Start in die 1. Liga missglückt

Eingangskontrolle, Festwirtschaft, Speaker, Matchprogramme, Anzeigetafel, die vorgeschriebenen Absperrungen – unser halbjähriges Provisorium auf Platz 2 war parat. Auch die Zuschauer liessen sich von der Baustelle im Hafenareal nicht abschrecken. Immerhin 340 fanden sich zum Start ins 1.-Liga-Abenteuer ein, die Kunstgrenze wurde selten so gut in Szene gesetzt. Trotz Ferienzeit und obwohl keine Gäste-Fans den weiten Weg über den Gotthard antraten. Spätestens als unser Speaker die AC Taverne auf Italienisch begrüsste, merkte man, hier spielt wieder der grössere Amateurfussball. Bereits beim Einlaufen wurden die Spieler unter den Klängen von Twisted Sisters “We’re not gonna take it” frenetisch empfangen. Vorfreude lag in der Luft.

Dem FC Kreuzlingen gelang ein guter Start. In der 17. Minute schloss Mido Arifagic ein tolles Zuspiel mit einem gefühlvoll geschossenen Treffer zum 1:0 ab. Wunderbar. Nach dem vielumjubelten Treffer zeigte sich der FCK unkonzentriert, nur drei Minuten später der Ausgleich. Ab der 35. Minute spielte Taverne rotbedingt nur noch zu zehnt. Einen Einfluss auf das Spiel hatte es kaum, zumal die Tessiner ihren bis dahin schlechtesten Spieler verloren. Bei den Gästen war trotz der 16 (!) Neuzugänge nichts von Unstimmigkeiten zu spüren, im Gegenteil, die Tessiner wirkten abgeklärt und souverän. Beim FC Kreuzlingen dagegen vermisste man schmerzlich mehrere Stammspieler. Das Fehlen der Kreuzlinger Kreativ-Abteilung im Mittelfeld (Marvin Meresi, Denis Hoxha und Abbas Karaki) erwies sich als zu grosse Hypothek. Zudem fehlte Verteidiger Yves Seeger verletzungsbedingt und auch Stojan Miljic hätte mit seiner Durchsetzungsqualität dem Sturm gut getan. So war Kreuzlingen auch kaum in der Lage von der Bank aus Impulse zu setzen.

In der 49. Minute das 1:2, nun rannte der FCK auch noch einem Rückstand hinterher. In einem Spiel mit wenig Chancen auf beiden Seiten, versuchten die Kreuzlinger ab der 70. Minute den Gast vermehrt unter Druck zu setzen, was nur bedingt gelang. In der 85. Minute sorgte dagegen Taverne mit dem 1:3 für die Vorentscheidung. Sehr wenige Torgelegenheiten nutzte Taverne eiskalt mit drei Treffern aus. Dagegen erwiesen sich die fehlenden Spieler definitiv als zu grosse Hypothek. Schade, der Aufsteiger Taverne wäre für Kreuzlingen in Reichweite gelegen, solche Spiele müsste man gewinnen.

Die 1. Runde: Gossau-Eschen 2:1, Freienbach-Linth 2:1, Wettswil-Lugano 1:3, Weesen-GC 5:3, Paradiso-Kosova 4:1, Tuggen-Höngg 1:2.

Saisonvorschau Betty Böser

Weiter gehts, am Samstag gegen GC U21, Campus Niederhasli, 16.00 Uhr.

Zum Auftakt hatten wir mal wieder Besuch aus Altona, sehr schön. Viele weitere schöne Fotos vom Spiel auf regese.ch.

2 Comments

  1. Ob da bereits “ein völlig anderer Wind weht”, wie Hafetschutter in einer Vorbetrachtung zur Meisterschaft der 1.Liga anmerkte, weiss ich nicht. Resultatmässig eigentlich schon. Es wehte “eiskalt” über den Gotthard hinweg ans Bodenseeufer. Ausgehend von einer Gemeinde Torricella-Taverne (etwas grösser als Bottighofen). Man liest, dass von dieser Tessiner Gegend ab dem 15. Jahrhundert viele Künstlerfamilien stammten. Das nahe Italien animierte. Geht es nun mit Fussballkunst weiter?

    Die Associazione Calcio (AC) Taverne von 1950 scheint ein ambitionierter Club zu sein. Seine hübsche Sportanlage (Campo Comunale die Taverne) mit properer vierstufiger, dreihunderter Sitztribüne, hat Zukunftsprofil. Die Fussballvereinigung aus dem Tessin verzog sich mit den ersten drei Punkten wohl sehr zufrieden hinter den Gotthard zurück.

    Nur: Es war das erste Spiel in einem neuen Liga-Ambiente für den FCK, wie für die AC. Da wäre jede weitere Prognose zum Ablauf der Saison fragwürdig. Selbst das Reservespielfeld war neu für den FCK. Nur die Fangruppen waren beständig. Toll. Zu bemerken noch, dass die Ansage von einem “eingespielten Team” (der FCK) auch mal anders zu definieren wäre, zeigt das beschriebene Fehlen von einigen “Stammspielern”. Das wird im Saisonverlauf ab und zu so sein. Entsprechend erwartet man ein Kader, dass solche Situationen einigermassen ausregulieren könnte. Auf “abgeklärt” und “souverän-” spielende Mannschaften wir man immer wieder treffen. Es ist die 1. Liga – sehr “classic”!

    Bemerkenswert: Alle drei Tessiner Vertreter – Lugano II, Paradiso, Taverne, haben ihre Auftaktspiele gewonnen. Ebenso die beiden FCK-Nahbekannten Gossau und Weesen. Letztere schossen GC II zuhause gar mit 5:3 ab. Nächstes Wochenende geht es nun, für Kreuzlingen vergleichend, ebenso gegen die Zürcher U21-Truppe – attraktiver: GC II genannt. Der Campus Niederhasli, das Trainings- und Ausbildungszentrum von GC, kann bereits einen kleinen Aufschluss liefern, wie es mit dem FCK weitergeht. Der Anfang muss beileibe nicht das Ende sein – hopp Grün-Weiss! Der FCK 1905 war ja früher sogar mal Ligameister, damals, als in den 1930er-Jahren die 1. Liga eingeführt wurde. Sie galt zu dieser Zeit als die zweite von oben nach der neuen, der dann obersten “Nationalliga”. Heute ist die 1. Liga als die vierte von oben klassiert. Noch immer bemerkenswert. Ran also!

  2. Ja in der 1. Liga weht ein anderer Wind das haben wir Gestern klar bemerkt. Mich hat schon überrascht, wie die Tessiner 65 Min. mit 10 Mann gespielt haben (sehr stark). Ich möchte mich nicht über den Schiedsrichter äussern, aber das Foul im Strafraum hätte er pfeiffen müssen, ich stand an der Seitenlinie auf gleicher Höhe.

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