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Daniel Kessler - page 2

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Kampflos in Rüti

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Es ist schon wieder passiert. Der FCK wurde in Rüti zum wiederholten mal überrollt, diesmal mit 4:1. Gleich vier mal schlugen die Syla-Brüder zu.

Es sind schon viele starke Vereine auf der Schützenwiese untergegangen. Rüti in Spiellaune bringen, dann gehen die Lichter aus.

Ich überlasse die Taktik den Trainern, aber ohne unbedingten Kampf und Einsatzwille geht es dort ganz bestimmt nicht.

Ich konnte nicht am Spiel sein, aber anscheinend hats daran gefehlt. Am positiven anstacheln von Spielern untereinander und von Staff und Fans von ausserhalb fehlts während den Spielen ebenfalls! Ihr müsst euch gegenseitig zu Höchstleistungen antreiben, sonst wird das nichts mit den gemeinsamen Zielen!

Noch ist nichts verloren. Aber wie hiess es am ersten Spiel von den Fans: “26 Endspiele”, diese Mentalität muss her.

Die Vorteile einer Fusion

in Gedanken zum Amateurfussball by

Anschliessend ein paar gute Gründe für eine Fusion im Kreuzlinger Fussball – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Der Betrieb einer Mannschaft in der 2. Liga Interregional kostet über 100’000 Franken – ohne Spieler- und Trainerspesen. Dieser Betrag wird derzeit von den Kreuzlinger Fussballvereinen doppelt aufgebracht. Wie gesagt, die Spieler- und Trainerspesen kommen zu diesem Betrag noch oben drauf, genauso wie die Kosten einer U-Mannschaft in der 3. Liga. Eine Fusion würde erheblich Ausgaben einsparen.

In einer ungeteilten Juniorenabteilung könnte man qualitativ bessere Teams zusammenstellen.

Die rufschädigende Stimmungsmache gegen den anderen Verein hätte ein Ende. Solange zwei Vereine existieren, wird keiner der beiden eine positive Stimmung in der Stadt erzeugen können, die Arbeit des einen wird immer vom anderen schlecht geredet. Schade, aber nur ganz schwer zu ändern. Als lachender Dritter können sich alle anderen Kreuzlinger Sportvereine fühlen, insbesondere die Handballer.

Man könnte bei Behörden und Sponsoren mit einer Stimme für den Kreuzlinger Fussball sprechen, unter anderem in der Platzfrage (wurden im Seezelg von Seiten Calcios die Interessen des Kreuzlinger Fussballs vertreten?).

Synergien bei der Administration, in der Vorstandsarbeit, beim Ehrenamt und auf vielen weiteren Ebenen.

Das jeder Partner viel in eine solche “Ehe” einbringen würde, sollte eigentlich unbestritten sein. Beim FCK eine 114-jährige Tradition, ein riesiger Sponsoren-Pool, engagierte Mitglieder (da gibt es sehr viele lieber AS Calcio!), ein florierendes Handicap-Team mit grosser Medienpräsenz, eine seit 20 Jahren erfolgreiche 1. Mannschaft welche über die Landesgrenzen hinaus einen guten Ruf bei Spielern geniesst (man muss nur mal unsere deutschen Spieler fragen), eine Reihe von Kreuzlinger Persönlichkeiten welche sich seit Jahrzehnten mit dem FCK verbunden fühlen, ein etwa 200 Zuschauer zählendes Stammpublikum inklusive eines seit 20 Jahren aktiven Fanclubs. Beim FCK wird zudem seit über 10 Jahren seriös und wirtschaftlich einwandfrei gearbeitet.

Was bei Calcio alles super läuft ist mir auch bewusst – hier kämen nicht zwei serbelnde Vereine zusammen die sich gegenseitig nichts bringen, es kämen zwei in jeweils anderen Gebieten starke Vereine zusammen, also die optimale Voraussetzung für Erfolg!

Kurz gesagt: Geld – Nachwuchs – Ruf – Ehrenamt. Diese 4 Pfeiler eines Vereins würden allesamt sehr stark profitieren!

Warum eine Fusion in Kreuzlingen nicht klappt, ist mir zum grossen Teil schon bewusst. Ich mache diesbezüglich auch niemandem einen Vorwurf.

Aber sehr schade ist es. Was wären das langfristig für Vorteile die eine solche Fusion brächte. Wir könnten hier Promotion League spielen auf lange Sicht, zumal die geografische Lage optimal für einen solchen Verein wäre, kein 1. Ligist weit und breit, Konstanz als Fussball-Brachland, was für ein Einzugsgebiet für Junioren, Sponsoren, Zuschauer und vor allem für talentierte Spieler! So eine geografisch optimale Lage für einen Spitzen-Amateurclub würde man in der Schweiz kein zweites Mal finden.

Derzeit ist man von einer Fusion weiter weg denn je.

In einem ersten Schritt sollte man die Leistungen des anderen respektieren. Wenn man dem anderen die Leistungen jedoch abspricht und nur die eigenen sieht, dann zeugt das von Überheblichkeit – und vor allem von Unkenntnis.

3:0-Sieg im Stadtderby

in Stadtduell FCK vs Calcio by

Stadtderby. Ein klangvolles Wort für Fussballfans. Am 31. August 2019 war es soweit, dass erste (Meisterschafts-)Stadtderby in der 114-jährigen Fussballgeschichte der Grenzstadt am Bodensee. Und das erste Spiel überhaupt zwischen dem FC Kreuzlingen und dem AS Calcio.

Bereits eine Stunde (!) vor Spielbeginn besetzten die FC-Veteranen die besten Sitzplätze auf der Tribüne, man konnte die Anspannung spüren. Am Ende sollten 680 Zuschauer der Partie beiwohnen. Diese Saison durchaus ein Kandidat für das am besten besuchte 2.-Liga-IR-Spiel der Schweiz.

Das Spiel begann mit einem Paukenschlag. Nach 45 Sekunden die FCK-Führung durch Manuel Stark! Nach 16 Minuten das 2:0 durch Abbas Karaki! Wo war Calcio? Es spielte nur der FCK. Zu Beginn der 2. Halbzeit wurde der Traditionsverein passiver. Die Zuschauermeinungen waren geteilt – darf man sich nach dem 2:0 zurückziehen oder muss man das Glück weiterhin im Offensivfussball suchen? Jedenfalls wurde auch diese passivere Spielzeit schadlos überstanden. Dann drehte der FCK wieder auf. Während Alajdin Pajaziti von Calcio mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde (77.), erzielte kurz darauf sein Verwandter Elmedin Pajaziti das 3:0 für den FCK (83.). Das erste Derby war Geschichte. Der Herausforderer holte sich beim Platzhirsch eine blutige Nase, man muss es so deutlich sagen.

Leider blieb der Tag nicht rundweg positiv. Defensivmotor Süleyman Celikyurt zog sich beim Spiel einen Mittelfussbruch zu, wir wünschen ihm gute Genesung!

Was war das für ein Rummel vor dem Spiel. Drei Tage vor dem Stadtderby wechselte FCK-Stürmer Giovanni Pentrelli in einer Nacht- und Nebelaktion die Seiten und heuerte beim Stadtkonkurrenten an. Gegen Widnau noch zusammen gejubelt und schon beim ärgsten Konkurrenten. Vereinstreue und unterschriebene Verträge zählen auch im Amateurfussball bei vielen anscheinend nichts mehr, dafür legt man umso mehr Wert auf kleine persönliche Vorteile die man sich durch einen Wechsel herauszuschlagen erhofft. Das man damit die ehrenamtlichen Helfer und treuen Zuschauer vor den Kopf stösst – egal.

Dann noch ein paar Sätze zu Calcio, welcher sich in der Öffentlichkeit ja gerne als der sympathische, familiäre Kreuzlinger Fussballverein zu verkaufen versucht. Calcio ist kein Stadtkonkurrent, Calcio versucht derzeit den FCK zu vernichten. Hört sich dramatisch an, ist aber so. Was passiert wenn bei Calcio jedem Junior der Jahresbeitrag durch eine Stiftung übernommen wird? Genau, auf Dauer geht kein Nachwuchsspieler mehr zum Stadtrivalen. Da kann man noch so gute Trainer stellen. Da wechselt man sogar in viel schlechtere Juniorenteams, einfach weil es dort kostenlos ist. Was passiert dann? Man wirbt dem Nachbarn auch noch die Trainer ab. Dann sterben Mannschaften, der Verein der sich korrekt verhält muss Bussen zahlen. Eine kostspielige aber schlaue Taktik um den Gegner kaputt zu machen. Am Ende erhält man auch noch den Platz, welchen man an der Volksabstimmung (trotz FCK-Unterstützung) nicht durchbrachte – den Kunstrasenplatz. Ist dann halt derjenige des FCK. Das läuft auf Juniorenebene derzeit, aber Calcio geht in allen Bereichen mit gleicher Strategie vor.

Grundsätzlich mag ich die Leute hinter Calcio – es sind Kreuzlinger die sich für den hiesigen Fussball einsetzen. Mit Engagement und Kontinuität. Doch dies wird im ambitionierten Bereich, welcher Calcio nun anstrebt, nur zusammen mit dem FC Kreuzlingen gehen, in einem gemeinsamen Verein. Ansonsten wird das eine einsame Geschichte. Calcio könnte auch zwei Ligen über dem FCK spielen, sie hätten selbst dann weniger Zuschauer als die Grün-Weissen. Wir alle wissen, die Liga alleine zieht nicht. Natürlich sind die Zuschauer finanziell praktisch unwichtig (so ehrlich muss man es leider sagen), aber Erfolg misst sich eben nicht nur im sportlichen Bereich. Es ist eine Sache der gemeinsamen Leidenschaft.

Schliessen wir mit etwas weniger Ernstem. Trotz zahlreicher Absenzen konnten wir auch auf Fanseite das Spiel positiv gestalten. Knapp 20 FCK-Fans fanden sich im Norman-Smith-Stand ein. Fast sämtliche alte und neue home&away-Zaunfahnen kamen zum Einsatz, dazu fünf neue Schwenkfahnen, zwei Spruchbänder zu aktuellen Themen und zu Beginn der 2. Halbzeit zeigten wir eine kleine Choreo mit allen Fahnen und etwas Rauch gegen die Bodenseemücken. Die Vecchi-Ultras des FCK haben nochmals zugeschlagen.

Das 1. Kreuzlinger Stadtderby!

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Am Samstag steigt das 1. Kreuzlinger Stadtderby! Ein historisches Spiel, denn dies gab es in der Meisterschaft noch nie seit dem organisierten Beginn des Kreuzlinger Fussballspiels im Jahre 1905. Lediglich ein legendäres Cup-Spiel gegen Rot-Weiss Emmishofen kam in der Stadt zur Austragung, doch auch dieses ist bereits einige Jahrzehnte her. Damals war das Spielfeld mit Schnee bedeckt, die FCK-Spieler schaufelten es vor dem Spiel frei und verloren danach entkräftet gegen die unterklassigen Rot-Weissen…

Ein Testspiel zwischen beiden Vereinen galt als undenkbar. Jetzt kommt es in der Meisterschaft zum Ernstkampf. Der FC Kreuzlingen ist seit 20 Jahren die Thurgauer Nummer 1, nun wird ihm dieser Rang ausgerechnet in der eigenen Stadt streitig gemacht.

Alles begann als sich fünf Brüder vom FCK abwandten, Rot-Weiss Emmishofen gründeten und später die unzufriedene Italiener-Sektion des FC Kreuzlingen dazu stiess. Die Italiener wollten in die 2. Liga aufsteigen, konnten aber nicht – weil dort die 1. Mannschaft des FCK spielte. Also fusionierten sie mit dem RWE-Nachfolger AS Nuova Italica zum AS Calcio. Das war 1999. Für den geplanten Aufstieg in die gleiche Liga benötigten die Abtrünnigen aus Kreuzlingen-West dann sagenhafte 20 Jahre.

Erst das aufkommen der Callcenter brachte den Erfolg. Calcio-Spieler verfolgen einen seither mit Werbeanrufen bis in die eigenen vier Wände. Alte Italiener halten wiederum treu zum FC Kreuzlingen wegen den gemeinsam erlebten glorreichen Zeiten. Es tobt ein Bruderkampf in der Hafenstadt.

Grün-Weiss gegen Himmelblau, Tradition gegen Millionarios, Bratwurst gegen Salsiccia. Die Mitglieder der Vereine sitzen schon jetzt nervös in ihren Clubhäusern im Hafenareal und im Callcenter Tägerwilen in Kreuzlingen-West. Samstag, 16.00 Uhr, Tag der Entscheidung.

Ein Spiel welches eine grosse Zuschauerkulisse verdient. Wird ein Zuschauerrekord fallen? Die Bestmarke seit der Rückkehr ins Hafenareal 2006 liegt bei 850 Zuschauern (5.11.2011, Thurgauer Derby gegen Frauenfeld).

In eigener Sache: Im Norman-Smith-Stand werden am Stadtderby nach den Jacquard-Schals nun auch die neuen Seiden-Fanschals erhältlich sein.

Zeitungsartikel und Updates zum Derby erscheinen hier verlinkt.

Werden in Kreuzlingen die Machtverhältnisse neu sortiert?

Quo vadis FCK?

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Wenigstens drei Punkte… So die Meinung nach 90 Minuten FCK – FC Widnau im Hafenareal. Zwar konnte man erneut zahlreiche Schwächen im Team ausmachen, bei einzelnen Spielern, im Kollektiv, im Auftreten insgesamt, doch man führte mit 3:2 und hatte etliche Chancen zum 4:2.

Doch dann kam die verhängnisvolle Nachspielzeit. In der letzten Spielszene kam es zum bereits zweiten Penalty für die Rheintaler – und mit dem Schlusspfiff hiess es 3:3.

Was für eine Enttäuschung für die meisten der 190 Zuschauer. Es bewahrheitet sich halt doch, zu viele Spielerwechsel tun einer Mannschaft selten gut. Noch ist Hoffnung da, denn bis jetzt sieht man keinen wirklichen Favoriten in dieser Saison. Lugano U21 enttäuscht bisher auf ganzer Linie. Doch der Abstand darf in den nächsten Runden nicht zu gross werden.

Am nächsten Samstag folgt das Stadtderby im Hafenareal. Eigentlich zu früh für unsere Mannschaft. Da muss jeder ans Limit gehen, für den FC Kreuzlingen 1905.

Eine gute Nachricht zum Schluss. Unsere neuen Fanschals verkaufen sich sehr gut im Norman-Smith-Stand, es ist immer schön wenn so etwas geschätzt wird, vielen Dank an die Käufer! Wer noch keinen hat, ich habe bei jedem Heimspiel ein paar Exemplare dabei.

Schnappschuss: Ein FCK-Fan nach Spielschluss sinnierend am Hafen.

Aus, aus, aus, das Spiel ist aus!

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Aus, aus, aus, das Spiel ist aus! Mit 3:2 gewinnt der FC Kreuzlingen in Bazenheid. Das war eine erste erhoffte Steigerung zum Amriswil-Spiel. Doch es bleibt noch viel zu tun, fünf Tore von zwei mittelprächtigen Gegnern zu kassieren ist zu viel.

Doch auch die anderen Favoriten strauchelten in den ersten zwei Runden Reihenweise (Rüti, Uzwil und vor allem Lugano U21), und was United Zürich bietet ist auch bemerkenswert. Da gab man 3:0 Forfait weil B-Junioren keine Lust hatten um in Uzwil anzutreten. Uzwil-Trainer Sokol Maliqi sah sich um einen 20:0-Sieg gebracht.

Kleiner Tipp für den Verband, 3:0-Forfait passt nicht mit der tollen (Ironie) Strafpunkte-Regel überein. Es müsste 1:0 Forfait plus z.B. 10 Strafpunkte sein, dass Tore schiessen spielt in der 2. Liga Interregional leider nur noch bedingt eine Rolle. Kantersiege macht man nicht mehr für die Meisterschaft sondern nur noch aus Jux und Dollerei.

Notizen neben der Bande. In Bazenheid weiss das Grillangebot zu überzeugen und das Clubhaus ist klein aber gemütlich. Was fehlt, wie bei so vielen Schweizer Amateurvereinen, ist eine überdachte Tribüne. Das müsste kein architektonischer Schnickschnack sein, eine einfache Überdachung bei den bereits vorhandenen Betonstufen würde die ganze Anlage um längen stimmungsvoller machen, nebst dem praktischen Nutzen. Mit dem lokalen Handwerk müsste sowas doch zu machen sein.

Dann war an diesem Wochenende noch ein weiteres Spiel mit Kreuzlinger Beteiligung. Gratulation an Calcio zum Auftritt gegen Luzern im Schweizer Cup. Da wurde auch noch in der 2. Halbzeit der Sieg gesucht und nicht auf Schadensbegrenzung gespielt. Ich glaube ich spreche da für viele Kreuzlinger Fussballfans: es tut weh, dass wir solche Erlebnisse nicht gemeinsam feiern. Diese Entwicklung habe ich schon vor vielen Jahren vorausgesagt. Dieses Jahr mag die Konkurrenz noch befruchten, auf Dauer wird es das nicht.

90 Minuten in der Geisterbahn

in Vor- und Nachbetrachtungen by

“26 Endspiele” stand auf einem Plakat der Fans zum ersten Saisonspiel, 26 mal alles geben und es winkt die 1. Liga. Was folgte war eine 90-minütige Geisterbahnfahrt an diesem Seenachtsfestsonntag, man suchte vergebens eine Wendung, eine Ausfahrt, die niemals kam.

Wie sagte es ein FCK-Veteran nach dem Spiel:

Man darf niemals am Seenachtsfestsonntag spielen, diese Spiele haben wir schon vor 40 Jahren verloren!

1:3 gegen den FC Amriswil. Statt Revanche hat man genau dort angesetzt wo man letzte Saison den Aufstieg vermasselte. Nur ein Gedanke macht nach diesem Spiel Mut, es bleiben noch 25 weitere Endspiele.

Button “Newcastle-1968-Stil”

in Allgemein by

Neue Buttons im “Newcastle-1968-Stil”, auf 20 Stück limitiert im Norman-Smith-Stand erhältlich (Fr. 1.00 / Stück). Ein paar wenige Exemplare unserer 2018er-Buttons sind dort ebenfalls noch zu erwerben.

Meisterschaftsprognose 2019/20

in 2. Liga Interregional by

Das Transferfenster ist noch bis Ende August offen, Testspiele sind noch im Gange, Informationen spärlich. Trotzdem wage ich bereits eine Prognose (zugegeben eher ein Würfelspiel). Die Erkennntis bei meiner kurzen Recherche: Schwach scheint mir kein einziger Verein zu sein. Gute Voraussetzungen für eine spannende Saison. Auf Prognosen meiner Leser freue ich mich in den Kommentaren.

  1. Platz: FC Kreuzlingen. Beim FCK drehte erneut das Transferkarussell. Doch diesmal ist alles anders. Auf den ersten Blick scheint der FCK qualitativ ähnlich dazustehen wie letzte Saison, doch die Ab- und Zugänge scheinen logisch, nun stimmt mehr als nur die spielerische Qualität, Kürsat hat der Mannschaft das Aufsteiger-Gen eingepflanzt. Kein anderes Team absolvierte in der Sommerpause so viele und so hochkarätige Testspiele wie der FC Kreuzlingen, alle waren vielversprechend (zuletzt 2:2 gegen den FC Winterthur U21). Auf jeder Linie stehen beim FC Kreuzlingen tolle Spieler – die Offensive toppt aber alles – ich gebe zu, ich war schon viele Jahre nicht mehr so zuversichtliche wie vor dieser Meisterschaft. Der FCK wird die Liga rocken.
  2. Platz: FC Lugano U21. Die Tessiner sind von der Einzelqualität der Spieler die Nr. 1 der Liga. Auf transfermarkt.ch hat das Team einen Marktwert von CHF 600’000 – in etwa soviel wie der Rest der Liga zusammen (schon klar, sagt nichts). In der Gruppe 4 hätte das zum Aufstieg gereicht. Doch die Tessiner werden Auswärts Punkte liegen lassen, was machen sie bloss in der Gruppe 6, geschah der Wahnsinn auf eigenen Wunsch?
  3. Platz: FC Uzwil. Bekanntester Neuzugang: Zoltan Farkas (Bazenheid, Tuggen). In der Vorbereitung landete Uzwil einen 4:1-Sieg gegen 1.-Ligist Höngg, aber auch eine 2:6-Niederlage gegen die U21 des FCSG. Uzwil-Trainer und Ex-FCK’ler Sokol Maliqi träumt vom Aufstieg und dem gleichen Teamgeist wie er beim FCK 2004 erlebte (Aufstiegsspiele zur Challenge League). Die Qualität dazu ist vorhanden, doch Uzwil ist maximal dort wo Kreuzlingen letztes Jahr war.
  4. Platz: FC Rüti. Die Syla-Brüder wollens nochmal wissen. 3.-Ligist Stäfa wurde 6:0 weggeballert, doch erst in den kommenden Tagen stehen Testspiele gegen relevante Gegner an. Bekannte Neuzugänge: Fehlanzeige. Es bleibt alles beim alten, Rüti darf man nicht in Spiellaune versetzen.
  5. Platz: Chur 97. Gleich drei Neuzugänge kamen vom USV Eschen-Mauren. Im letzten Testspiel resultierte beim 1.-Ligist Linth ein 2:2. Die Spiele finden nach wie vor im Stadion Ringstrasse statt, bei schlechten Platzverhältnissen könnte auf die neue Sportanlage Obere Au (Kunstrasen) gewechselt werden. Chur ist klar besser als letzte Saison.
  6. Platz: AS Calcio. In der letzten Saison gewannen die West-Kreuzlinger alles was es zu gewinnen gab. Gemächlicher lässt man die Sommerpause angehen, nur 2 Testspiele wurden beim Verband gemeldet, davon eines gegen 3.-Ligist Tägerwilen. Calcio verpflichtete in der Sommerpause zwei langjährige FCK’ler: Filipe Vieira und Marco Soares. Die beiden technisch starken Frauenfelder spielen schon seit Jahren nicht mehr bei ihrem Heimatverein. Zum Haare raufen für die Verantwortlichen des FC Frauenfeld: nun stellt die Grenzstadt nicht nur den besten Thurgauer Fussballverein, sondern gleich noch den zweitbesten dazu. Nebst vielen weiteren Ex-FCK’lern im Team der Stadtkonkurrenz: Jusuf Shala, 1.-Liga-Torschützenkönig 2016. Der Calcio-Präsi sagte es klar: “man ist gekommen um zu bleiben” – und er wird recht behalten.
  7. Platz: FC Bazenheid. In Testspielen resultierten ein 1:1 gegen Sirnach (2.) und eine 3:4-Niederlage gegen Gossau (1.).  Auf dem Transfermarkt agierten die Toggenburger zurückhaltend.
  8. Platz: FC Amriswil. Neuzugänge bei den Oberthurgauern sind unter anderem Wisam Al-Naemi (Ex-FCK 2) und der Linksaussen Zaafir Giger (25 PL-Einsätze für Brühl, 29 1.-Liga-Einsätze für Gossau)
  9. Platz: FC Seuzach. Fleissig waren die Seuzemer mit bisher 4 ausgetragenen Testspielen, darunter ein 4:2-Sieg gegen 1.-Ligist Gossau. Das lässt auf eine bessere Trainingsbeteiligung schliessen als auch schon. Nur: 1. Liga wird man in Seuzach lange nicht mehr sehen.
  10. Platz: FC Bassersdorf. Die Zürcher Aufsteiger haben sich in der Breite verstärkt. In Testspielen gabs gute Resultate: 1:0-Sieg gegen den FC Winterthur U21, 4:3-Sieg gegen den FC Wettingen (2. Liga IR, mit Trainer Marc Hodel – oh Wettingen…) und ein 8:2 gegen den 3.-Ligist BC Albisrieden.
  11. Platz: FC Widnau. Bisher gab es erst ein gemeldetes Testspiel, gegen die Profis von Austria Lustenau (1:7). Verstärkt werden die Rheintaler durch Mittelstürmer Tamil Knecht vom VfB Hohenems (53 Regionalliga-Einsätze), Rückkehrer Andrea Lo Re (2.-LigaIR-Torschützenkönig 2014) und die Innenverteidiger Michael Alder (war ausgeliehen an Eschen-Mauren) und Ilija Ivic (ehemaliger Profi bei FC St. Gallen, FC Schaffhausen, FC Chiasso und SC Brühl).
  12. FC Wil U20. Spiele auf dem Kunstrasen im Bergholz werden auch in der kommenden Saison eine Herausforderung. Mit Ismajl Beka spielt auch hier ein grosses Frauenfelder Talent (hat man noch Haare in Frauenfeld?). In Testspielen gabs klare Niederlagen gegen Höherklassige (FCSG U21 0:5, FC Gossau 0:3) und einen 4:2-Sieg gegen 2.-Ligist Wängi.
  13. Platz: FC Weesen. In Testspielen schoss man Wattwil-Bunt (7:0) und Einsiedeln (3:0) ab. Bekanntester Neuzugang: Denis Agushi (Linth). Ansonsten trifft man beim Aufsteiger auf geballte Tschechen-Power: Mario Kolumbic, Robin Hostalek, Martin Hoffmann, Dominik Hasek, Martin Surynek und Libor Tafat. Spieler mit 2.- und 3.-Liga Erfahrung in Tschechien, letzterer durfte gar mal in der Champions-League-Quali mit Slavia Prag ran. Gibt es beim FC Weesen Klobasa (eine bei Groundhoppern beliebte rote Wurst) oder doch die Ostschweizer Bratwurst? Ihr erfahrt es nach unserem Auswärtsspiel am 2. November.
  14. Platz: FC United Zürich. Der Verein spielte vorletzte Saison in der Promotion und sollte jetzt in die 2. Liga absteigen? Durchaus möglich. Sogar ein Rückzieher des Vereins scheint nicht ausgeschlossen. Bis anhin wurden jedenfalls keine Testspiele abgemacht, keine Spieler verpflichtet, angeblich keine Trainings ausgeführt. Das gibts in der Gerüchte-Küche bei regional-fussball.ch zu lesen, der informativen wie lustigen Fussball-Bibel des Zürcher Amateurfussballs.

4:0 auf der Mettnau

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Im charmanten Mettnau-Stadion gab sich der FCK auch im zweiten Testspiel keine Blösse. Gegen den Verbandsligisten FC Radolfzell resultierte vor rund 60 Zuschauern ein 4:0-Sieg. Die Torschützen: Pentrelli, Bode, Arifagic und Kohli (pen) (Spielbericht auf sport-fan.ch).

Im nächsten Testspiel trifft der FC Kreuzlingen am kommenden Mittwoch um 20.00 Uhr im Hafenareal auf den SC Brühl St. Gallen aus der Promotion League.

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