SVS durchbricht Kreuzlinger Serie

Mehr als ein ganzes Jahr war der FCK in der Meisterschaft ungeschlagen! 19 Gegner bissen sich an den Grenzstädtern nacheinander die Zähne aus. Weesen, Bazenheid, Chur, Rüti, Calcio, Widnau, Wil, Bassersdorf, Seuzach, United und wieder von vorne Calcio, Chur, Rorschach, Blue Stars, Bazenheid, Amriswil, Frauenfeld, Seuzach, Wil. Darunter zahlreiche Kantersiege. Eine der längsten Erfolgsphasen in den letzten 50 Jahren, vielleicht sogar die längste überhaupt. In der Aufstiegssaison 2011/2012 waren es 15 Spiele ohne Niederlage, es resultierte ein Aufstieg mit 13 Punkten Vorsprung. Wenn man bedenkt, wie schwer es oft fällt, nur schon die 3 Cuprunden gegen Gleichklassige zu überstehen, sind die 19 Spiele schon etwas sehr besonderes.

Immerhin 320 Zuschauer wollten im Hafenareal das Spitzenspiel gegen die Spielvereinigung Schaffhausen sehen, durch das zur ähnlichen Zeit stattfindende Winti-Kriens allerdings Minusrekord bei den Old Boys.

Eine schnelle Führung durch Mido Arifagic per Freistoss (2. Minute) sollte Sicherheit geben. Danach wurde es ungemütlich. Mit grossem Selbstvertrauen zog die Spielvi ihr Spiel auf. Immer einen Schritt schneller, einen Pass besser. Beim FCK  fielen erneut die Unstimmigkeiten in der Abwehr auf, im Aufbau fehlte Abbas Karaki als Ballverteiler schmerzlich. Das 1:1 verdient (26.).

Die Spielvereinigung spielte extrem motiviert weiter, immer an der Grenze des erlaubten und manchmal etwas darüber hinaus (bisher 46 Strafpunkte). Das 2:1 für die Schwarz-Weissen (51.) war bereits eine schwere Hypothek. Erst in der Schlussviertelstunde konnte Kreuzlingen das Zepter übernehmen, nun folgten Chancen und ein Unentschieden wäre gut vorstellbar gewesen. Allerdings ist diese zu grossen Teilen auf 1.-Liga-Niveau spielende SV Schaffhausen schon jetzt die Überraschung der Saison.

Mit einem Sieg hätte Kreuzlingen die Spielvereinigung aus dem Aufstiegsrennen geworfen. Statt 9 sind es nun nur noch 3 Punkte Vorsprung, der Munotstädter Arbeiterverein ist zurück. Glücklicherweise gewannen weder Weesen (2:2 in Amriswil) noch Widnau (0:0 in Bazenheid) ihre Spiele. So bleibt der FCK drei Punkte vor der Konkurrenz. Die Kreuzlinger Serie fand ein Ende – und damit der Nimbus der Unbesiegbarkeit, nicht nur wegen der Niederlage – auch wegen der überraschenden Dominanz der Schaffhauser über weite Strecken.

Die nächste Runde bietet die Kracher Weesen-Kreuzlingen und Widnau-Amriswil. Am Walensee freut man sich gemäss Sportchef Gmür bereits auf die Kreuzlinger. Zumindest ich kann das sofort erwidern, ich würde am liebsten schon jetzt meine grün-weisse Sporttasche packen. Diese Saison packt einen ungemein.

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1 Comment

  1. Lag es an der nicht voll besetzten Old Boys-Lehnstange? Oder an den – nach Liveticker! – vielleicht reichlich spät erfolgten Auswechslungen? Oder am starken Gegner? Oder einfach an der Zeit, auch mal verlieren zu können?

    Ich tendiere auf die letzten beiden Varianten: 1. Es war Zeit, zumal die bisherigen Gegner eher zu bezwingen waren. 2. Zumal die Spielvereinigung aus Schaffhausen – See-Rhein-Derby! – “als extrem motiviert” dargestellt, ja bereits “zu grossen Teilen auf 1.-Liga-Niveau spielend” tituliert wird (Hafetschutter).

    Übrigens listete ich im Vorfeld der Meisterschaft (mehr aus genealogich-persönlichen, kantonalpatriotischen Gründen) die Schaffhauser als Titelfavoriten auf, ohne zu wissen, wie es um den echten Leistungsstandard der Spielvereinigung steht. Dass sich nun meine Prognose ausgerechnet gegen den FCK bestätig, ist die eine Sache. Die andere: Die FCK-Leistung nun aus der Ferne kritisieren zu wollen, wäre Luxus, war doch die laufende Saison eine Erfolgsgeschichte, auch wenn verschiedene Punkte erwähnt sind, warum der diesjährige Einstieg in die Meisterschaft von eher leichterer Natur gewesen sein könnte. Aber gewinnen muss man im Fussball erst einmal. Und noch immer ist man an der Spitze der Liga. Vorteil FCK.

    Dass der Weg an die Spitze auch mal holprig werden kann, beweisen die Resultate der übrigen Verfolger des FCK. Sie konnte nicht voll punkten. Die Hafenelf hier für einmal im Glück. Aber entscheidend ist, wie immer, das nächste Spiel. Aktuell das See-zu-See-Derby gegen den Dorfclub Weesen. Es wird aufzeigen, ob sich der FCK zu stabilisieren weiss, oder sich mal einfach gleichwertig einzureihen hat in die vielen Erstligasüchtigen, die sich 21/22 in der Gruppe 6 aufschwingen, mal weiter oben anklopfen zu wollen. Es ist diese Spannung, die wohl noch lange bleiben wird. Für den FCK könnte es taktisch bedeuten, dass er nun besorgt ist, neben der bis dato erfolgreichen Angriffsformation, besonders das Mittelfeld und das hintere Gebäude fester zu ordnen. Der Trainer ist gefordert. Normaler Vorgang. Die Saison läuft nie linear. Eine Mannschaft muss – je nach Ergebnis – ab und zu neu justiert werden. Das Ziel bleibt.

    Nun wäre noch Raum für ein Wort zum zweiten Stadtclub. Aber was soll man dazu viel bemerken, wenn der AS Calcio mit einem 4:0-Minus vom Aufsteiger FC Rorschach-Goldach 17 zurück kommt und weiterhin mit mickrigen 2 Punkten im Abstiegsbereich festsitzt? Da braucht es wohl bereits einen Mathematiker von der PHTG, um einen Rettungsanker ausmachen zu können. Mal schauen, was für Ideen dazu im Döbeli entwickelt werden. Im Fussball ist Vieles möglich.

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