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Vor- und Nachbetrachtungen - page 2

Eine Regel aus Absurdistan

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Spiele gegen Rüti sind meist ein unterhaltsamer Schlagabtausch. So auch diesmal beim 6:2-Sieg vor 160 Zuschauern (darunter ein Groundhopper aus Zwickau). Die Mannschaft präsentierte sich ganz anders als in Amriswil – leider zeigt sich der dortige Fehltritt als kaum noch wettzumachen. Während der FCK in den verbleibenden zwei Spielen (Seuzach, Uzwil) zwei Siege für den 1.-Liga-Aufstieg benötigt, reicht dem FC Balzers ein Unentschieden im Heimspiel gegen den FC Widnau (den Rheintalern geht es dabei um nichts mehr). Unter der Woche haben die Liechtensteiner das Vorholspiel beim FC Wil U 20 mit 4:3 gewonnen und am Samstag dem in Auflösung befindlichen FC Frauenfeld ein 8:3 eingeschenkt – und sich so die Türe zur 1. Liga sperrangelweit geöffnet.

Sollte der FC Balzers übrigens tatsächlich Unentschieden spielen, würde der FCK-Aufstieg erneut (!) an der Strafpunkte-Regel scheitern. Nun ist diese Regel allen bekannt, doch das man damit dem Tore schiessen jegliche Bedeutung nimmt, widerspricht unserem Sport auf ziemlich eklatante Weise. Ein 10:0 mit einer Gelben Karte sollte weniger Wert sein als ein 1:0 ohne Gelbe Karte? Absurdistan lässt grüssen. Das mit dieser Regel gegen Ende der Saison unsportliche Konstellationen inklusive Spielmanipulationen zumindest vereinfacht werden sei auch mal erwähnt (Karten sind nun mal leichter zu “wollen” oder zu “verteilen” als Tore!). Der Fairplay-Gedanken in Ehren – aber hier schiesst man übers Ziel hinaus, die Strafpunkte gehören ins dritte Glied nach Punkten und Tordifferenz. Der FCK hat vor Jahren mit seinem diesbezüglichen Vorstoss bei der Delegiertenversammlung seine Arbeit getan. Der Mehrheit der Vereine scheinen Karten wichtiger zu sein als Tore. Aber an dieser Stelle auch eine Kritik an unsere Mannschaft, gerade anfangs Saison gab es viel zu viele “unnötige” Gelbe Karten – dabei haben wir uns doch schon mal einen Aufstieg nur wegen den Strafpunkten verbaut!

Notiz am Rande 1: Unser Youngster Levin Nay hat bisher 3 Tore für unsere 1. Mannschaft erzielt, alle 3 gegen den FC Rüti.

Notiz am Rande 2: “NIEMALS AUFGEBEN” hiess es auf einem 8-Meter-Spruchband im Hafenareal, bei den Fans entwickelt sich immer mehr Teamarbeit, so macht es Spass!

Am kommenden Samstag folgt in Seuzach die letzte Station unserer aus Fan-Sicht gelungenen “Back with a Bang – Tour”. Gemeinsam zum Erfolg!

 

Geplatzter Aufstiegstraum?

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Der FCK verliert sang- und klanglos mit 3:1 in Amriswil und gibt damit drei Runden vor Saisonende die Tabellenführung an den FC Balzers ab. Da die Liechtensteiner nun zwei Punkte, bzw. durch die Strafpunkte effektiv 2,5 Punkte vor dem FCK liegen, werden wohl nur noch drei Siege bei einer gleichzeitigen Niederlage von Balzers zum Aufstieg helfen. Doch daran glaubt nach dem gestrigen Spiel kaum noch einer. Wie auch, nachdem gegen die Oberthurgauer einfach nichts zusammenpasste.

Im Amriswiler Clubhaus hörte man ungläubige Stimmen, “diä wönd id 1. Liga?, wie söll denn da gho?” und ein anderer: “als zuäfällige Zuschauer hätt ich nie denkt, das do e Mannschaft um de Ufstieg spielt”, oder der Amriswiler Trainer Christof Schenk: “allzu bös simmer de Chrüzlinger hüt nöd, offensiv sind sie scho harmlos gsi”.  Noch schlimmer der Matchbericht von Amriswil: “Kreuzlingen zeigte eine diskrete Vorstellung für einen Aufstiegskandidaten”. Ja, ein bisschen schämte man sich sogar mit dem Kreuzlingen-Schal im Clubhaus. Wie sagte es jedoch einer von den Boys Bernrain nach dem Spiel: “mir Fans händ üsen Job hüt gmacht!”, recht hatte er!

Ehrlich gesagt, ich hatte in dieser Saison nie das Gefühl einer Aufstiegsmannschaft zuzusehn. Mut machte mir mit zunehmender Dauer der Meisterschaft vielmehr die Schwäche der anderen Vereine. Aber vielleicht straft mich das Team in den letzten Runden ja noch lügen! Ich würds mir wünschen. Vor allem sollte ein solches Team zusammenbleiben, denn mit der Dauer könnte es definitiv zu einer Aufstiegsmannschaft zusammenwachsen – wenn der Teamgeist stimmt.

Ein paar Worte zur Fussballkultur in Amriswil. Die Festwirtschaft überzeugte, der Stadion-DJ brachte Charme aufs Tellenfeld, die Vorschau im Matchprogramm war aber schwach – diese Bestand aus einem Bericht vom letzten Spiel. Unsere Fankultur mit Zaunfahnen brachte die FCA-Verantwortlichen ziemlich ins schwitzen – “spinneder, d’Bandewerber händ doch zahlt!!”, aber mit Klebeband (siehe Foto unten links) bringt man jedes Problem gelöst 🙂 Man kann ja mit uns reden.

Erstmals seit vielen Jahren hatten wir mal wieder eine Schwenkfahne dabei, vielen Dank für deinen Einsatz Philipp!

Nachteilig ist natürlich die Tartanbahn ums Spielfeld, aber da kann man nichts machen. Was ich aber nie verstehe (nicht nur in Amriswil), da baut man ein neues Garderobengebäude am Spielfeld und keiner denkt daran eine Tribüne zu integrieren? Hätten die Verantwortlichen den Willen gehabt wärs gegangen, hätte man halt die Glasfassade eingespart. Da sieht man den Stellenwert des Fussballs. Für Junioren (Plätze, Garderoben) werden Ausgaben gerade noch akzeptiert. Als gesellschaftlicher Ort hat der Amateurfussball hierzulande aber überhaupt keinen Stellenwert, was wirklich erstaunlich ist, ganz anders etwa als im Vorarlberg. In der Rückrunde hat es mir aufgrund einer fehlenden Tribüne zum etwa fünften Mal ins Bi.. äh Rivella geregnet – und den Sponsoren zum fünften Mal ins Cüpli. Dabei finanzieren diese zu einem schönen Teil den Juniorenfussball.

Aber Fussballkultur in Ehren, auf dem Platz lief am Samstag das Entscheidende – und das war bitter.

 

Mit Vollgas ins Saisonfinale!

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Nach dem 1:1 in Chur liegen nun vier Aufstiegsendspiele vor dem FC Kreuzlingen. Das Restprogramm des FC Balzers sieht keine allzu grossen Stolpersteine mehr vor, meine grösste Hoffnung liegt im Balzner Wochentagsspiel am 29. Mai in der IGP-Arena. Drei Siege wird der FCK in den verbleibenden Partien wohl benötigen, vielleicht auch mehr. An Spannung ist dieses Saisonfinale also kaum zu überbieten.

Bei den Zuschauern scheint diese Euphorie noch nicht ganz angekommen zu sein. Doch darf man guter Hoffnung sein, dass sich das bei den nächsten Spielen ändert.

Bezüglich Sportplatzthema, in Chur plant man ein vom Stimmvolk bereits gutgeheissenes Fussballstadion mit 3’000 Plätzen als Ersatz für die altehrwürdige Ringstrasse: Geplantes Fussballstadion Obere Au, Chur Optisch zwar nicht schön, aber die Dimensionen sind beeindruckend, allein 8 Fussballplätze gehören dazu.

Am Sonntag verlor unsere 2. Mannschaft im Derby gegen den FC Tägerwilen vor toller Zuschauerkulisse im Hafenareal mit 3:4. Da aber auch St. Otmar Punkte liegen liess, kann unser Reserveteam den Klassenerhalt wieder aus eigener Kraft schaffen. Auch hier also ein spannendes Saisonfinale in den verbleibenden vier Runden.

In Chur war nur ein kleines Fan-Grüppchen vor Ort (bei mir kam eine Erkältung meiner 5-Jährigen dazwischen). Umso mehr Daumen hoch für diese jungen Herren, welche den Weg an die Ringstrasse fanden:

Nächster Halt der “Back with a Bang – Tour 2019”: Samstag, 25. Mai um 16.30 Uhr, Tellenfeld Amriswil

Fussballhoffnungen am Hafen

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Der völlig hilflose FC Dübendorf wird mit 5:1 vom Platz gefegt und damit, dies die noch grössere Überraschung des Spieltags, die Tabellenführung zurück erobert! Denn endlich stolperte Balzers, mit 1:3 in Seuzach.

Es regnete mal wieder aus Kübeln und so kamen offiziell 100 Zuschauer zum Spiel, eine solche Minuskulisse hatten wir schon Jahre nicht mehr. Beim letzten Regenspiel vor 14 Tagen waren es noch rund 200, aber viele wollten nicht wieder mit Schirmen unter Schirmen hantieren.

Erstmals hatte der FCK-Fanshop an der Eingangskasse geöffnet, ich finds toll! Regenschirme fehlen noch im Programm.

Manchmal frage ich mich wie lange es noch bediente Clubhäuser beim Amateurfussball geben wird. Wird man sich noch in 20 Jahren nach dem Spiel in eines setzen können? Die beste Zeit hatten diese Orte wahrscheinlich von den 1950er bis 1990er-Jahren. Heute scheinen sie leider etwas aus der Zeit gefallen, jedenfalls sehe ich nur noch wenige junge Zuschauer die sich dort vor oder nach dem Spiel aufhalten. Schade, damit scheint ein grosses Stück Alltagskultur beim Fussball langsam aber stetig verloren zu gehen. Clubhäuser haben ihre ganz eigenen Poesie, oft improvisiert, manchmal schief, aber selbst dann noch mit einem seltsamen Charme.

Clubhauskultur Trainertalk – sowas gibt’s leider nur an sehr wenigen Orten:

Nun folgen zwei schwere Auswärtsspiele in Chur und Amriswil. Chur ist im Aufwärtstrend, nicht mehr zu vergleichen mit dem Vorrundenteam. Für Sportplatzromantiker ist es zudem die wahrscheinlich letzte Gelegenheit ein FCK-Spiel im altehrwürdigen Stadion an der Ringstrasse zu sehen, bevor es die Churer Fussballer ins neue Vereinszentrum Obere Au zieht.

Amriswil verfügt wiederum über eine sehr starke Offensivabteilung, welche jeden Gegner auseinander nehmen kann, dazu werden sich die Oberthurgauer gegen den FCK zerreissen. Kann Kapitän Kürsat Ortancioglu diese Klippen umschiffen? Auf jeden Fall benötigt die Mannschaft jede Unterstützung, noch immer kann der Traum von der 1. Liga wahr werden!

Am Samstag war wieder ein Heim-Doppler im Hafenareal. Im Anschluss gewann unsere 2. Mannschaft mit 4:2 gegen den FC Neukirch-Egnach und verliess endlich die Abstiegszone der 3. Liga. 180 Minuten Fussball-Hoffnungen im Hafenareal.

Ponyhof statt Hardhof

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Am Samstag hiess es für mich Ponyreiten mit der 5-Jährigen. Statt Tore auf dem Hardhof also Ponyhof. Inklusive Mähne striegeln und mit Mäschchen schmücken.

Immerhin erreichte mich die Nachricht vom so wichtigen 2:0-Sieg gegen die Blue Stars mit diesem lesenswerten Zuschauerbericht:

“Wirklich schade warst du nicht in ZH. Da hast du in der Tat etwas verpasst. In erster Linie das Wetter das sich um die Null Grad bewegt hat. Während der ganzen Spielzeit immer wieder heftige Regenschauer – teilweise Graupelschauer. Entsprechend dazu der Zuschaueraufmarsch: 18 (!) von mir persönlich gezählte Zuschauer bei Anpfiff (siehe Bild). Auf Nachfrage beim Platzkassier waren es in der Pause 45, davon haben 22 bezahlt. Keep Reading

50’000 verregnete Franken

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Ein 1:0-Sieg über den FC Bazenheid (Spielbericht) lässt die Zuschauer im Hafenareal weiter auf die 1. Liga hoffen. Das einzige Tor erzielte Abbas Karaki mit einem gefühlvollen 40-Meter-Schuss. Zu diesem Zeitpunkt sass ich noch mit meiner Familie auf einem Ausflugsschiff vor Mannenbach, immerhin die 2. Hz sah ich dann doch noch. Keep Reading

Endstation Widnau

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Ein Spiel so schwach wie mein verschwommenes Foto. Die dritte Niederlage in Folge verbreitete nach der ganzen Spitzenreiter-Euphorie eine grosse Portion Ernüchterung. Keep Reading

Niederlage im Fürstentum

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Es ist eine schöne Bereicherung, dass man im höherklassigen Ostschweizer Amateurfussball immer mal wieder international antreten kann. Immer dann wenn es gegen Vereine aus dem Fürstentum Liechtenstein geht. Früher spielte man gegen den FC Vaduz, dann gegen den USV Eschen-Mauren und FC Balzers. Zu jeder Zeit hatte man mit diesen Vereinen sportlich seine liebe Mühe. Finanziell potent und mit hervorragenden Strukturen, wohl auch dank des besonderen Stellenwertes des Fussballes im Fürstentum. Keep Reading

Längste Serie seit 1997 gerissen

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Nichts deutete daraufhin, dass an diesem Nachmittag die längste Unbesiegt-Serie seit 1997 reissen sollte. Eher hätte man im “Wiler Töggeli-Kasten” (O-Ton eines Zuschauers) auf eine Niederlage gesetzt. Dann fehlte bei Widnau mit Jasmin Abdoski noch der einzig überregional bekannte Akteur wegen fehlender Fitness. Keep Reading

Auch Wil überstanden

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Als D-Junior sah ich den aufstrebenden FC Wil im Hafenareal. Eine Handvoll Fans begleitete damals die Äbtestädter inklusive einer schwarz-weissen Fahne mit dem Wiler Bären. In der 2. Liga war das, in den späten 1980er-Jahren. Ich stand hinter der Glatze von Christian Gross, der Weg der Wiler sollte sie bis in die Nationalliga A führen. Keep Reading

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