Fanzine, Blog, Archiv, Fussballkultur – seit 1999

Category archive

Es war einmal…

Eine Nacht in Sao Paulo

in Es war einmal... by

Morgen spielt die Schweiz an der WM gegen Brasilien. Unentschieden ist die Bilanz gegen den 5-fachen Weltmeister. Denn im einzigen WM-Spiel zwischen diesen beiden Teams trotzten die Schweizer 1950 dem haushohen Favoriten und Gastgeber ein 2:2 ab. Vielleicht, ja vielleicht hätten die Schweizer vor 68 Jahren Brasilien geschlagen, wenn der Kreuzlinger Walter „Bega“ Beerli nicht in der Nacht zuvor die Bars von Sao Paulo erkundet hätte. Wann kommt man Anfang der 1950er-Jahre schon nach Südamerika?

Wirklich wahr? Ja, Walter Beerli war nach Marcel Sandoz (1934) der zweite Kreuzlinger welcher das Nationaltrikot überstreifen durfte – und zwar im letzten Testspiel vor der WM, am 11. Juni 1950 in Bern gegen Jugoslawien (0:4). Lohn seiner Leistung, Nati-Coach Andreoli nahm den damals bei YB spielenden Beerli mit zur WM nach Südamerika. Beerli, hinter den Star-Stürmern Antenen, Bickel und Fatton mit wenig Einsatzchancen, setzt seine Prioritäten in Brasilien anders und wird von Andreoli für den Rest der WM gesperrt – nie wieder wird er für die Rotjacken auflaufen.

Auf die Saison 1951/1952 kehrt WM-Fahrer Beerli zu seinem Heimatverein FC Kreuzlingen zurück. Für die Grün-Weissen spielte er bereits als Junior und von 1945 bis 1948 in der 1. Mannschaft (Foto oben als FCK-Junior kniend in der Mitte). Die mittelmässige 2.-Liga-Mannschaft gewinnt mit Beerli sofort die Meisterschaft, kann sich aber in den Aufstiegsspielen gegen Oerlikon und Küsnacht nicht durchsetzen.

Ein Coup gelingt Walter Beerli aber noch, 1960 steht er mit dem FC Luzern im Cup-Finale.  Am Abend zuvor sitzt er mit den Luzernern Cerrutti und Hahn am Pokertisch, Rudi Gutendorf lässt sie gewähren. Beerli dankt es am Spieltag mit einer Glanzleistung, der FC Luzern gewinnt den Schweizer Cup. Doch noch ein später Höhepunkt seiner Karriere, 10 Jahre nach Sao Paulo.

Die ganze Geschichte von Walter Beerli ist nachzulesen im Grenzstadtkurier Nr. 11.

 

Auf den Spuren von Karl Hautle

in Es war einmal... by

Der aufmerksame Leser weiss es, bei „Erinnerungen ans Espenmoos“ stiess ich auf einen Georg Hautle – dessen Vater Karl einst beim FC Kreuzlingen spielte (Foto in der Mitte mit Hut). Hier das Resultat meiner anschliessenden Recherche. Keep Reading

Das Grenzland-Stadion und Vicente del Bosque an einem Abend!

in Es war einmal... by

Zuerst mal setzen. Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Die Deutsche Akademie für Fussball-Kultur zeichnet meine Bemühungen um die Erinnerung an die Kreuzlinger Fussballgeschichte in Fanzines, Zeitungsartikeln, Re-Prints, Matchprogrammen, der Norman-Smith-Bande, der Festschrift etc. mit dem Preis „Fussball-Erinnerung des Jahres“ aus – im Besonderen für meine „Erinnerungen ans Grenzlandstadion von 1931 bis 1959“. Für mich eine grossartige Anerkennung an meine jahrelange, zeitintensive und manchmal wohl auch etwas verrückte Leidenschaft für diesen verhältnismässig kleinen Verein und seine Geschichte. Keep Reading

101. Teil: Torwart Merz

in Es war einmal... by

Der FC La-Chaux-de-Fonds wurde zwischen 1948 und 1964 sechsmal Schweizer Cup-Sieger und dreimal Schweizer Meister. Im mit legendären Spielern gespickten Team (Antenen, Kernen, Mauron, …) stand während der Saison 1951/52 ein Kreuzlinger im Tor. Bei acht Spielen, als Ersatz für Stammtorwart Bosshard.

(Helmut?) Merz, der Sohn eines Metzgermeisters (Jahrgang ca. 1931) spielte in der Jugend mit Walter „Bega“ Beerli beim Nachwuchs des FC Kreuzlingen (Titelfoto ca. 1946  Merz unten links, Beerli oben dritter von links). Spätestens 1950/51 wurde er in der 1. Mannschaft des FC Kreuzlingen (2. Liga) eingesetzt. Nach der Episode in der Uhrenstadt, wohl der Karrierehöhepunkt, spielte Merz beim FC St. Gallen in der Nationalliga B. Spannend am Titelfoto vom Sportplatz an der Konstanzerstrasse: Das Kopania-Gebäude im Hintergrund steht noch heute, mitsamt dem davorstehenden Holzhäuschen. Weiss jemand mehr zum Kreuzlinger Torwart Merz?

Es war einmal… (99. Teil): Die Basler Connection beim FCK

in Es war einmal... by

In den 1930er-Jahren lieh der FC Kreuzlingen regelmässig Spieler von Profi-Vereinen. Die Verbindungen zum FC Basel schienen besonders gut gewesen zu sein. Mannschaftsfoto: Kurt Imhof und Emil Hummel mit dem FC Basel als Schweizer Cupsieger 1933.

Emil Hummel

In der Winterpause 37/38 verstärkte sich der FC Kreuzlingen mit dem Stürmer Emil Hummel vom FC Basel. Dieser war deutscher Staatsangehöriger, wurde 1911 geboren und spielte von 1931 bis 1938 beim FC Basel wo er zu 132 Einsätzen und 16 Toren kam. Emil Hummel gewann mit dem FC Basel 1933 den Schweizer Cup, den ersten nationalen Titel für die Rot-Blauen. Hummel spielte von Januar 1938 bis zum Sommer 1939 beim FC Kreuzlingen, weitere Stationen sind nicht bekannt.

Keep Reading

0 CHF0.00
Go to Top