4:1 beim unbezahlten Fussball

4:1-Pflichtsieg in Seuzach. Die Leistungsunterschiede waren an diesem Nachmittag recht gross, lediglich in der Anfangsviertelstunde hatte der FCK ein paar heikle Situationen zu überstehen.

Seuzach erinnerte mich eher an ein 2.Liga-Team. Ein paar gar nicht so schlechte Spieler, aber alles nicht so athletisch. Ein Ü40-Routinier im Tor, dann wieder sehr junge Spieler (die man bei Winti U21 nicht mehr wollte). Es reicht bei Seuzach einfach nicht mehr – und das ist überhaupt kein Drama. Der Verein definiert sich über die gute Gemeinschaft.

Ein Seuzemer freute sich schon auf die 2.-Liga-Derbys, um dann gleich wieder von den tollen Erlebnissen in der 1. Liga zu schwärmen. Und wehe man legt sich mit dem FC Seuzach an, da fahren Fans und Spieler schon mal zum Bratwurst-Embargo mit eigenem Grill ans Auswärtsspiel (so geschehen am Walensee).

Der FC Seuzach spielt unter dem sympathischen Slogan “unbezahlter Fussball seit 1976”. So wird aus einer Schwäche (Nach 1930 gegründete Vereine sind für Traditionalisten zumindest etwas suspekt), eine  einprägsame Stärke.

Im Falle von Seuzach scheint man das auch ernst zu meinen mit dem unbezahlten Fussball. Bei anderen “mir zahled nünd!”-Vereinen ist die Auslegung oft kreativ, da zahlt ein Sponsor indirekt, da werden Autos für Spieler geleast, da werden hohe Punktprämien bezahlt (mir zahled kei Löhn!) und so weiter und so fort.

Gleich zwei Clubhäuser sorgen an den Seuzi-Spielen fürs Wohl der Gäste. Beide mit Innenbereich und Terrasse, eines betrieben von der Gemeinde, eines vom FC, ziemlich einmalig bei einem Amateurverein. “Chom mir nämed no es Bier, i weli Beiz gömer hüt?”. Wir wurden nach dem Spiel in die Stallbar 76 eingeladen. Ein Arven-Stübli gibts beim FC Seuzach dann auch noch, ich verabschiedete mich bevors Gefährlich wurde. Nur an der Musik muss beim FC Seuzach noch gefeilt werden und vielleicht noch an der Abwehr, und am Sturm, und… letzteres nicht egal, aber auch nicht ganz so wichtig, beim unbezahlten Fussball seit 1976.

Zum Schluss noch ein Foto aus der Fan-Mottenkiste. Vor fast 20 Jahren im Burgerfeld, dort werden wir im Herbst während der Hafenareal-Sanierung ein Comeback erleben, die Frage ist nur in welcher Liga.

Nächster Halt: Mittwoch, 20.30 Uhr im Hafenareal: FCK – Blue Stars. Der Tabellenletzte ist mit veränderter Mannschaft sehr kämpferisch unterwegs und trotzte Weesen am vergangenen Samstag ein 2:2 ab.

Mehr Fotos vom Spiel in Seuzach: Fussballblicke

1 Comment

  1. Ohne Flüssiges – gemeint ist nicht Bier! – lässt sich heute kein höherwertiger Amateur-Clubfussball betreiben. Wie die tatsächlichen Verhältnisse in den einzelnen Clubs der 2. Interregionalen Liga sind, bleibt dabei weitgehend verborgen. Es lässt sich auch nicht an der Tabelle ablesen. Auch ist Fussball nun mal nicht immer “Geld gleich Erfolg”. Dazu mag der schon erstligaerfahrene FC Seuzach hin und wieder ein Beispiel abbilden, wie zu lesen ist.

    Dass der FCK mit einem gewonnen Spiel aus “Seuzi” zum Hafenareal zurückgekommen ist, war eminent wichtig. Weiterhin ballt sich tabellarisch ja vorne einiges zusammen – bis weit in frühere schwächere Mittelfeld-Punktezahlen. Dieser Zusammenschluss kann übrigens unterschiedlich bewertet werden. Er muss nicht unbedingt ein positives Zeichen sein, schaut man auf andere Gruppen der 2. Inter: So eilt, in Gruppe 1, Servette U21 mit 46 Punkten weit voraus. In Gruppe 2 haben die beiden ersten Teams 47 und 43 Punkte. In der 3. Gruppe heisst es 47 und 41. In der vierten 44 und 38. In der 5. – jawohl! – 58 und 42! Und in der Kreuzlinger Gruppe 40-39-39-36-36-35…….

    Man könnte nun feststellen, dass in der Gruppe 6, zusammen mit dem FCK, nicht unbedingt sehr ligastarke Mannschaften das breite Spitzenfeld ausmachen. Wäre eine Erklärung. Eine bessere: Es gelang für 21/22 keinem Club, eine sehr schlagkräftige Mannschaft zu zimmern, die sich bereits im letzten Viertel der Meisterschaft als potentiellen Aufsteiger hätte abzeichnen können. Das wiederum eröffnet für einmal vielen Mannschaften eine Chance zum Aufstieg. Zumal es diese Saison gleich zwei Clubs “trifft”.

    Einer klaren “Profilierung” ging ich mal in der Gruppe 5 nach: Da führt der Zuger FC Rotkreuz mit bereits 58 Punkten die Liga an! Die nächsten Mannschaften haben immerhin auch 42 oder 38 Punkte. Das Konzept, im Zugerland eine weitere Mannschaft “in höhere Gefilde” zu katapultieren, geht also auf. Über die Gründe lässt sich, wie so oft im Fussball, nur spekulieren. Tatsache ist, dass der Altersdurchschnitt im FCR-Mannschaftskader mit über 30 angegeben wird und die so genannten “Legionäre” über 60 Prozent ausmachen. Es muss sich hier also – um ein gutes Trainerteam herum! – eine fussballerfahrene Schar zusammengefunden haben, die ein formuliertes Ziel ausgaben – und nun realisieren.

    Es gibt sicher unterschiedliche Erfolgskonzepte. Und manche sind gar keine, sondern kommen überraschend angeflogen. Für den FCK gilt nun, zuerst mal gegen die Zürcher Blue Stars zu bestehen. Dann darf weiter spekuliert werden.

    Für den zweiten Kreuzlinger Club, AS Calcio, sieht es nach wie vor nicht gut aus. Es wäre ab jetzt ein Wunder, könnte die Liga erhalten bleiben. Dies überrascht. Mittlerweile engagiert sich deren Patron auch bei den Nachbarn – beim SC Konstanz-Wollmatingen (Südkurier). Es dümpelt derzeit in der grössten Stadt am Bodensee auf einem sehr tiefen Amateurfussball-Niveau. Schade. Es gab schon andere Zeiten.

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