Kehrausniederlage gegen Red Star

Im letzten Meisterschaftsspiel gastierte Red Star Zürich im Hafenareal. Für den FCK ging es immerhin noch um die Meisterschaft, welche nach dem Aufstieg vom vergangenen Wochenende aber kein allzu glorreiches Ziel mehr darstellte. Der Aufstieg war bereits gesichert, da der Vorsprung bei einer Niederlage und einem gleichzeitigem Sieg der SV Schaffhausen ganze 57 Strafpunkfe betrug, was 57 Gelben Karten oder 12 Roten Karten entsprochen hätte.

Entsprechend setzte Kürsat Ortancioglu die Prioritäten bereits in der Aufstellung anders. Von Beginn weg spielten die sonst selten zum Zug kommenden Philipp Müller, Philipp Juchli, Marco Frick und Aziz Afkir. Schnell begann, typisch für Kehrausspiele, ein munteres Tore schiessen. 0:1, 1:1, 1:2, 2:2, 3:2 zur Pause. In der zweiten Hälfte und nach zahlreichen Spielerwechseln, ging der Faden vollends verloren, es resultierte eine 3:5-Niederlage zum Abschluss. Den zweiten Aufstiegsplatz und die Meisterschaft sicherte sich übrigens der FC Weesen mit einem 6:0-Erfolg über den FC Wil 2.

Nicht nur bei den Spielern war die Luft draussen, bei den Fans war es nicht anders, so still war es schon lange nicht mehr. Immerhin 360 Zuschauer kamen zum letzten Spiel, Red Star zählte gar 500 Zuschauer im Hafenareal. Mit einem Saisonschnitt von über 350 Zuschauern pro Heimspiel war der FC Kreuzlingen übrigens Liga-Krösus, erstmals vor dem Dauerabonnent auf diese Kategorie, dem FC Widnau mit einem Schnitt von 335 Zuschauern. Der Liga-Schnitt lag bei genau 200 Zuschauern pro Partie. Nach dem Spiel floss reichlich Freibier, viele FCK-Protagonisten der vergangenen Jahrzehnte nutzten das Spiel zum Wiedersehen im Hafenareal (etwa mit Anreise aus Spanien oder dem Tessin). Der FCK-Fanshop wurde rege beansprucht, ich verkaufte schon lange nicht mehr so viele Schals und T-Shirts. Für die Mannschaft ging es noch in der Nacht weiter nach Mallorca.

Der Aufstieg war eine Mannschaftsleistung – und nichts anderes. Als Statistik-Freund möchte ich euch aber trotzdem folgende Rekordspieler dieser Saison übermitteln. Die meiste Einsatzzeit erhielten Torwart Fabian Fellmann (2160 Minuten) und unser langjähriger Abwehrspieler Manuel Ferrone (2103 Minuten), beide blieben gegen Red Star für einmal auf der Bank. An dritter Stelle folgt Simon Affentranger mit 2037 Spielminuten. Rekordtorschütze ist Stojan Miljic mit 14 Treffern (bei nur 1220 Einsatzminuten) vor Mido Arifagic mit 13 Treffern. Wisam Al-Naemi erzielte diese Saison ebenfalls 13 Treffer, davon 7 in der Vorrunde für Amriswil. Vereinsintern liegt hier Sven Bode mit 9 Treffern an dritter Stelle. Wenn wir schon bei den Spielern sind, dass online-voting zum “Hafetschutter der Saison” findet nach dem Schöftland-Spiel statt, die Siegerverkündung ist an der GV im August. Die Spieler der Saison werden neuerdings auch auf einer Porträttafel im Clubhaus verewigt, soviel Clubkultur muss sein.

Am nächsten Samstag steht in der 3. Vorrunde des Schweizer Cup noch ein wichtiges Spiel beim SC Schöftland an. Der Sieger qualifiziert sich für die 1. Hauptrunde mit allen Schweizer Profi-Vereinen. Die Qualifikation wäre ein sehr lohnenswertes Ziel, ob die Mannschaft sich nochmals fokussieren kann?

Aus dem Archiv, der FC Red Star Zürich rangiert auf der offiziellen Ewigen Rangliste der 1. Liga mit 64 gespielten Saisons auf Rang 2 nach dem FC Solothurn. Nach gewonnenen Punkten sind die Roten Sterne aber das beste Schweizer 1.-Liga-Team aller Zeiten. Der FC Kreuzlingen belegt als zweitbestes Thurgauer Team den 47. Rang, der FC Frauenfeld ist auf dem 30. Rang zu finden und könnte mit 6 gespielten 1.-Liga-Saisons aufgeholt werden. Aber da schauen wir bereits zu weit in die Zukunft. Die spannenden Fragen zur Sommerpause: wer bleibt? wer kommt? und welche Gruppengegner werden zugeteilt?

1 Comment

  1. Tatsächlich können Meisterschafts-“Kehrausrunden” sowohl lustige, als auch bittere Resultate bringen. Für den FCK hat es ja bereits vor einer Woche zum Aufstieg gereicht. Es zeigt sich nun, dass der entscheidende Match in Schaffhausen stattfand, als man gegen die Spielvereinigung brillierte. Diese wiederum sah in ihrem letzten Spiel noch eine kleine Chance und wahrte sie durch einen sauberen Sieg in Frauenfeld. Doch am Walensee lief wohl ein Wil II-Rumpfteam auf. U.a. auch, da für die jungen Wiler ein Aufstieg schon rein protokollarisch längst als unmöglich taxiert wurde. Ob durch diese Aussage eine gewisse Verfälschung von Resultaten stattfand? Schnee von gestern….

    Der FC Weesen hat sich den Aufstieg sehr verdient, der wesentlich durch zwei – wie sagt man heute – “Unterschiedsspieler!” zustande kam. Dem Klub bietet sich nun gegen den benachbarten Glarner Erstligisten, dem FC Linth 04, ein echtes Derby an!

    Ein grosses Kehraus leistete sich der FC Rotkreuz (Gruppe 5), der ausgerechnet in der letzten Begegnung sein einziges Spiel…..verlor! Ansonsten: 24 Siege und ein Unentschieden. Phänomenal für die 2.Liga Interregional! Und manchen bereits qualifizierten Mannschaften ging es wie Kreuzlingen: Man nahm das Resultat stillschweigend hin und ging dann zum gemütlicheren Teil über. Oder flog gar an den Ballermann.

    Es war nicht in allen Gruppen langweilig geworden. Interessant der Basler Zweikampf zwischen dem FC Concordia und dem BSC Old Boys, zwei Traditionsmannschaften am Rheinknie. Die “Congeli” reüssierten letztlich knapp. Und in Genf schafften aus der ersten Gruppe gleich zwei Clubs den Aufstieg. So, erwartet, Servette II, dazu der kleine Club Grand-Saconnex von der Stadtsiedlung am Genfer Flughafen Cointrin.

    Dass mit einer guten Mannschaftszusammenstellung (oft viele “Legionäre”) auch Clubs aus kleineren bis kleinsten Ortschaften die 1. Liga erreichen können ist zwar nicht neu, aber immer wieder interessant. So stehen in der Gruppe 2 mit dem FC Portalban/Gletterens aus dem Freiburgischen, sowie dem FC Coffrane aus dem Neuenburgischen, gleich zwei Mannschaften zum Abenteuer 1. Liga bereit. Die Ortschaften sind so klein, dass etwa Tägerwilen wie eine Großstadt wirken würde.

    Es wäre zum Saisonabschluss gut, könnte sich der FC Kreuzlingen für das Cupspiel gegen die Aargauer des SC Schöftland (gute Vierte in der “Rotkreuz”-Gruppe!) nochmals motivieren. Durch einen Sieg, und einem dann ausgelosten attraktiven Gegner, dürfte die Fussball-Öffentlichkeit auch regional wieder vermehrt aktivieren. Bei der AS Calcio, damals mit Luzern als Cupgegner, hat das allerdings nur kurzzeitig gewirkt. Man steht – neu – wieder in der regional ausgerichteten 2. Liga. Geht auch. Viele Mannschaften aus erschaubarer Nähe mit Potential zu Derbys!

    Man darf in der Stadt schon stolz sein über die Leistung des FCK im Blick auf die neue Saison in der höchsten Schweizer Amateurliga. Ein Revival zwar, jedoch sportlich immer anspruchsvoller.

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