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Hafetschutter

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Hinter der Geisterbahn

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Regional-fussball.ch meldete in der Sommerpause einen  Daniel Kessler aus Kreuzlingen als Neuzugang beim FC Thalwil. Glücklicherweise schnürt in Thalwil künftig mein Namensvetter Silvano Kessler die Fussballstiefel, ich betreibe dagegen weiterhin diesen Blog.

Saisonstart am Seenachtsfestwochenende gegen den Aufsteiger FC Uster. 190 treue FCK-Zuschauer bahnen sich den Weg über Kabel, Wäscheleinen und allerlei Gerät der Schaustellerbuden um irgendwo hinter der Geisterbahn den Fussballplatz zu finden.

Dort folgt beim Einlauf der Mannschaften die nächste Überraschung. Die Kreuzlinger Elf betritt in schwarz-weissen „Hannes Schmidhauser“ Gedenk-Trikots das Spielfeld. Der Schauspieler (Ueli der Knecht) und Schweizer Nationalspieler (was für eine Kombination!) spielte um 1945 für den FC Kreuzlingen – und davor, genau, für den FC Lugano. Die Trikots stellten sich auf Nachfrage als Fehldruck (!) heraus.

Vor der Pause hätte der FCK führen müssen, hat er aber nicht. Nach der Pause zehn ganz schlechte Minuten, 0:2. Ein Zuschauer bei 30 Grad im Schatten:

„die hend z’heiss i dene schwarze Trikots!“

Nach der doch ziemlich überraschenden 1:2-Auftaktniederlage traf man sich unter Schützengarten-Schirmen bei Weisswein und Rivella vor dem Clubhaus zum Trainertalk. Uster-Trainer Fabio Digenti:

„Wer es in Kreuzlingen mit spielerischen Mitteln lösen will ist Lebensmüde!“

und Kreuzlingen-Trainer Kürsat Ortancioglu stellte klar: „Wir müssen alles anders machen!“ Das Kreuzlinger Publikum applaudierte ob der ehrlichen Worte. Wie erfrischend anders im Vergleich zu den langweiligen Interviews im Profi-Sport!

Der Grillmeister gab die letzten Würste aus und danach kamen die Zuschauer wieder links und rechts hinter der Geisterbahn hervor.

Der Trainertalk ist Fussballkultur beim FCK, doch auch andere Vereine lassen den Regionalfussball hochleben, zum Beispiel der FC Widnau mit einem Tippspiel welches ich an dieser Stelle empfehlen möchte: https://www.kicktipp.de/widnau/ Alle Spielrunden der 2. Liga IR Gruppe 6 werden getippt mit Spezialfragen, der Hafetschutter befindet sich nach der ersten Runde auf Platz 2, wer tippt besser?

Meisterschaftsprognose 2018/19

in 2. Liga Interregional by

FC Amriswil
Der souveräne Aufsteiger überzeugte auch in den Testspielen mit Kantersiegen gegen Unterklassige und einem 3:2 gegen 1.-Ligist Gossau. Verstärkt wird das von Christoph Schenk (ex-FCK) trainierte Team durch Mittelstürmer und Rückkehrer Silvan Eggmann (Brühl, Gossau, Frauenfeld).

HAFETSCHUTTER-TIPP: Die Amriswiler könnten dem FCK im Kampf um die Thurgauer Krone gefährlich nahe kommen, machen am Ende aber nur Platz 2 im Thurgauer Ranking, das reicht in der Gruppe zu Platz 8

FC Balzers
Der 1.-Liga-Absteiger kompensierte Abgänge hauptsächlich durch junge Talente aus den Vaduzer Nachwuchsteams. In Testspielen verloren die Liechtensteiner zwar gegen Chur (1:2) und Linth (1:4), gewannen aber auch gegen 1.-Ligist Eschen-Mauren (3:1) – und gegen Unterklassige gabs problemlose Siege.

HAFETSCHUTTER-TIPP: Die Liechtensteiner spielen eine solide Saison, mit der anvisierten 1.-Liga-Rückkehr wirds aber nichts, Platz 7

FC Bazenheid
Die Toggenburger trotzten in der Sommerpause dem FC St. Gallen ein 1:1 ab. In der Vorbereitung gab es aber auch Niederlagen gegen Sirnach und Bronschhofen. Bekanntester Neuzugang: Edgar Couthino (Winterthur, Gossau, Frauenfeld).

HAFETSCHUTTER-TIPP: Die Bazenheider würden Aufstiegs- und Cup-Spiele gewinnen, als launische Diva reicht es in der Meisterschaft aber nur zu Platz 4

FC Blue Stars Zürich
Nur auf den ersten Blick unbekannt sind die aus der Gruppe 5 eingeteilten Blue Stars. Mit Igor Banfardin findet sich ein ehemaliger FCK-Spieler im Kader und auch Spieler wie Raul Cabanas (12 SL-Einsätze für GC) und die Neuzugänge David Blumer (Torschützenkönig 2.IR Saison 15/16) und Philipp Allemann (FCWB, United) stehen für Qualität. Die Testspiele liefen mehrheitlich zufriedenstellend.

HAFETSCHUTTER-TIPP: Die Zürcher finden sich in der Gruppe 6 schnell zurecht und bestechen durch spielerische Klasse und Erfahrung, Platz 6

Chur 97
Die Churer brachten entgegen den eigenen Ansprüchen schon länger keine wirklich starke Mannschaft mehr zustande. Diesmal solls unter anderem mit Eschen-Stürmer Nicolo Pola klappen. In Testspielen gabs einen Sieg gegen Balzers (2.i) und ein Unentscheiden gegen 2.-Liga-Verein Rebstein.

HAFETSCHUTTER-TIPP: Die Churer Fahrstuhlmannschaft erwischt es erneut, Platz 14 (spätestens mit der Eröffnung des neuen Stadions „Obere Au“ ist Chur aber wieder oben!)

FC Dübendorf
In der für viele Aufsteiger verflixten zweiten Saison konnte ein Grossteil des Kaders zusammengehalten werden. Bekannte Ergänzungen? Fehlanzeige. In Testspielen gab es erwartete Niederlagen gegen die 1.-Ligisten FC Winterthur II 0:3 und FC Thalwil 1:2, etwas überraschend die 2:3-Niederlage gegen 2.-Ligist Unterstrass.

HAFETSCHUTTER-TIPP: Das Abenteuer 2. Liga IR findet sein vorläufiges Ende, Platz 13

FC Frauenfeld
Auch beim FC Frauenfeld blieb ein Grossteil des Kaders zusammen. Einzig bekannter Neuzugang ist Sandro Stalder (Winterthur, FCZ U21). Testspiele gegen 1. Ligisten wurden klar verloren: FC St. Gallen II 1:6, FC Gossau 0:4.

HAFETSCHUTTER-TIPP: Ein schwieriges Jahr für Fauenfeld, im Thurgauer Ranking klar hinter Amriswil und Kreuzlingen, Platz 10

FC Kreuzlingen
Auf dem Papier hat der FC Kreuzlingen starke Neuzugänge (Tor: Jim Freid (9 ChL für Wil), Abwehr: Gino Ballarini (Gossau, Hellas Verona Jugend), Manuel Ferrone (Rückkehrer vom FC Singen 04) und Shahin Faridonpur (Wuppertaler SV, zuletzt Uzwil),  Mittelfeld: Marvin Meresi (Gossau, Brühl) und vom FC Singen 04 André Kohli und Abbas Karaki, Sturm: Rückkehrer Andi Qerfozi (GC U21, 57 Tore in 56 2.Liga-IR-Spielen, Torschützenkönig 14/15!). Aus der eigenen Jugend wurden Levin Nay und Dario Lucarelli in die 1. Mannschaft befördert. Bekannteste Abgänge: Silvano Kessler (FC Thalwil), Ludovic Mathys (unbekannt), Marco Soares und Wolfgang Narr (beide FC Singen 04). Das gesamte Kader mit allen Neuzugängen. In Testspielen gewann der FCK gegen den FC Radolfzell (Verbandsliga) 2:1 und den FC 08 Villingen (Oberliga) 3:1, spielte gegen den 1.-Ligist FC Gossau 1:1 und war chancenlos gegen die U21-Nachwuchsteams von Winterthur (0:5) und St. Gallen (0:6).

HAFETSCHUTTER-TIPP: Es ist wie eigentlich immer bei Kreuzlingen, gute Spieler die noch zu wenig lange zusammen spielen, doch die Qualität und der Trainer machen bereits eine gute Platzierung, es wird mit viel Willenskraft ein optimistischer Platz 3 – und wird die Mannschaft auf dieser Basis aufgebaut darf man bald wieder Träumen in Kreuzlingen…

FC Rüti
In der Saison 18/19 wird der FC Rüti wieder mit dem gefürchteten Brüder-Duo Taulant und Edison Syla auflaufen, letzterer kehrt vom FCRJ zurück. Dazu kommen zwei Zugänge vom FC Freienbach (Hoxhaj und Museshabanaj). In Testpartien ballerte der FC Rüti die 2.-Ligisten FC Männedorf (7:0) und FC Horgen (9:2) ab.

HAFETSCHUTTER-TIPP: Bei Rüti wird es wie immer sein, wehe sie sind losgelassen. Machen mit Bazenheid den Titel der launischen Diva unter sich aus. Rüti wird die meisten Tore schiessen und den Torschützenkönig stellen, es reicht zu einem starken Platz 5

FC Seuzach
Beim FC Seuzach hielten sich die Abgänge auch nach dem Abstieg in Grenzen. Die langjährigen FCS-Spieler Fabian Schalcher und Martin Lauber wechseln in die 2. Mannschaft, nur Luca Lanzendorfer (Gossau) und Noah Weiler (Zug) entgehen dem 1.-Liga-Abstieg durch Vereinswechsel. In Testspielen zeigte der FC Seuzach ein starkes 1:1 gegen Winterthur 2, überfuhr 3.-Ligist Ellikon-Marthalen mit 12:1 und leistete sich dann gegen 2.-Ligist Bassersdorf 90 Minuten Ferien (1:5).

HAFETSCHUTTER-TIPP: Seuzach spielt lange um den direkten Wiederaufstieg, am Ende reicht es für Platz 2, im Clubhaus wird trotzdem gefeiert

FC Uster
Keinerlei Neuzugänge sind beim FC Uster bekannt. Den Zürchern gelang die direkte Rückkehr in die 2.-Liga IR mit einem 15-Punkte-Polster vor dem FC Phönix Seen. Aus FCK-Sicht bekannteste Spieler sind Oscar Barreiro und Diego Bürger. Die Testspiele liefen eher harzig. Am aussagekräftigsten ein 4:5 gegen die Blue Stars.

HAFETSCHUTTER-TIPP: Die Ustemer halten wie Amriswil problemlos die Liga, leider noch immer (fast) ohne Zuschauer, Platz 9

FC Uzwil
Mit den Neuzugängen Thomas Knöpfel (Gossau) und Andreas Lo Re (Widnau, Torschützenkönig 2.IR Saison 14/15) unterstreichen die Toggenburger ihre Aufstiegsambitionen. Entsprechend auch die Vorbereitung gegen Vereine aus der Promotion League (Brühl 0:4 und FCZ 2 0:3). Gegen 1.-Ligist Gossau reichte es zu einem 2:1-Sieg.

HAFETSCHUTTER-TIPP: Freienbach und Linth sind weg, dies ist die Saison des FC Uzwil, die Toggenburger steigen auf, Platz 1

FC Widnau
Mit der Rückkehr von Topscorer Jasmin Abdoski gelang der hauchdünn vor Altstätten bewerkstelligte Wiederaufstieg.  In Testspielen lief es noch nicht wie gewünscht, war das 1:4 gegen das Profi-Team von Austria Lustenau erwartungsgemäss, so erstaunen die Niederlagen gegen die 2.-Ligisten FC Rorschach-Goldach (0:5), und FC Montlingen (0:2).

HAFETSCHUTTER-TIPP: Auf der Aegeten werden die zahlreichen Zuschauer bis zuletzt toben und zittern, am Ende vergebens, Platz 12

FC Wil U20
Schwer einzuschätzen ist der Wiler Nachwuchs. Nur zwei Testspiele wurden offiziell ausgetragen und zwar gegen die 1.-Ligisten FC Gossau (1:1) und FC St. Gallen U21 (3:7). Verstärkt wird das Kader mit dem Routinier Tolga Cakir (Bazenheid) und (hoffentlich) einer zweiten Bedienung am Wurststand.

HAFETSCHUTTER-TIPP: Es wird eine enge Kiste, reicht aber auch diesmal, Platz 11

Testspiele-Karussell 2018

in 2. Liga Interregional by

Wie in den letzten Jahren üblich spielt der FC Kreuzlingen in der Saisonvorbereitung fast ausnahmslos gegen höherklassige Vereine. Sollte man gegen Unterklassige oder Höherklassige antreten? Selbstvertrauen tanken durch Kantersiege oder sich an einen möglichst hohen Spielrhythmus  gewönnen? Beim FCK setzt man seit einiger Zeit auf letzteres – und fast schon traditionell auch immer auf Spiele gegen höherklassige Vereine aus der deutschen Bodensee-Region.

Wohl zu recht, ich mag mich erinnern wie man vor Jahren am Basler-Cup unterklassige Vereine mit vermeintlichem Traumfussball an die Wand spielte und den Sieges-Pokal in den Tägerwiler Nachthimmel reckte. Die Kreuzlinger Zuschauer applaudierten mit stolz geschwellter Brust am Dorfplatz. Eine Woche später startete der Vorbereitungskönig mit einer krachenden Niederlage in die Meisterschaft.

Nur eines scheint (zu recht) verpönt, Spiele gegen Teams aus der gleichen Gruppe. Nur eines gab es in der diesjährigen Vorbereitung (Balzers-Chur 1:2).

Testspiele gegen Profi-Teams sind aufgrund des engen Terminkalenders der Profi-Ligen leider fast nicht mehr möglich (diesjährige Ausnahme: Widnau – Austria Lustenau 1:4). Vor Jahren hatte ich mal Austria Lustenau  und die Stuttgarter Kickers für ein Testspiel im Hafenareal angefragt. Als Ersatz für das zuerst zugesagte und dann wieder abgesagte Testspiel von Tennis Borussia Berlin. Beide wären angetreten, aber nur im Januar. Leider gäbe es dann wohl zu wenige Fussball-Liebhaber die sich für so ein Spiel erwärmen könnten.

Fast so interessant wie die Resultate ist bei Amateurvereinen die Anzahl der Testspiele. Mit bereits vier ausgetragenen Testspielen (zwei weitere folgen noch) gehört der FC Kreuzlingen zu den fleissigsten der Liga. Sehr wenige Testspiele sprechen nicht selten für Chaos in der Vorbereitung. Gehört zum 1×1-Wissen der Amateurfussballfans.

Das nächste Testspiel des FC Kreuzlingen: Mittwoch, 25.7.18 um 19.30 Uhr im Hafenareal gegen den FC St. Gallen U21.

Die bisherigen Testspiele (aktualisiert am 03.08.18):

FC Kreuzlingen
FC Radolfzell (VL) 2:1, FC Winterthur II (1.) 0:5, FC Villingen (OL) 3:2, FC Gossau (1.) 1:1, FC St. Gallen U21 (1.) 0:6

FC Dübendorf
FC Winterthur II (1.) 0:3, FC Thalwil (1.) 1:2, FC Red Star 2 (2.) 3:0, FC Unterstrass (2.) 2:3

FC Rüti
FC Männedorf (2.) 7:0, FC Horgen (2.) 9:2

FC Uster
FC Bülach (3.) 7:1, FC Wallisellen (2.) 2:3, FC Unterstrass (2.) 2:1, FC Brüttisellen-Dietlikon (2.) 0:0, FC Blue Stars (2.i) 4:5

FC Seuzach
FC Winterthur II (1.) 1:1, FC Ellikon-Marthalen (3.) 12:1, FC Bassersdorf (2.) 1:5

Chur 97
FC Balzers (2.i) 2:1, FC Rebstein (2.) 0:0

FC Bazenheid
FC Gossau (1.) 1:3, FC Sirnach (2.) 4:5, SC Bronschhofen (2.) 4:6

FC Uzwil
FC Gossau ZH (2.) 6:0, FC Gossau (1.) 2:1, SC Brühl (Pr) 0:4, FC Ruggell (2.) 2:1, FC Zürich 2 (Pr) 0:3

FC Widnau
Austria Lustenau 1:4, FC Rorschach-Goldach (2.) 0:5

FC Amriswil
FC Arbon (2.) 4:0, FC Gossau (1.) 3:2, FC Tobel-Affeltrangen (3.) 6:1, FC Winkeln (2.) 6:1, FC Bischofszell (2.) 4:2

FC Frauenfeld
FC St. Gallen II (1.) 1:6, FC Gossau (1.) 0:4

FC Balzers
FC Buchs (2.) 2:0, FC Herisau (2.) 8:1, Chur 97 (2.i) 1:2, USV Eschen-Mauren (1.) 3:1, FC Linth 04 (1.) 1:4

FC Wil U20
FC Gossau (1.) 1:1, FC St. Gallen U21 (1.) 3:7

FC Blue Stars Zürich
FC Tuggen (1.) 5:5, FC Bassersdorf (2.) 0:1, FC Kosova (1.) 1:6, FC Adliswil (2.i) 2:2, FC Uster (2.i) 5:4, FC Freienbach (2.i) 2:2

 

Mit Uster und den Blue Stars

in 2. Liga Interregional by

Gleich zwei Überraschungen bietet die Gruppenzusammensetzung der kommenden Saison.  Der FC Einsiedeln und der FC Freienbach wechseln in die Gruppe 5. Die Plätze werden vom Aufsteiger FC Uster und vom FC Blue Stars Zürich aus der Gruppe 5 eingenommen.

Sportlich dürfte dies ein kleiner Vorteil sein. Der FC Freienbach hat seine Aufstiegsambitionen bereits mit namhaften Zuzugüen unterstrichen. Kreuzlinger Fussballgeniesser dürften den Wegfall dieses 2.-Liga-Interregio-Klassikers der vergangenen Jahre aber bedauern.

Schade ist auch der Wegzug des FC Einsiedeln, dem Sieger des Hafetschutter-Fussballkultur-Rankings der vergangenen Saison. Bereits plante ein Grüppchen Kreuzlinger Amateurfussball-Fans gemeinsam das nächste FCK-Auswärtsspiel im Rappenmöösli anzufahren, nun muss ein neues Spiel auserkoren werden.

Statt in die Innerschweiz verschiebt sich die Gruppe 6 weiter westlich in Zürcher Fussballgefilde. Mit dem FC Uster kommt ein altbekannter Verein in unsere Gruppe. Spannender ist der Neuling Blue Stars. Der Zürcher Traditionsverein (gegründet 1898) spielte von 1916 bis 1926 in der höchsten Schweizer Liga und ist seit 1938 Ausrichter des Blue-Stars-Turniers, heute als FIFA Youth Cup bekannt. Der Verein vom Hardhof brachte nicht weniger als 20 (!) Schweizer A-Internationale hervor und verfügt auch heute noch über eine starke Jugendbewegung (A und B in CCJL). In der 2. Liga Interregional belegten die Zürcher zuletzt einen Mittelfeldplatz. Als grösster Vereinserfolg der Neuzeit gilt der Schweizer Meistertitel der A-Junioren im Jahre 2008. Vielleicht wird von den Kreuzlinger Fussballfreunden nun der Hardhof statt das Rappenmöösli angesteuert.

Die Teams 2018/2019:

FC Kreuzlingen, FC Dübendorf, FC Rüti, FC Uster, FC Blue Stars Zürich, Chur 97, FC Bazenheid, FC Uzwil, FC Widnau, FC Amriswil, FC Frauenfeld, FC Balzers, FC Wil 2, FC Seuzach

Eine Nacht in Sao Paulo

in Es war einmal... by

Morgen spielt die Schweiz an der WM gegen Brasilien. Unentschieden ist die Bilanz gegen den 5-fachen Weltmeister. Denn im einzigen WM-Spiel zwischen diesen beiden Teams trotzten die Schweizer 1950 dem haushohen Favoriten und Gastgeber ein 2:2 ab. Vielleicht, ja vielleicht hätten die Schweizer vor 68 Jahren Brasilien geschlagen, wenn der Kreuzlinger Walter „Bega“ Beerli nicht in der Nacht zuvor die Bars von Sao Paulo erkundet hätte. Wann kommt man Anfang der 1950er-Jahre schon nach Südamerika?

Wirklich wahr? Ja, Walter Beerli war nach Marcel Sandoz (1934) der zweite Kreuzlinger welcher das Nationaltrikot überstreifen durfte – und zwar im letzten Testspiel vor der WM, am 11. Juni 1950 in Bern gegen Jugoslawien (0:4). Lohn seiner Leistung, Nati-Coach Andreoli nahm den damals bei YB spielenden Beerli mit zur WM nach Südamerika. Beerli, hinter den Star-Stürmern Antenen, Bickel und Fatton mit wenig Einsatzchancen, setzt seine Prioritäten in Brasilien anders und wird von Andreoli für den Rest der WM gesperrt – nie wieder wird er für die Rotjacken auflaufen.

Auf die Saison 1951/1952 kehrt WM-Fahrer Beerli zu seinem Heimatverein FC Kreuzlingen zurück. Für die Grün-Weissen spielte er bereits als Junior und von 1945 bis 1948 in der 1. Mannschaft (Foto oben als FCK-Junior kniend in der Mitte). Die mittelmässige 2.-Liga-Mannschaft gewinnt mit Beerli sofort die Meisterschaft, kann sich aber in den Aufstiegsspielen gegen Oerlikon und Küsnacht nicht durchsetzen.

Ein Coup gelingt Walter Beerli aber noch, 1960 steht er mit dem FC Luzern im Cup-Finale.  Am Abend zuvor sitzt er mit den Luzernern Cerrutti und Hahn am Pokertisch, Rudi Gutendorf lässt sie gewähren. Beerli dankt es am Spieltag mit einer Glanzleistung, der FC Luzern gewinnt den Schweizer Cup. Doch noch ein später Höhepunkt seiner Karriere, 10 Jahre nach Sao Paulo.

Die ganze Geschichte von Walter Beerli ist nachzulesen im Grenzstadtkurier Nr. 11.

 

Zuschauerzahlen 2017 / 2018

in 2. Liga Interregional by

Durchschnittlich 215 Zuschauer besuchten in der abgelaufenen Saison die Spiele der 2. Liga Interregional, Gruppe 6. Das liegt über dem Schnitt aller anderen Gruppen (siehe Zusammenstellung)

Beim FC Kreuzlingen schwand das Zuschauerinteresse nach der Niederlagenserie im Frühjahr und der Verabschiedung aus dem Aufstiegsrennen massiv. Der Schnitt sank von soliden 260 auf lediglich 150 in den letzten 6 Partien.

Nicht berücksichtigt wurde das Spiel gegen den FC Rapperswil-Jona, 780 Zuschauer sahen im August 2017 den Cup-Knaller gegen den Verein aus der Challenge League, die zweitbeste Zuschauerzahl seit der Rückkehr ins Hafenareal (2006).

Sehr gut besucht waren die Spiele der Aufsteiger Einsiedeln (Foto, selbst zum Kehrausspiel gegen den FC Kreuzlingen kamen noch 300 Zuschauer ins Rappenmöösli) und Buchs, eine neue Liga zieht fast immer. Die Zuschauerzahlen bei Rüti werden durch Gratis-Eintritt begünstigt. Linth und Freienbach locken trotz ansehnlichem Fussball seit Jahren nicht besonders viele Zuschauer. Traditionell schlecht besucht sind auch Vereine mit Nähe zur Stadt Zürich, so wollten den Spielen von Aufsteiger Dübendorf gerade mal 160 Zuschauer im Zelgli beiwohnen, Premierensaison hin oder her. Schlusslicht ist das Reserve-Team des FC Schaffhausen, lediglich 75 Zuschauer verlieren sich ausserhalb der Stadt im neuen Herblinger Stadion.

Bei den Hafetschutter-Testern schnitten die Bratwürste in Einsiedeln, Buchs, Frauenfeld, Winkeln und Wil mit der Maximal-Note „3-Hafetschutter-Würscht“ am besten ab. Mit einem lokalen Bier kann ausserdem nur Einsiedeln punkten.

Der FC Einsiedeln räumt gleich nochmal in einer Kategorie ab, die Schwyzer brachten die meisten Auswärtsfans ins Hafenareal, rund 50.

  1. FC Einsiedeln 320
  2. FC Buchs 310
  3. FC Rüti 300
  4. FC Linth 04 250
  5. FC Kreuzlingen 220
  6. FC Freienbach 215
  7. Chur 97 210
  8. FC Frauenfeld 205
  9. FC Uzwil 200
  10. FC Winkeln 190
  11. FC Bazenheid 185
  12. FC Wil 2 180
  13. FC Dübendorf 160
  14. FC Schaffhausen 2 75

Andere Gruppen der 2. Liga Interregional: (Gruppe 1: Schnitt 150 Zuschauer, Rekordhalter FC Monthey 220, Gruppe 2: 160, Rekordhalter FC Bulle 310, Gruppe 3: 180, Rekordhalter FC Biel-Bienne 550, Gruppe 4: 210, Rekordhalter SC Goldau 320, Gruppe 5: 160, Rekordhalter FC Muri 270).

Sammlerglück im didi:offensiv

in Allgemein by

Zu einem typischen Kehrausspiel trat der FCK in der letzten Meisterschaftsrunde beim FC Einsiedeln an. Im Spielbericht der Einsiedler findet man folgendes: „Gespenstisch ruhig war es jeweils nach den Kreuzlinger Toren. Gegnerische Fans? Fehlanzeige! So viel zur Wichtigkeit der Partie.“ Ja, wo waren die Kreuzlinger Fans? Zum Beispiel hier, bei der 2. Fussballsammlerbörse im didi:offensiv mit einem Hafetschutter-Stand.

Rund 150 Fanzines, teils vergriffene Bücher und kleine Eigenproduktionen bot ich mit Standchefin Finja, Marko und Beat in Basel feil. Es hat grossen Spass gemacht! 15 Standbetreiber aus der ganzen Schweiz hatten sich eingefunden, es war auch eine Art Familientreffen, wobei es manchmal süffisant zu und her ging:

Regula, hesch wieder dini vier Ordner debi?

oder „mit dim Wägeli gsehsch us wie en Lumpesammler!“.

Gregory vom Sportantiquariat war da, oder Christoph vom „London Football Guide“, es war eine Freude euch zu sehen!

Es wurde verkauft und getauscht und dann machte ich direkt beim Stand neben mir einen Zufallsfund. Anfang der 1930er-Jahre brachte die Zigarettenmarke Ed. Laurens Sammelbildchen von Nationalliga-Spielern heraus, die ersten kommerziellen „Fanartikel“ im Schweizer Fussball. Drei, vier der rund 300 Spielerkarten haben eine Kreuzlinger Geschichte, darunter der mir noch fehlende Alwin Riemke (Grenzstadtkurier Nr. 8 / 2014). Stefan hatte genau ein Ed. Laurens – Sammelbildchen an seinem Stand, überhaupt das einzige an der ganzen Sammelbörse – es war Alwin Riemke! Für einen Fünfliber wechselte er den Besitzer. Sammelfreuden.

Übrigens, der FCK gewann im Rappenmöösli vor 300 Zuschauern mit 4:3 und beendet die Saison auf dem 4. Platz. Der Besuch in Einsiedeln wird nächste Saison nachgeholt, versprochen!

Ein Blumenstrauss für Amriswil?

in 2. Liga Interregional by

Noch läuft die Saison, doch mit einiger Bestimmtheit kann man bereits die Gegner der kommenden Saison voraussagen.

Als Aufsteiger in die 1. Liga steht der FC Linth 04 fest, als Absteiger in die 2. Liga der FC Winkeln. Die restlichen zwei Abstiegsplätze werden am Samstag zwischen dem FC Buchs, Chur 97 und dem FC Schaffhausen 2 ausgemacht. Vier Vereine verlassen uns, vier neue dürfen wir begrüssen, diese sind sehr wahrscheinlich:

FC Seuzach – Vier Jahre hielten sich die Seuzemer in der 1. Liga und darauf sind die Winterthurer Vorstädter zurecht stolz. Am Ende fehlten zwei mickrige Tore zum Klassenerhalt. Ein fast ausschliesslich aus eigenen und befreundeten Spielern bestehender Verein, der bekannt für seine familiäre und freundschaftliche Atmosphäre ist. Man darf gespannt sein, ob der Verein nochmals ambitioniert auftritt oder sich die „Goldene Generation“ langsam verabschiedet.

FC Balzers – Lange mussten die beiden Liechtensteiner 1.-Liga-Vereine USV Eschen-Mauren und  FC Balzers um den Ligaverbleib zittern. Am Ende traf es die Oberländer des FC Balzers und der Unterländer-Sport-Verein zog seinen Kopf aus der Schlinge. Der 11-fache Liechtensteinische Cup-Sieger FC Balzers ist wie der FC Seuzach ein altbekannter Gegner für den FC Kreuzlingen. In der Zwischenzeit haben die Blau-Gelben eine kleine Sitzplatztribüne auf der Rheinau installiert (Foto, andrinunterwegs.ch).

FC Amriswil – Der souveräne Thurgauer 2.-Liga-Meister darf sich nach dem überlegenen 6:0-Finalsieg über den FC Montlingen zudem „OFV-Cupsieger 2018“ nennen. Die Oberthurgauer sind mit 27 Mannschaften ein respektabler Grossverein und traditionell die Nr. 3 hinter Frauenfeld und Kreuzlingen. Zuletzt waren die Derbys weniger gut besucht, dabei bieten die Begegnungen einigen Zündstoff. So kämpfte der Amriswiler Trainer Christof Schenk zwischen 2002 und 2009 in über 100 1.-Liga-Spielen für die Farben des FC Kreuzlingen. Randnotiz: die Amriswiler verhinderten den Aufstieg von Calcio Kreuzlingen, wäre hier ein Blumenstrauss fällig?

FC Widnau – Die Rheintaler sind ebenfalls zurück. Der Verein war in der ablaufenden Spielzeit ein Zuschauermagnet in der 2. Liga. Gegen den FC Diepoldsau-Schmitter strömten 750 Zuschauer auf die Aegeten, gegen den FC Au-Berneck ebenfalls 750, gegen den FC Montlingen 670, stark! Punkten die stolzen Rheintaler auch ausserhalb ihrer „2.Liga-Wohlfühlzone“?

Hafetschutter in Basel

in Allgemein by

Am Samstag, 9. Juni 2018 bin ich mit Marko und Finja mit einem Hafetschutter-Stand an der 2. Fussballsammelbörse im didi:offensiv in Basel.

In der Fussballkulturbeiz am Erasmusplatz 12 werden von 10.00 bis 16.00 Uhr insgesamt 15 Standbetreiber aus der ganzen Schweiz ihre Fussball-Devotionalien feil bieten. Man findet alte Trikots, Wimpel, Schals, Sammelbildchen, Matchprogramme und vieles weitere. Gleichzeitig findet am Erasmusplatz/Feldbergstrasse ein Quartierflohmarkt statt – also perfekte Bedingungen für einen Ausflug nach Basel.

An meinem Hafetschutter-Stand findet ihr eine grosse Auswahl an Fanzines, teils vergriffene Kultbücher und natürlich meine Grenzstadtkuriere.

Schaut vorbei, wir freuen uns auf Euren Besuch!

Seit 20 Jahren der beste FC

in Vor- und Nachbetrachtungen by

Das letzte Heimspiel ist vorüber, der Hafetschutter geehrt, es war unter dem Strich eine passable Saison – und die nächste Spielzeit verspricht einiges.

Man hört selten ein Wort darüber wenn es um den Fussball im Kanton geht. Von den letzten 20 Jahren war der FC Kreuzlingen 19 Jahre der bestplatzierte Thurgauer Verein. Kein anderer Verein in der Region bietet so konstant Leistungsfussball an wie die Grün-Weissen, zur Freude von Spielern, Sponsoren und Zuschauern.

Seit über 20 Jahren klassiert sich der FC Kreuzlingen beispielsweise Jahr für Jahr vor dem FC Frauenfeld – eine immens lange Zeit im Fussball. Lediglich in der Saison 2013/14 musste der FC Kreuzlingen den Vortritt als bester Thurgauer Verein dem FC Sirnach überlassen.

Die Hinterthurgauer verbrannten sich jedoch gehörig die Hände an diesem Kraftakt und sind derzeit kurz vor dem Abstieg in die 3. Liga.

An dieser Stelle möchte ich einen Dank aussprechen. Die Atmosphäre neben dem Platz prägen die Menschen und ihre Leidenschaft. Hier haben wir mit Speaker Bruno Brütsch und Trainertalk-Moderator Walter Studer zwei Fussballfreunde am Werk welche, zusammen mit dem Clubhaus-Team, ganz entscheidend für gute Laune bei den Spielen sorgen. Herzlichen Dank für die lockeren Sprüche am Mikrofon, die spannenden Fragen am Talk und die Unterhaltungen vor und nach den Spielen!

Hier ein Bonmot vom letzten Spiel:

Speaker zur Ankündigung des Auswärtsspiels in Einsiedeln:

„Dort lieben sie ihr Rappenmöösli wie wir das Hafenareal – und an beiden Orten weiss man nicht so recht warum“

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