Pfiff – Freistoss – Tor!

Pfiff – Freistoss – Tor!

Wie es gelingen könnte, in absehbarer Zeit in Kreuzlingen ein “Städtisches Stadion” zu realisieren. Eine Vision…..?

Gastbeitrag Bruno Neidhart

(ehemaliger FCK-Spieler)

Vorwort

Dass ein traditionsreicher Fussballclub im Laufe seiner Geschichte bislang an rund 10 verschiedenen Örtlichkeiten seine Heimspiele auszutragen hatte, ist eher ungewöhnlich. Es betrifft den FC Kreuzlingen 1905! Wobei die vergangenen Jahrzehnte meistens am Schifffahrtshafen gespielt wurde, nicht zuletzt in der stillen Hoffnung, hier auch mal bleiben zu können.

Bemerkenswert an dieser Platz-Odyssee sind dennoch die schönen Erfolge, die trotz der widrigen Umstände sportlich und gesellschaftlich ziemlich regelmässig eingefahren werden konnten – und können. Sie zeigen auf, dass trotz mancher Durststrecken, wie es sie im Sport allgemein geben kann, dass im Club eine Kraft liegt- liegen muss, die ihn immer wieder über die Stadt und den Kanton Thurgau hinaus in ein positives Blickfeld bringt. Durch diese jahrzehntelange Kontinuität darf der FCK zweifelsohne eine Spitzenstellung im kantonalen Fussballgeschehen beanspruchen. Er findet Beachtung.

Die provisorischen Umstände, mit denen sich der Club abwechselnd konfrontiert sah – und sieht, führten und führt dabei – von aussen betrachtet – kaum mal zu einem grundsätzlichen Dissens mit der Stadt. Sie half regelmässig aus, wenn der Club wiedermal Bedürfnisse anmeldete, die über seine eigenen Möglichkeiten hinaus gingen. Am Hafen entstand so im Umfeld des Meisterschaftsspielfeldes im Zeitverlauf allerdings ein ziemliches Infrastruktur-Provisorium, dessen praktikabler Charme inzwischen vielen sogar ans Herz gewachsen sein könnte! Dabei muss nach wie vor die Bodensee-Arena aushelfen, soweit es die Infrastruktur für Spieler, Schiedsrichter, Platzmanagement, usw., betrifft. Nur so ist der Club-Regelbetrieb überhaupt erst möglich.

2018 dann ein Paukenschlag, den sich interne Beobachter nach einer so langen Zeit der Platz-Unsicherheit auch ganz anders hätten vorstellen können: Die Stadt proklamierte den Begriff “Planungssicherheit” mit dem Inhalt, dass vor 15-20 Jahren (wiedermal) keine Entscheidung falle, wo letztlich eine zuverlässige Heimstätte für den FCK entstehen könnte. MIt anderen Worten: Es grüssen die Jahre 2033 – 2038. Was folglich bedeuten würde, dass sich erst die nächste oder übernächste Generation mit der Sache zu beschäftigen hätte. Also alles zurück auf null. Und einfach abwarten?

Mehr als eine Vision?

Es gab mal einen bekannten Politiker aus Hamburg der feststellte: “Wer Visionen hat, gehe zum Arzt”! Ich meine hingegen, dass Visionen nicht von übelster Art sind, um dabei eine Fragestellung, die seit Jahrzehnten im Raum schwebt, mal grundsätzlich – wenn vielleicht für manche auch etwas “zu visionär”! – zu beleuchten. Was man damit letztlich macht, ergibt eine neue Geschichte. Dann nicht als Einzel-, sondern Gemeinschaftswerk vieler Akteure.

Bereits 2014, nach einem Regenspiel, zeichnete ich mal spontan eine Vision, wie die Zuschauer auf der vorhandenen Steh- und Sitzrampentribüne der derzeitigen FCK-Anlage am Hafen provisorisch zu schützen wären. Dabei inspirierte ich mich an der Dachlösung des benachbarten Aussen-Eisfeldes. Es sollte eine einfache, aber doch zweckmässige, aufgeständerte Metallkonstruktion mit lichtdurchlässiger Dachhaut werden. Irgendwie, so erinnere ich mich, erreichte damals diese Vision sogar das Stadthaus mit daraufhin geäussertem Interesse. Dann verging die Zeit. Heute versucht der Club mit einer Reihe von zeltartigen Elementen bis Brauerei-Sonnenschirmen einen allfälligen Regen oder eine massive Sonneneinstrahlung abzuwehren. Manche aus der potentiellen Zuschauerriege finden bei solchen Wetterkonstellationen trotzdem wohl nur schwer den Weg zum Hafen.

2016 hatte ich dann eine weitere Vision, wie auf dem von der Stadt als fussballtauglich designierten Bereich Seezelg einst im Rahmen eines “Sport- und Freizeitparks” eine Fussballanlage einzubetten wäre. Dazu muss man wissen, dass hier sogar bereits 2001 erstaunlicherweise eine Fussballtribüne für 1000 Zuschauer ganz offiziell von der Stadt planerisch das Licht der Welt erblickte. Wow! Nun: Meine Gedanken flogen noch ein deutliches Stück weiter und betrafen in diesem Rahmen sogar ein “See- und Sporthotel”. Etwas üppig? Wenn man jedoch zu erkennen vermag, wie sich hier eine ganze Reihe unterschiedlichster Sportarten von Tennis über Schwimmen bis Segeln, Tauchen, Paddeln, usw. zwischen Bahngeleise und Seeufer angesiedelt hat, kommt man dieser Idee schon etwas näher. Dazu käme noch Fussball (und die Velo-Zunft vom Bodensee-Radweg!).

Und schliesslich – 2019 – überkam mich eine ganz neue Idee – oder eben: Vision. Der Hintergrund: Da sich planerisch inzwischen das Platzangebot auf Seezelg für eine grosse Fussballanlage durch weitere Interessenten an diesem Uferstreifen minimierte – u.a. durch Tennis- und Reka-Feriendorf-Aktivitäten, überlegte ich mir, dass es somit Sinn machen könnte, einerseits auf Klein Venedig ein “Städtisches Stadion”, andererseits Seezelg vorwiegend als Fussball-Trainingscamp zu gestalten.

Fussball in Kreuzlingen

Der Welt-Sportart Fussball kann heute noch immer eine hohe identitätsstiftende Aufgabe bescheinigt werden. Wie diese Aufgabe dann vermittelt wird, ist Sache der jeweiligen Clubs von gross bis klein. Dazu gibt es gute, wie auch weniger gute Beispiele. Wenn jedoch die Voraussetzungen in allen Belangen stimmen, kann Fussball ohne Zweifel eine wichtige, integrierende Funktion innerhalb eines Gemeinwesens übernehmen. Beginnend bereits bei der Jugendarbeit! Sich als gesellschaftlich integrierend zu verstehen, stand auch für den Fussball in Kreuzlingen seit seinen Anfängen 1905 stets im Vordergrund. Und das über alle Schichten hinweg! Die hiesige Grenzlage beflügelte dieses Streben zusätzlich über die eigene Örtlichkeit hinaus: Ein Kreuzlinger Markenzeichen! – nicht nur fussballbezogen.

Fussball hat sich, wie andere Sportarten auch, im Verlauf seiner langen Geschichte verändert. Veränderungen können naturgemäss sowohl positive, als manchmal halt leider auch eher negativ einwirkende Aspekte beinhalten. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf den Punkt 7 meiner Darstellungen von 2019.

Kreuzlingen hat in seinen Mauern derzeit bekanntlich zwei tüchtige Fussballclubs: Den traditionsreichen FCK am Hafen, sowie die ebenso ambitionierte AS Calcio im Döbeli. Beide Clubs spielen derzeit auf gleicher Ligahöhe (2. Liga interregional – fünfthöchste Schweizer Spielklasse). Für die Qualität der Sportanlagen sorgt dabei massgeblich die Stadt. Wobei grössere Platz-Investitionen bekanntlich jeweils einer Volksabstimmung bedürfen (wie zuletzt AS Calcio erfahren musste).

Nun: In näherer oder ferneren Zukunft ist schlecht vorstellbar, dass Kreuzlingen – so gross ist die Stadt noch nicht! – über gleich zwei “gehobenere Spielstätten” verfügen wird, was die Infrastruktur für Spieler, Schiedsrichter, Betreuer, Sponsoren, Reporter, Presse, usw., wie besonders auch für Zuschauer betrifft.

Und auch ist kaum vorstellbar, dass gleich beide Clubs eines Tages auf einer sportlich deutlich höheren, damit organisatorisch und finanziell viel anspruchsvolleren Ebene agieren können. Ich spreche damit mal ein Feld an, das in eine Zukunft weisen könnte, deren Zugangswege momentan aber noch in einer Warteposition zu verharren scheinen (darüber ist weiter unten mehr zu lesen!).

Aktuell ist sowohl die FCK-Anlage am Hafen, als auch diejenige im Döbeli des Clubs AS Calcio, nach Verbandsbeurteilung tauglich bis zur 2. ir-Liga. Allerdings rundum auf einem eher bescheidenen, zum Teil nur auf provisorischem Infrastruktur-Niveau fussend. Bescheidenheit als Zier? Derzeit noch auf charmante Art darstellbar, da sich momentan auf beiden Anlagen das Zuschauerinteresse eher noch mässig anfühlt. Letzteres muss jedoch nicht von Dauer sein, wie es schon mal das erste Stadt-Derby mit einer stattlich versammelten Kreuzlinger Fussballgemeinde vormachte! Es war ein Hinweis, dass in der Stadt – und wohl darüber hinaus – das Interesse am Fussball durch Attraktivität geweckt werden kann. Das Cupspiel der AS Calcio gegen den FC Luzern zeigte diese Tendenz ebenso. Und wenn eine attraktive Platz-Infrastruktur dazu auf Dauer noch animiert, könnte das Interesse ein gutes Stück nachhaltiger werden. Die “Goldenen 30er” (Grenzlandstadion an der Konstanzerstrasse!) “waren zwar mal”, sind aber noch immer im kollektiven Kreuzlinger Fussballgedächtnis anspornend präsent.

Stadt und Stadion

Nach all diesen Erwägungen, Mutmassungen, Erkenntnissen, usw., bin ich letztlich zum Ergebnis gelangt, dass Kreuzlingen in gut überschaubarer Zeit eine zeitgemässe, zweckmässige, multifunktionelle Fussballanlage im Sinn eines veritablen (Klein-) Stadions brauchen könnte – ja zukünftig brauchen wird! Davon ganz unabhängig, wie die derzeitigen Zukunftsstrategien und möglichen Perspektiven der einzelnen Clubs konkret aussehen mögen.

Und da ich persönlich – frisch und frei – ein “Städtisches Stadion” auf Klein Venedig favorisiere, hätte der FCK Heimrecht, trägt doch hier der Club seit Langem seine Spiele aus. Trainiert würde hingegen dann vorwiegend auf Seezelg. Was immer sich bei dieser Ausgangslage auch mal ändern könnten, in dem z.B. “Fussball in Kreuzlingen” anders strukturiert wäre – strukturiert werden müsste!, ist im Moment, wie bereits erwähnt, eine andere Ebene (und unten kurz mal angesprochen).

Meine Vorstellungen, die ich 2019 unter dem Titel: “Der FC Kreuzlingen im Vakuum: Die unendliche Suche nach Heimat” beschreibe, mag nur auf den ersten Blick übertrieben sein. Im Prinzip umfasst die Darstellung vorerst mal lediglich eine kompakte Infrastruktur, wie sie für jeden Club ab einer gewissen Ligahöhe heutigen, wie späteren Bedürfnissen (und besondere Verbandsanforderungen!) zu entsprechen vermag. Und da eine solche Anlage über Fussballbedürfnisse hinaus der Stadt zu dienen hätte, wäre eine funktionale und komfortable Ausführung in einer ansprechenden Grössenordnung zweckentsprechend. Abgerundet würde eine solche Anlage, die dann auch “Städtisches Stadion” genannt werden könnte und dem ich als Arbeitstitel den Begriff “Hafenpark-Stadion” unterlegte, mit einem einfachen, gestuften Stehplatzband, um dem Begriff “Stadion” und einer damit verbundenen, ganzheitlichen Platzatmosphäre näher zu kommen. Somit würde eine Zuschauerzahl zu erreichen sein (3000), die auch grössere Anlässe ermöglicht – beileibe nicht nur für Fußball! Und es wäre eine Investition auf Jahrzehnte. Mit kräftigem Mehrwert für Kreuzlingen. Vielleicht dann einzig in seiner Art im Thurgau!

In medias res…..

Sollte die Annahme, dass die sich weiter entwickelnde Stadt Kreuzlingen in näherer Zukunft ein “Städtisches Stadion” im Sinn einer markanten Outdoor-Arena braucht, richtig sein, wäre so rasch wie möglich ans Werk zu gehen. Die oben genannten Jahreszahlen 2033 bis 2038 – städtisch als “Planungssicherheit” vermittelt -, sind eine Zielvorstellung ohne grossen Wert. Dagegen sollten bereits heute “konkrete planerische Strukturen” sichtbar gemacht werden, die allen Beteiligten einen örtlichen, zeitlichen und inhaltlich sicheren Rahmen aufzeigen würden, was denkbar ist, und was nicht.

Dazu wären vorher Prämissen festzulegen, die von einzelnen Körperschaften (u.a. Stadt, Clubs, Sponsoren, weitere Interessierte) zu bestätigen wären, um dieses Projekt in ein sicheres, gemeinsam gefülltes Paket zu befördern. Von diesen Prämissen würde es dann grundsätzlich abhängen, ob eine konkrete zeitlich und inhaltliche Zielvorgabe “Städtisches Stadion” als realistisch erscheint – oder nicht!.

Als solche Prämissen könnten gelten:

1.

Beide gegenwärtigen Fussballclubs der Stadt – der FC Kreuzlingen und die AS Calcio Kreuzlingen – kommen überein, dass ein “Städtisches Stadion” auf nähere oder mittlere Sicht “Fussball Kreuzlingen” nach innen und nach aussen beflügelt. Wo eine solche Anlage zu stehen kommt, ist (vorerst mal) eher zweitrangig. Entsteht sie in der Stadtmitte (Klein Venedig), wären die bestehenden Plätze im Westen (Döbeli), sowie die drei angedachten im Osten (Seezelg) weitere Spiel-, und Trainingsplätze für die Clubs. Der FCK hätte seine Hauptspielstätte auf Klein Venedig, wo er bereits Jahrzehnte aktiv ist. Jedoch auch dem AS Calcio stünde die Anlage offen. Wieweit eine anzustrebende Weiterentwicklung ligabezogen nur durch eine Zusammenarbeit beider Clubs möglich wäre, wird sich im Laufe der kommenden Jahre abzeichnen. Dieses Feld muss offen bleiben. Erforderlich könnte so z.B. auch mal – Achtung Vision! – ein VFC sein, also etwa: “Vereinigter Fussball-Club Kreuzlingen”, um ein höheres Ligaziel zu erreichen, das ein Club alleine womöglich nicht schaffen könnte, jedoch mit einer breiteren Resonanz eher gelingen müsste. Viel hängt zukünftig davon ab, wie sich die derzeitigen Aktivitäten beider Clubs entwickeln. Die kommenden Jahre zeigen, was möglich ist – und was nicht. In jedem Fall, bei jeder Konstellation, braucht eine Weiterentwicklung von “Fussball Kreuzlingen” eine positiv abgestützte, gesellschaftliche Resonanz.

2.

Angenommen, die beiden Clubs finden eine grundsätzliche Übereinstimmung dass ein “Städtisches Stadion” Sinn machen würde, ist das Gespräch mit den gegenwärtigen – vielleicht auch weiterer potentieller Sponsoren und Gönnern – zu suchen. Dabei wäre zu erörtern, was diese einerseits ebenso grundsätzlich zur Idee “Städtisches Stadion Kreuzlingen” meinen, andererseits sich mal ganz unverbindlich äussern, was eine allfällige “Konzentration der Kräfte” sport- und medienbezogen für sie bedeuten könnte, welche neuen Perspektiven sich dazu ergeben könnten. Auf den (kräftigen) Einbezug von vielen Sponsoren und Gönnern ist – neben dem Engagement der Stadt – in der heutigen Sportwelt nun mal nicht zu verzichten!

3.

Wenn die Punkte 1. und 2. im Grundsatz schon mal eine breite Übereinstimmung zeigen würden, ein “Städtischen Stadions” anzustreben, wäre eine ausführliche Dokumentation der Stadt zu übermitteln. Darin sollten alle wichtigen Punkte schon mal aufgelistet sein, wie ein solches Projekt sowohl aus sportlicher, wie auch gesamtgesellschaftlicher Sicht die Stadt Kreuzlingen langfristig auszeichnen könnte. Dabei wäre besonders darauf hinzuweisen, dass eine solche Anlage über den Fussball hinaus der Stadt zur Durchführung geeigneter “Events” dienen könnte, was sich werbewirksam vermarkten liesse. Über eine etwaige Mantelnutzung, Bau-beteiligungen, Generalunternehmung, usw., wie es heute vielfach bei Stadionbauten zur Mit-Finanzierung notwendig werden kann, wäre hinzuweisen. Zeitrahmen: Die mit “Planungssicherheit” bezeichnete Vorstellung bezieht sich, wie oben erwähnt, auf die Jahre 2033 bis 2038. Dieser Rahmen beinhaltet jedoch zu wenig Konkretes. Er zögert eine klare Entscheidung zur Sache hinaus. Daher wäre von der Stadt bereits heute ein festes Datum zu fordern.

4.

Die Stadt ihrerseits hätte sich also in folgenden Punkten bereits heute zu erklären:

A: Welche Kreuzlinger Örtlichkeiten gelten “definitiv langfristig” als “Fussball-Sportgelände”: Klein Venedig? Seezelg? Döbeli? Bestehen noch weitere Optionen? (das Burgerfeld ist mehr auf Leichtathletik ausgerichtet und aus heutiger Sicht nicht mehr fussballgeeignet).

B: Anerkennt die Stadt die Vorstellung eines “Städtischen Stadions” im Grundsatz als positiv, wie es die unter Punkt 1. und 2. erwähnten Kreise dokumentierten?

C. Wenn ja, an welchem Standort sollte schliesslich versucht werden, in Kreuzlingen ein “Städtisches Stadion” zu planen und zu realisieren, das sowohl für Fussball, als auch andere Veranstaltungen geeignet wäre?

5.

Ist letztlich eine grundsätzliche Übereinstimmung erreicht, gälte es, so rasch wie möglich an die Projektarbeit zu gehen, die mal grob ausloten könnte, was in einem erklärten Rahmen möglich erscheinen würde – und was nicht. Dabei wäre auch die Frist zu analysieren, in der ein “Städtisches Stadion” zu erstellen wäre. Dazu meine Bemerkung: Es böte sich – gar nicht als Vision! – das Jahr 2030 mit dem Jubiläum 125 Jahre FC Kreuzlingen an! Innerhalb von 10 Jahren sollte ein solches Projekt – bei gezieltem Willen – zu realisierten sein, selbst wenn im entsprechenden Baugebiet ein erweiterter Gestaltungsplan notwendig wäre.

6.

Ein zukunftsweisendes Vorhaben, das weit über rein sportliche Belange hinausgeht, ist nur mit viel Leidenschaft und Mut zu entwickeln und der Bevölkerung erklärbar zu machen, um letztlich realisiert zu werden. Ein solches Projekt ginge ohne Zweifel in die Stadtgeschichte ein und würde – mit allem Drum und Dran – zur weiteren Entwicklung von Stadt, Sport und Gesellschaft beitragen. In einer “Region am Rande der Schweiz” (Bemerkung aus einer Wirtschaftsanalyse….) würde ein solches Projekt viel zur örtlichen Identifikation beitragen und Aufmerksamkeit erregen über Stadt, Agglomeration und Grenzen hinaus. Es stärkte so den eigenen Standort innerhalb eines Metropolraums (etwa: Bodensee, Zürich).

.und zuletzt 7.

………hätten die Kreuzlinger Stimmbürgerinnen und Stimmbürger das berühmte letzte Wort um zu entscheiden, ob sie ein Projekt gutheissen wollen, das in die Entwicklungsgeschichte von Stadt und Gesellschaft eingehen könnte. Dabei wären – wie bei solchen Vorhaben üblich, vorerst auch viele negative Stimmen zu erwarten. Daher müssten alle befürwortenden Kreise innerhalb der Gesellschaft zusammen argumentieren, um den Kerngedanken eines solchen Unternehmens allgemein transparent zu machen. Was derzeit vergleichbar in anderen Städten gelingt (z.B. Gossau SG, Chur), könnte doch auch in Kreulingen bei gutem Willen “eines Tages” gelingen – oder?

Ein kurzes Résumé

Gelingt es nicht, in absehbarer Zeit Nägel mit Köpfen zu machen, kann das Projekt: “Städtisches Stadion” für mindestens eine Generation schubladisiert werden – oder ganz verschwinden. Dass eine solche Einrichtung für fussball- und andere sportliche Belange, sowie auch aussersportliche Aktivitäten, als Gemeinschaftsrahmen einen Mehrwert für Kreuzlingen bringen dürfte, ist kaum weg zu diskutieren. Bleiben die Verhältnisse so, wie sie heute sind, also zwei Fussball-Sportanlagen auf bescheidenem Infrastrukturniveau, kämen spätestens dann neue Fragen auf, wenn sportliche Erfolge des einen oder anderen Clubs eine Neubewertung spezifischer Platzbedingungen vom Verband verlangt würden. Mindestanforderungen sind heute Standard, um ein grösseres Ereignis ordnungsgemäss und sicher durchführen zu können. Dass ausserhalb solcher Betrachtungen ein vorzeigbares “Städtisches Stadion” der erklärten Sportstadt Kreuzlingen ganz grundsätzlich schon heute gut anstehen würde, erschliesst sich mir. Mit Leidenschaft und Mut aller Beteiligten lässt sich vielleicht auch heute noch viel bewegen, was vorerst als Utopie – oder eben “Vision” – erscheinen mochte oder belächelt wurde. In diesem Sinn symbolisiert Pfiff – Freistoss – Tor! einen Zusammenhang, der final zum Ziel führen könnte. Wie so oft im Sport und anderswo braucht es auch mal Glück. Es ist der Kreuzlinger Gesellschaft zu wünschen.

Siehe dazu auch:

Der FC Kreuzlingen im Vakuum: Die unendliche Suche nach Heimat (2019)

Berlin im August 2020

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