Neue Fussballplatz-Beleuchtung

Am heutigen Tag wurden an unserem Hauptlatz im Hafenareal neue Flutlichter gesetzt – spektakulär eingeflogen per Helikopter.

Eine gute Flutlichtanlage steht dem FC Kreuzlingen besonders gut zu Gesicht, war unser Verein doch ein Schweizer Flutlichtpionier. Am 23. August 1933 weihte der FC Kreuzlingen die erste Flutlichtanlage der Ostschweiz mit einem Nachtspiel im alten Grenzland-Stadion an der Konstanzerstrasse gegen den FC Basel ein. Nur die Grasshoppers waren in der Schweiz früher dran (vermutlich 1931). Selbst in den benachbarten Ländern muss man lange suchen, um frühere Spiele unter Flutlicht zu finden.  In Deutschland fand das erste Abendspiel 1926 statt (auf der Radrennbahn Hannover), wobei fast alle deutschen Vereine erst frühestens ab den 1950er-Jahren über künstliches Licht verfügten. Kurz gesagt, die damalige Flutlichtanlage mit 14 Scheinwerfern zu je 2000 Watt war eine Besonderheit. Viele europäische Teams traten in den 1930er-Jahren beim FC Kreuzlingen zu sogenannten Nachtspielen an. Die AS Roma, FC Everton, West Ham United London, Hungaria Budapest, First Vienna FC, Racing Club Paris und viele weitere. 25 Jahre versah diese Anlage ihren Dienst an der Konstanzerstrasse.

Die legendären Flutlichter an der Konstanzerstrasse. Die Beleuchtungsstärke betrug 28 Lux.

Die zweite Flutlichtanlage des FCK wurde am 8. August 1969 mit dem Doppler FC Rorschach (1. Liga) vs. FC Kreuzlingen (2. Liga) und FC Winterthur (NLA) vs. SC Brühl (NLB) eingeweiht. Ende der 70er / Anfang der 80er-Jahre wurde der Platz im Hafenareal neu ausgerichtet. Ob die 1969er-Anlage dann ersetzt oder nur verschoben wurde, ist mir nicht bekannt.

Matchprogramm zu den Einweihungsspielen
Aufstellungen der Einweihungspartien
Hafenareal 1974, die Beleuchtungsstärke betrug 100 Lux.
Hafenareal August 2020, die Beleuchtungsstärke betrug 240 Lux.
Die neue Flutlichtanlage wird gesetzt. Die Beleuchtungsstärke ist mir noch nicht bekannt, die 1. Liga empfiehlt jedenfalls 300 Lux, zwingend sind 200 Lux. (Foto Pasquale)

Ob es ein Einweihungsspiel für den sanierten Platz und die neue Flutlichtanlage gibt?

Wen würdet Ihr gerne beim FC Kreuzlingen sehen? Den FC St. Gallen hatten wir schon zum 111-jährigen Jubiläum. Generell dürften Profi-Vereine während der Saison schwierig zu bekommen sein. Gerne könnt Ihr auch exotische bzw. unrealistischere Vereine in den Kommentaren angeben! Fragt mich nicht warum, aber ich hätte gerne die Stuttgarter Kickers oder den FC 07 Lustenau als Neuauflage des Finales der Bodensee-Liga 1910!

2 Comments

  1. In jeder Beziehung eine “erhellende Dokumentation” nicht nur für Licht, auch für Schatten. Zuerst der Schatten: Die historische Aufnahme “Hafenareal 1974” (oben bei Hafetschutter) zeigt erhellend, mit welchen Platzverhältnissen der FCK damals zu kämpfen hatte, um zu überleben. Dabei war man bereits seit 1947 “Stadt”. Und der FCK hatte sich vor nicht allzu langer Zeit, gegen Mitte der Dreissigerjahre, einige Meriten erworben und war schweizweit im Fokus.

    Nun könnte man einwenden, dass es anderen Sportvereinen ähnlich erging. Beispiel: dem heute so erfolgreichen SCK. Das erwähnte 1974-er Bild zeigt links eine Hütte am Hafenwasser, daneben Kieshaufen. Genau hier landete nicht nur das Kiesschiff aus Güttingen regelmässig an, sondern der SCK spielte exakt in dieser Ecke seine Meisterschaftsspiele der gehobeneren Art! Meistens bei Flutlicht. Bereits damals kamen Hunderte Fans. Der aufstrebende Club konnte seinen Nimbus weiter steigern und ist heute mit der Sportanlage beim Fischerhaus gut aufgestellt. Das neu entstehende zweite Hallenbad nimmt diesen Erfolg auf und wird neben einer breiten 25-Meter-Strecke ein verlängertes Wasserbecken präsentieren können, das auch für den Wasserballsport internationale Masse aufweisen wird (plus Tribüne).

    Der FCK hat hingegen Nachholbedarf und strengt sich derzeit im Zusammenspiel mit der Stadt weiter an, seine gesamte Platz-Infrastruktur auf einen Level zu hissen, der mindestens den Anforderungen der 1. Liga Classic entspricht. Dazu gehört eben auch – neben “noch nicht im Gespräch haftenden Installationen” (!), eine adäquate Beleuchtung. Und als ehemaliger “Schweizer Flutlichtpionier” (Hafetschutter) stehen dem Club mehr Lux gut an. Man darf sich freuen.

    Früher war der Begriff “Nachtspiel” auch ein Synonym für sportbezogene Poesie. Ohne Zweifel war die erste Lichtanlage im Grenzlandstadion an der Konstanzerstrasse – trotz bescheidener 28er Luxzahl – eine damals moderne Anlage. Die Luxzahl geriet höchsten dann ins Wanken, wenn vom feuchten Tägermoos her Nebelschwaden herein zogen. So begann das Torgeschrei zuerst bei denen, die hinter dem richtige Tor standen. Visuell spannend. Besonders für den Schiedsrichter. Und der Torwart? “…I ha nüt gsä”! – oder willkommene Nebelausrede?

    Immerhin bilden die illustren ausländischen Clubs die im Grenzlandstadion aufliefen, dass sie von den guten Bedingungen der Kreuzlinger Anlage gehört haben mussten. Der Nebel dazu war dann noch ein Stück Poesie. Und rundum, über der Umzäunung, die Nacht!

    Poetisch geht es in grossen modernen Stadien nicht mehr zu. Dass “draussen Nacht ist”, wird überblendet. Nebelschwaden werden pyrotechnisch dargeboten. Eine künstliche Welt mit Fussballkünstlern. Aber diese Welt wird goutiert. Andere Zeiten…..

    Noch etwas Energetisches zum Schluss: Flutlichtanlagen verbrauchen gehörig Energie. Daher wäre es sinnvoll, diese Energie gleich “vor Ort” zu erzeugen. Das würde zum Beispiel eine Rundum-Platzüberdachung des Zuschauerbereichs “in solarer Ausführung” erfordern. Auch im Amateurbereich? Eine etwas gewagte Idee, fürwahr! Ich lasse es besser mal so stehen.

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