Testspiele-Karussell 2018

in 2. Liga Interregional by

Wie in den letzten Jahren üblich spielt der FC Kreuzlingen in der Saisonvorbereitung fast ausnahmslos gegen höherklassige Vereine. Sollte man gegen Unterklassige oder Höherklassige antreten? Selbstvertrauen tanken durch Kantersiege oder sich an einen möglichst hohen Spielrhythmus  gewönnen? Beim FCK setzt man seit einiger Zeit auf letzteres – und fast schon traditionell auch immer auf Spiele gegen höherklassige Vereine aus der deutschen Bodensee-Region.

Wohl zu recht, ich mag mich erinnern wie man vor Jahren am Basler-Cup unterklassige Vereine mit vermeintlichem Traumfussball an die Wand spielte und den Sieges-Pokal in den Tägerwiler Nachthimmel reckte. Die Kreuzlinger Zuschauer applaudierten mit stolz geschwellter Brust am Dorfplatz. Eine Woche später startete der Vorbereitungskönig mit einer krachenden Niederlage in die Meisterschaft.

Nur eines scheint (zu recht) verpönt, Spiele gegen Teams aus der gleichen Gruppe. Nur eines gab es in der diesjährigen Vorbereitung (Balzers-Chur 1:2).

Testspiele gegen Profi-Teams sind aufgrund des engen Terminkalenders der Profi-Ligen leider fast nicht mehr möglich (diesjährige Ausnahme: Widnau – Austria Lustenau 1:4). Vor Jahren hatte ich mal Austria Lustenau  und die Stuttgarter Kickers für ein Testspiel im Hafenareal angefragt. Als Ersatz für das zuerst zugesagte und dann wieder abgesagte Testspiel von Tennis Borussia Berlin. Beide wären angetreten, aber nur im Januar. Leider gäbe es dann wohl zu wenige Fussball-Liebhaber die sich für so ein Spiel erwärmen könnten.

Fast so interessant wie die Resultate ist bei Amateurvereinen die Anzahl der Testspiele. Mit bereits vier ausgetragenen Testspielen (zwei weitere folgen noch) gehört der FC Kreuzlingen zu den fleissigsten der Liga. Sehr wenige Testspiele sprechen nicht selten für Chaos in der Vorbereitung. Gehört zum 1×1-Wissen der Amateurfussballfans.

Das nächste Testspiel des FC Kreuzlingen: Mittwoch, 25.7.18 um 19.30 Uhr im Hafenareal gegen den FC St. Gallen U21.

Die bisherigen Testspiele (aktualisiert am 03.08.18):

FC Kreuzlingen
FC Radolfzell (VL) 2:1, FC Winterthur II (1.) 0:5, FC Villingen (OL) 3:2, FC Gossau (1.) 1:1, FC St. Gallen U21 (1.) 0:6

FC Dübendorf
FC Winterthur II (1.) 0:3, FC Thalwil (1.) 1:2, FC Red Star 2 (2.) 3:0, FC Unterstrass (2.) 2:3

FC Rüti
FC Männedorf (2.) 7:0, FC Horgen (2.) 9:2

FC Uster
FC Bülach (3.) 7:1, FC Wallisellen (2.) 2:3, FC Unterstrass (2.) 2:1, FC Brüttisellen-Dietlikon (2.) 0:0, FC Blue Stars (2.i) 4:5

FC Seuzach
FC Winterthur II (1.) 1:1, FC Ellikon-Marthalen (3.) 12:1, FC Bassersdorf (2.) 1:5

Chur 97
FC Balzers (2.i) 2:1, FC Rebstein (2.) 0:0

FC Bazenheid
FC Gossau (1.) 1:3, FC Sirnach (2.) 4:5, SC Bronschhofen (2.) 4:6

FC Uzwil
FC Gossau ZH (2.) 6:0, FC Gossau (1.) 2:1, SC Brühl (Pr) 0:4, FC Ruggell (2.) 2:1, FC Zürich 2 (Pr) 0:3

FC Widnau
Austria Lustenau 1:4, FC Rorschach-Goldach (2.) 0:5

FC Amriswil
FC Arbon (2.) 4:0, FC Gossau (1.) 3:2, FC Tobel-Affeltrangen (3.) 6:1, FC Winkeln (2.) 6:1, FC Bischofszell (2.) 4:2

FC Frauenfeld
FC St. Gallen II (1.) 1:6, FC Gossau (1.) 0:4

FC Balzers
FC Buchs (2.) 2:0, FC Herisau (2.) 8:1, Chur 97 (2.i) 1:2, USV Eschen-Mauren (1.) 3:1, FC Linth 04 (1.) 1:4

FC Wil U20
FC Gossau (1.) 1:1, FC St. Gallen U21 (1.) 3:7

FC Blue Stars Zürich
FC Tuggen (1.) 5:5, FC Bassersdorf (2.) 0:1, FC Kosova (1.) 1:6, FC Adliswil (2.i) 2:2, FC Uster (2.i) 5:4, FC Freienbach (2.i) 2:2

 

1 Comment

  1. Es ist so eine Sache mit Testspielen, um eine Mannschaft auf die entsprechende Liga-Meisterschaft vorzubereiten. Die erzielten Resultate lassen sich jeweils nur ungenau einordnen. Oft wird dabei experimentiert – auch beim Gegner. Und wie “grundernst” es der jeweilige meinte, ist in der Regel auch nicht auszumachen. Es herrscht noch viel Unbekanntes.

    Nun, das in einem Trainingslager oder sonst wo Geübte muss selbstverständlich mal über 90 Minuten zur Anwendung kommen, bevor es den Spielern langweilig wird. Wie oft das zu geschehen hat und Sinn macht, weiss keiner. Dennoch stellt sich wohl eine Grössenordnung so zwischen vier und sechs Spielen als Standard ein. Ob diese Zahl sinnvoller ist, als weniger oder überhaupt keine Trainingsspiele abzuhalten – oder gar eine ganze Menge mehr davon, bleibt ungeklärt. Das Letztere erinnert mich immerhin an einen Spruch des grossen Aphoristikers Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799): “Er schliff immer an sich und wurde am Ende stumpf, ehe er scharf war”! Hat was.

    Und so ist besonders der Trainer irgend wann eben doch gefordert zu entscheiden – nach Lichtenberg hiesse das wohl in einer goldrichtigen, mittleren Phase -, wie der engere Kader auszusehen hat – oder mindesten: aussehen könnte. Wie überhaupt das Trainerteam wohl der Hauptnutzniesser gerade von Vorbereitungsspielen sein dürfte. Hier sind die verschiedenen Faktoren zu analysieren und zusammen zu führen, die letztlich eine “Mannschaft” (!) ausmachen können. Und Fussball ist Mannschaftssport. Da läuft dann ab und zu auch eine klassische Zuschauerbemerkungen ins Leeer: “Worum nimmt er denn dä ned ine”? Das Ergründen von Trainerentscheiden ist in der Regel mannschaftsbezogen. Da muss halt mal dieser oder jener Fuss- oder Kopfkünstler in dieser oder jener Spielphase auch mal auf der Bank ausharren, bis er z.B. in der 91. Minute bei sich vielleicht bietenden letzten Standardsituationen vor dem gegnerische Gehäuse zu einem glücklichen Finale beizutragen hat. So werden jeweils zwei-drei-minütige Helden geboren……

    Bei den vielen Spieler-Mutationen, die sich heutzutage bis in untere Amateurligen eingeschlichen haben, stelle ich mir das Traineramt ziemlich aufreibend vor. Es muss für einen Trainer dann unheimlich spannend sein, wie sich sein Gedankelspiel über die momentan bestmögliche Mannschaftseinheit am Tag-X im ersten Liga-Meisterschaftsspiel bewährt. Und für die Zuschauer ist die Sauregurkenzeit ohne Meisterschaftsbetrieb dann ebenso zu Ende. Und alle – Trainerteam, Mannschaft, Zuschauer – erhoffen sich selbstverständlich einen erfolgreichen Einstand – was sonst. Also immer wieder neu: Hopp FCK!

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