Es war einmal...

Der FCK war Bodensee-Vize-Meister

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Für einmal etwas für Statistikfreunde und Vereinshistoriker. Ich habe rund 140 Resultate der Bodensee-Liga zusammengefasst. Eine genaue Rekonstruktion der Tabellen war leider nicht mehr möglich. Aber es sind nun fast alle Teilnehmer der Serien A, B und C ermittelt, alle Sieger der Serie A, fast alle Finals der Serie B, zwei Schlusstabellen und einige rekonstruierte Tabellen.

Zwei Vereine müssen wohl ihre Geschichte anpassen. Der FC Lustenau 07 bleibt mit drei Titeln zwar Rekordmeister der Bodensee-Liga, führt seinen vierten Titel von 1912 allerdings nicht zu recht. Der FC Konstanz wiederum führt in seiner Chronik jeweils einen Bodensee-Meister-Titel der Serie A und B zu unrecht. Einmal handelt es sich lediglich um eine Herbstmeisterschaft, einmal stand der Verein gar nicht im Finale.

Der FC Kreuzlingen wiederum darf künftig in seinem Palmarès den Titel “Bodensee-Vize-Meister 1910” aufführen – und zwar als Vize-Meister der starken Serie A. Der FC Amriswil wurde 1913 zwar Bodensee-Meister, allerdings nur in der Serie C.

An Interessierte gebe ich die Pdf-Datei heraus: hafetschutter@e.mail.ch

Das Titelbild zeigt den FC Konstanz als Bodensee-Liga-Teilnehmer im Jahre 1910.

Interview mit Erwin Geisselhardt

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Aus dem Grenzstadtkurier Nr. 12 (Restexemplare erhältlich bei sportantiquariat.ch)

Erwin Geisselhardt, Jahrgang 1936 und Vater unseres aktuellen Vereinspräsidenten Daniel Geisselhardt, spielte den Grossteil seiner Fussballzeit beim FC Kreuzlingen. Ich traf ihn knapp 2 Wochen vor Saisonbeginn zum Gespräch auf der Aussenterrasse der Bodensee-Arena. Ein paar Tische weiter fand die alljährliche Pressekonferenz des FC Kreuzlingen statt.

Herr Geisselhardt, wie begann Ihre Zeit beim FC Kreuzlingen?

Mein Bruder Emil, Jahrgang 1932 spielte bereits beim FC Kreuzlingen. Damals mussten alle Junioren zuerst an eine sportärztliche Untersuchung. Der Arzt erklärte mich für untauglich, da mit meinem Herz etwas nicht stimmen würde. Doch mein Hausarzt konnte nichts finden und so trat ich doch dem FC Kreuzlingen bei, wenn auch gewisse Unsicherheiten bezüglich der ersten Diagnose blieben. Damals gab es unterhalb der Aktiven übrigens nur A, B und C-Junioren.

Auf welchen Positionen spielten Sie und ihr Bruder Emil Geisselhardt?

Mein Bruder war Verteidiger und spielte bereits 1949 in der 1. Liga für den FC Kreuzlingen. Ich selbst war dann erst nach den Abstiegen in die 3. Liga, also ab 1954 genug alt für die 1. Mannschaft. Ich war von den C-Junioren bis zur 1. Mannschaft Captain beim FC Kreuzlingen und spielte auf der Position des Mittelläufers. Wir spielten noch das Riegelsystem, ich musste also immer auf den gegnerischen Ballführer, später spielte ich dann Halblinks. Mein Bruder Hans spielte ebenfalls beim FC Kreuzlingen.

Wie waren diese 3.-Liga-Jahre?

Es war eine bittere Zeit. Wir dominierten jedes Jahr die Liga und selbst die Aufstiegsspiele. Am Ende scheiterten wir dann wegen eines verlorenen Spieles. Es war ein unmögliches System, aus mehreren Gruppen gab es nur einen einzigen Aufsteiger in die 2. Liga. Erst als das System reformiert wurde und endlich der Meister direkt aufstieg, gelang uns dann die Rückkehr in die 2. Liga.

Die Spiele fanden immer am Sonntag statt. Es waren selbst in der 3. Liga immer gut 500 Zuschauer, zu Aufstiegsspielen auch mal gegen 2’000. Die Spieler waren fast so was wie kleine Stars, da wurden von den Junioren auch die Sporttaschen ihrer Idole getragen. Auch aus Konstanz waren Spieler dabei, etwa Erich Trautner, Friedlein und viele weitere.

…und der Fussballplatz an der Konstanzerstrasse?

Der Fussballplatz an der Konstanzer-strasse war ausgezeichnet, mit gedeckter Tribüne, Flutlicht, die Spieler kamen durch ein Holztor aufs Spielfeld. Die Kinder versuchten über den Zaun zum Spiel zu gelangen, der Hauswart drückte manchmal beide Augen zu.

Neben dem Kassengebäude gab es einen Verpflegungskiosk. Man hätte diesen Platz niemals verlieren dürfen. Ich wuchs an der Konstanzerstrasse auf, besuchte schon früh die Spiele. Es war eine wunderschöne Gegend. Meine Eltern hatten gleich am Sportplatz den «Kolonialwarenhandel Geisselhardt», heute befindet sich dort das Zigarrengeschäft Portmann.

Im Jubiläumsjahr 1955 wäre fast die Rückkehr in die 2. Liga gelungen. Es kam zu einem Entscheidungsspiel in Rorschach gegen den FC Chur.

Das war tragisch. In dem Spiel ging es um alles oder nichts, es kamen rund 2’000 Zuschauer nach Rorschach. Ernst Burkart fehlte wegen einer Blinddarmentzündung. Wir reisten unverständlicherweise mit nur 12 Spielern an, darunter mein Bruder Emil welcher eine lange Nacht bei einer Studentenfeier hinter sich hatte.

Kurz vor dem Spiel drohte Verteidiger Fritz Haug in der Garderobe dem Trainer: «ich spiele nur, wenn Ditz nicht spielt!» zwischen den beiden spielte sich eine Privat-Fehde ab. Also blieb Ditz draussen und mein angeschlagener Bruder kam für ihn rein.

Wir gingen durch ein Tor von Mengel und eines von mir mit 2:0 in Führung. Der Mengel wurde vor dem Spiel in beide Beine mit einer Spritze gedopt und spielte wie verrückt.

In der 2. Halbzeit schoss der von Fritz Haug zu bewachende Peter von Burg drei Tore. Ausgerechnet. Anmerkung GK: Peter von Burg spielte dann von 1958 bis 1962 für GC in der NLA.

Gab es weitere Stationen als Spieler?

Gegen Ende 1957 wechselte ich zum FC Rorschach in die 1. Liga. Mein Bruder Emil spielte bereits dort, mein Onkel war Präsident der Gönnervereinigung. Ausserdem gab es ein Jobangebot. Dort erhielt ich auch meine einzige Prämie, 40 Franken für ein wichtiges Tor. Damals wurde noch auf dem Sportplatz Pestalozzi gespielt. Eine Geschichte muss ich dazu erwähnen. Rorschach hatte gute Beziehungen zu Bodio. Vor einem Spiel einigten sich die Vorstände auf einen Sieg für Rorschach. Mit grosser Mühe und Gewürge gab es dann am Schluss das gewünschte 1:0. Fair war es nicht immer. Zu Kreuzlinger 1.-Liga-Zeiten reisten die Tessiner Mannschaften mit Cars an, da wurden dann schon mal die Reifen aufgeschlitzt. Zuvor spielte ich noch Firmenfussball bei einem Aufenthalt in London. In der Thurgauer Auswahl spielte ich mit Bruno Neidhart und Ernst Burkart. In der NZZ schrieben sie damals auch über die 1.-Liga-Spiele und erwähnten mich, da war ich schon stolz drauf.

Hatten andere Vereine Interesse?

Red Star Zürich und der FC St. Gallen wollten mich. Trainer Sepp Späth wollte mich unbedingt ins Welschland in die Nationalliga vermitteln. Ich bekam dann auch einen Brief von Legenden-Trainer Karl Rappan (Servette Genf).   Ich war nicht bereit dazu.

…und dann tauchen Sie im Frühjahr 1959 wieder in den Aufstellungen des FC Kreuzlingen auf.

Alois Haberthür hatte angerufen. Er stellte eine gute Mannschaft zusammen. Mit Erwin Glassner, welcher zuvor beim FC Schaffhausen in der Nationalliga A spielte (1955-1957), Friedhelm Klaedtke war auch dabei. Da war ich dann wieder in Kreuzlingen und uns gelang dann auch der langersehnte Aufstieg.

Aber das war noch kein glückliches Ende. Bereits im Frühjahr 1959 vor dem Aufstieg musste man auf den Nebenplatz ausweichen, weil das Stadiongelände von der Seifenfabrik Schuler verkauft wurde.

Dem Verein wurde das Hafenareal als Sportplatz zugewiesen. Der Platz war aber in einem schlechten Zustand. Mit Steinen übersäht und mit dem Wasserabfluss gab es Probleme. An einen Meisterschaftsbetrieb war nicht zu denken. Der Nebenplatz an der Konstanzerstrasse durfte dann auch nicht mehr benutzt werden. Anmerkungen GK: Ein Platz etwas weiter nördlich wurde verwehrt weil man mit dem baldigen Bau der Autobahn (!) rechnete.

Beim FCK gab es in diesen Jahren auch eine Zeit ohne Präsident, es gab keinen Spiko, der Trainer war davongelaufen. Die Mannschaftsaufstellung wurde jeweils kurz vor dem Spiel selbst zusammengebastelt. Ich befürchtete den Untergang des FCKs. Es war desaströs. Querelen führten dann auch zur Abwahl des verdienten Donatorenpräsidenten Hans Weltin, eine unschöne Sache. Bei der Abwahl wäre es fast zu Tätlichkeiten gekommen.

Zurück zum Platz. Trainiert wurde im Grüntal oder auf der kleinen Schreiberschulhauswiese. Man stand ohne etwas da, eine bittere Zeit.

Der Präsident kehrte dann zurück. In Tägerwilen wurde man bei der Platzsuche fündig.

Ja, der Platz an der Gottlieberstrasse. Zum umkleiden ging man ins Restaurant Blumenau. Der Platz war klein, bei schlechtem Wetter konnte man kaum spielen. Trotzdem erschienen auch hier immer viele Zuschauer.

Es wurden also in Tägerwilen Pflichtspiele ausgetragen?

Ja, ich kann mich an ein Cupspiel gegen Red Star erinnern. Das war in Tägerwilen. Wir führten gegen den 1.-Ligisten mit 3:0 und verloren dann doch noch. Anmerkung GK: Auch in der Meisterschaft trat man in Tägerwilen an.

Wie ging es mit Ihnen dann weiter, haben Sie noch Kontakt zu ehemaligen Spielkameraden?

Ich spielte dann noch zwei Jahre bei den FCK-Senioren, dann ging ich nach Tägerwilen. Wir zügelten auch 1970 in unser Haus nach Tägerwilen. Kontakt besteht noch zu Ernst Burkart und Mario Né. Mein schön geschriebener Austrittsbrief an den FC Kreuzlingen blieb unbeantwortet.

Eine verrückte Geschichte zum Schluss?

Für die bekannten Nachtspiele des FC Kreuzlingen wurde immer der Nationalliga-Schiedsrichter Werner aus St. Gallen engagiert. Anschliessend verköstigte man Herrn Werner immer ausgiebig, inklusive Ausflügen ins Konstanzer Nachtleben, er kam in jeder Beziehung auf seine Kosten.

Dies zahlte sich (fast) aus, wir  hatten ein wichtiges Spiel im Toggenburg. Schiedsrichter Werner wurde zugeteilt. Eine harmlose Situation im Strafraum der Toggenburger, Schiedsrichter Werner pfiff zum Elfmeter. Der wurde dann nicht verwandelt. Nach dem Spiel kam Schiedsrichter Werner zu mir: „Herr Geisselhardt, mehr konnte ich für den FC Kreuzlingen wirklich nicht mehr tun“.

Herr Geisselhardt, vielen Dank für das interessante Gespräch!

Foto: Stehend von links: Kurt Frey (Spiko-Präsident), Jüngling (Masseur), Heberlein, Kunz, Erwin Geisselhardt, Werner Schmid (Trainer), Giavoni, Ditz, Emil Geisselhardt, Hans Schmid (Präsident) Kniend von links: Peters, Mader, Burkart, Mengel, Friedlein, Haug

NACHTRAG: Herr Erwin Geisselhardt verstarb nach längerer Krankheit in der Nacht auf den 11. Januar 2021, wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Die Bodensee-Liga 1909-1913

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An der Bodensee-Liga haben sich schon einige Fussballhistoriker die Zähne ausgebissen. Diese internationale Meisterschaft fand von 1909 bis 1913 statt und wurde danach immer mal wieder in verschiedenen Formen wiederbelebt. Speziell die Ur-Liga blieb aber lange Zeit ein Rätsel. Die Teilnehmer – nicht gesichert, die Meister – widersprüchlich, der Modus – unklar. Nur ganz vereinzelt fand man Spielresultate in Zeitungen.

Ein Foto sucht man bis heute vergebens. Illustriert habe ich diesen Blogeintrag daher mit dem damaligen Platz des FC Kreuzlingen an der alten Bahnhofstrasse. Hier spielte der FC Kreuzlingen seine Heimspiele in der Bodensee-Liga.

Der FC Kreuzlingen trat erst 1913 dem SFAV bei, zuvor spielte er in der Bodensee-Liga und zumindest in der ersten Saison recht erfolgreich. Wurde er doch Vizemeister in der Serie A und B. Die anderen Teilnehmer waren hochkarätig: FC Lustenau 07, FC Konstanz 1900, FC Romanshorn, FV 1893 Ravensburg, 1. FC Friedrichshafen.

Zuschauerzahlen sind nicht überliefert, aber bei einem weniger hochkarätigen 6er-Turnier wurden in Lustenau zu dieser Zeit bereits 1’500 Schaulustige gezählt. Also zumindest unter Ausschluss der Öffentlichkeit fanden die Spiele nicht statt.

Wie bedrohlich der Fussball für manche war, liefert eine “Ankedote” welche ich bei meiner Recherche fand. In Vorarlberg frönten um das Jahr 1909 zwei Leute dem Fussballspiel und trafen dabei mit ihrem Ball einen vorbeilaufenden Maurergesellen. Dieser zückte ein Messer und erstach einen dieser neumodischen Fussballspieler zu Tode.

Weitere Infos zur Frühzeit: In der Zeit von 1905 bis 1909 trug der FC Kreuzlingen lediglich “Friendly Matches” aus. Der FC Kreuzlingen spielte zu dieser Zeit übrigens mit blauen Blousons auf denen ein gelbes Kreuz prangte.

Ein Schaffhauser Fussballhistoriker verwies mich schliesslich an Ambrosius Kutschera von austriasoccer.at. Gemeinsam recherchierten wir die letzten Tage und konnten einige, wenn auch längst nicht alle, Puzzleteile aus diversen Quellen zusammensetzen. Erstmals gibt es einen ungefähren Überblick, eine Grundlage der bisherigen Erkenntnisse aus dieser Pionierzeit.

Unsere Resultate findet Ihr an dieser Stelle:

Bodenseebewerbe ab 1909

Kicker in Konstanz

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Da ich schon diverse Anfragen bezüglich Bensemann / Kicker (100-Jahr-Jubiläum) hatte, wärme ich hier nochmal einen alten Beitrag aus dem Seagulls-Roar!-Blog auf, angereichert mit ein paar neuen Erkenntnissen.

Die Aufnahme (Copyright „Verlag – Die Werkstatt“) zeigt die ersten Ausgaben des Kicker welche per Leiterwagen vom Verlagshaus in Konstanz nach Kreuzlingen zum Verkauf gebracht wurden. Links neben dem Leiterwagen Kicker-Gründer Walther Bensemann. Die Aufnahme stammt vom 13. Juli 1920.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Druckerei Reuss&Itta am Fischmarkt in Konstanz vom Südkurier übernommen. Das obenstehende Foto zeigt die Druckerei in den 1950er-Jahren von der Fischmarkt-Seite. Das Hauptfoto zeigt die Vorderseite des Gebäude-Gevierts von der Marktstätte her. Der ganze Komplex steht noch heute.

Nachtrag von Nicky aus Neunkirchen: Der Kicker wurde in Konstanz im Druckhaus Reuss&Itta gedruckt. Das Bild stammt vom Dienstag, 13. Juli 1920 und zeigt die Erstausgabe des Kickers. Die ersten Hefte der Auflage gingen ins Ausland. Das Foto wurde extra von Bensemann organisiert, der nen Fotograf zur Zollstelle in Kreuzlingen bestellt hatte. Der Kicker hatte drei Büroräume über der Druckerei und der Chef der Druckerei hiess Eduard Reuss. Der einzige Mitschreiber Hanns-Jakob Müllenbach (geb. 28.6.1903, auf dem Bild am Karren) war damals siebzehn Jahre alt, stand eines Tages im Büro von Bensemann und wollte für ihn arbeiten. Neben Müllenbach sind einige Mitarbeiter der Druckerei zu sehen die beim karren geholfen haben und eben die Zollbeamten.

und hier noch eine Ergänzung vom Seagulls Roar! Bensemann war Jude und emigrierte 1933 in die Schweiz. Sein Nachfolger als „Kicker“-Chef wurde sein einstiger Schüler und Weggefährte Hanns Jakob Müllenbach (1903–1944) und dieser begann schliesslich Verrat an seinem einstigen Mentor.  Er verunglimpfte Bensemann, der sich zeitlebens für den international verbindenden und pazifistischen Charakter des Spiels einsetzte, schon bald in einem Artikel als Asphaltliterarten welcher die Flucht ergriffen hätte.

Bega Beerli auf Amerika-Reise

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Der vielleicht beste Kreuzlinger Fussballer der Nachkriegszeit, Walter “Bega” Beerli war nicht nur bei der WM 1950 in Brasilien dabei, er war mit dem FC Zürich 1959 auch auf der legendären “Amerika-Reise”.

Bei einem Zwischenstopp in Spanien traf der FC Zürich am 28. Januar 1959 vor 40’000 Zuschauern auf Real Madrid. Bei der 2:5-Niederlage erzielte Beerli in der 80. Minute das zweite Zürcher Tor.

Anschliessend flog der FCZ in die Karibik und traf am 4. Februar 1959 auf den Niederländischen Antillen auf Centro Dominguito (1:1, 3’000 Zuschauer) und SUBT Willemstad (0:0, 8’000 Zuschauer). Bei Dominguito wird auf “Hartbelag” gespielt und das bei über 30 Grad (Spielbeginn 20.30 Uhr), die Zürcher werden mit “Schwärmern- und Böllerschüssen … nebst einem stattlichen Musikkorps … begrüsst”. Beide Verein existieren übrigens noch heute. Anschliessend flog der FCZ mit Beerli nach Los Angeles. Am 19. Februar 1959 traf der FCZ auf ein Team namens Canvasbaks. Das Spiel fand vor 150 Zuschauern (!) statt und wurde von einem American-Football-Schiedsrichter (!) geleitet. Nach einem Boxkampf zwischen FCZ- und Canvasbaks-Spielern wird das Spiel in der 72. Minute abgebrochen. Anschliessend essen alle bei fröhlicher Stimmung im Switzerland-Restaurant. Drei Tage später trifft der FCZ auf eine Stadtauswahl von San Francisco und gewinnt vor 7’000 Zuschauern mit 8:1. Vor dem Spiel gibt die Schweizer Kolonie Dialektlieder zum besten. Beerli spielt bei sämtlichen Partien.

Infos von dbFCZ

Auf dem Foto ist Walter Beerli in der oberen Reihe als fünfter von links zu sehen.

Beerli lässig mit Kippe im Mundwinkel ab 0:17:

Video-Zugabe

Eine Nacht in Sao Paulo

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Morgen spielt die Schweiz an der WM gegen Brasilien. Unentschieden ist die Bilanz gegen den 5-fachen Weltmeister. Denn im einzigen WM-Spiel zwischen diesen beiden Teams trotzten die Schweizer 1950 dem haushohen Favoriten und Gastgeber ein 2:2 ab. Vielleicht, ja vielleicht hätten die Schweizer vor 68 Jahren Brasilien geschlagen, wenn der Kreuzlinger Walter “Bega” Beerli nicht in der Nacht zuvor die Bars von Sao Paulo erkundet hätte. Wann kommt man Anfang der 1950er-Jahre schon nach Südamerika? Keep Reading

Auf den Spuren von Karl Hautle

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Der aufmerksame Leser weiss es, bei “Erinnerungen ans Espenmoos” stiess ich auf einen Georg Hautle – dessen Vater Karl einst beim FC Kreuzlingen spielte (Foto in der Mitte mit Hut). Hier das Resultat meiner anschliessenden Recherche. Keep Reading

Das Grenzland-Stadion und Vicente del Bosque an einem Abend!

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Zuerst mal setzen. Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Die Deutsche Akademie für Fussball-Kultur zeichnet meine Bemühungen um die Erinnerung an die Kreuzlinger Fussballgeschichte in Fanzines, Zeitungsartikeln, Re-Prints, Matchprogrammen, der Norman-Smith-Bande, der Festschrift etc. mit dem Preis “Fussball-Erinnerung des Jahres” aus – im Besonderen für meine “Erinnerungen ans Grenzlandstadion von 1931 bis 1959”. Für mich eine grossartige Anerkennung an meine jahrelange, zeitintensive und manchmal wohl auch etwas verrückte Leidenschaft für diesen verhältnismässig kleinen Verein und seine Geschichte. Keep Reading

101. Teil: Torwart Merz

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Der FC La-Chaux-de-Fonds wurde zwischen 1948 und 1964 sechsmal Schweizer Cup-Sieger und dreimal Schweizer Meister. Im mit legendären Spielern gespickten Team (Antenen, Kernen, Mauron, …) stand während der Saison 1951/52 ein Kreuzlinger im Tor. Bei acht Spielen, als Ersatz für Stammtorwart Bosshard.

(Helmut?) Merz, der Sohn eines Metzgermeisters (Jahrgang ca. 1931) spielte in der Jugend mit Walter “Bega” Beerli beim Nachwuchs des FC Kreuzlingen (Titelfoto ca. 1946  Merz unten links, Beerli oben dritter von links). Spätestens 1950/51 wurde er in der 1. Mannschaft des FC Kreuzlingen (2. Liga) eingesetzt. Nach der Episode in der Uhrenstadt, wohl der Karrierehöhepunkt, spielte Merz beim FC St. Gallen in der Nationalliga B. Spannend am Titelfoto vom Sportplatz an der Konstanzerstrasse: Das Kopania-Gebäude im Hintergrund steht noch heute, mitsamt dem davorstehenden Holzhäuschen. Weiss jemand mehr zum Kreuzlinger Torwart Merz?

Es war einmal… (99. Teil): Die Basler Connection beim FCK

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In den 1930er-Jahren lieh der FC Kreuzlingen regelmässig Spieler von Profi-Vereinen. Die Verbindungen zum FC Basel schienen besonders gut gewesen zu sein. Mannschaftsfoto: Kurt Imhof und Emil Hummel mit dem FC Basel als Schweizer Cupsieger 1933.

Emil Hummel

In der Winterpause 37/38 verstärkte sich der FC Kreuzlingen mit dem Stürmer Emil Hummel vom FC Basel. Dieser war deutscher Staatsangehöriger, wurde 1911 geboren und spielte von 1931 bis 1938 beim FC Basel wo er zu 132 Einsätzen und 16 Toren kam. Emil Hummel gewann mit dem FC Basel 1933 den Schweizer Cup, den ersten nationalen Titel für die Rot-Blauen. Hummel spielte von Januar 1938 bis zum Sommer 1939 beim FC Kreuzlingen, weitere Stationen sind nicht bekannt.

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