Kampf um jeden Meter

“Thurgauer Classico, grüsst erneut das Murmeltier?” (Amriswil mit Anspielung auf einen alten Hafetschutter-Bericht), “Schockt der FCK mit einem Sieg gegen Amriswil endgültig die Konkurrenz?” (Widnau). Bereits im Vorfeld war die Spannung vor diesem Spiel gross, wird der FCK seine Amriswil-Schwäche ablegen können und der Konkurrenz enteilen?

Die ersten Zweikämpfe zeigten es, hier wird heute um jeden Meter gekämpft, anders war es auch nicht zu erwarten. An der Seitenlinie der Amriswiler: Samel Sabanovic (Trainer) und Christof Schenk (Sportchef), beide bekannt aus glorreichen Kreuzlinger 1.-Liga-Tagen. Auf dem Platz wird bei den Oberthurgauern vereinstreue gelebt, Fabian Kreis (seit 1998),  Suad Jonuzi (seit 2008), Fabio Moser (seit 2008), Silvan Eggmann (seit 2000) stehen dafür.

Der FC Kreuzlingen liess sich diesmal nicht überrumpeln und als Yves Seeger in der 23. Minute den Führungstreffer für die Grenzstädter erzielte, schien die Kreuzlinger Maschine trotz aller Gegenwehr der Amriswiler seinen gewohnten Lauf zu nehmen. Das Gegentor von Wisam Al-Naemi in der 35. Minute war erst die zweite Chance der Amriswiler. Überraschend kam das Tor dennoch nicht, die Kreuzlingen gestanden in den vorangegangen Minuten dem FCA ein klein wenig mehr Raum zu. Nicht viel, aber bereits fatal gegen die sich im “Spiel des Jahres” befindlichen Amriswiler.

Wisam Al-Naemi spielte übrigens auch schon in der 1. und 2. Mannschaft des FC Kreuzlingen. Gibt es eine Statistik die belegt, dass Ex-Spieler eine deutlich höhere Trefferquote gegen ihren ehemaligen Verein haben? Es muss so sein.

Die 2. Halbzeit war ausgeglichener, die Einwechslungen zeigten nicht den gewünschten Effekt, der Punktgewinn der Amriswiler war nicht unverdient. Mit dem 1:1 können beide Mannschaften leben. Der FC Amriswil bleibt an der Spitzengruppe dran, der FC Kreuzlingen bleibt Tabellenführer, der FC Amriswil zeigte dem FC Kreuzlingen erneut Grenzen, letzterer wiederum liess sich von den Amriswilern nicht mehr vorführen.

Amriswil machte das erneut gut. Wenn ich aber wählen könnte, mit welcher Mannschaft man über eine ganze Saison hinweg eher aufsteigt, dann würde ich den derzeitigen FC Kreuzlingen vorziehen, die Mannschaft ist individuell etwas stärker und ebenfalls gut eingespielt. Die 5 Punkte Vorsprung nach 6 Runden hätte man vor der Saison auch genommen.

Der Hauptplatz des Tellenfeldes wird derzeit saniert, daher fand das Spiel auf dem ” Tellenfeld Nord West 5″ statt. Lange Laufwege zum Clubhaus Inklusive.

Am nächsten Samstag folgt das nächste Thurgauer Derby. Der FC Frauenfeld kommt ins Hafenareal und auch dieser Gegner dürfte top motiviert sein.

Titelfoto und weitere Fotos vom Spiel: regese.ch

Kleines Rätsel für Geschichtsfreunde, welcher Thurgauer Rekord ist auf diesem Bild zu sehen?

4 Comments

  1. Ein dankbares Resultat! Ich hatte es – privat getippt – favorisiert: Einerseits bleibt somit der Kreuzlinger Fussballclub in der Leaderposition, andererseits verliert der Oberthurgauer FC Amriswil gegen seinen Rivalen vom See kein Terrain. Für beide Mannschaften also gute Voraussetzungen für den weiteren Verlauf der Saison. Darauf lässt sich bauen.

    Die Positionen 2 und 3 der Tabelle sind derzeit von Mannschaften besetzt, denen man es auf der einen Seite eher zutraute (FCW), oder – im Fall der Spielvi – wohl eher nicht. So ist halt Fussball. Und das hat man auch wieder mal im Döbeli gespürt, wo die AC-Blauhemden scheinbar noch immer nicht in der Meisterschaft angekommen sind. Ist Widnau so eminent stark? Ist die Calcio so schwach? Wir wissen es (noch) nicht. Besonders für den Stradtrivalen des FCK steht im Wortsinn, defintiv ab jetzt, “viel auf dem Spiel”, um den Herbst positiver zu gestalten. Die Widnauer sind dagegen in einer Position, die viele Wege öffnet. Auch die nobleren.

    Gleiches gilt für den FCK: Die Hafetschuttertruppe tut gut daran, gegen Frauenfeld den Siegernimbus aufrecht zu halten. Sollte möglich sein – sag ich mal frech. Ob der FCF stärker ist als vor zwei Jahren, wird sich früh genug zeigen. Auf jeden Fall müsste das Derby der kantonalen Derbys wiederum viel Fussvolk anlocken. Dann wird es stimmig, dann wird es schön, dann lebt Fussball.

  2. Gratulation zum Punktgewinn. Ein Punkt (1:1) gegen den Angstgegner, und das auch noch Auswärts, mit dem kann der FC Kreuzlingen sicher leben. Damit hat der FC Kreuzlingen es zwar verpass, einen der härtesten Konkurrenten, mit einem Sieg hätte man bereits 8 Punkte Vorsprung auf den FC Amriswil gehabt, bereits frühzeitig zu distanzieren. 5 Punkte sind aber immer noch ein beachtliches Polster. 16 Punkte, aus 6 Spielen, da kann man von einem äusserst erfolgreichen Saisonstart reden.

    Neuer Verfolger vom FC Kreuzlingen ist der FC Widnau. Der mit 14 Punkten auf dem 2.Platz klassiert ist, und somit lediglich zwei Punkte Rückstand auf den FC Kreuzlingen aufweist.
    Dank einer souveränen, und vor allem abgeklärten Leistung konnte der FC Widnau das Auswärtsspiel gegen den AS Calcio Kreuzlingen mit 3:0 für sich entscheiden. Es war bereits der 4 Sieg, im 6 Spiel (4S, 2U). Vor allem in der 1.Halbzeit war der FC Widnau klar spielbestimmend, und konnte dann auch die entscheidenden drei Tore erzielen. In der 2.Halbzeit hatte man das Gefühl, dass der FC Widnau lediglich auf Resultat Verwaltung aus war. Somit bekam AS Calcio Kreuzlingen Auftrieb, und war dann auch in der 2.Halbzeit die bessere Mannschaft. Ein Tor, das Sie aufgrund der 2.Halbzeit sicherlich verdient gehabt hätten, wollte AS Calcio Kreuzlingen aber nicht gelingen. Ich kann AS Calcio Kreuzlingen auch nicht so richtig einschätzen. Sie haben definitiv einige gute Einzelspieler in ihren Reihen. Das macht aber noch keine Mannschaft aus. Das scheint derzeit das Problem zu sein. Als Mannschaft, das ist mein Eindruck vom Spiel gegen den FC Widnau, harmonieren die sicherlich guten Spieler, noch nicht. Wenn ich AS Calcio Kreuzlingen beurteilen müsste, dann sind Sie nach der gezeigten Leistung in der 1.Halbzeit, zurecht auf dem 13.Platz, und somit auf einem Abstiegsplatz klassiert. Für AS Calcio Kreuzlingen wird es sicherlich eine schwierige Saison werden. Ich denke aber schon, dass genügend Qualität vorhanden sein müsste, um den Ligaerhalt schaffen zu können.
    Noch etwas zu Calcio Kreuzlingen. Was ist denn da mit dem Fussballplatz los? Der Hauptplatz wird ja saniert. Auf dem Platz wo gespielt wurde, der wurde doch erst vor ein, zwei Jahren gebaut, war das Geläuf holprig. Vielleicht ist das ja auch ein Grund, wieso AS Calcio Kreuzlingen in den drei Heimspielen erst einen Punkt holen konnte. Die Stadtmeisterschaft ist dem FC Kreuzlingen in dieser Saison bereits jetzt auf sicher. Ob es am Ende für den FC Kreuzlingen zum Aufstieg reichen wird, das wird der Verlauf der Meisterschaft zeigen müssen.

    Ich sehe derzeit vier Mannschaften, die das Potential haben, um den FC Kreuzlingen in Bedrängnis bringen zu können. Obwohl derzeit lediglich auf dem 4.Platz klassiert, ist für mich immer noch der FC Amriswil erster Herausforderer.

    Auch dem FC Widnau, der grandios in die Saison gestartet ist, und daher völlig verdient nach dem 6.Spieltag den 2.Platz belegt, traue ich den ganz grossen Wurf, sprich Aufstieg zu. Sollte diese Form gehalten werden können, und man es schafft, auch in der 2.Halbzeit die Leistung der 1.Halbzeit auf den Platz zu bringen, dann ist in dieser Saison definitiv vieles möglich. In den bisherigen Spielen gab es beim FC Widnau jeweils in der 2.Halbzeit einen Leistungsabfall. Das muss abgestellt werden, will man sich am Ende ganz vorne klassieren. Auch wenn es derzeit dem FC Widnau blenden läuft, und man mit Kovacic (TOR), Ivic (ABW), Lässer (MIT) und Tüccar (OMI) eine Achse hat, mit der man definitiv um den Aufstieg mitspielen kann, sollte man schon die Kirche im Dorf lassen. Wenn der FC Widnau die bisher gezeigten Leistungen auch im weiteren Meisterschaftsverlauf abrufen kann, dann werden Sie die Saison in den Top3 beenden. Da bin ich mir zu 100% sicher. Das Mannschaftsgefüge, um die von mir genannte Achse, ist hervorragend. Es gibt erfahrene Spieler, und viele junge Spieler, die willig und hungrig auf Erfolg sind. Nur so kann man einen Ausfall wie von Abwehrspieler Timo Faleschini, der Aufgrund einer schweren Verletzung in der Vorrunde nicht mehr spielen kann, kompensieren. Gute Besserung nochmals.
    Ich bin jedenfalls zuversichtlich, was den FC Widnau angeht. Der von mir prognostizierte 4.Tabellenpaltz müsste eigentlich, stand Jetzt, realisiert werden können. Im Fussball kann es aber schnell gehen, wie man weiss. Ausfälle von wichtigen Spielern, und schon hat man einen Leistungseinbruch, der Punkte kostet. Sollte z.B. Torhüter Kovacic ausfallen, ich habe bereits vor der Saison gesagt, das ein Torhüter mit der Klasse Ilija Kovacic über die gesamte Saison wohl ca. 10 Punkte ausmacht, hat der FC Widnau ein Problem. Auch Ivic, Lässer und Tüccar sollten hoffentlich ohne grössere Blessuren durch die Saison kommen. Man hat es z.B. bei Lässer gesehen, der die ersten vier Spiele verpasst hat, dass ein solcher Ausfall Qualitätsverlust bedeutet.

    Die anderen zwei Herausforderer, die ich am Ende der Saison definitiv in den Top7 sehe, sind der FC Weesen und der SV Schaffhausen. Diese beiden Mannschaften verfügen über die Qualität, das haben Sie gegen den FC Widnau bewiesen, die es braucht, um ganz vorne landen zu können. Sie Spielvi, wie dieser Verein auch genannt wird, ist dann auch bisher die Überraschungsmannschaft.
    In diesem Sinne, auf eine weiterhin spannende Saison.

  3. Ich würde die Einschätzung von Markus grösstenteils bestätigen. Kreuzlingen-Widnau-Amriswil-Spielvi-Weesen, hieraus kommt schonmal fast sicher der Aufsteiger. Drei davon hat Kreuzlingen in der Vorrunde noch vor sich. Spielvi überrascht mich sehr , Kenner vom FVRZ-Fussball weniger.

    Auflösung des Bilderrätsels (kleines Bild im Beitrag anklicken): Es sind zwei Amriswiler Kirchen zu sehen, links die Katholische, rechts die Reformierte. Und letztere ist mit einer Höhe von 75 Metern der höchste Kirchturm im Thurgau. Erbaut wurde die Kirche 1892. Wenige Jahre darauf ging es mit dem Fussball im Thurgau los. Die neuen Kirchtürme wurden kleiner und die Tribünen höher. Im ländlichen Thurgau allerdings gilt das nur bedingt, hier findet man nach dem Abbruch des Stadions an der Konstanzerstrasse im Jahre 1959 keine einzige überdachte Fussballtribüne ohne Leichtathletikbahn. Dies sagt viel über den Stellenwert und die Geschichte des Fussballs in diesem Kanton aus. Dem Fussball wurde und wird hier nur in Kombination mit anderen Sportarten oder Schulen etwas mehr zugestanden und die Vereine konnten ihrerseits nie einen dauerhaften Leuchtturm aufbauen, womit wir wieder bei den Türmen sind.

  4. Den Aufsteiger bereits aus den vier genannten Mannschaften zu sehen: diese Prognose erscheint mir etwas gewagt. Man denke nur an den FCK, der sich vergangene Saison gegen Ende derart ins Zeug legte, dass er fast noch aufgestiegen wäre, nach dem ihm der Beginn der Meisterschaft verunglückte. Die Frage könnte sich also wieder stellen: Wer kommt in den noch kommenden 20 Spielen phänomenal zurück? Das sind doch noch glatte 60 Punkte! Beispiel: die Zweite des FC Wil? Der Beginn misslang. Nun sind sie mit erstaunlichen Resultaten dabei.

    Zum Fussball Thurgau: Die Tage, in denen es nur “Streuobstwiesen-Arenen” gab, sind vorbei. Selbst kleinere, aufstrebende Ortschaften legten durchaus respektable Fussballfelder an. Eine rundum gelungene Infrastruktur um einen Hauptplatz ist allerdings kaum irgendwo erkennbar. Aber auf ein sachliches Clubhaus, das an vielen Orten lange ein Fremdwort war, trifft man schon da und dort.

    Laut Hafetschutter fehlen jedoch die (TG-) “Leuchttürme”. Sollte es welche geben, so wäre deren Zahl sicher nicht bedeutend. Zwei, drei – vielleicht! Geschuldet ist dies – nicht nur, aber auch! – dem demokratischen Prinzip bei Abstimmungen dazu. Fussball steht für viele gerade nicht im Zentrum der Begierde. Das muss damals politisch und gesellschaftlich an der Kreuzlinger Konstanzerstrasse noch ganz anders gelaufen sein. Auch das private Engagement zur Sache. Und so haben denn zwei denkbare Leuchttürme, Frauenfeld und Kreuzlingen, Fussballanlagen, die derzeit den Zweck immerhin etwas gehobener erfüllen, doch sind in die Zukunft hinein (noch) keine zeitgemässen modernen Entwicklunge erkennbar, die heute zum Leistungsfussballschauen ausgerufen und zu einem sportlichen Stadtsymbol werden könnten. Gut, Frauenfeld hat eine (gealterte) Tribüne und eine im “Hüttestil” erweiterte Infrastruktur. Halt mit einer Laufbahn. Und in Kreuzlingen ist man bemüht, in einer schwebenden Phase, was die langfristige Platzsicherheit am Hafen betrifft, gegenwärtg das fast Maximale heraus zu holen, was hier provisorisch möglich ist (noch immer ohne Dach). Das Provisorische ist das Resultat einer stadtseitigen Entscheidungsschwäche. Und so ist denn bei respektablen Bemühung (neu: provisorischer Umkleidetrakt) vom Seepark-Aussichtsturm aus, über die Hafeneinfahrt geblickt, noch kein eigentlicher (städtischer!) “Fussball-Leuchtturm” zu sehen. Wann einmal, hier am Hafen oder anderswo, in einer Stadt mit nur noch ganz geringen Flächenreserven für Sportflächen, so was stehen könnte: dazu fragt man entsprechend also eher oben in Bernrain bei der Sternwarte mal nach…..

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