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Thurgaus Fussball in der Krise

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Nach 6 Runden entscheidet sich der FCK ohne “Star-“Stürmer Andi Qerfozi weiterzumachen. Auch mit dem Duo Bode/Pentrelli kann man ohne schlaflose Nächte in die Zukunft gehen. Gespannt war ich auf die Blue Stars aus Zürich. Die Blauen Sterne wurden 1898 gegründet und spielten von 1916 bis 1934 in der höchsten Schweizer Liga. Im hier und jetzt präsentierte sich der Verein vom Hardhof als zahnloser Gegner.  Das 1:0 durch Bode reichte.

Unsere 2. Mannschaft, mit 4 Niederlagen in die 3. Liga-Saison gestartet, wechselte den glücklosen Armin Wronna durch das neue Trainer-Duo Gemaljevic/Thoma aus. Und schon der erste Sieg, ein 2:0 gegen den FC St. Otmar, unterstützt wurde das Team in diesem Spiel durch Ümüt Tütünci von der 1. Mannschaft.

Was ist nur los im Thurgauer Fussball? Der Stadtgrösse nach müssten Frauenfeld und Kreuzlingen jeweils ein Team in der Promotion League stellen. Arbon, Amriswil, Weinfelden und Romanshorn müssten allesamt problemlos in der 2. Liga Interregional vertreten sein. Die Realität? Kreuzlingen spielt in der erweiterten Spitze der fünftklassigen 2. Liga Interregional, Frauenfeld und Amriswil belegen die letzten Plätze dieser Liga, über die anderen Vereine wollen wir gar nicht reden. Woran liegts? ist das abgrasen der Talente durch die vom FC St. Gallen und FC Wil betriebenen Future Champs Ostschweiz mehr Fluch als Segen für die ambitionierten Thurgauer Vereine? Vielleicht also eher ein Fehler im System als eine Krise?

Durch das fussballerische Ödland beidseits der Grenze wäre in Kreuzlingen der ideale Standort für einen 1. Liga Verein (Stichwort FCO-Standort?). Nun bläst der derzeitige 2.-Liga-Tabellenführer AS Calcio zum innerstädtischen Angriff. Diese Saison scheint die Konkurrenz in der 2. Liga überschaubar. Auf ein Stadt-Derby würde ich mich freuen, es wäre das erste innerstädtische Meisterschaftsderby der Kreuzlinger Fussballgeschichte. Doch es ist kein Geheimnis, dass ich mir langfristig nur einen Verein in Kreuzlingen wünsche. Kreuzlingen verträgt meiner Meinung nach nur einen ambitionierten Fussballclub und auch wenn Fusionen kein Allheilmittel sind, man denke nur an Konstanz, sähe ich in Kreuzlingen viele gewinnbringende Synergien. Ein Thema welches ich, wie die Standortfrage, immer mal wieder im Hafetschutter-Blog unterbringen werde.

4 Comments

  1. Na ja! Dem “Fussball Thurgau” scheint vielleicht ein effektives “Leistungszentrum” zu fehlen, um Talente wenigsten eine zeitlang im Kanton halten zu können. Dabei ist ja der SWB Talent-Campus Bodensee mit integrierter NET (Nationale Elitesportschule Thurgau) der FCK Arena am Hafen unmittelbar benachbart. Ob sich da bereits sinnvolle Kooperationen ergeben haben, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Wie es jedoch google-oberflächlich erscheint, läuft “Fussball” beim breitgefächerten Sportarten-Angebot der NET eher unter “ferner im Angebot”. Oder?

    Welcher Thurgauer Verein könnte sich überhaupt ein einigermassen erfolgreiches Leistungszentrum leisten? Und welche Synergien wären dazu notwendig? Wenn zu berücksichtigen ist, dass gleichlaufend die schulische Ausbildung zu fördern wäre, käme eigentlich nur Kreuzlingen in einer engen Zusammenarbeit mit SBW und NET infrage, eventuell auch in Verbindung mit anderen Clubs im Kanton. Und wie immer wäre die wichtigste Frage die: Wie finanziert man eine solchen Einrichtung……!

    Gleichzeitig müsste auf lange Frist eine Infrastruktur zur sportlichen Ausübung der gesetzten Ziele im Angebot sein. Auf “billig” (Nur “Umziehkabine plus Kunststoffplatz”) ist nichts zu machen. Junge Talente prüfen genau, wo es sich mit einer Förderung lohnen und wo man sich in seiner – nicht nur sportlichen – Entwicklung wohlfühlen könnte. Und da ist das gesamte Umfeld gefragt. Dass gegenwärtig “nur” auf der Ebene der 2. IR-Liga gespielt wird, sähe ich eher als Vorteil an, sind doch die jungen Talente rascher erfolgreich in eine 1. Mannschaft zu integrieren, als in einem höheren Ligaverein, wo sie oft 1-2 Jahre warten müssen, bis sie mal mit der Ersten 10-12 Minuten aufs Feld dürfen. Das reicht dann gerademal zu einer halben Flanke. Auch wenn besonders “Supertalente” halt auch rasch weiterwandern, erhöhte sich vielleicht der Nimus eines Vereins durch den Hintergrund eines Leistungszentrums. Dies wiederum sollte eigentlich ein stärkeres Zuschauerinteresse auslösen, um den Fussball in der Stadt langfristig präsenter zu machen, als er gegenwärtig wahrgenommen wird.

    “Future Champs Ostschweiz” hat Daniel Kessler kurz angesproch: Nach kleiner Recherche ergibt sich für mich noch kein klares Bild, was das für Thurgauer Clubs bedeuten könnte. Das System wirkt in seiner Zielrichtung sportlogisch, doch kommt es mir reichlich überorganisiert vor. Solange sich etwas nicht “in den eigenen Clubmauern” abspielt, nicht in einer Stadt verortet ist, bleibt es für mich ziemlich anonym und bevorzugt letztlich tatsächlich eher die 1-2 besser aufgestellten Vereine einer Region.

    Einen Lieblingsplatz nimmt bei Daniel Kessler stets eine mögliche Fusion zweier Stadtvereine ein. Vorerst spielt er vorsichtshalber nur auf ein eventuelles Stadt-Derby an, sollte der rührige Westendclub AS Calcio aus dem Döbeli am Saisonende tatsächlich den Aufstieg schaffen. Und wie es dann weitergehen könnte, liegt in den Sternen. In vielen. Tatsächlich sind manche Synergien notwendig, um im heutigen Fussballsport Aufmerksamkeit zu erregen. Das Fernsehen “frisst” lokale Zuschauer auf. Das Authentische leidet. Ob im Thurgau überhaupt der Wille besteht, schweizerisch-fussballerisch eine etwas gehobenere Affiche sein zu wollen, bleibt solange fraglich, bis mal ein mutiger Weg gefunden wird, dem Dilemma der ziemlichen Unterklassigkeit zu entrinnen. Und wie es auschaut, wäre zwar “Wille” eine erste Voraussetzung, aber eben auch vergesellschaftet mit finanziellen Hintergründen, ohne die wenig Aussicht besteht, höher zu brillieren. Und das auf Dauer! Ein Kraftakt.

    Nehmen wir einfach mal an, der FCK und der AS Calcio bilden zusammen ein Team, so käme rasch auch die Frage nach einem einigermassen vorzeigbaren Spielort. Das Döbeli kann nur marginal noch erweitert werden, derweil auf Klein Venedig nicht mal die Stadt eine Ahnung hat, geschweige denn der betroffene FCK, wie es dort weitergehen könnte – oder eben nicht.

    Denn die Frage “Seezelg” kann nach den jüngsten Informationen eigentlich soweit abgeschlossen werden mit der Behauptung, dass dort keine zeitgemäss vernünftige, schöne, vorzeigbare städtische Fussballanlage zu erstellen ist. Das Restgebiet, eingeklemmt zwischen Bahn und See, einem Rekadörfli, der zu erweiternden Tennisanlagen, dem Schwimmbad, das Ganze mittendurch eventuell garniert durch einen Radwegausbau und vielleicht sogar einer Reka-Zufahrt – bei der Stadt weiss man das nie so genau! -, ist zu ungeeignet, um hier eine zukunftsträchtige Infrastruktur für einen grossen Fussballsportverein zu erstellen. Geld “rausgeschmissen”!

    Aus dieser Düsternis kann nur noch das 1 zu 0 gegen die Blauen Sterne aus Zürich einen positiven Ausweg bringen. Wie es sich derzeit abbildet, sind gleich mehrere Mannschaften der Gruppe 6 der 2. IR-Liga fähig, um die ersten drei Tabellenplätze zu kämpfen. Und der FCK ist voll dabei. Bedeutet doch schon mal was bei dieser plötzlich geballten Konkurrenz. Nun muss nur noch das Nachtragsspiel gegen Balzers gewonnen werden…..! Zur Düsternis zurückkehrend gibt leider den Blick frei auf die beiden anderen Thurgauer Mannschaften der Liga. Doch noch ist Zeit zu einer zünftigen Regeneration. Der Thurgau braucht doch dringend wenigstens kantonale Derbys als fussballerische Animation! Also Hopp Thurgau!

    Abschliessend noch eine statistische Frage an den absoluten Statistiker D.K.: Spielte nicht der verblichene Rot-Weiss Emmishofen auf deren damaliger Liga-Ebene wenigstens ein kleines Stadt-Derby gegen eine FCK-Ligamannschaft ? Wäre doch möglich als Vorahnung auf vielleicht kommende Zeiten!

    • Bezüglich Fussballplätze im Seezelg gäbe es laut Dorena Raggenbass im Herbst diesen Jahres neues zu erfahren. Innerstädtische Pflichtspiele gegen die 1. Mannschaft des FC Kreuzlingen gab es in den letzten 113 Jahren tatsächlich schon. Mitte der 1950er-Jahre als der FCK 1 und FCK 2 gemeinsam in der 3. Liga spielten und dann noch ein legendäres Cupspiel zwischen dem FCK 1 und Rot-Weiss Emmishofen (Jahr ist mir gerade nicht präsent). Ein Meisterschaftsspiel gegen einen innerstädtischen Konkurrenten gab es jedoch noch nie.

  2. Im Herbst 2018: Man hat schon öfter “Neues” aus dem Stadtrat über Kreuzlinger “Fussballplätze”erfahren. Verlässliches hatte sich kaum mal ergeben (Die Hoffnung stirbt zuletzt!). Mein “obiger” Negativentscheid beruht einerseits auf der Konsultation der 2017 bei Hafetschutter veröffentlichten, wohl ersten – ausser einer gewaltigen Solitärtribüne als Urknall! – stadtseitigen Planung auf Seezelg, andererseits auf einer heute nun geänderten Gelände-Darstellung (2018, ebenso bei Hafetschutter: “Im Windschatten der REKA”).

    Seit dem 2017er Plan, der eine ungemütlich eingezwängte, mehrheitlich an die Bahnlinie geplatschte Anlage mit gesamt sogar vier Feldern zeigt (!), wurde nun das für Fussball zur Verfügung stehende Gelände eingeengt. Im Bereich “Churzfuri” fällt schon mal ein Platz weg, da hier auch Tennisbegehrlichkeiten zu berücksichtigen sind. Und der Vermerk auf der 2018er Darstellung (“Fussballplätze mit Zugang vom Bad Hörnli”) bedarf schon einer genaueren Interpretation. Ein wichtiger Punkt ist hier tatsächlich die öffentliche Erschliessung des Areals zwischen Schwimmbad und Ortsgrenze Kreuzlingen/Bottighofen, also der Zugänge/Durchfahrten (?) ab vorgesehenem Parkplatz/Parkhaus (Zu Fuss/Rad/Auto?) zu den Bereichen Schwimmen, Tennis, Fussball und Rekadörfli – oder gar Bottighofen? Diese Vorstellungen sind entscheidend für eine sinnvolle Areal-Ausgestaltung (gilt für alle Aktivitäten auf Seezelg).

    Ohne eine partielle Erweiterung des letztlich für Fussball zur Verfügung stehenden Geländes kann, so meine gegenwärtige Interpretation, keine einigermassen anspruchsvolle, stadtwürdige Fussball-Anlage erstellt werden. “Partiell” meint hier besonders einen Eingriff in das Schwimmbad-, andererseits in das zur Unteren Mühle Bottighofen gehörige (Kreuzlinger) Gelände (Untere Mühle auch als zukünftiger Erbauer des Rekadörfli).

    Ich werde Ihnen, Herr Kessler, mal meine Vorstellungen inform einer Planung mit drei Feldern und einer fussballgerechten Infrastruktur übermitteln. Im Gegensatz zu meinem Artikel vom Frühjahr 2016 sind nun die begrenzten Geländemöglichkeiten berücksichtigt. Diese weichen naturgemäss von meiner 2016er “Indealvorstellung mit erweitertem Hintergrund (Hotel)” ab.

    Allgemein ist zu konstatieren, dass das heutige Fussballgelände auf Klein Venedig mit einer Variante Seezelg grössenmässig durchaus zu vergleichen ist. Nur sind die Räume eben unterschiedlich “geschnitten”, was bei einem Gelände bekanntlich oft wichtiger sein kann, als die Grösse an sich. So liegen auf Klein Venedig z.B. alle drei Plätze in der gleichen Richtung, zwei sogar der Länge nach hintereinander. Auf Seezelg ist das aus meiner Sicht schon mal nicht möglich und erschwert entsprechend die Geländeausnutzung. Gleichzeitig versteckt sich auf Klein Venedig die Infrastruktur teilweise in der Bodensee-Arena. Auf Seezelg beansprucht sie mehr Raum,……. usw. Schöne Herbstgrüsse!

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