Mit Konstanz in die Top 5 der Ostschweiz / 5:0 in Wil

Es gab vor dem Spiel gegen den FC Wil U20 durchaus ein paar Argumente für eine erste Niederlage. Ein vom Erfolg vielleicht nicht mehr ganz so hungriger FCK mit überraschenden Schnitzern in der Abwehr auf der einen – ein flinker, offensiver FC Wil auf dem eigenen Kunstrasen im Bergholz auf der anderen Seiten. Es wären die Zutaten für eine Überraschung gewesen.

Pustekuchen. Nichts von alledem bekamen die Zuschauer zu sehen. Der FC Kreuzlingen in allen Belangen überlegen. Herrliche Spielzüge, schnelle Tore, aber auch ein Nachwuchsteam, welches mit Fehlern des FCK nichts anzufangen wusste. 3:0 zur Pause, gleich nach dem Unterbruch das 4:0 – der FCK macht auch immer zur richtigen Zeit die Tore, lässt den Gegner gar nicht an seine Chance glauben.

Nun kommen die Spitzenspiele. Spielvi, Weesen, Widnau. Der 4., der 3. und der 2. nacheinander! Die Pflicht ist geleistet. 9 Spiele, 25 Punkte, 34:7 Tore und die mit Abstand beste Strafpunkte-Bilanz. Jetzt folgen die Wochen der Wahrheit. Ich bin mir sicher, die Mannschaft brennt darauf – und die Zuschauer brennen auch darauf.

Die Anhänger des FC Kreuzlingen sehen ihre Grün-Weissen noch immer unter den Ostschweizer Topvereinen. Hinter St. Gallen natürlich seit Menschengedenken, genau seit Norman Smith anno 1934 die Seiten wechselte. Auch Wil entschwand schon vor langem in den Profi-Betrieb, die Duelle zwischen den Vereinen sind für mich nur noch ferne Kindheitserinnerungen. Aber dass in den letzten Jahren auch noch Brühl (bei allem Respekt vor der Vereinsgeschichte) und Gossau vorbeizogen – so richtig akzeptieren konnte man das im Hafenareal nie, auch bei aller Liebe zu dieser durchaus charmanten 2. Liga Interregional Gruppe 6. Der FC Kreuzlingen gehört einfach in diese Ostschweizer Top 5 – und damit wieder in die 1. Liga.

Egal wie es ausgeht, einen grossen Anteil daran haben Konstanzer. Beim FC Kreuzlingen gehört das seit jeher zur Vereinsgeschichte. Läuft man am Samstag durch die Konstanzer Altstadt, sieht man Manuel Ferrone im italienisch-spanischen Feinkostladen Donato arbeiten – und ein paar Stunden später ein paar hundert Meter weiter im Hafenareal Fussball spielen. Bei wenigen Vereinen fühlt sich das grenzüberschreitende so normal an wie beim FCK.

Nun ist ein erster kleiner Schritt getan. Ein Drittel der Saison ist erfolgreich gespielt. Die Hoffnungen liegen auf Kürsat und dieser vielversprechenden Mannschaft.

Bei den kommenden Heimspielen gegen die Spielvereinigung Schaffhausen, der heimlichen Liebe der Munotstadt – und den FC Widnau, dem unangefochtenen Aushängeschild des Rheintals, sollte man wieder tolle Zuschauerkulissen erwarten dürfen – Zuschauer aus Kreuzlingen, Schaffhausen, Widnau und Konstanz. Hochspannung ist garantiert und erst noch vor der eigenen Haustüre.

7 Comments

  1. Wie die ersten Mannschaft vom FC Wil, so brachte auch deren Nachwuchs am Wochenende kein einziges Tor zustande! Hingegen bestätigte der FC Kreuzlingen gegen die Wiler U20 souverän die Spitzenposition in der Meisterschaft. Dabei wäre ein schwächeres Resultat nach dem bescheidenen Abschneiden gegen Seuzach tatsächlich keine Überraschung gewesen. Zumal nun der ewige Derbygegner, der FC Frauenfeld, Seuzach auswärts gnadenlos mit 7:2 bodigte. Sind nun die Hauptstädter endgültig aufgewacht? Nehmen wir es mal an. Hingegen läuft es im Döbeli noch immer nicht rund. Gar nicht rund. Da ist in den restlichen vier Partien der ersten Meisterschaftshälfte noch viel Arbeit zu verrichten. Sonst sieht es für die Ligazugehörigkeit der AS Calcio bereits düster aus. Der zweite Kreuzlinger Club ist bis dato die negative Überraschung der Saison 21/22. Man kann es nicht anders formulieren. Prinzip Hoffnung?

    Positiver klingt es hingegen am Walensee, wo sich auch ein kleiner Dorfclub aufmacht, den derzeitigen Liga-Spitzenreiter zu reizen. Das Auswärtsspiel gegen den FC Weesen wird dann für den FCK zu einem – vorläufigen – Schlüsselspiel werden (30.10). Das zuerst kommende Heimspiele gegen einen anderen Mitkonkurrenten, der Spielvereinigung Schaffhausen (23.10.), kann wohl eher positiv gestaltet werden, zeigt der Aufsteiger doch besonders unterm Munot seine Stärke. Und dann kommt Widnau! Schlag auf Schlag spannend also. Bis zum Halbsaisonabschluss gegen die anfänglich hochgelisteten, derzeit das Mittelfeld nach unten begrenzenden Red Stars aus Zürich.

    Liegt der FCK nach der Saisonpause noch immer einigermassen sicher vorne, kann die zweite Saisonhälfte mit viel Zuversicht und Elan angepackt werden. Das Zuschauerinteresse dürfte sich deutlich steigern. Das braucht es, wenn – nach Hafetschutter – der Club sich zu den Top 5 gesellen möchte. Wobei diese Position derzeit eigentlich vom FC Uzwil belegt ist, der vergangene Saison den FCK nicht mehr vorbei liess und aufstieg. Ich nehme an, dass Hafetschutter die jahrzehntelange Gesamtperformance eines Clubs als “Top” sieht. Und dazu gehört der FCK tatsächlich.

    Angenommen, die “5” wird erspielt, so wäre der FCK jedoch der einzige Club der keine Ahnung hat, auf welchem Sportgelände er in ungefähr 10 Jahren denn spielen soll. Hier könnte ein mutiges Wort der Stadt die derzeitige Begeisterung am Hafen anreichern und damit erste Planungen bewirken. Top 5 hätte auch für die Stadt als Ganzes Auswirkung. Daran besteht kein Zweifel, ist doch Sport ganz allgemein, traditionell auch Fussball, immer ein gutes Stück des gesellschaftlichen Lebens und verbindet. Zumal in einer multiethnischen Stadt, wie Kreuzlingen! Zumal in ewiger Nachbarschaft zu Konstanz!

  2. Ich bin schon über 50 Jahre FCK-Fan und habe schon alles erlebt von der 1. Liga bis fast Abstieg aus der 2. Liga. Aber diese Mannschaft ist eine der besten die ich je gesehen habe.

    • Danke für diesen Beitrag. Auch ich „träume“ davon den FCK irgendwann mal in einem Kreuzlinger Stadion anfeuern zu dürfen. Wer weiss was in den nächsten 10 Jahren noch passiert? 😉

  3. Schon beeindruckend wie souverän der FC Kreuzlingen derzeit die Spiele für sich entscheiden kann. Der grosse Aufstiegsfavorit zeigt derzeit kaum Schwächen, und steht nach dem 9.Spieltag vollkommen zurecht auf dem 1.Platz. Für die bisher abgelieferten Leistungen kann man auch als Fan einer anderen Mannschaft nur den Hut ziehen, und für das bisher Gezeigte gratulieren.
    Irgendwann wird es aber auch für den FC Kreuzlingen Rückschläge geben, und erst dann wird man sehen, wie gefestigt diese Mannschaft ist. Derzeit sieht es aber so aus, als ob es ein Start Ziel Sieg für den FC Kreuzlingen im Aufstiegsrennen geben wird.

    Am nächsten Wochenende stehen einige sehr interessante Spiele auf dem Programm. Nicht nur FC Kreuzlingen gegen den enorm starken Aufsteiger SV Schaffhausen (vor allem Zuhause), sondern auch FC Amriswil – FC Weesen, und FC Bazenheid – FC Widnau sind für den weiteren Saisonverlauf wegweisende Spiele.
    Vor allem FC Amriswil – FC Weesen ist aus meiner Sicht ein Spiel, in dem es für den FC Amriswil bereits um Alles, oder Nichts geht. Will der FC Amriswil weiterhin die Chance auf den Aufstieg bewahren, dann muss das Heimspiel gegen den FC Weesen gewonnen werden. Ich gehe nämlich davon aus, dass der FC Kreuzlingen das Heimspiel gegen den SV Schaffhausen gewinnen wird, und somit auf 28 Punkte kommen wird.

    Hinter dem FC Kreuzlingen könnte es am Wochenende zu einem Zusammenschluss kommen. Sollte Amriswil gegen Weesen, und Bazenheid gegen Widnau gewinnen, dann wäre der Zweite Widnau (21 Pkt.), Dritte Amriswil (20 Pkt.) Vierte Weesen (20 Pkt.) und der Fünfte SV Schaffhausen (19 Pkt.) lediglich zwei Punkte getrennt.
    Auch der FC Red Star ZH könnte mit einem Sieg im Sternen Derby mit dann 18 Punkten zu diesem Pulk aufschliessen.
    Sollte dies so eintreffen, dann hätte der Zweite bereits 7 Punkte Rückstand auf den FC Kreuzlingen. Ein wohl zu grosses Polster, um den starken FC Kreuzlingen im weiteren Saisonverlauf noch abfangen zu können. Der 10.Spieltag könnte daher eine Runde für den FC Kreuzlingen werden.

    Ich hoffe natürlich, das der FC Widnau seine Ungeschlagenheit auch in Bazenheid fortsetzen kann, und mit einem Sieg am FC Kreuzlingen dran bleiben kann. Etwas Spannung sollte der Aufstiegskampf ja schon bringen.
    Es wäre super, wenn es am 12.Spieltag in Kreuzlingen zum Spitzenspiel des Ersten FC Kreuzlingen gegen den Zweiten FC Widnau kommen würde. Wie der FC Kreuzlingen (SV Schaffhausen (H), FC Weesen (A)) hat auch der FC Widnau (FC Bazenheid (A), FC Amriswil (H) zwei schwere Spiele vor der Brust.

    • Na ja: “Amateurfussball”! Stimmt – und stimmt nur halb. Was zum Beispiel im Blick auf die einzelnen Spieler zutreffen mag – übergehen wir mal kleine “so-nebenbei-Nettigkeiten” – meine ich, dass mindestens die Clubs, seien sie im Bereich “Amateur” oder “Professionell” tätig, unter gleichen Grundbedingungen arbeiten sollten. Besonders dann, wenn damit ein konkretes sportliches Leistungsziel seiner Akteure angestrebt und verlangt wird. Ganz einfach ausgedrückt: Am Saisonende sollte die Kasse einigermassen stimmen! Oder spätestens nach 2-3 Jahren, an dem an einem definierten Ziel gearbeitet wird (nach Hafetschutter musste sogar der FCK mal umdenken, um nicht abzustürzen).

      Bewegt sich ein Amateurverein “kaufmännisch amateurhaft” in seinen Bestrebung, sportlich mehr erreichen zu wollen, was auch immer das kosten soll, so kann der Absturz genau so nah sein, wie bei einem Profi-Verein, der sich amateurhaft aufmacht, sportlich “auf Teufel-komm-raus” mehr erreichen zu wollen: Das erarbeitete Profil muss bei Amateuren wir Profis langfristig mit dem zu tätigenden Einsatz von Mitteln übereinstimmen! Auf Dauer wir ein Club nicht existieren können – oder tief nach untern durchgereicht (oder aus dem Verband ausscheidet), wenn er nicht auch elementare kaufmännische Grundsätze beachtet (Der FCK, seine heute tüchtige Clubleitung, scheint sich dessen bewusst zu sein!).

      Wenn dennoch zu beobachten ist, dass auch mal ein Clubs mit geringerem Etat sportlich über denen zu stehen kommt, die materiell “von einem anderen Stern gesegnet sind” (oder es zu sein scheinen!), hat oft andere Gründe. Sie liegen dann tatsächlich ganz in der “sportlichen Natur” – in der Ausnutzung aller zu Verfügung stehenden Möglichkeiten: von der Clubführung über die Trainer bis zu den Spielern (und die enthusiastischen Zuschauer nicht vergessen, von denen es nie genug sein können, um ein erstrebtes Ziel zu erreichen!). Zwischen Amateurclubs und Proficlubs besteht auch hier eine ziemliche Übereinstimmung.

      Angefügt: Wir erleben im Profibereich international derzeit eine Entwicklung – “Übernahmen ganzer Mannschaften durch potente Gesellschaften oder gar Einzelpersonen”, die nicht in den klassischen Raster der oben erwähnten, schlicht als “kaufmännisch und sportlich” bezeichneten Bestrebungen von Clubs einzuordnen ist. Die Skepsis ganzer Fangruppen zu dieser Entwicklung ist bekannt.

  4. Hallo Leute
    Widnau-Fan Markus hat die Ausgangslage vor der nächsten Runde gut erkannt. Es könnte tatsächlich zu einem totalen Zusammenschluss des Verfolgerfeldes kommen. Ich sehe aber für den weiteren Verlauf der MS einen Zweikampf zwischen Kreuzlingen und Widnau und tippe deshalb fürs Weekend 2 Siege für die 2 Favoriten und ein Remis zwischen den weit weniger starken Amriswilern und dem zuletzt sehr glückhaften Walensee-Retortenclub. Gründe: Kreuzlingen ist sehr stabil unterwegs und nur schwer zu schlagen und die Rheintaler gewinnen nun auch schlechte Spiele. Dies ist ein gutes Zeichen! Schlecht spielen und trotzdem gewinnen sind Tugenden eines Spitzenteams. Lassen wir uns überraschen und geniessen den weiteren Verlauf der sehr spannenden MS. In dem Sinne, beste Grüsse aus Altstätten

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