Fanzine, Blog, Archiv, Fussballkultur – seit 1999

Fussball im Warte-Zustand

in Fussballheimat by

Der Kreuzlinger Stadtrat weitet den Zeithorizont für die Verlegung der Fussballplätze vom Hafenareal ins Seezelg auf 15 – 20 Jahre hinaus. Im Hafenareal spielt man also weiterhin in einem Provisorium wo jede benötigte Investition (Garderobengebäude, überdachte Tribüne) mit einem grossen Fragezeichen zu Versehen ist.

Bei den engen Platzverhältnissen in Kreuzlingen und dem grosse Flächen benötigenden Fussballsport dürfte sich die Lage in 20 Jahren kaum besser gestalten. Bei einem weiteren Bevölkerungswachstum dürften für den populärsten Sport vielleicht gerade noch genügend Trainingsflächen (über das ganze Stadtgebiet verteilt) zur Verfügung stehen, dies mit einer Umwandlung weiterer Naturrasenplätze in Kunstrasenplätze, doch für einen Hauptplatz mit überdachter Tribüne und Clublokal dürfte es immer düsterer aussehen.

Statt Planungssicherheit herrscht eine weiterhin unbefriedigende Situation, der Fussball im ewigen Wartezustand seit 1959, dem Einzug ins bereits damals als Provisorium angedachten Hafenareal. Man wartet nach dem Abriss des Grenzland-Stadions an der Konstanzerstrasse weiterhin auf eine echte Fussballheimat mit Zukunft. Ob im Seezelg überhaupt noch genügend Platz für einen solchen Hauptplatz nebst zwei weiteren Plätzen bestanden hätte beantworte ich in einem späteren Blog.

Ich erlaube mir hier zudem die Antwort von Bruno Neidhart auf die Pressemeldung des Stadtrates anzufügen, sie bringt es auf den Punkt:

Die Frage stellt sich hier, was das Wort „Planungssicherheit“ praktisch bedeutet: Weder auf Klein Venedig noch auf Seezelg sind unter diesem Begriff die Voraussetzungen gegeben, dass bestehende Strukturen entweder weiter ausgebaut (Klein Venedig), noch entsprechende Strukturen in einem anderen Stadtgebiet konkreter geplant werden können (Seezelg). Es geht hier um langfristig wirksame Investitionen. Sie sollen gezielt eingesetzt sein.
Besonders im Fokus steht dabei der FC Kreuzlingen. Bereits vor 10 und mehr Jahren wurde dazu die Frage gestellt, wie lange auf Klein Venedig die Plätze noch zu halten wären. Es geht hier somit um eine alte Geschichte, die die Stadt nun mit einer „Planungssicherheit“ weiter hinaus delegieren möchte, um nicht entscheiden zu müssen, wo und wie denn schliesslich der traditionelle Stadtclub FCK wieder eine verlässliche Heimstatt finden kann, wie sie einmal an der Konstanzerstrasse glorios bestand. Die Stadt hat, wie sie schreibt, zwar einmal entschieden, Seezelg dem Fussball zu öffnen (Kommunaler Richtplan). Aber ohne konkreter geplant zu haben liegt diese Lösung im Verschwommenen, sowohl was die veralteten Pläne dazu betrifft, als besonders bezüglich der neueren Entwicklung in diesem Gebiet (siehe dazu später).

Bekanntlich sind in der Stadt grössere zusammenhängende Flächen rar. Mit den beiden Gebieten im Fokus ist so ziemlich alles gesagt. Und im Döbeli (beim AS Calcio) werden die „Grenzen“ – hier sogar im sprichwörtlichen Sinn – ebenso sichtbar, wo noch Flächensport zu betreiben ist.

Was wäre – oder ist – zu tun?

Seezelg: Mit dem Entscheid, dort auch die REKA anzusiedeln, sowie auf dem bestehenden Tennisareal (TC Hörnli) eine Tennishalle plus ev. weitere Aussenplätze zu bauen, entsteht nun raumbezogen eine neue Situation. Die einst für Fussball vorgesehene Fläche steht nun nicht mehr in ihrer vollen Grösse zur Verfügung. Ob dort überhaupt wenigsten die drei Felder mit der notwendigen Infrastruktur sinnvoll zu erstellen sind, über die derzeit der Club verfügt, ist unsicher (Infrastrukturmässig profitiert der Club zusätzlich noch von der Bodenseearena). Es ist zudem noch nicht transparent, ob die Erschliessung (Weg/Strasse?) des Munz’schen REKA-Areals von Westen her (Kreuzlingen) oder von Osten (Bottighofen) zu geschehen hat, was auch mit dem Bodensee-Radweg in diesem Gebiet im Zusammenhang steht. All dies hat Einfluss auf die Planung eines sinnvollen Fussballsportgeländes, nun ziemlich eingezwängt zwischen REKA, Schwimmbad, Tennis, Bahn und See.

Es ist somit stadtseits bereits heute geboten, für das Areal Seezelg ganz konkret eine Planung vorzulegen, die die Bedürfnisse von Tennis, Fussball und REKA mal gebündelt darstellt (inklusive dem vorgesehenem Parkhaus in Kombination mit dem Schwimmbad). Ohne diese Vorausplanung besteht keine „Planungssicherheit“, ob hier überhaupt für den FCK mit seinen vielen Mannschaften von jung bis alt und inklusiv eine sinnvolle Heimstätte erstellt werden könnte.

Klein Venedig: Die Stadt muss hier selbst (ohne Konstanz) imstande sein zu empfinden, ob es auf lange Sicht vielleicht doch Sinn macht, in diesem Gebiet (mit einmal direktem Steganschluss ans Stadtzentrum!) Sport zu betreiben. Fällt der Entscheid positiv aus, besteht ab sofort auch hier eine „Planungssicherheit“, die damit zu tun hat, dass notwendige Investitionen nun zweckmässig-kontinuierlich getätigt werden können.

Ohne einen klaren (FC-) Sportplatzentscheid ensteht ein Vakuum. In beiden Fällen (Klein Venedig und Seezelg) würden Fesseln gesetzt, die eine sinnvolle Zukunft aus vielerlei Sicht untransparent erscheinen liesse. Dies täte weder der (Sport-) Stadt, noch im besonderen dem Stadtclub FCK von 1905 gut. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob die Stadt nicht ein Interesse haben könnte, mal eine vorzeigbare Aussensportanlage zu besitzen, die sowohl Stadtclubs, als auch gelegentlich stadtseitigen Veranstaltungsbedürfnissen dienen und damit die „Sportstadt“ (seine Gesellschaft) beflügeln könnte. Auch dieser Entscheid sollte mal getroffen werden. Es ist in diesem Zusammenhang auch zu berücksichtigen, dass die gegenwärtigen Verhältnisse bei der „Hafenarena“ allfällige Ambitionen des FC Kreuzlingen insofern einschränken (könnten), als heute Sportverbände Regeln vorlegen, wie denn die Platzinfrastruktur auszusehen hat, wenn in dieser oder jener höheren Liga gespielt wird. Solche Ansprüche sind der Zeit geschuldet.

Essenz: Diese von der Stadt vorgelegte „Planungssicherheit“ ist also eine Chimäre. Ohne eine eindeutige Aussage, unterstützt durch eine konkrete Planung bereits heute, entsteht keine Sicherheit. Gehemmt bliebe die Politik, wie auch besonders die Weiterentwicklung des Sports mit seinen betreffenden Institutionen. Nur ein mutiger Entschluss kann den Knoten lösen. Zukunft beginnt jetzt. Nicht erst in 15-20 Jahren.

Neuer Kunstrasenplatz im Döbeli

in Fussballheimat by

Die AS Calcio will einen neuen Kunstrasenplatz. Die Investitionskosten belaufen sich auf 2,985 Millionen Franken. Der Gemeinderat hat das Vorhaben bereits durchgewunken, im Februar 2019 kommt es zu einer Volksabstimmung.

Geplant ist der neue Platz im Döbeli mit Flutlicht und zwei Zuschauerstufen, mit einer Spielfreigabe für die 2. Liga Interregional. Sozusagen ein Hafenareal 2, also ein Abbild der Vereinssituation.

Der FC Kreuzlingen würde von dem neuen Platz in Form von mehr Spielzeiten auf dem eigenen (Kunstrasen-)Platz im Hafenareal profitieren.

Die Pläne für das Seezelg würde das wohl nicht direkt tangieren, da diese lediglich die Infrastruktur des Hafenareals aufnehmen würden.

Für mich gibt es zwei Knackpunkte. Die  2,985 Millionen sind etwa doppelt so hoch angesetzt wie bei vergleichbaren Plätzen, die Erklärung liegt vor allem in höheren Erschliessungskosten. Der zweite Knackpunkt ist die noch immer in den Kinderschuhen steckende gesamtheitliche Fussballplatzplanung in Kreuzlingen. Wie geht es mit dem Seezelg weiter? Vielleicht kommt man hier bis zur Abstimmung weiter, oder lässt man das aus taktischen Gründen aussen vor? Müsste für die sehr viel teurere Verlegung der Hafenareal-Plätze ins Seezelg ebenfalls das Volk befragt werden?

Beide Vereine müssten sich bereits jetzt gemeinsam Gedanken zu einem späteren Hauptplatz mit Tribüne machen und dies mit der Stadt planen. Vielleicht bin ich ja naiv und alles ist bereits in die Wege geleitet. Zwei bescheidene Hauptplätze im Döbeli und Hafenareal (bzw. Seezelg) und das viel zu weitläufige Burgerfeld können jedenfalls nicht im Sinne einer Kreuzlinger Fussballheimat sein. Zudem wird das Gebiet Hafenareal fussballerisch langfristig wohl kaum zu halten sein.

Die Zukunft wird einem fusionierten FC Kreuzlingen in der 1. Liga gehören, mit Drang in die Promotion League. Die ambitionierten Leute beim FCK und die AS Calcio werden das erreichen, es ist nur eine Frage der Zeit. Es gibt wenige Orte in der Schweiz die so prädestiniert sind für erfolgreichen Elite-Amateurfussball wie Kreuzlingen. Der ganze Thurgau inklusive Konstanz und Umgebung stellen eine einzige Fussballwüste in diesem Bereich dar. Ein weisser Fleck auf der Fussballandkarte welcher der FCK und die AS Calcio eines Tages gemeinsam besetzen werden – plant man jetzt für diese Zeit oder schaut jeder nur für sich?

Immerhin: das Döbeli mit dem neuen Kunstrasenplatz wird sowieso für die Juniorenbewegung benötigt, jetzt und in Zukunft sowieso.

FCK-Express nicht zu stoppen

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Der FCK-Express schlug auch im letzten Spiel dieses Jahres zu. In der 1. Vorrunde des Schweizer Cups wurde der FC Amriswil auf dem Tellenfeld mit 3:1 besiegt. Damit überwintert der FC Kreuzlingen als Tabellenführer und ist auch im Schweizer Cup weiter vertreten. Die 2. Vorrunde findet am 20. April statt (Heimspiel gegen den FC Widnau), die entscheidende 3. Vorrunde am 22. Juni 2019 (Heimspiel gegen den Sieger FC Muri – SC Dornach).

Was für eine positive Vorrunde – und das mit rund 15 Neuzugängen! Für mich war diese Herbstrunde durchzogener, ich verpasste so viele (Auswärts-)spiele wie noch nie, die Gesundheit und unser einjähriger Hausumbau hielten mich immer wieder fern.

Vielen Dank an alle die mich mit Live-Tickern während und Matchprogrammen nach den verpassten Spielen versorgten!

Nun ist es am 1. Dezember endlich soweit, wir ziehen in unser neues Heim in Oberaach bei Amriswil – und damit beginnt auch hoffentlich wieder eine etwas ruhigere Phase für meine Familie und mich.

In der Winterpause gibt es dann einen Brunch für den Hafetschutter-Verein & Friends, näheres erfahrt ihr auf diesem Blog.

Ich wünsche Euch eine schöne Winterpause, geniesst die fussballfreie Zeit!

Herbstmeister!

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Nach dem 3:1-Sieg beim mit zahlreichen Top-Spielern gespickten FC Uzwil (unter anderem mit dem Hafetschutter 2017 Uwe Beran) überwintert der FC Kreuzlingen als Tabellenführer!

Fussball-Kalender 1934/35

in Kreuzlinger Kiste by

Wiedermal ein Fundstück aus dem Sportantiquariat Germond für die Kreuzlinger Kiste. Der Schweizer Fussball-Kalender 1934/35, mit dem FC Kreuzlingen als Schweizer 1.-Liga-Champion 1934. 176 Seiten mit umfangreichem Statistikmaterial, unter anderem Spieldaten der 1. Liga und Aufstellungen der B-Nationalmannschaft (mit dem Kreuzlinger Sandoz). Ein weiteres Fundstück welches dank finanzieller Unterstützung des Hafetschutter-Vereins für unser Archiv und für die Aufarbeitung der FCK-Geschichte erworben werden konnte.

Tabellenführer wie vor 50 Jahren

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Gegen den 1. Liga-Absteiger FC Seuzach kam der FCK vor 170 Zuschauern bei Dauerregen zu einem 3:0-Sieg und übernahm damit die Tabellenspitze. Bei Hirschwurst und einem Gallus 612 Old Style Ale – Spezialbier sah alles auch bei nur 60% Sehkraft vorzüglich aus.

Beim Trainertalk musste ich die Augen reiben, Walter mit Schiebermütze? Hatte sich meine Netzhaut wieder abgelöst? Nein, unser Trainertalkmaster Walter wurde vor seinem Einsatz seines Amtes enthoben, unser Speaker sprang ein. Getuschel unter den 15 Zuhörern. Wer ist sich seines Amtes noch sicher, Kürsat scheint auf der sicheren Seite, zittert nun der Bierausschenker um seinen Job?

Ich finds schade, ich mochte seinen Trainertalk, die Gespräche an den Spielen und zudem war er auch beim Hafetschutter-Verein dabei.

Vor dem Spiel mussten wir in einer Trauerminute von Franco Mancuso Abschied nehmen. Dieser war 1968, also genau vor 50 Jahren, 2.-Liga-Herbstmeister mit dem FCK – vielleicht tut es ihm die heutige Mannschaft am nächsten Samstag in Uzwil gleich. Eines meiner ersten FCK-Momente war in der Kreuzlinger Milan-Bar “Franco Baresi”. Franco Mancuso sah meinen FCK-Schal, sprang vom Stuhl und zeigte mir vor, wie er vor vielen Jahren als FCK-Stürmer im Schweizer Cup einen Zürcher Verteidiger ausdribbelte. Herrlich. Zugabe: Eine Strasse und Ihre Geschichte mit Angelo und Franco Mancuso.

Fundstück aus Rüti

in Kreuzlinger Kiste by

Heute erreichten mich gleich zwei Matchprogramme vom Auswärtsspiel in Rüti. Beim ehemaligen Nati-B-Verein legt man lobenswerterweise noch Wert auf ein Programmheft mit aussagekräftigem Vorwort – ja selbst für Fankultur beim FCK hatte es noch Platz. Vielen Dank den beiden Einsendern für dieses Fundstück!

In der Höhle der Syla-Löwen

in Vor- und Nachbetrachtungen by

In der Höhle der Syla-Löwen gelang ein 3:1-Sieg beim Tabellenführer Rüti. Damit steht der FCK jetzt einen Punkt hinter dem neuen Tabellenführer Bazenheid auf Rang 2. Da ich krankheitsbedingt noch immer fehlen musste, verweise ich an dieser Stelle auf den wie immer lesenswerten Spielbericht auf sport-fan.ch. Am nächsten Samstag um 16.30 Uhr empfängt der FCK den 1.-Liga-Absteiger Seuzach.

Wie gewonnen, so zerronnen

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Das gesundheitliche Pech klebt mir derzeit an den Füssen. Eine Not-Operation am Auge liess mich mehr blind als sehend beim Thurgauer Derby zwischen dem FC Kreuzlingen und dem FC Amriswil erscheinen. Daher zu diesem Spiel nur einige Stichworte, getippt von Fabienne. 0:1 zur Halbzeit, beide Trainer zur ersten Hälfte übereinstimmend: “Not gegen Elend”. 2. Halbzeit dann ein packender Derby-Krimi. 3:1 für Kreuzlingen. Am Ende ein 3:3 vor der Saison-Rekordkulisse von 415 Zuschauern. Verschenkte Punkte, schade. Sobald es mir gesundheitlich besser geht gibt es wieder mehr zu lesen.

Stromausfall, undisziplinierte Elemente und ein Hattrick

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Der Hafetschutter musste aufgrund einer Erkältung das Bett hüten. Für ihn fiel das ersehnte Nachhol-Flutlichtspiel gegen Balzers vom vergangenen Mittwochabend, 3. Oktober 2018, welches wir eigentlich wiederum gemeinsam erleben wollten, deshalb ins Wasser und ich habe nochmals die Ehre und das Vergnügen, einen Spielbericht-Gastbeitrag zu verfassen. Keine Angst; ich war diesmal wirklich physisch anwesend und es wird kurz und knackig. Keep Reading

1 2 3 10
0 CHF0.00
Go to Top