Verblüffende Churer Ideenlosigkeit

Bei garstigem Wetter trafen sich 160 Interessierte zum Showdown gegen den Tabellenführer Chur 97.

Nur 160? Das Wetter war tatsächlich so ungemütlich, dass etwa beim FC Amriswil, welcher einen Top-Lauf hat, am gleichen Tag nur 60 kamen.

Chur 97? Landläufig wird noch heute oft FC Chur benutzt, dieser Verein ging aber in einer Fusion mit Neustadt und Grischuna auf. Vielleicht sollte der Verein spätestens mit dem Umzug an die Obere Au wieder den traditionsreichen Namen FC Chur, immerhin mit NLB-Vergangenheit, annehmen.

Zum Spielgeschehen. Zwei Szenen waren Spielentscheidend. Der von Fabian Fellmann glänzend gehaltene Penalty und ein wunderschön über mehrere Stationen herausgespieltes Tor mit Abschluss von Sven Bode. Endresultat 1:0.

Chur 97 präsentierte sich als solides Team, jedoch ohne Druck im Vorwärtsgang. Man sah über die gesamte Spieldauer keine einzige aus dem Spiel entstandene hochkarätige Chance der Bündner. Das war dann doch verblüffend. Im letzten Herbst wirkten die Bündner sehr viel ideenreicher und gefährlicher. Doch nicht der grosse Favorit?

Kreuzlingen übernahm früh das Spieldiktat und gab es erst wieder in den letzten Minuten ab, ohne jedoch richtig in Gefahr zu kommen. Kürsats Elf stand relativ hoch. Als Zuschauer hatte man Angst vor einem einzigen Gegenstoss, einer einzigen Churer Chance die dann den ganzen Aufwand zunichte gemacht hätte. Dieses Risiko stand der Kreuzlinger Mannschaft aber gut und zahlte sich am Ende aus.

Das zurückschauen sollten wir nun sein lassen, aber die zwei Startniederlagen relativieren sich etwas mit einem Blick auf die Tabelle. Uzwil und Amriswil stehen jetzt an der Tabellenspitze.

Mit Rüti erwartet den FCK nun ein Team welches mit Bazenheid vergleichbar ist. Mal Top mal Flop. Gute Einzelkönner, launige Mannschaft, welche eher Tore schiessen als verhindern will.

Bei Kreuzlingen gibt es auch im jetzigen Erfolg zwei, drei Spieler in der Kreativ-Abteilung welche nicht ihr ganzes Potential abrufen (können). Sollten diese Spieler an alte Zeiten anknüpfen, dann nimmt man die Gegner auseinander. Aber Halt! Genau das ist gar nicht entscheidend wie die jetzigen Spiele zeigen. Bloss nicht übermütig werden. Schwächere Einzelleistungen werden vom Team aufgefangen, dann schlägt man die Gegner.

Bei den kommenden, vermeintlich leichteren Gegnern, zeigt sich die wahre Meisterschaft. Volle Konzentration und Einsatz, Fallobst hat es in der 2. Liga Interregional (fast) keines.

1 Comment

  1. Wenn der FC Kreuzlingen gegen den Tabellenführer nach anfänglicher Bedrängnis doch ziemlich beliebig gewinnt, wie berichtet wird, der FC Chur 97 somit an der Spitze durch Uzwil und Amriswil abgelöst ist, gegen die der FCK unlängst verloren hatte, so gibt es dazu verschiedene Interpretationsmöglichkeiten: Entweder erwischten die Bündner aus der Hauptstadt – wie es so treffend heisst, einen “rabenschwarzen Tag”. Oder Kreuzlingens FC-Wert stieg nach zwei gewonnenen Partien mächtig an und machte die vorher zwei verlorenen zum Vergessen. Dazu schon mal: Uzwil und Amriswil sind eben seit Beginn der Meisterschaft in einer ziemlich gehobenen Verfassung.!

    Wenn also die beiden Spitzenreiten durchaus Potential haben, so ist es im Nachhinein eher verständlich, dass gegen beide Clubs auch mal zu verlieren ist. So gesehen kann es für mich stets mehr entscheidend sein, gegen schwächere Gegner nicht zu verlieren. Tut schlicht mehr weh!

    So sehen ich denn die kommenden zwei Partienen des FCK – gegen Rüti, gegen Seuzach – als wichtige zwischenläufige Schlüsselspiele an, die gewonnen werden sollten, um mit der Spitze mithalten zu können. Denn diese Spitze wird auch wiedermal verlieren. Dann kommt es zu einer enormen Zuammenballung ganz vorne und es wird bis Weihnachten spannend
    bleiben.

    Aber aufgepasst: Zu meinen, FC Rüti und FC Seuzach seien durch ihre derzeitige Tabellenlage nun einfache Gegner, verkennt deren “innerer Wert” als ehemalige 1.Liga-Clubs auch dann, wenn die AS Calcio Kreuzlingen z.B. die Fast-Winterthurer neulich ziemlich hoch bodigte. Kann passieren. Ich zweifle nicht, dass Trainer und Team des FCK die Situation nun richtig erfassen und sich mit allen Mitteln vorne behaupten wollen. Und diese Mittel sind, wie sich jetzt zeigt, durchaus vorhanden.

    Dass bei “garstigem Wetter” (sport-fan.ch) nur gerade mal 160 Interessierte bei FCK:FCCh zu zählen waren, ist bei einem gewonnen Spiel für einmal eher zu verschmerzen. Eine zeitgemässere Wind-und-Wetter geschütztere Infrastruktur hätte womöglich eine etwas bessere Zahl gebracht, doch ist das Zuschauerproblem quer durch diese Liga grundsätzlich ein wetter-unabhängiges Phänomen, das nach wie vor erstaunt. Es bildet auf jeden Fall kaum die sportlichen und gesellschaftlichen Anstrengungen einiger Clubs – und deren treuesten Fans! – ab. An einer Verbesserung ist zu arbeiten. Dabei kann die Infrastruktur auf jeden Fall nicht ausgeschlossen werden. Oder man begnügt sich. Wäre dann eine andere Fussballwelt, nicht die kurz unterhalb der 4., oder gar 3. nationalen Liga (von oben runtergezählt), welche doch einige Clubs mit ordentlichem Aufwand anzustreben gewillt sind. Chur scheint dies, trotz Nuller am Hafen, erkannt zu haben, soweit es schon mal die Infrastruktur betrifft, die HRS (Frauenfeld/Immobiliendienstleister) im Sportareal an der Oberen Au in Chur zu verwirklichen sucht. Wäre schön, wenn das auch 4-5 weiteren Clubs der Ostschweiz gelingen könnte. Gäbe – als Statement – fussballerisch frischen Wind in die Prärie!

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