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Hafenareal

Fussball im Warte-Zustand

in Fussballheimat by

Der Kreuzlinger Stadtrat weitet den Zeithorizont für die Verlegung der Fussballplätze vom Hafenareal ins Seezelg auf 15 – 20 Jahre hinaus. Im Hafenareal spielt man also weiterhin in einem Provisorium wo jede benötigte Investition (Garderobengebäude, überdachte Tribüne) mit einem grossen Fragezeichen zu Versehen ist.

Bei den engen Platzverhältnissen in Kreuzlingen und dem grosse Flächen benötigenden Fussballsport dürfte sich die Lage in 20 Jahren kaum besser gestalten. Bei einem weiteren Bevölkerungswachstum dürften für den populärsten Sport vielleicht gerade noch genügend Trainingsflächen (über das ganze Stadtgebiet verteilt) zur Verfügung stehen, dies mit einer Umwandlung weiterer Naturrasenplätze in Kunstrasenplätze, doch für einen Hauptplatz mit überdachter Tribüne und Clublokal dürfte es immer düsterer aussehen.

Statt Planungssicherheit herrscht eine weiterhin unbefriedigende Situation, der Fussball im ewigen Wartezustand seit 1959, dem Einzug ins bereits damals als Provisorium angedachten Hafenareal. Man wartet nach dem Abriss des Grenzland-Stadions an der Konstanzerstrasse weiterhin auf eine echte Fussballheimat mit Zukunft. Ob im Seezelg überhaupt noch genügend Platz für einen solchen Hauptplatz nebst zwei weiteren Plätzen bestanden hätte beantworte ich in einem späteren Blog.

Ich erlaube mir hier zudem die Antwort von Bruno Neidhart auf die Pressemeldung des Stadtrates anzufügen, sie bringt es auf den Punkt:

Die Frage stellt sich hier, was das Wort „Planungssicherheit“ praktisch bedeutet: Weder auf Klein Venedig noch auf Seezelg sind unter diesem Begriff die Voraussetzungen gegeben, dass bestehende Strukturen entweder weiter ausgebaut (Klein Venedig), noch entsprechende Strukturen in einem anderen Stadtgebiet konkreter geplant werden können (Seezelg). Es geht hier um langfristig wirksame Investitionen. Sie sollen gezielt eingesetzt sein.
Besonders im Fokus steht dabei der FC Kreuzlingen. Bereits vor 10 und mehr Jahren wurde dazu die Frage gestellt, wie lange auf Klein Venedig die Plätze noch zu halten wären. Es geht hier somit um eine alte Geschichte, die die Stadt nun mit einer „Planungssicherheit“ weiter hinaus delegieren möchte, um nicht entscheiden zu müssen, wo und wie denn schliesslich der traditionelle Stadtclub FCK wieder eine verlässliche Heimstatt finden kann, wie sie einmal an der Konstanzerstrasse glorios bestand. Die Stadt hat, wie sie schreibt, zwar einmal entschieden, Seezelg dem Fussball zu öffnen (Kommunaler Richtplan). Aber ohne konkreter geplant zu haben liegt diese Lösung im Verschwommenen, sowohl was die veralteten Pläne dazu betrifft, als besonders bezüglich der neueren Entwicklung in diesem Gebiet (siehe dazu später).

Bekanntlich sind in der Stadt grössere zusammenhängende Flächen rar. Mit den beiden Gebieten im Fokus ist so ziemlich alles gesagt. Und im Döbeli (beim AS Calcio) werden die „Grenzen“ – hier sogar im sprichwörtlichen Sinn – ebenso sichtbar, wo noch Flächensport zu betreiben ist.

Was wäre – oder ist – zu tun?

Seezelg: Mit dem Entscheid, dort auch die REKA anzusiedeln, sowie auf dem bestehenden Tennisareal (TC Hörnli) eine Tennishalle plus ev. weitere Aussenplätze zu bauen, entsteht nun raumbezogen eine neue Situation. Die einst für Fussball vorgesehene Fläche steht nun nicht mehr in ihrer vollen Grösse zur Verfügung. Ob dort überhaupt wenigsten die drei Felder mit der notwendigen Infrastruktur sinnvoll zu erstellen sind, über die derzeit der Club verfügt, ist unsicher (Infrastrukturmässig profitiert der Club zusätzlich noch von der Bodenseearena). Es ist zudem noch nicht transparent, ob die Erschliessung (Weg/Strasse?) des Munz’schen REKA-Areals von Westen her (Kreuzlingen) oder von Osten (Bottighofen) zu geschehen hat, was auch mit dem Bodensee-Radweg in diesem Gebiet im Zusammenhang steht. All dies hat Einfluss auf die Planung eines sinnvollen Fussballsportgeländes, nun ziemlich eingezwängt zwischen REKA, Schwimmbad, Tennis, Bahn und See.

Es ist somit stadtseits bereits heute geboten, für das Areal Seezelg ganz konkret eine Planung vorzulegen, die die Bedürfnisse von Tennis, Fussball und REKA mal gebündelt darstellt (inklusive dem vorgesehenem Parkhaus in Kombination mit dem Schwimmbad). Ohne diese Vorausplanung besteht keine „Planungssicherheit“, ob hier überhaupt für den FCK mit seinen vielen Mannschaften von jung bis alt und inklusiv eine sinnvolle Heimstätte erstellt werden könnte.

Klein Venedig: Die Stadt muss hier selbst (ohne Konstanz) imstande sein zu empfinden, ob es auf lange Sicht vielleicht doch Sinn macht, in diesem Gebiet (mit einmal direktem Steganschluss ans Stadtzentrum!) Sport zu betreiben. Fällt der Entscheid positiv aus, besteht ab sofort auch hier eine „Planungssicherheit“, die damit zu tun hat, dass notwendige Investitionen nun zweckmässig-kontinuierlich getätigt werden können.

Ohne einen klaren (FC-) Sportplatzentscheid ensteht ein Vakuum. In beiden Fällen (Klein Venedig und Seezelg) würden Fesseln gesetzt, die eine sinnvolle Zukunft aus vielerlei Sicht untransparent erscheinen liesse. Dies täte weder der (Sport-) Stadt, noch im besonderen dem Stadtclub FCK von 1905 gut. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob die Stadt nicht ein Interesse haben könnte, mal eine vorzeigbare Aussensportanlage zu besitzen, die sowohl Stadtclubs, als auch gelegentlich stadtseitigen Veranstaltungsbedürfnissen dienen und damit die „Sportstadt“ (seine Gesellschaft) beflügeln könnte. Auch dieser Entscheid sollte mal getroffen werden. Es ist in diesem Zusammenhang auch zu berücksichtigen, dass die gegenwärtigen Verhältnisse bei der „Hafenarena“ allfällige Ambitionen des FC Kreuzlingen insofern einschränken (könnten), als heute Sportverbände Regeln vorlegen, wie denn die Platzinfrastruktur auszusehen hat, wenn in dieser oder jener höheren Liga gespielt wird. Solche Ansprüche sind der Zeit geschuldet.

Essenz: Diese von der Stadt vorgelegte „Planungssicherheit“ ist also eine Chimäre. Ohne eine eindeutige Aussage, unterstützt durch eine konkrete Planung bereits heute, entsteht keine Sicherheit. Gehemmt bliebe die Politik, wie auch besonders die Weiterentwicklung des Sports mit seinen betreffenden Institutionen. Nur ein mutiger Entschluss kann den Knoten lösen. Zukunft beginnt jetzt. Nicht erst in 15-20 Jahren.

Die perfekte Tribüne

in Fussballheimat by

Im Stadionbau gab es vor dem 2. Weltkrieg zwei gegensätzliche Modelle. Das englische der eng am Spielfeldrand gebauten, steil abfallenden Tribünen und das deutsche der weitläufigen, flach gebauten, sich in die Landschaft einfügenden Tribünen. Im Prinzip ging es in diesem Stil auch nach dem 2. Weltkrieg weiter, nur das in Deutschland nicht mehr die Landschaft sondern das polysportive im Vordergrund stand. Erst in den letzten 20 Jahren fand ein Umdenken statt und die Kastenbauweise hielt Einzug, meist als Arena mit zugebauten Ecken. Den meisten Neubauten geht dabei allerdings der Charme der über die Jahrzehnte fast organisch in grossen Zeitetappen entstandenen Tribünen der alten englischen Stadien ab. Keep Reading

Im Windschatten der REKA

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Auf der Internetpräsenz des Kreuzlinger REKA-Projektes findet sich obiger Plan zum Seezelg. Nach den letzten mir bekannten Informationen der Stadtverantwortlichen (Juni 2017) sind drei Fussballplätze vorgesehen, davon eines mit Garderobengebäude und Tribüne. Langfristig würden diese wahrscheinlich die Plätze im Hafenareal ersetzen. Keep Reading

Wo sollte der FC Kreuzlingen spielen?

in Fussballheimat by

Spielt der FC Kreuzlingen eines Tages im Seezelg? Die derzeitige Planung des Reka-Feriendorfes im genannten Gebiet lässt auch die Fussballfreunde aufhorchen (das Reka-Feriendorf ist östlich der im Gestaltungsplan vorgesehenen Fussballplätze geplant). Im aktuellen Gestaltungsplan Seezelg waren neben der touristischen Nutzung auch drei Fussballfelder inklusive Garderobengebäude und Tribüne vorgesehen.  Stadtrat Ernst Zülle äussert sich dazu wie folgt: «Es sind nach wie vor insgesamt drei Fussballplätze vorgesehen – auch in Abhängigkeit zum Gebiet Döbeli» (Bericht Kreuzlinger Nachrichten vom 21.06.2017). Im letzten Sommer war bezüglich Döbeli wiederum von einem geplanten Fussball-Mekka mit fünf Plätzen die Rede. Dann stellten sich die Döbeli-Gärtner und das Konstanzer Parlament quer und die Variante 2 (Seezelg) gewann wieder an Oberwasser (Thurgauer Zeitung vom 15. Juli 2016: “Die Kleingärtner sind beruhigt“). Ein tatsächlicher Umzug ins Seezelg dürfte laut gut unterrichteter Quelle aber gut und gerne 10 Jahre auf sich warten lassen – und bezüglich Döbeli scheint auch mehr offen als gedacht, jedenfalls beschäftigt sich das Konstanzer Parlament diese Tage erneut mit der Angelegenheit.

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Die Quaianlagen von 1925

in Kreuzlinger Kiste by

Mit dem Bau des Kreuzlinger Hafens 1925 projektierte der Kreuzlinger Architekt Th. Scherrer  die Quaianlagen und den Gondelhafen am See ergänzend mit einer grosszügigen Parkanlage und Bauten wie Kasino, Musikpavillon, Springbrunnen, Kioske. Projektskizze aus dem Kreuzlinger Neujahrbuch von 1925.

Im gleichen Jahr wechselte der FC Kreuzlingen seinen Platz vom Seegarten ins Egelsee. Der Umzug ins Hafenareal, also just an den projektierten Platz, geschah erst 1959. Der Boden war allerdings in einem so schlechten Zustand, dass der FC Kreuzlingen nach Tägerwilen (und aufs Grüntal) ausweichen musste und im Hafenareal erst 1962 den regulären Spielbetrieb aufnehmen konnte.

Sind Sie im Besitz von Kreuzlinger Neujahrsbüchern? Speziell an den Ausgaben der 1930er-Jahre hätte ich Interesse.

Projektierte Quaianlagen und Gondelhafen am See, Kreuzlingen 1925
Projektierte Quaianlagen und Gondelhafen am See, Kreuzlingen 1925
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