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FCK Uzwil 2 zu 0

in Vor- und Nachbetrachtungen by

0, 1, 1, 1, 0. Das sind die Anzahl Gegentore in den letzten Runden. Defensiv hat sich der FCK gefunden. Das ambitionierte Uzwil mit Stillhart (St. Gallen, Wil), Knöpfel (St. Gallen, Schaffhausen), Farkas (Tuggen), Koller (St. Gallen, Wil, Brühl) und ohne den krankheitshalber fehlenden Nushi (St. Gallen, Aarau, Wil) wurde mit 2:0 in die Schranken gewiesen. Der zweite Treffer in typisch kraftvoller Bode-Manier: “Mido Arifagic flankte aus vollem Lauf in den Strafraum wo Bode den Ball mit der Brust annahm und anschliessend volley ins tiefe Eck versenkte. Ein Treffer der viele Zuschauer von den Sitzen riss und für ihr Kommen entschädigte” (sport-fan.ch).

190 zufriedene Zuschauer im Hafenareal (Rundenrekord übrigens bei Widnau-Weesen mit 440 Zuschauern), nächster Halt am kommenden Samstag um 18.00 Uhr in Bassersdorf.

Im zweiten Spiel des Tages führte der FCK U23 im 3.-Liga-Lokalderby gegen den FC Tägerwilen lange mit 2:1 und musste erst in der Nachspielzeit durch einen Treffer vom Ex-FCK’ler Fantov das immer noch beachtliche 2:2 hinnehmen.

Die 1. Mannschaft des FC Kreuzlingen war seit der Gründung des FC Tägerwilen im Jahre 1946 fast permanent besser klassiert als der Nachbarverein im Westen. Lediglich drei Spielzeiten agierten die Vereine auf Augenhöhe, zwischen 1992 und 1995 in der 2. Liga. Die damaligen Begegnungen waren vergleichbar mit den Premieren gegen den AS Calcio in dieser Saison. Die Resultate weiss ich nicht mehr, aber bei den ersten Partien strömten 700 Zuschauer ins Hafenareal und wenn ich mich recht erinnere 1’100 ins Tägermoos. Es waren damals verbitterte Kämpfe – und das Publikum deutlich emotionaler als bei der diesjährigen Partie gegen Calcio. Ich war damals als Primarschüler und FCK-Junior im Tägermoos und kann mich an einigen Spott der “Dörfler” über die “Städter” erinnern. Heute ist also unsere U23 (fast) auf Augenhöhe – bei den Junioren haben die Rot-Weissen den FCK mittlerweile allerdings deutlich übertrumpft – und dies schon seit vielen Jahren.

Nachtrag: Unterhaltung der Runde, mal wieder der lesenswerte Seuzi-Liveticker vom Spiel bei Wil 2.

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3 Comments

  1. Nach einer schläfrigen 1. und einer sehr guten 2. Halbzeit stand es 2:0 gegen Uzwil. Ich gratuliere der Mannschaft zu dieser Steigerung. Soviel zum Fussball. Denn die 3. Halbzeit war dann ein bisschen unerfreulich, auch wenn ich es nicht gleich „Trainertalk-Gate“ nennen möchte. Ich und meine Freunde warteten auf den angekündigten Trainertalk, auf welchen wir uns immer sehr freuen und auch dachten, dass dies die Trainer ähnlich sehen. Einerseits steht man als Trainer dann im Mittelpunkt und kann sich wichtig fühlen. Andererseits ist es fürs Publikum einfach nur interessant und spannend; zumal die meisten Trainer auch in der Niederlage Grösse zeigen. Nichts passierte und wir wurden etwas unruhig. Gerüchte machten die Runde, dass sich die beiden Trainer streiten würden bzw. gestritten hätten und verkracht seien. Na ja, ist menschlich und kann’s ja mal geben. Nach ca. 20 Minuten kam dann unser Trainer übers Feld, bog schnurstracks ins Beizli ein, schüttelte ein paar Hände und bestellte ein Getränk sowie einen Hamburger. Es kam mir so vor, als müsste man auf seinen Auftritt warten und es hatte etwas von einer Audienz. Gut, akzentuiert zu sein ist ja in Ordnung, wer ist es denn nicht? Ist ja schliesslich auch der FC Kreuzlingen, Amateurliga, 2. Liga Interregional. Vor dem Tresen erdreistete ich mich dann tatsächlich zur Frage an unsern Trainer, ob man denn das mutmasslich kindische Verhalten, welches gerüchteweise vernommen wurde, nicht zumindest für die Dauer eines kurzen Trainertalks beiseitelegen könne? Trainertalks würden doch u.a. gerade von kontradiktorischen Sicht- und Standpunkten aus ihre Faszination beziehen. Ich fand meine Fragen weder unangebracht noch unanständig oder anstössig. Aber dann. Unser Trainer guckte mich verwirrt an (aber irgendwie doch nicht so richtig), machte eine schnaubende Geste und entschwand bzw. wollte entschwinden. Da mich seine Reaktion natürlich nicht zufriedenstellte, ging ich hinterher. Blöd, dass er draussen auf die Fertigstellung seines Hamburgers warten musste. Denn dies gab mir die Gelegenheit nachzuhaken und zu fragen, wie denn nun der Stand der Dinge sei. Unvermittelt blaffte er mich herablassend an, dass ich mir gefälligst kein Urteil bilden solle, wenn ich die Fakten nicht kennen würde. Diese Fakten in Erfahrung zu bringen, war aber ja gerade meine Motivation. Dies habe ich ihm dann auch gesagt. Und dass ich mir solche Konversationen eigentlich nicht gewohnt sei. Ungeduldig, ich meinte, scharrende Hufe zu hören, wartete er auf seinen Hamburger und wiederholte ziemlich erregt dann mindestens 5 Mal, dass ich mir kein Urteil bilden solle, wenn ich die Fakten nicht kennen würde. Ich wies ihn dann darauf hin, dass es meine Intelligenz beleidigt, wenn man mir mehrmals etwas erzählt, das ich bereits verstanden habe und auch, dass die Lautstärke allein nicht ausschlaggebend sei, sondern primär der Inhalt, welcher zu meinem Bedauern immer noch auf sich warten liess. Er schimpfte anschliessend dann noch einige nicht zusammenhängende oder zumindest unverständliche Sachen über den Support aus der Kurve, was mich und auch die umstehenden Fans abermals sehr irritierte. Nach weiteren 2 oder 3 abermals lärmigen Wiederholungen des bereits Gesagten, wiederum ohne materiellen Mehrwert, kam dann endlich die Erlösung in Form des gebratenen Hamburgers, welchen er nebenan auf einer Anhöhe alleine und beleidigt verspeiste. Zwischen all dem Getöse und der Kakofonie vernahm ich dann, dass er vom Uzwil-Trainer angeblich mit unschönen Ausdrücken eingedeckt worden sei. Auch wenn dem so sein sollte (die Wahrheit liegt erfahrungsgemäss meist irgendwo in der Mitte), darf man nicht auf eine solche Weise die Beherrschung verlieren, wie erwähnt agieren und seine eigenen Supporter ankläffen bzw. seinen Ärger auf ebendiese projezieren und offensichtlich unreife und externalisierende Tendenzen offenbaren. Nicht nur, dass dies nicht souverän ist, ich bin auch nicht gewillt, dies zu akzeptieren. Die eigenen Fans und Supporter als Kern des Problems zu konstruieren ist, diplomatisch ausgedrückt, nicht zielführend, sondern, ehrlich gesagt, dünnhäutig, unbeherrscht, lächerlich, beschämend und eine Sauerei. Eigenlicht wollte ich danach noch den Uzwiler-Trainer fragen, was denn wirklich vorgefallen ist. Dafür war mir die Sache dann aber doch zu unwichtig und die Zeit zu schade. Eine solche Gesprächs-Unkultur verdient keine Recherche. Ganz im Gegensatz zur Kultur des Trainertalks. Ich habe diesen schon einige Male gelobt. Aber wird dieser wegen angeblich zu progressiver Fragen angezweifelt oder fällt er aus, und besonders aus solch erwähntem nichtigem Anlass, kann dies für die Zukunft durchaus ein Signal sein; und zwar ein falsches. Mit anderen Worten: Die Fragen sind für einen Trainer zu gewagt. Meine Güte! Oder 2 Erwachsene Männer haben Meinungsverschiedenheiten. Der Wahnsinn! Sorry Männer, das ist einfach nur lächerlich! Wollen wir die Kanten des Trainertalks abschleifen und Interviews wie z.B. in den Profiligen haben, d.h. oft aalglatt, voller Phrasen und Langeweile? Dann verkommt der Trainertalk zur Farce. Bereits anlässlich des letzten Trainertalks (Gast: FC United Zürich) reagierte unser Trainer, wie oben angetönt, auf seines Erachtens wohl zu „freche“ Fragen ungehalten, unangemessen, gereizt und pampig. Dabei waren diese Fragen seitens des Moderators sehr interessant und ebenfalls auch alles andere als unverschämt. Obwohl dies eine andere Geschichte ist, fiel es den Anwesenden ebenfalls auf und hinterliess einen faden Beigeschmack. Wessen Wahrnehmung ist hier wohl verzerrt? Man darf ja durchaus mal einen schlechten Tag haben. Aber dann zieht man sich bitte diskret und freundlich zurück; das versteht jeder. Ansonsten wird der Eindruck erweckt, man versuche verkrampft im Mittelpunkt zu stehen; und zwar um jeden Preis und ohne Rücksicht auf Verluste. Aber unser Trainer erkannte in diesen Situationen augenscheinlich nicht, dass er mit seinem Verhalten nicht nur die Institution Trainertalk torpedierte, sondern auch die wartenden und insbesondere interessierten Fans brüskierte (gar nicht zu reden vom erwähnten Rundumschlag gegen die Kurve; das ist eine Schande!). Soviel Emotionsregulation und “sich selber spüren” sollte dann schon beherrscht und vorausgesetzt werden dürfen. Dies auch im Lichte des Vorbildcharakters, welcher Trainer und Spieler angeblich haben sollten. Man stelle sich nur mal vor, man würde tatsächlich mal handfest etwas kritisieren und nicht nur ein paar harmlose Fragen zum Spiel stellen. Auch wir können anders, wenn’s sein muss (ich spreche für die “Boys Bernrain”). Was würde wohl dann geschehen? Rot vor Wut und dann eine spontane Selbstentzündung, weil der angestaute Damp nicht entweichen kann? Ich möchte weder nachtreten noch „Liebesentzug“ in Form von „Support-Entzug“ androhen (das wäre dann ebenfalls kindisch; zudem sind wir wegen des Vereins da) oder dieser Sache allgemein zu viel Gewicht beimessen. Allerdings wurde hier ganz klar eine Grenze überschritten und solche Ausfälle sind nicht nur seltsam sondern schlicht nicht tolerierbar. Ich ziehe die gelbe Karte und hoffe, dass sich die Verschiebung der trainerseitigen Massstäbe kausal mit einer über die Leber gelaufenen Laus erklären oder allenfalls dem langen Warten auf erwähnten Hamburger zurückführen lässt.

  2. Führt ein Club mit 4 Punkten die Tabelle an, ist für den Verfolger das nächste Spiel immer ein Schlüsselspiel, um nicht weitere Punkte weg zu geben. So war es denn auch gegen den FC Uzwil wichtig, zu gewinnen, nach dem der FCK eine Woche zuvor in Chur (beim Fusionsverein von 1997 – FC Chur/FC Neustadt/SC Grischuna) knapp verloren hatte. Alle Wege bleiben somit offen, auch wenn die Bündner beim Kreuzlinger Stadtrivalen im Döbeli keine Schwäche zeigten und wiederum ohne ein Tor zu erhalten, gewannen. In der Tat werden in dieser Liga jene Mannschaften gut abschneiden, die besonders eine starke Hintermannschaft aufzubieten haben. Dann reicht auch mal ein 1 oder 2 zu null, um vorne zu sein. Ob das dann attraktiver ist, als ein 3 zu 2 oder 4 zu 3, ist die andere Seite. Das müssen Zuschauer entscheiden. Letztlich steht wohl “Spitze” (gleich Aufstieg) über allem, auch wenn es die Fans nicht unbedingt bei jedem Spiel “von den Sitzen reisst” und nur die Fussball-Gourmets unter ihnen sich am Kern dieser Spielweise (vielleicht) zu laben wissen. Nichts ist eben erfogreicher, als der Erfolg!

    Interessantes zeigt sich am Tabellenende der Gruppe 6 der 2. Liga IR, wo zwei von drei Mannschaften immerhin bereits 12 Punkte aufweisen und somit punktestatistisch durchaus im Soll so liegen, so dass sie sich schon bei der nächsten Gelegenheit über dem Strich befinden könnten. Keine der Ligagruppen ist so ausgeglichen, sind so viele Mannschaften gefährdet, sich plötzlich hinten zu finden. Damit hat derzeit Servette II in der Gruppe 1 kein Problem, führen doch die Genfer mit dem Punktemaximum die Tabelle an. Auch das ist interregional möglich.

  3. Für einen Trainer, Matthias Pfau, dauert ein Spiel jeweils noch mindesten weitere 90 Minuten. Und was sich da im Kopf noch immer abspielen kann, mag halt nicht dem entsprechen, was wir von einer Antwort auf eine spontane Frage erhoffen. Auch wenn die Frage zum üblichen Trainertalk gerichtet sein mochte. Dass sich manche Trainer “in Freud und Leid” bestens verstehen, ist bekannt. Leider ebenso, dass es zwischen zwei Akteuren mal – oder grundsätzlich – harzt. Ist ihr Bier. Wir sehen das jeweils bei den Profitrainern (Bildschirm): Entweder verabschieden sich da zwei nach dem Spiel durch “Händeberühren im Schnelldurchlauf”, oder sie gehen noch einige Schritte gemeinsam plaudernd Richtung Kabinen.

    Richtung Zürich, auf die BXA-Sportanlage (Bassersdorf x aktiv), geht es am Samstag für den FCK. Die Bassersdorfer kündigen clubintern schon mal an, dass sich im Zürcher Unterland mit Kreuzlingen eine “absolute Spitzenmannschaft” vorstellen würde. Doch aufgepasst: “Bassi” liegt gerade mal 4 Zähler hinter der Hafenelf! Somit braucht es eine geballte FCK-Einheit zwischen Trainer, Spielern, Betreuer und……… Fans (!!), um zu bestehen.

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