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April 2019

Endstation Widnau

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Ein Spiel so schwach wie mein verschwommenes Foto. Die dritte Niederlage in Folge verbreitete nach der ganzen Spitzenreiter-Euphorie eine grosse Portion Ernüchterung.

Natürlich ist man als Fan in seiner Einschätzung auch immer etwas fatalistisch, aber wohl kaum ein Kreuzlinger Zuschauer, dem es an diesem Donnerstag Abend nach dem 1:2 gegen Widnau anders ergangen wäre.

Als grosser Cup-Fan empfinde ich das diesjährige Ausscheiden besonders bitter. Amriswil, Widnau, Muri – dreimal Mittelmass der 2. Liga IR, dazu ein Heimspiel in der 3. Vorrunde, es wäre kein allzu schwerer Weg in die Hauptrunde gewesen.

Wie sehr sehnt man sich in Kreuzlingen nach einem attraktiven Los. Das letzte grosse Cup-Spiel liegt schon über 30 Jahre zurück (GC, 1986).

Was, wenn einen das Hier und Jetzt enttäuscht? Man schwelgt in der Vergangenheit. Ich recherchiere gerade zu Alfonso Silva, zweimal spanischer Meister mit Atletico Madrid und WM-Teilnehmer 1950 – und Trainer unserer 1. Mannschaft von 1966 bis 1969. Wenn die Geschichte genügend ergiebig wird, gibts ein kleines Alfonso-Silva-Spezial als Gratis-Zugabe zu einem Matchprogramm. Gesucht sind noch Anekdoten und Fotos.

Zugabe, ein schärferes Foto von Erich, über Widnau ins Wankdorf, schon alles Schall und Rauch… Der wohl kaum wieder einzuholende Cup-Rekord datiert übrigens aus der Saison 1935/36, als sich der FC Kreuzlingen für das Achtelfinale qualifizierte (Lugano, 1:4)

Niederlage im Fürstentum

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Es ist eine schöne Bereicherung, dass man im höherklassigen Ostschweizer Amateurfussball immer mal wieder international antreten kann. Immer dann wenn es gegen Vereine aus dem Fürstentum Liechtenstein geht. Früher spielte man gegen den FC Vaduz, dann gegen den USV Eschen-Mauren und FC Balzers. Zu jeder Zeit hatte man mit diesen Vereinen sportlich seine liebe Mühe. Finanziell potent und mit hervorragenden Strukturen, wohl auch dank des besonderen Stellenwertes des Fussballes im Fürstentum.

Bei einer Einwohnerzahl welche deutlich unter derjenigen des Bezirkes Kreuzlingen liegt, stellt der Liechtensteiner Fussballverband einen Profi-Verein sowie jeweils einen Spitzenverein in der 1. Liga und 2. Liga IR.

Das Spitzenspiel im Ländle wurde seinen Erwartungen gerecht. Der FC Balzers trat mit 4 Nationalspielern an (Polverino, Kaufmann, Rechsteiner, Yildiz), welche es zusammen auf immerhin 197 A-Länderspiele bringen, dazu kommen unzählige 1.-Liga-Einsätze der Mannschaft, also eine äusserst erfahrene Truppe die sich dem FC Kreuzlingen entgegen stellte.

Als wäre die fast komplett aus Nationalspielern bestehende Verteidigung nicht schwer genug zu knacken, wirbelte im Angriff mit Enis Domuzeti auch der derzeit erfolgreichste Liga-Stürmer für die Balzner.

Anwesend waren 230 Zuschauer, offiziell gar 300, was dann Saisonrekord bei den Balznern gewesen wäre. Nicht viele, aber darunter der Liechtensteiner Nationaltrainer, ein Mann im Gummi-Kostüm und die FCK-Fans on Tour.

Das 1:0 geht in Ordnung, muss man neidlos anerkennen. Mit etwas Glück wäre ein 1:1 drin gelegen, was alles sagt.

Der Eintritt betrug 10 Franken, ausgeschenkt wurde Sonnenbräu, die Bratwurst war ok, das Matchprogramm nur ein Faltblatt, dafür die Anlage mit Tribüne 1.-Liga-würdig. Wie schön wäre diese aber mit einem Dach lieber FC Balzers!

Längste Serie seit 1997 gerissen

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Nichts deutete daraufhin, dass an diesem Nachmittag die längste Unbesiegt-Serie seit 1997 reissen sollte. Eher hätte man im “Wiler Töggeli-Kasten” (O-Ton eines Zuschauers) auf eine Niederlage gesetzt. Dann fehlte bei Widnau mit Jasmin Abdoski noch der einzig überregional bekannte Akteur wegen fehlender Fitness.

Natürlich, ein bekannter Widnau-Fan wies mich in seinen Spielberichten immer wieder auf die Fähigkeiten seiner Mannschaft hin, auch als unberechenbarer Favoritenschreck machten sich die Widnauer in dieser Saison einen Namen, doch nach 12 Spielen ohne Niederlage in Folge, in Meisterschaft und Cup, bei 10 Siegen, da mochte man im Heimspiel gegen Widnau einfach nicht an eine Niederlage glauben.

Vor den Augen von 270 Zuschauern, darunter der Zürcher Fussballbuchautor, Fussballschallplattensammler und ZWÖLF-Kolumnist Pascal Claude, sah man einen müde wirkenden FC Kreuzlingen, welcher nicht ganz unverdient mit 1:2 den Kürzeren zog.

Anschliessend sorgte der Trainertalk für Unterhaltung, inklusive den berüchtigten “Fragen aus dem Publikum”. Dieses Podium lassen sich manche auf gar keinen Fall entgehen. Man sollte dort dabei gewesen sein um einen Kreuzlinger Spieltag in seiner Gesamtheit zu erfassen.

Die Back with a Bang – Tour geht weiter, am Samstag gehts zum Spitzenspiel nach Liechtenstein. Showdown gegen den FC Balzers, 6-Punkte-Spiel. Es gibt Mitfahrmöglichkeiten, gerne melden bei daniel.kessler@mail.ch. Denn wir alle wissen – auswärts ist es am schönsten!

Foto oben: Angelo Mancuso freut sich über die Gedenkfahne an seinen verstorbenen Bruder. Foto unten: “Norman-Smith-Stand” am gestrigen Spieltag.

Auch Wil überstanden

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Als D-Junior sah ich den aufstrebenden FC Wil im Hafenareal. Eine Handvoll Fans begleitete damals die Äbtestädter inklusive einer schwarz-weissen Fahne mit dem Wiler Bären. In der 2. Liga war das, in den späten 1980er-Jahren. Ich stand hinter der Glatze von Christian Gross, der Weg der Wiler sollte sie bis in die Nationalliga A führen.

Heute spielen wir gegen die U20 der Wiler. Immerhin kommen wir so in den Genuss eines Stadions, wenn auch eines etwas unterkühlten. Ebenfalls praktisch: Frau und Kinder kann man im Hallenbad nebenan abgeben.

Die Wiler haben sich bekanntlich einen ganzen Sportkomplex zugelegt. In den 1980ern machten sich die Wiler Fans über unsere fehlende Anzeigetafel lustig, heute liegen die Unterschiede in der Infrastruktur bei etwas mehr als einer Anzeigentafel. Wil zählt übrigens weniger Einwohner als Kreuzlingen.

Das Spiel wurde das erwartet schwere, immerhin verlor man die letzten drei Begegnungen im Bergholz (wieviel schöner ist der alte Name im Vergleich zur IGP-Arena). Im Sturm war der FCK aber so effizient wie es nur ein kommender Aufsteiger sein kann. Am Schluss resultierte ein 4:2, aufatmen bei den zahlreich mitgereisten FCK-Fans. Total dürften es gut 40 gewesen sein und die Fankurve war (dank den Kickers) auch in genügender Anzahl vertreten um die Mannschaft lautstark zu unterstützen.

Nach dem Spiel traf man Mido Arifagic, einen talentierten Kreuzlinger Stürmer welcher mittlerweile beim FC Tuggen spielt. Er meinte noch wie schade es sei, dass man im Thurgau nicht 1. Liga spielen könne. Vielleicht ändert sich das schon bald.

An dieser Stelle einen Dank an unsere Fotografen Bruno und Erich. Dank Ihnen kann dieser Blog immer mit passenden Bildern ausgestattet werden, super!

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