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AS Calcio

Das Stadtderby-Plakat

in Stadtduell FCK vs Calcio by

Das Spielplakat zum historischen 1. Stadtderby ist nun auch für FCK-Fans und Sammler erhältlich. Hol Dir dein Erinnerungsposter für 5 Franken (Format A3). Nur an Direktabholer, Interessenten melden sich im Norman-Smith-Stand.

Die Vorteile einer Fusion

in Gedanken zum Amateurfussball by

Anschliessend ein paar gute Gründe für eine Fusion im Kreuzlinger Fussball – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Der Betrieb einer Mannschaft in der 2. Liga Interregional kostet über 100’000 Franken – ohne Spieler- und Trainerspesen. Dieser Betrag wird derzeit von den Kreuzlinger Fussballvereinen doppelt aufgebracht. Wie gesagt, die Spieler- und Trainerspesen kommen zu diesem Betrag noch oben drauf, genauso wie die Kosten einer U-Mannschaft in der 3. Liga. Eine Fusion würde erheblich Ausgaben einsparen.

In einer ungeteilten Juniorenabteilung könnte man qualitativ bessere Teams zusammenstellen.

Die rufschädigende Stimmungsmache gegen den anderen Verein hätte ein Ende. Solange zwei Vereine existieren, wird keiner der beiden eine positive Stimmung in der Stadt erzeugen können, die Arbeit des einen wird immer vom anderen schlecht geredet. Schade, aber nur ganz schwer zu ändern. Als lachender Dritter können sich alle anderen Kreuzlinger Sportvereine fühlen, insbesondere die Handballer.

Man könnte bei Behörden und Sponsoren mit einer Stimme für den Kreuzlinger Fussball sprechen, unter anderem in der Platzfrage (wurden im Seezelg von Seiten Calcios die Interessen des Kreuzlinger Fussballs vertreten?).

Synergien bei der Administration, in der Vorstandsarbeit, beim Ehrenamt und auf vielen weiteren Ebenen.

Das jeder Partner viel in eine solche “Ehe” einbringen würde, sollte eigentlich unbestritten sein. Beim FCK eine 114-jährige Tradition, ein riesiger Sponsoren-Pool, engagierte Mitglieder (da gibt es sehr viele lieber AS Calcio!), ein florierendes Handicap-Team mit grosser Medienpräsenz, eine seit 20 Jahren erfolgreiche 1. Mannschaft welche über die Landesgrenzen hinaus einen guten Ruf bei Spielern geniesst (man muss nur mal unsere deutschen Spieler fragen), eine Reihe von Kreuzlinger Persönlichkeiten welche sich seit Jahrzehnten mit dem FCK verbunden fühlen, ein etwa 200 Zuschauer zählendes Stammpublikum inklusive eines seit 20 Jahren aktiven Fanclubs. Beim FCK wird zudem seit über 10 Jahren seriös und wirtschaftlich einwandfrei gearbeitet.

Was bei Calcio alles super läuft ist mir auch bewusst – hier kämen nicht zwei serbelnde Vereine zusammen die sich gegenseitig nichts bringen, es kämen zwei in jeweils anderen Gebieten starke Vereine zusammen, also die optimale Voraussetzung für Erfolg!

Kurz gesagt: Geld – Nachwuchs – Ruf – Ehrenamt. Diese 4 Pfeiler eines Vereins würden allesamt sehr stark profitieren!

Warum eine Fusion in Kreuzlingen nicht klappt, ist mir zum grossen Teil schon bewusst. Ich mache diesbezüglich auch niemandem einen Vorwurf.

Aber sehr schade ist es. Was wären das langfristig für Vorteile die eine solche Fusion brächte. Wir könnten hier Promotion League spielen auf lange Sicht, zumal die geografische Lage optimal für einen solchen Verein wäre, kein 1. Ligist weit und breit, Konstanz als Fussball-Brachland, was für ein Einzugsgebiet für Junioren, Sponsoren, Zuschauer und vor allem für talentierte Spieler! So eine geografisch optimale Lage für einen Spitzen-Amateurclub würde man in der Schweiz kein zweites Mal finden.

Derzeit ist man von einer Fusion weiter weg denn je.

In einem ersten Schritt sollte man die Leistungen des anderen respektieren. Wenn man dem anderen die Leistungen jedoch abspricht und nur die eigenen sieht, dann zeugt das von Überheblichkeit – und vor allem von Unkenntnis.

3:0-Sieg im Stadtderby

in Stadtduell FCK vs Calcio by

Stadtderby. Ein klangvolles Wort für Fussballfans. Am 31. August 2019 war es soweit, dass erste (Meisterschafts-)Stadtderby in der 114-jährigen Fussballgeschichte der Grenzstadt am Bodensee. Und das erste Spiel überhaupt zwischen dem FC Kreuzlingen und dem AS Calcio.

Bereits eine Stunde (!) vor Spielbeginn besetzten die FC-Veteranen die besten Sitzplätze auf der Tribüne, man konnte die Anspannung spüren. Am Ende sollten 680 Zuschauer der Partie beiwohnen. Diese Saison durchaus ein Kandidat für das am besten besuchte 2.-Liga-IR-Spiel der Schweiz.

Das Spiel begann mit einem Paukenschlag. Nach 45 Sekunden die FCK-Führung durch Manuel Stark! Nach 16 Minuten das 2:0 durch Abbas Karaki! Wo war Calcio? Es spielte nur der FCK. Zu Beginn der 2. Halbzeit wurde der Traditionsverein passiver. Die Zuschauermeinungen waren geteilt – darf man sich nach dem 2:0 zurückziehen oder muss man das Glück weiterhin im Offensivfussball suchen? Jedenfalls wurde auch diese passivere Spielzeit schadlos überstanden. Dann drehte der FCK wieder auf. Während Alajdin Pajaziti von Calcio mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde (77.), erzielte kurz darauf sein Verwandter Elmedin Pajaziti das 3:0 für den FCK (83.). Das erste Derby war Geschichte. Der Herausforderer holte sich beim Platzhirsch eine blutige Nase, man muss es so deutlich sagen.

Leider blieb der Tag nicht rundweg positiv. Defensivmotor Süleyman Celikyurt zog sich beim Spiel einen Mittelfussbruch zu, wir wünschen ihm gute Genesung!

Was war das für ein Rummel vor dem Spiel. Drei Tage vor dem Stadtderby wechselte FCK-Stürmer Giovanni Pentrelli in einer Nacht- und Nebelaktion die Seiten und heuerte beim Stadtkonkurrenten an. Gegen Widnau noch zusammen gejubelt und schon beim ärgsten Konkurrenten. Vereinstreue und unterschriebene Verträge zählen auch im Amateurfussball bei vielen anscheinend nichts mehr, dafür legt man umso mehr Wert auf kleine persönliche Vorteile die man sich durch einen Wechsel herauszuschlagen erhofft. Das man damit die ehrenamtlichen Helfer und treuen Zuschauer vor den Kopf stösst – egal.

Dann noch ein paar Sätze zu Calcio, welcher sich in der Öffentlichkeit ja gerne als der sympathische, familiäre Kreuzlinger Fussballverein zu verkaufen versucht. Calcio ist kein Stadtkonkurrent, Calcio versucht derzeit den FCK zu vernichten. Hört sich dramatisch an, ist aber so. Was passiert wenn bei Calcio jedem Junior der Jahresbeitrag durch eine Stiftung übernommen wird? Genau, auf Dauer geht kein Nachwuchsspieler mehr zum Stadtrivalen. Da kann man noch so gute Trainer stellen. Da wechselt man sogar in viel schlechtere Juniorenteams, einfach weil es dort kostenlos ist. Was passiert dann? Man wirbt dem Nachbarn auch noch die Trainer ab. Dann sterben Mannschaften, der Verein der sich korrekt verhält muss Bussen zahlen. Eine kostspielige aber schlaue Taktik um den Gegner kaputt zu machen. Am Ende erhält man auch noch den Platz, welchen man an der Volksabstimmung (trotz FCK-Unterstützung) nicht durchbrachte – den Kunstrasenplatz. Ist dann halt derjenige des FCK. Das läuft auf Juniorenebene derzeit, aber Calcio geht in allen Bereichen mit gleicher Strategie vor.

Grundsätzlich mag ich die Leute hinter Calcio – es sind Kreuzlinger die sich für den hiesigen Fussball einsetzen. Mit Engagement und Kontinuität. Doch dies wird im ambitionierten Bereich, welcher Calcio nun anstrebt, nur zusammen mit dem FC Kreuzlingen gehen, in einem gemeinsamen Verein. Ansonsten wird das eine einsame Geschichte. Calcio könnte auch zwei Ligen über dem FCK spielen, sie hätten selbst dann weniger Zuschauer als die Grün-Weissen. Wir alle wissen, die Liga alleine zieht nicht. Natürlich sind die Zuschauer finanziell praktisch unwichtig (so ehrlich muss man es leider sagen), aber Erfolg misst sich eben nicht nur im sportlichen Bereich. Es ist eine Sache der gemeinsamen Leidenschaft.

Schliessen wir mit etwas weniger Ernstem. Trotz zahlreicher Absenzen konnten wir auch auf Fanseite das Spiel positiv gestalten. Knapp 20 FCK-Fans fanden sich im Norman-Smith-Stand ein. Fast sämtliche alte und neue home&away-Zaunfahnen kamen zum Einsatz, dazu fünf neue Schwenkfahnen, zwei Spruchbänder zu aktuellen Themen und zu Beginn der 2. Halbzeit zeigten wir eine kleine Choreo mit allen Fahnen und etwas Rauch gegen die Bodenseemücken. Die Vecchi-Ultras des FCK haben nochmals zugeschlagen.

Gruppeneinteilung 2019/2020

in 2. Liga Interregional by

Hilfe, unser Stadtrivale AS Calcio auf dem Titelbild! Aber keine Angst, ich bin nicht ins Döbeli übergelaufen. Es wurde nur die Gruppeneinteilung für die Saison 2019/2020 vorgenommen – und wenig überraschend spielen nächste Saison beide Kreuzlinger Vereine in der 2. Liga Interregional Gruppe 6.

Die weiteren zugeteilten Aufsteiger aus der 2. Liga heissen FC Bassersdorf und FC Weesen (ersetzen mit Calcio die Absteiger Frauenfeld, Uster und Dübendorf). Ebenfalls neu in unserer Gruppe ist der 1.-Liga-Absteiger FC United Zürich (ersetzt den in die 1. Liga aufgestiegenen FC Balzers).

Eine Überraschung hatte die Einteilung dann doch parat. Der FC Blue Stars Zürich verlässt unsere Gruppe (neu Gruppe 5) und wird ersetzt durch den FC Lugano U21 aus der Gruppe 4.

Die AS Calcio qualifizierte sich als 2.-Liga-Meister der OFV Gruppe 2 mit 15 Punkten Vorsprung auf den FC Abtwil-Engelburg und blieb die ganze Saison ohne Niederlage. Zudem wurde der Verein vom Autobahnanschluss mit einem 4:2-Finalsieg über den FC Altstätten OFV-Cupsieger und qualifizierten sich damit für die Hauptrunde des Schweizer Cups. Das Triple perfekt machten die Himmelblauen mit einem 4:2-Sieg über den FC Weesen im Finale um den 2.-Liga-Regionalmeister. Was für eine Traumsaison für unseren Stadtrivalen! Natürlich war das die beste Saison in der Geschichte des 1990 gegründeten Vereins vom Döbeli.

Die Derbys sollte man jetzt nicht klein reden, diese sind eine ganz aussergewöhnliche Sache für die Sportstadt Kreuzlingen und die ganze Region. Wenn das kein Fussballfest gibt! Ein historisches noch dazu, denn noch nie spielten zwei Kreuzlinger Fussballvereine mit ihren 1. Mannschaften in einer Liga. Nicht nur die Derbys werden spannend, der ganze Meisterschaftsverlauf verspricht durch den Aufstieg mehr Brisanz im Kreuzlinger Fussball. Welcher Verein steht am Ende der Saison vor dem anderen? Wie stand es so schön in der Thurgauer Zeitung:

Das Thurgauer Fussballherz schlägt in Kreuzlingen, kommt es zu Derbys beginnt es zu rasen!

Das Stadtderby – ein Thema welches mich in diesem Blog noch öfters beschäftigen wird.

Doch wer sind die weiteren Neulinge?

Der FC Bassersdorf qualifizierte sich durch einen 3:2-Auswärtssieg beim FC Unterstrass als 2.-Liga-Meister der FVRZ Gruppe 2 mit nur einem Punkt Vorsprung auf den FC Phönix Seen. Der Verein wurde 1968 gegründet und spielte bisher eine Saison in der 2. Liga Interregional (2007/2008). Ich kann mich an keine Pflichtspiele gegen Bassersdorf erinnern.

Der FC Weesen feierte mit dem Aufstieg den grössten Erfolg seiner noch recht jungen Vereinsgeschichte (gegründet 1961). Der Ort zählt nur 1’650 Einwohner und ist idyllisch am Walensee gelegen. Ein echter Dorfverein und Underdog, auch das gehört dazu.

Der FC United Zürich wurde 2010 gegründet um einst die Super League zu gewinnen. Der Nachfolgeverein von Fenerbahce Zürich schaffte es innert weniger Jahre von der 4. Liga bis immerhin in die Promotion League. Ein beachtliche Leistung. Der Zenit war dann aber überschritten und es folgte ein Doppelabstieg in unsere Liga. Der FC Kreuzlingen spielte noch kein Pflichtspiel gegen die auf dem Sportplatz Buchlern beheimateten Zürcher. Ein gefallener Utopist, auch das natürlich spannend.

Das Reserve-Team des FC Lugano schloss die letzte Saison in der Gruppe 4 auf dem starken 2. Platz ab, dürfte also ein Aufstiegsfavorit sein. Die Heimspiele trägt die U21 auf dem Nebenplatz B2 des Cornaredo aus (Foto). Tessiner Spiele! Auch das etwas besonderes, wenn auch logistisch aufwendig.

Eines steht schon jetzt fest, es wird eine hochspannende Saison mit vielen attraktiven Gegnern, ergänzt durch fünf völlig neue Gegner. Praktisch jeder Verein unserer Liga steht für eine Geschichte – perfekte Zutaten für die Zuschauer.

Neuer Kunstrasenplatz im Döbeli

in Fussballheimat by

Die AS Calcio will einen neuen Kunstrasenplatz. Die Investitionskosten belaufen sich auf 2,985 Millionen Franken. Der Gemeinderat hat das Vorhaben bereits durchgewunken, im Februar 2019 kommt es zu einer Volksabstimmung.

Geplant ist der neue Platz im Döbeli mit Flutlicht und zwei Zuschauerstufen, mit einer Spielfreigabe für die 2. Liga Interregional. Sozusagen ein Hafenareal 2, also ein Abbild der Vereinssituation.

Der FC Kreuzlingen würde von dem neuen Platz in Form von mehr Spielzeiten auf dem eigenen (Kunstrasen-)Platz im Hafenareal profitieren.

Die Pläne für das Seezelg würde das wohl nicht direkt tangieren, da diese lediglich die Infrastruktur des Hafenareals aufnehmen würden.

Für mich gibt es zwei Knackpunkte. Die  2,985 Millionen sind etwa doppelt so hoch angesetzt wie bei vergleichbaren Plätzen, die Erklärung liegt vor allem in höheren Erschliessungskosten. Der zweite Knackpunkt ist die noch immer in den Kinderschuhen steckende gesamtheitliche Fussballplatzplanung in Kreuzlingen. Wie geht es mit dem Seezelg weiter? Vielleicht kommt man hier bis zur Abstimmung weiter, oder lässt man das aus taktischen Gründen aussen vor? Müsste für die sehr viel teurere Verlegung der Hafenareal-Plätze ins Seezelg ebenfalls das Volk befragt werden?

Beide Vereine müssten sich bereits jetzt gemeinsam Gedanken zu einem späteren Hauptplatz mit Tribüne machen und dies mit der Stadt planen. Vielleicht bin ich ja naiv und alles ist bereits in die Wege geleitet. Zwei bescheidene Hauptplätze im Döbeli und Hafenareal (bzw. Seezelg) und das viel zu weitläufige Burgerfeld können jedenfalls nicht im Sinne einer Kreuzlinger Fussballheimat sein. Zudem wird das Gebiet Hafenareal fussballerisch langfristig wohl kaum zu halten sein.

Die Zukunft wird einem fusionierten FC Kreuzlingen in der 1. Liga gehören, mit Drang in die Promotion League. Die ambitionierten Leute beim FCK und die AS Calcio werden das erreichen, es ist nur eine Frage der Zeit. Es gibt wenige Orte in der Schweiz die so prädestiniert sind für erfolgreichen Elite-Amateurfussball wie Kreuzlingen. Der ganze Thurgau inklusive Konstanz und Umgebung stellen eine einzige Fussballwüste in diesem Bereich dar. Ein weisser Fleck auf der Fussballandkarte welcher der FCK und die AS Calcio eines Tages gemeinsam besetzen werden – plant man jetzt für diese Zeit oder schaut jeder nur für sich?

Immerhin: das Döbeli mit dem neuen Kunstrasenplatz wird sowieso für die Juniorenbewegung benötigt, jetzt und in Zukunft sowieso.

Der FC Kreuzlingen verliert Boden

in Stadtduell FCK vs Calcio by

Der FC Kreuzlingen tat sich gegen Aufsteiger Buchs schwer und büsste beim 1:1 vor 210 Zuschauern weiteren Boden zur Tabellenspitze ein. Spannend war die letzte Viertelstunde, als der Regen einsetzte, es alle Zuschauer unter die Zelte auf der Haupttribüne zog und man dem FCK gemeinsam beim vergeblichen Sturmlauf aufs Buchser Tor zuschaute. Aber selbst hier wollte die Stimmung auf den Rängen nicht so recht werden, für ein gemeinsames “Chrüzlinge” dürfte sich keiner zu Schade sein. Keep Reading

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