Fundstücke

Verschollene Schätze…

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Nur die wenigsten Vereine kümmern sich um Ihr Vereinsarchiv. Das betrifft nicht nur Amateurvereine, selbst Profi-Vereine sind vor leeren Regalen der Vereinsgeschichte nicht gefeit.

Ein paar schöne Trouvaillen überdauerten die Zeit beim FC Kreuzlingen, doch die allermeisten Schätze gingen leider im Verlaufe der Jahre verloren.

Was fehlt dem FCK? Es fehlt nicht etwa ein Pokal, es fehlen sämtliche Pokale der Vereinsgeschichte. Nun habe ich in der akuellen Ausgabe des St. Galler Fussballmagazins “SENF” den St. Galler Pokal “Schweizer Meister 1. Liga 1934/1935” entdeckt. Einen solchen Pokal gewann ein Jahr zuvor auch der FC Kreuzlingen (siehe Titelbild, linker Pokal in den Händen von Norman Smith). Der wichtigste Pokal der Vereinsgeschichte – verschollen. Ein Jammer.

Aber es geht weiter, wo sind die Pokale für die Ostschweizer 2.-Liga-Meisterschaften 1933, 1946, 1952, 1981, die Pokale als Thurgauer Meister 1927, 1933, 1935, 1936, 1937, 1938, 1943, 1945, 1946, der Pokal als Vize-Bodensee-Meister 1910 (damals waren auch für zweitplatzierte Pokale üblich). Auszeichnungen für die diversen 1.-Liga-Aufstiege und Schweizer-Cup-Teilnahmen? Gerade in der Vorkriegszeit waren Pokale, Auszeichnungen und Erinnerungsstücke für alles erdenkliche im Fussball gang und gäbe, aber nichts davon ist erhalten.

Doch nicht nur Pokale fehlen. Wie schön würde sich bei einer Ausstellung ein altes FCK-Trikot machen. Ein solches fehlt aber nicht nur aus den glorreichen 1930er-Jahren, selbst aus sämtlichen späteren Dekaden hat meines Wissens kein einziges Trikot die Zeit überdauert. Mein ältestes stammt aus den 2000er-Jahren. Ich selbst bin ebenfalls ein Sünder, ein Trikot der 1990er-Jahre hatte ich irgendwann aussortiert, auch mir fehlte vor 20 Jahren der Blick dafür. Ein Problem bei den Trikots, diese wurden oft von mehreren Mannschaften aufgetragen. Dazu eine Anekdote, wir Fans bekamen nach einem wichtigen Sieg von den Spielern Trikots überreicht. Beim nächsten mal kam Willy Scheepers (oder war es Klaus Späth?) auf mich zu, “Dani, bringt bitte die Trikots zurück, wir haben kein Geld um neue zu machen…”. Die Trikots wurden dann wieder eingesammelt und unseren Helden zurück gegeben.

Etwas besser sieht es bei gedruckten Erzeugnissen und bei Fotografien aus. Aber auch hier, es hätte nebst dem 1930er-Fotoalbum ein weiteres oppulentes Foto-Album der Vereinsgeschichte existiert, doch auch dieses ominöse Werk scheint verschwunden zu sein. Matchprogramme von den rund 40 internationalen Spielen an der Konstanzerstrasse sind gerade mal drei oder vier erhalten geblieben. Spielplakate dieser Zeit – gar nichts übrig (es hat sie aber gegeben). Immerhin gibt es in diesem Bereich ein paar erhaltene Glücksfälle.

Auch damals beliebte Vereinsnadeln haben nur wenige überlebt. Um genau zu sein eine einzige Nadel aus den 1960er-Jahren, überteuert erworben für gegen 80 Franken bei einem Sammler in Genf.

An dieser Stelle mein Aufruf, nichts wegwerfen, bei Gelegenheit nachfragen bei ehemaligen Spielern. Vielleicht gibt es ja doch noch ungeborgene Schätze. Bei gedruckten Erzeugnissen (ich Sammlerkreisen “Flachware” genannt), freue ich mich auch über Kopien für mein Archiv. Kontakt: hafetschutter@e.mail.ch. Vielleicht ist ja doch in einem Estrich der silberne Pokal von 1934.

Nachtrag: Mich erreichte eine Mail aus Schaffhausen. 1942 spendete der FC Schaffhausen 56 Pokale für die “Metallsammlung für Arbeit und Brot”.

Ostschweizer Bleifussballer

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Hin und wieder stöbere ich in Brockis (unter anderem) nach alten Fussballstücken. Auf den verschollenen FCK-Pokal zum Schweizer Amateurmeistertitel 1934 bin ich noch nicht gestossen, dafür gibt es hin und wieder fussballerische Kuriositäten zu entdecken.

Osterlohs Antikpalast in Oberaach ist immer wieder gut für eine Besonderheit und hier kommt abgebildete Bleifigur eines Fussballers (siehe Stutzen) ins Spiel. Ich bin mir relativ sicher, dass ich zwei ziemlich identische Exemplare bereits vor etwa einem Jahr in einem Antikgeschäft in Uttwil entdeckte (und damals ob des Preises noch nicht kaufte). Ein Exemplar war mit weissem Trikot und blauer Hose angemalt, ein weiteres Exemplar präsentierte sich in unbemaltem Zustand.

Die hier abgebildete Figur mit weissem Spielerkleid ist nun also bereits die dritte Figur dieser Art welche meine Neugier weckte. Diesen Umstand finde ich doch recht erstaunlich, denn wofür und für wen wurden diese äusserst massiven Bleifiguren hergestellt? Imposant ist tatsächlich das Gewicht, stolze 17,3 Kilogramm bringt das von mir erworbene Exemplar auf die Waage, bei einer Höhe von 59 cm. Alles andere als ein typischer “Fanartikel”. Leider findet sich keine Signatur oder ähnliches, der Verkäufer in Oberaach hat die Figur wiederum im Appenzell gefunden. Selbst das Alter ist schwer einzuschätzen, 1950er oder 1960er-Jahre?

Kann ein Leser mehr dazu beitragen?

Ultras Leviathan

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oha, eine neue Ultra-Gruppe beim FCK?

Fundort: Konstanzerstrasse

Margarethenwiese Old Boys Basel, 1914

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Dachbodenfund in Kreuzlingen. Foto-Buch “Die Schweizerische Grenzbesetzung 1914” mit einem Foto der Basler Margarethenwiese (Old Boys Basel). Während der beiden Weltkriege mussten Fussballplätze oft als Anbaufelder, Übungsplätze und Durchgangslager (Kreuzlingen) herhalten, die Entschädigungszahlungen liessen oft zu wünschen übrig. Falls jemand am Buch interessiert ist, ich verkaufe es. Sehr schön am reich bebilderten Buch: die modernistische Umschlaggestaltung von Emil Huber.

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