stars (0). Dabei ist schon fast 1/3 der Meisterschaft gespielt. Es sollte also langsam “diese oder jene Mannschaft” explodieren, um nicht in einem alles verschlingenden Abstiegskampf zu enden. Für die AS im Döbeli hätte ich dazu noch eine Idee, las ich doch neulich bei Hans Ulrich Gumbrecht (“Lob des Sports”) Folgendes: Beim so genannten “calcio” zur Medici-Zeit hätten florentinische Aristokraten ein Spiel gespielt, bei dem eine Mannschaft aus 27 Spielern bestand. Das wäre doch eine sichere Bank für nächsten Samstag gegen Chur 97 im Döbeli – oder! Doch das Spiel der Florentiner hätte damals wohl eher dem Rugby geglichen. Aber so was kommt gelegentlich ja auch mal beim Fussball vor….

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