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Karaki ist Hafetschutter 2019

in Hafetschutter des Jahres by

Aufgrund des Saisonabbruchs gibt’s auch bei der Spielerwahl eine Abkürzung. Spieler der abgebrochenen Saison ist Abbas Karaki. Die Hafetschutter-Jury (hafetschutter.ch/sport-fan.ch) war diesmal einstimmig und bestätigt damit das Resultat der bereits Mannschaftsintern erfolgten Wahl in der Winterpause. Abbas übernimmt damit das Zepter von Vorjahressieger Sven Bode. Beide Spieler verlängerten bereits für die Saison 2020/2021.

Abbas Karaki kam im Juli 2018 vom Verbandsligisten FC Singen 04 zum FC Kreuzlingen. In den bisher 39 Pflichtspielen für den FC Kreuzlingen fügte sich der 27-jährige immer besser ins Team der Grenzstädter ein und entwickelte sich in der Vorrunde 2019 zum oft entscheidenden Spielmacher. In den letzten 12 Meisterschaftspartien gelangen ihm zudem 9 Treffer.

Die nächste Wahl 2020/2021 wird dann wieder mit einer vollbesetzten Jury und online-Voting stattfinden.

Porträtfotos 1929

in Kreuzlinger Kiste by

Schon vor einiger Zeit wurden mir diese wunderbaren Porträtfotos des FC Kreuzlingen übergeben. Anhand des Präsidenten Dr. Roth lassen sich diese auch eindeutig einer Saison zuordnen. Dr. Roth präsidierte den FC Kreuzlingen lediglich während der Saison 1929/1930 in der damals drittklassigen Serie B. Es zeigt den Vorstand und die 1. Mannschaft des FC Kreuzlingen kurz vor dem grossen Umbruch und den darauffolgenden grossen Jahren des FCK’s. Entsprechend war bereits zwei Jahre später nur noch ein Spieler mit von der Partie.

Die Porträts wurden aufwändig mit Karton-Passepartouts umrandet und liebevoll mit Verzierungen versehen, vielleicht waren sie Bestandteil eines Fotobuches. Leider wurden Sie später sehr unschön auseinander geschnitten. Ich habe die in Mitleidenschaft gezogenen Porträtfotos so gut es ging zu einem Bild zusammengefügt. Ursprünglich wollte ich die Porträts an meiner Ausstellung “Fundstücke aus dem Hafetschutter-Archiv” präsentieren. Nun also als leider sehr viel weniger deutliches Foto in meiner virtuellen Blog-Serie “Kreuzlinger Kiste”.

Die Beschriftungen der Porträts: Max Sulger (Freimitglied), Ernst Forster (Präsident der Spielkommission), Dr. Roth (Präsident), Josef Niffeler (1. Kassier), Robert Wahl (1. Aktuar), Albert Neuweiler (1. Spielführer), Otto Hiller (2. Kassier), Otto Semmler (Platzkassier), Franz Schalk (Vize-Präsident), Walter Lengweiler, Heinz Willy (Beisitzer), Paul Brivio (Freimitglied), Anton Böhler, Ernst Berluzzi (Freimitglied), Albert Oberhänsli (Protokollführer), Willy Kundig, Fritz Burkart, W. Klambauer, Herm. Edelmann, Walter Schulthess, Hans Meisser, Hans Weltin, Albert Herrmann, Josef Wurmser, Willy Piller (Platzchef), Artur Spielmann, Kurt Walser, Otto Oswald, Erwin Oberhänsli, Berthold Baumann, Raphael Zuanon, Albert Begoraro, Karl Kornmayer, Ernst Schulthess, Hans Frehner, Max Wyser, Arthur Wydler, José Stüssi, Ingo Kramer, Hans Leumann, Paul Leumann, Joh. Lindenmüller, Otto Seyfried, August Roth, Max Neuweiler, Wilh. Holzinger

Interview: Als uns der Trainer aus der U-Haft schrieb…

in Gedanken zum Amateurfussball by

In der fussballfreien Zeit stand ich fupa.net Red und Antwort.

Zu lesen gibt es von legendären Niederlagen, betrunkenen Kameramännern, Verhaftungen auf der Trainerbank und der schönsten Fussballanlage der Region Zürich. Viel Spass damit.

Interview fupa.net

Titelfoto: FC Kreuzlingen – FC Mendrisio 2:0, 1. Liga, 06.05.2006, Foto Gaccioli

Ein Fussballtor aus der Urzeit?

in Kreuzlinger Kiste by

Nach meinen bisherigen Erkenntnissen spielte der FC Kreuzlingen im Sommer 1905 auf dem alten Viehmarktplatz, von 1905 bis 1907 an der Sonnenstrasse, von 1907 bis 1917 an der Bahnhofstrasse bei der alten Post und von 1917 bis 1925 im Seegarten.

Wirkliche Fussballplätze im heutigen Sinne werden zumindest die ersten nicht gewesen sein. Ein paar Holzpfosten, eine mehr oder weniger ebene Fläche, etwas Sägemehl und Fertig.

Nun diese Postkarte von 1907. Ist darauf ein Fussballtor zu sehen? Eine Loch Ness – Sichtung aus der FCK-Urzeit?

Ganz hinten entdecke ich die alte Seebadi. Kann ein Leser bei der Identifizierung der Häuser helfen?

Hier nochmals zum heranzoomen:

Interview Kreuzlinger Nachrichten

in Allgemein by

In den Kreuzlinger Nachrichten kommen derzeit regelmässig Personen rund um den FC Kreuzlingen zu Wort, diese Woche war ich an der Reihe:

Zur online-Version des Zeitungsberichts vom 19.03.2020

FCK-Fundstücke… abgesagt

in Hafetschutter e.V. by

Liebe Fussballfreunde, es gibt derzeit wichtigeres zu regeln als unsere Fussballaktivitäten. Auch wenn ich nicht mit einem Ansturm gerechnet habe, es scheint mir und dem Museum Rosenegg richtig die Veranstaltung “FCK-Fundstücke aus dem Hafetschutter-Archiv” aufgrund des Corona-Virus abzusagen.

Update: Der Spielbetrieb in der Schweiz ist bis auf weiteres komplett ausgesetzt (Medieninfo).

FCK vs FK Tobol 2:0

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Jetzt wirds International. Der FC Kreuzlingen gewann im Trainingslager in Antalya gegen den FK Tobol Kostanay aus der kasachischen Premier League mit 2:0. Die Kasachen spielten vor 14 Jahren in der CL-Quali als Landesmeister gegen den FC Basel. Der jetzige Leistungsstand lässt sich aber besser an der letztjährigen Europa-League-Quali ablesen. Da scheiterte der Verein in der 1. Runde knapp am luxemburgischen Vertreter Jeunesse Esch.

So exotische Fussballvergleiche gibts mittlerweile fast nur noch in Trainingslagern. Eigentlich schade.

Wappenzwilling: SC Retz

in Wappenzwillinge by

Unter der Rubrik “Verblüffend ähnliche Vereinslogos” habe ich auf dem alten Seagulls Roar – Blog und im Grenzstadtkurier bereits die  Wappen der Vereine FC Wettingen, AS St. Etienne und Racing Club de Montevideo vorgestellt – allesamt führen ein Wappen welches demjenigen des FCK verblüffend ähnelt.

Nun folgt Folge 4 mit dem SC Retz aus Niederösterreich. Die Stadt beherbergt rund 4’300 Einwohner und der Verein ist Tabellenführer in der viertklassigen Landesliga. Derzeit bekanntester Spieler ist ein früherer Stürmer von Sigma Olmütz welcher seine Karriere als Torbomber in der Provinz ausklingen lässt. Der Verein strebt zum 100-jährigen Jubiläum 2021 in die Regionalliga. Besonders macht ihn aber etwas anderes, er bezeichnet sich nicht nur als die “Macht aus dem Weinviertel”, der Wein lässt ihn auch abheben.

Finanziell ist der Verein gut aufgestellt: “Wir haben nicht einen Grosssponsor, wir haben 120 Gewerbebetriebe und 80 Winzer als Partner”. Jeder Weinbauer spendiert dem Verein 48 Flaschen pro Saison, diese werden vor, während und nach den Spielen ausgeschenkt. Der Wein trägt seinen Teil dazu bei, dass pro Match regelmässig rund 700 Zuschauer ins Stadion kommen, selbst in der Regionalliga würde das unter die Top 3 reichen. Der Marketing-Leiter des SC Retz bringt es auf den Punkt: “Manche Vereine wären froh, wenn sie beim Spiel so viele Zuschauer hätten, wir wir nach dem Match noch haben”. An jedem Spieltag werden über 1’000 Achterl ausgeschenkt. Nach Retz reisen manche Zuschauer sogar aus Hollabrunn und Wien an.

Für unsere Stadler’s Kanonenputzer Weine ist also noch gehörig Luft nach oben!

Zurück zum Thema. Das Retzer Wappen zeigt drei grüne Längsstreifen in einem Schild auf weissem Grund, im oberen Teil ist der Clubname zu lesen. Damit kommt es dem FCK-Logo aus den 1960ern am nächsten.

Titelfoto: igel91.blogspot.com / Infos aus: ballesterer #148

Aufgebot von 1948

in Kreuzlinger Kiste by

Ein weiteres Fundstück für die Kreuzlinger Kiste erreichte mich.

Aufgeboten wird ein Toni Schanz aus der Traubengasse in Kreuzlingen zum Wettspiel FC Wil I gegen den FC Kreuzlingen II vom 28. November 1948.

Abfahrt per Autocar ab dem Restaurant St. Gallerhof in Kreuzlingen. Umkleidelokal war das Restaurant Lindengut. Die Verbindung Fussball und Beiz war zu dieser Zeit scheinbar eine enge.

Sucht man heute nach dem Restaurant Lindengut findet man folgende Anekdote: “In den 40- und 50er-Jahren duschten die Fussballer der 2. Wiler Mannschaft jeweils im “Lindengut”. Allerdings benutzten sie dazu die gleiche “Spritzdusche”, mit der die Pferde und Schweine gewaschen wurden. Man war zufrieden, überhaupt duschen zu können!”.

Spannend das die Kreuzlinger Reserve auf das Fanionteam des FC Wil traf, heute haben sich die Kräfteverhältnis mehr als deutlich gedreht. Die Grenzstädter spielten in grün-schwarz und noch spannender, jeder Spieler scheint mit einer solchen Postkarte zum Spiel persönlich aufgeboten worden zu sein. Der damalige Fussballsekretär verbrachte wohl manche Stunde an der Schreibmaschine bis jeder Spieler der 1., 2. und 3. Mannschaft wusste wo er wann hin sollte.

Ein Dank gebührt dem Finder: Michel L. welcher die Karte für 1 Franken ersteigerte.

“Werdet Rundspruchhörer”:

Kicker in Konstanz

in Es war einmal... by

Da ich schon diverse Anfragen bezüglich Bensemann / Kicker (100-Jahr-Jubiläum) hatte, wärme ich hier nochmal einen alten Beitrag aus dem Seagulls-Roar!-Blog auf, angereichert mit ein paar neuen Erkenntnissen.

Die Aufnahme (Copyright „Verlag – Die Werkstatt“) zeigt die ersten Ausgaben des Kicker welche per Leiterwagen vom Verlagshaus in Konstanz nach Kreuzlingen zum Verkauf gebracht wurden. Links neben dem Leiterwagen Kicker-Gründer Walther Bensemann. Die Aufnahme stammt vom 13. Juli 1920.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Druckerei Reuss&Itta am Fischmarkt in Konstanz vom Südkurier übernommen. Das obenstehende Foto zeigt die Druckerei in den 1950er-Jahren von der Fischmarkt-Seite. Das Hauptfoto zeigt die Vorderseite des Gebäude-Gevierts von der Marktstätte her. Der ganze Komplex steht noch heute.

Nachtrag von Nicky aus Neunkirchen: Der Kicker wurde in Konstanz im Druckhaus Reuss&Itta gedruckt. Das Bild stammt vom Dienstag, 13. Juli 1920 und zeigt die Erstausgabe des Kickers. Die ersten Hefte der Auflage gingen ins Ausland. Das Foto wurde extra von Bensemann organisiert, der nen Fotograf zur Zollstelle in Kreuzlingen bestellt hatte. Der Kicker hatte drei Büroräume über der Druckerei und der Chef der Druckerei hiess Eduard Reuss. Der einzige Mitschreiber Hanns-Jakob Müllenbach (geb. 28.6.1903, auf dem Bild am Karren) war damals siebzehn Jahre alt, stand eines Tages im Büro von Bensemann und wollte für ihn arbeiten. Neben Müllenbach sind einige Mitarbeiter der Druckerei zu sehen die beim karren geholfen haben und eben die Zollbeamten.

und hier noch eine Ergänzung vom Seagulls Roar! Bensemann war Jude und emigrierte 1933 in die Schweiz. Sein Nachfolger als „Kicker“-Chef wurde sein einstiger Schüler und Weggefährte Hanns Jakob Müllenbach (1903–1944) und dieser begann schliesslich Verrat an seinem einstigen Mentor.  Er verunglimpfte Bensemann, der sich zeitlebens für den international verbindenden und pazifistischen Charakter des Spiels einsetzte, schon bald in einem Artikel als Asphaltliterarten welcher die Flucht ergriffen hätte.

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